Durch Bugs zerstörte Gangsteraction, die mehr Entwicklungszeit verdient hätte.Seitdem die
GTA-Reihe den Markt erobert hat, gibt es Titel, die am riesigen Erfolg teilhaben wollen und das Gameplay und Setting fleißig kopieren. Bisher sind allerdings sämtliche
Getaways,
Driv3rs,
Mafias (Xbox/PS2) und
True Crimes an der hohen Messlatte, welche von Entwickler
Rockstar gesetzt wurde, gescheitert. Mit
True Crime: New York City versucht es
Luxoflux nun ein zweites Mal, am Thron der ersten und besten
Free-Roaming-Reihe zu sägen. Warum auch dieser Titel scheitert, verrät unser
Master-Review.
New York Ghetto CopAls typisch kann man die Polizeikarriere des jungen Protagonisten
Marcus Reese wohl nicht bezeichnen. Nach einem blutigen Racheakt an untreuen Ghetto-"Geschäftspartnern" stellt ihn ein Angehöriger einer Spezialeinheit
» New York wurde digital nachgebaut. |
der Polizei. Dieser ist glücklicherweise ein enger Freund von
Reese' Vater und nimmt den Kleinen unter seinen Schutzmantel, indem er ihn kurzerhand zu einem echten
New York Cop ummodelt. Nach einem ballerlastigen Einführungslevel beginnt hier auch das
Training für den Spieler, welches aus verschiedenen Stationen im Polizeirevier besteht. Dort lernt man den Nahkampf, das Schießen sowie gekonnte Rasen mit Fahrzeugen, um im späteren Spielverlauf zurecht zu kommen. Anschließend gibt es noch ein paar Einweisungen ins Verhaften und Durchsuchen von Verdächtigen sowie die moralischen Aspekte des Polizeijobs. Böse Bullen dürfen sich nämlich am Unterschlagen von Beweismitteln oder Einkassieren von Schmier- und Erpressungsgeldern bereichern, während gute Cops durch vorbildliches Handeln befördert werden. Auch das Vorgehen gegen Kriminelle spielt hier eine große Rolle. Wer alle Feinde einfach niedermäht bekommt
böse Punkte, während nicht getötete, verhaftete Kriminelle
gute Punkte einbringen. Das
Verhören von Verdächtigen mit gezielten Schlägen und anderen Gewaltanwendungen ist ein weiterer Bestandteil des virtuellen Polizeidienstes, wurde aber leider nur in einem recht langweiligen Mini-Spiel ins Spiel integriert.
Guter Bulle, böser BulleHat man das flott absolvierte Training hinter sich gebracht, darf in bester
GTA-Manier ein virtuell nachgebautes New York erkundet werden. Wie im großen Vorbild sind Kontaktpersonen, welche Aufträge für den Spieler haben, auf
» Feinde lassen sich als Schutzschild verwenden. |
der Übersichtskarte markiert, so dass man jederzeit die verschiedenen Storystränge fortsetzen kann. Letztere werden mit Hilfe
schicker, natürlich auf ultracool getrimmter,
Ingamesequenzen erzählt und bieten den einen oder anderen Lacher, ohne jedoch jemals den genialen Humor eines
GTA zu erreichen. Abseits der
Hauptstory - welche in mehrere große Fälle aufgeteilt wurde - und den zusätzlichen Nebenmissionen, gibt es zwar bei Weitem nicht so viel zu tun wie in
Grand Theft Auto: San Andreas, dennoch weiß der Titel den Spieler auch außerhalb der Missionen zu beschäftigen. So kann man an Straßenrennen und Arenafights teilnehmen oder sich in entsprechenden Geschäften neue Autos, Klamotten, Waffen und Kampfmoves zulegen. Zudem ist es möglich,
Personen auf Rauschmittel oder Diebesgut zu
filzen.
Erfolgreiche Cops dürfen an Polizeiständen Beweismittel gegen
Karrierepunkte und üppige Gehälter eintauschen. Alternativ kann man konfiszierte Ware auch selbst an den Mann bringen, um noch mehr Knete rauszuschlagen. Während die Haupt- und Nebenmissionen dank eines ausgewogenen Mix aus spaßigen Nahkämpfen, bleihaltigen Ballereien und schnellen Verfolgungsjagden überzeugen können, stößt das stets düstere, dicht besiedelte New York aufgrund seiner in Straßen-Blöcke aufgeteilten Architektur nur auf mäßiges Interesse. Schnell wird man auf
öffentliche Verkehrsmittel wie Taxis und U-Bahnen umsteigen, statt die teils ewig langen Fahrten in Kauf zu nehmen.
Käfer in New YorkWas sich bis hier hin als sehr gelungen anhört, hat ein ganz großes Problem:
Massive Bugs! Neben heftigen Clipping-Fehlern und Problemen in der Bedienung sind vor allem die zahlreichen schwerwiegenden
» Mit quietschenden Reifen... |
Programmierschlampereien, welche meistens ein Neuladen nach sich ziehen, unverzeihlich. So ist es im Test beispielsweise vorgekommen, dass ein Bossgegner nicht bekämpft werden konnte, weil die Kamera einfach am Ende einer Ingamesequenz hängen geblieben ist, während im nicht einsehbaren Bereich der Kampf entbrannte und man nur noch hörte, wie die Spielfigur ordentlich eins drauf bekam. Später stürzte das Spiel mit einer Fehlermeldung ab. Ein anderes Mal fiel der Protagonist durch eine Wand ins digitale Nichts, während er durch einen vierten schweren Bug plötzlich bewegungsunfähig wurde. So kann man dem Titel trotz der ans sich gelungenen Grafik nur das Prädikat
technisch katastrophal aufdrücken. Darüber vermögen auch die vielen
lizensierten Musikstücke, sehr gelungenen Soundeffeke sowie
professionelle englische Sprachausgabe (mit deutschen Untertiteln) nur wenig hinwegzutrösten.