Ape Academy meets Jurassic Park, oder: Auch auf der Xbox 360 erwartet den Spieler spannende Unterhaltung.Der diesjährige Kino-Kassenschlager und Blockbuster steht im Prinzip schon jetzt fest:
King Kong lässt die Legende aus dem Jahre 1933 wieder auf erleben – inklusive tonnenweise Special Effects versteht sich. Eine Versoftung der Materie stand außer Frage und mit
Peter Jackson’s King Kong steht nun jenes Stück Software in den Händlerregalen, auf das Freunde des Riesenaffen nun schon so lange gewartet haben. Ob das Spiel auch abseits der großen Lizenz zu überzeugen weiß, soll hiermit einmal mehr unser
Master-Review klären.
Die letzte ChanceDer Regisseur
Carl Denham steht vor den Scherben seiner Existenz. Kein Produzent dieser Welt lässt sich auf das Glückspiel ein, dem exzentrischen Filmemacher und Abenteurer ein Projekt zu
» Und jetzt: Am besten die Beine in die Hand. |
finanzieren. Nun ist die Stunde der Wahrheit, seine letzte Chance, sich einen Namen in der Unterhaltungsindustrie zu machen, gekommen. Er will den legendären Riesenaffen
King Kong finden und ihn auf Zelluloid bannen. Euer Alter Ego
Jack Driscoll soll hierfür ein spannendes Drehbuch schreiben, während die schöne, arbeitslose
Ann Darow mit der Hauptrolle im angehenden Meisterwerk rechnet. Dass im Endeffekt nun doch alles anders kommt, war eigentlich zu erwarten…
Schon die ersten Spielminuten verheißen nichts Gutes: Neben eisigen Windböen und einem aufgepeitschten Meer gestaltet sich nicht nur die Landung als äußerst prekär. Unerwarteter Weise ist die Insel, auf welcher der zehn Meter hohe Protagonist vermutet wird, nämlich keineswegs unbewohnt. Und damit sind nicht nur die zahlreichen Riesenkrabben und –tausendfüßer gemeint: Erste Anzeichen deuten auch auf die Existenz menschlichen Lebens hin – und die prähistorischer Riesenechsen. Fabelhaft! Aus der
Ego-Perspektive wagt ihr trotz aller Bedenken erste Schritte auf der neuen Welt. Damit ihr der feindlichen Umgebung nicht völlig schutzlos ausgeliefert seid, bedient ihr euch auch eines ahnsehnlichen Waffenarsenals aus Pistolen, Tommy Guns, Schrotflinten und Scharfschützengewehren: Zwar könnt ihr
immer nur eine einzige Schusswaffe bei euch tragen, herumliegende Speere und Knochensplitter lassen sich aber einfach als Zweitbestückung heranziehen.
Tief im Dschungel…Munition für eure Schießeisen ist nämlich rar gesät. Immer wieder tauchen aus heiterem Himmel Versorgungsboxen auf – deren Inhalt ist allerdings nach wenigen gezielten Salven dahin.
Den größten» Tolle Dschungelatmosphäre! |
Teil des Spiels gilt es also mithilfe steinzeitlicher Speere zu bestreiten. In erster Linie dienen diese als Distanzwahrer sowie Ablenkungsinstrumente: Mit einem gekonnten Hieb spießt ihr so kleine Libellen oder Mehlwürmer auf und werft sie den Riesenechsen zum Fraß vor. Die weitere Vorgehensweise bleibt nun euch überlassen: Hinterrücks herumschleichen oder die geballte Konzentration nutzen, um draufzuhalten? Selbstverständlich können Speere auch geworfen und entzündet werden – etwa wenn mannshohes Gras den Weitermarsch verunmöglicht und eine gezielte Brandrodung angebracht erscheint.
Die Steuerung unseres Protagonisten gibt hierbei keine Rätsel auf: Mit dem linken Trigger zieht ihr eure Waffe, während die Betätigung des rechten Triggers für gelichtete Feindesreihen sorgt. Per Druck auf den rechten Ministick darf übrigens gezoomt werden. Erfrischend ist die Idee,
keine Ingame-Anzeigen einzubauen. So müsst ihr unter anderem auf die Einblendung eines Lebensenergiebalkens ebenso verzichten, wie auf Informationen über verbleibende Munition und aktuell verwendete Waffen. Gelöst wird die Problematik denkbar einfach: Ein Druck auf
B reicht aus, um den aktuellen Status bei den Munitionsreserven zu untersuchen – eine
Lebensenergie per se existiert hingegen überhaupt nicht. Werdet ihr mehrmals hintereinander schwer getroffen beziehungsweise gebissen – was sich in einem rötlich gefärbten Screen und einem zeitlupenartigen Ablauf des Geschehens bemerkbar macht – heißt es, Vorsicht walten zu lassen – sonst droht der Exitus. Nach einer gewissen Zeit regeneriert ihr euch wieder und könnt unbelastet fortsetzen.
T-Rex gegen King KongIn insgesamt knapp
50 Abschnitten spielt ihr somit die Handlung des Films – großräumig – nach. Es gilt entführte Menschen zu finden, haufenweise prähistorisches Ungeziefer zu töten und auch
» Ein Kampf liegt in der Luft. |
einige Konfrontationen mit dem König der Echsen, dem
Tyrannosaurus Rex, stehen auf dem Tagesplan. Dabei gestaltet sich der Titel
recht linear, durch den Dschungel auf
Skull Island führt beinahe immer nur ein einziger Weg. Abhilfe schaffen hier nur die zahlreichen eingestreuten – gescripteten – Events, welche vor allem bei den Begegnungen mit urzeitlichen Giganten wie einer Herde von Brontosauriern für Spannung sorgen.
Aufgelockert wird das Leben am unteren Ende der Nahrungskette durch die
spielbaren Kong-Passagen, in denen ihr den Riesenaffen höchstpersönlich durch die dichte Vegetation manövriert. Diese Jump’n Run-Episoden überzeugen weniger aufgrund der etwas hakeligen Steuerung als vielmehr durch die schiere Angriffskraft des Protagonisten: Scharen von Flugsauriern fallen den gigantischen Händen zum Opfer und selbst der für
Jack unbezwingbare T-Rex darf in einigen
Boss-Battles in die Mangel genommen werden. Zum Ende hin – welches leider nach etwa
acht bis zehn Stunden erreicht ist – dürft ihr auch noch mal kräftig in New York zulangen. Ape Academy meets Jurassic Park meets
The Incredible Hulk: Ultimate Destruction. Das Interaktionspotenzial mit der Stadt beschränkt sich allerdings auf einige wenige Bereiche.
Haufenweise BoniJe weiter ihr im Spiel fortschreitet, desto mehr füllt sich nicht nur die Prozentanzeige im Menü sondern auch der Pool an
verschiedenen Boni. So schaltet ihr unter anderem verschiedene Galerien mit Artwork frei
» Ein rechter Haken wird sicherlich nicht ausreichen. |
(nett: Anstatt diese steril in einem Bildbetrachter zu präsentieren, erwartet euch ein frei begehbares Museum) und auch diverse Video- und Soundfilter gesellen sich im Laufe des Fortschritts dazu.
Speichern könnt ihr übrigens jederzeit (ein Spielstand pro angelegtem Profil), wobei bereits absolvierte Missionsabschnitte per Direktwahl über das Menü erneut in Angriff genommen werden können – dies ist in erster Linie für 100%-Spezialisten und Highscorejäger interessant, da sich bestimmte Extras erst ab einem bestimmten Punktestand eröffnen. Technisch gibt sich der Titel auf dem Stand der Zeit: Die
Optik reißt zwar keine Bäume aus, überzeugt aber besonders auf der Xbox 360 mit tollen Lichteffekten, fantastischem Normal Mapping und einer atmosphärischen, dicht bewachsenen Dschungellandschaft. Die auf PlayStation 2 und Xbox noch teilweise auftretenden Ruckler sucht man hier übrigens vergeblich. Auch der Sound überzeugt mit brachialen Effekten, die Original-Synchronstimmen des Films wirken hingegen ein wenig uninspiriert – es empfiehlt sich die englische Sprachausgabe zu aktivieren.