Die Reihe findet zu alter Stärke zurück und bietet dabei einen enormen Umfang.Sechs Jahre sind mittlerweile seit dem ersten Auftritt der Tony Hawk's–Serie vergangen. Doch bei
Tony Hawk's Underground 2 entfernte sich die Reihe immer weiter vom eigentlichen Skaten und brachte dafür enorm viele Elemente der MTV-Fernsehserie
Jackass mit ins Spiel. Viele kritisierten Entwickler
Neversoft dafür, dass das Hauptaugenmerk eher auf das Drumherum als den Sport gerichtet zu haben, so dass mit dem nun vorliegenden
Tony Hawk’s American Wasteland wieder die Bretter in den Vordergrund rücken. Was der Titel sonst noch bietet, lest ihr in unserem Master-Review.
Welcome to Los Angeles! Im mittlerweile obligatorischen
Story-Modus verkörpert ihr einen Skater vom Land, der in Los Angeles sein großes Glück sucht. Kaum in Hollywood angekommen, werdet ihr von zwei Schlägertypen vermöbelt und um euer Hab und Gut erleichtert
» Ihr dürft nun auch ein BMX benutzen. |
. Allerdings ist das fesche Punkrockgirl
Mandy zur Stelle, welches euch wieder auf die Beine hilft und erst mal ein ordentliches Aussehen verpasst. Außerdem lernt ihr ein paar Jungs kennen, die einen eigenen Skatepark namens
American Wasteland errichten wollen. Natürlich seid ihr sofort Feuer und Flamme für dieses Vorhaben und zieht los, um neue Teile für den Park zu besorgen. Nebenbei verbessert ihr dabei eure Skatekunst, bestreitet diverse Wettbewerbe und streicht Preisgelder ein. Der Spielablauf der Reihe ist natürlich gleich geblieben: Per Tastendruck sprecht ihr Passanten an um neue Missionen anzunehmen und anschließend unter Zeitdruck zu erledigen.
Neues und Altes Als recht hilfreich erweist sich in dieser Hinsicht das
neue Missions-Radar am oberen Bildschirmrand, welches euch jederzeit über noch verbleibende Aufträge und Bonusaufgaben informiert. Neu ist auch, dass ihr diesmal eine
komplette Stadt » Grafisch hat sich wenig getan. |
befahren könnt. Die einzelnen Abschnitte von L.A. werden nicht wie beispielsweise bei
Grand Theft Auto III durch Ladebildschirme unterbrochen und sind jederzeit direkt anfahrbar. Die Levels sind wie gewohnt einfallsreich und voller verwendbarer Objekte, Freunde des ergiebigen Erkundens werden mit den
detailverliebten Arealen einen Heidenspaß haben.
Einen weiteren Neuzugang stellt das
BMX-Bike dar, welches ihr jederzeit benutzen könnt. Obwohl sich die Steuerung des Zweirades sehr von der des Skateboards unterscheidet, kann bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit eine beachtliche Punktekombo mit dem sportlichen Drahtesel bewerkstelligt werden. Natürlich bekommt das BMX einige Spezialmissionen spendiert - die Physikengine stammt übrigens aus
Neversofts Mat Hoffman-Reihe.
Gewohnt gute Kost Nachdem in
Tony Hawk's Underground 2 erstmals der
Classic-Modus eingeführt wurde, findet sich dieser auch im vorliegendem Titel wieder. Wie in den ersten drei Teilen der Tony Hawk's-Reihe gibt es zehn Aufgaben pro Level sowie ein
» Diesmal könnt ihr eine komplette Stadt befahren. |
Zwei-Minuten-Zeitlimit. Dieses Mal können die Old-School-Aufgaben allerdings auch zu zweit gespielt werden. Überhaupt bietet
THAW eine Menge für Freunde ausgiebiger Multiplayer-Duelle: einen klassischen Splitscreen-Modus für zwei Spieler, welcher ganze
13 verschiedene Varianten zur Verfügung stellt, sowie einen Onlinemodus, in dem ihr auch selbst Server hosten dürft. Wer lieber alleine spielt und den Storymodus bereits durch hat – was übrigens in gut
acht Stunden machbar ist – kann sich natürlich auf Highscore-Jagd begeben oder mit den verschiedenen Editoren amüsieren. Ob eigene Skater, selbsterstellte Tricks, Grafiken für Graffitis und Skatedecks oder ein selbstkreierter Skatepark – die Möglichkeiten sind enorm. Außerdem gibt es noch eine riesige Anzahl an Boni und Videos freizuspielen.
California über alles! Optisch bietet
Tony Hawk's American Wasteland die
gewohnte Grafikengine mit minimalen Verbesserungen. Über alle Zweifel erhaben sind nach wie vor die Animationen; die Figuren bewegen sich allesamt sehr flüssig. Dazu gibt es
» Stil und Soundtrack gehen in Richtung Punkrock. |
lippensynchrone Sprache, animierte Haare und hübsche Effekte wie die eindrucksvollen Bodenreflektionen und Lens Flares. Andererseits blieben die meisten Texturen qualitativ eher schwach und so manche Location ist doch recht eckig geworden. Nichtsdestotrotz wirkt das Gebotene besser als bei den Vorgängern, wirklich begeistern wird es allerdings niemanden. Vielleicht sollte
Neversoft endlich mal Energie in eine neue Grafikengine stecken.
Soundtechnisch bietet
Tony Hawk's American Wasteland durch die Bank gute Punkklassiker und manch neueren Song des Genres. Fans des HipHop werden bei diesem Teil allerdings ein wenig in die Röhre schauen – das Setting des Story-Modus ist doch sehr auf der Punkschiene gehalten, so dass auch der Soundtrack voll in diese Kerbe schlägt. Dies tut er allerdings gut und kann mit einer Vielzahl an lizenzierten Tracks wie beispielsweise
California über alles von den
Dead Kennedys oder
Rise Above von
Black Flag aufwarten. Dazu gibt es hervorragende englische Sprachausgabe sowie gute deutsche Untertitel.