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Master-Review:   » drucken    » versenden

Tony Hawk's American Wasteland

» Autor: Sacha Galgon
» Datum: 04.01.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Die Reihe findet zu alter Stärke zurück und bietet dabei einen enormen Umfang.

Sechs Jahre sind mittlerweile seit dem ersten Auftritt der Tony Hawk's–Serie vergangen. Doch bei Tony Hawk's Underground 2 entfernte sich die Reihe immer weiter vom eigentlichen Skaten und brachte dafür enorm viele Elemente der MTV-Fernsehserie Jackass mit ins Spiel. Viele kritisierten Entwickler Neversoft dafür, dass das Hauptaugenmerk eher auf das Drumherum als den Sport gerichtet zu haben, so dass mit dem nun vorliegenden Tony Hawk’s American Wasteland wieder die Bretter in den Vordergrund rücken. Was der Titel sonst noch bietet, lest ihr in unserem Master-Review.

Welcome to Los Angeles!
Im mittlerweile obligatorischen Story-Modus verkörpert ihr einen Skater vom Land, der in Los Angeles sein großes Glück sucht. Kaum in Hollywood angekommen, werdet ihr von zwei Schlägertypen vermöbelt und um euer Hab und Gut erleichtert
» Ihr dürft nun auch ein BMX benutzen.
. Allerdings ist das fesche Punkrockgirl Mandy zur Stelle, welches euch wieder auf die Beine hilft und erst mal ein ordentliches Aussehen verpasst. Außerdem lernt ihr ein paar Jungs kennen, die einen eigenen Skatepark namens American Wasteland errichten wollen. Natürlich seid ihr sofort Feuer und Flamme für dieses Vorhaben und zieht los, um neue Teile für den Park zu besorgen. Nebenbei verbessert ihr dabei eure Skatekunst, bestreitet diverse Wettbewerbe und streicht Preisgelder ein. Der Spielablauf der Reihe ist natürlich gleich geblieben: Per Tastendruck sprecht ihr Passanten an um neue Missionen anzunehmen und anschließend unter Zeitdruck zu erledigen.

Neues und Altes
Als recht hilfreich erweist sich in dieser Hinsicht das neue Missions-Radar am oberen Bildschirmrand, welches euch jederzeit über noch verbleibende Aufträge und Bonusaufgaben informiert. Neu ist auch, dass ihr diesmal eine komplette Stadt
» Grafisch hat sich wenig getan.
befahren könnt. Die einzelnen Abschnitte von L.A. werden nicht wie beispielsweise bei Grand Theft Auto III durch Ladebildschirme unterbrochen und sind jederzeit direkt anfahrbar. Die Levels sind wie gewohnt einfallsreich und voller verwendbarer Objekte, Freunde des ergiebigen Erkundens werden mit den detailverliebten Arealen einen Heidenspaß haben.
Einen weiteren Neuzugang stellt das BMX-Bike dar, welches ihr jederzeit benutzen könnt. Obwohl sich die Steuerung des Zweirades sehr von der des Skateboards unterscheidet, kann bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit eine beachtliche Punktekombo mit dem sportlichen Drahtesel bewerkstelligt werden. Natürlich bekommt das BMX einige Spezialmissionen spendiert - die Physikengine stammt übrigens aus Neversofts Mat Hoffman-Reihe.

Gewohnt gute Kost
Nachdem in Tony Hawk's Underground 2 erstmals der Classic-Modus eingeführt wurde, findet sich dieser auch im vorliegendem Titel wieder. Wie in den ersten drei Teilen der Tony Hawk's-Reihe gibt es zehn Aufgaben pro Level sowie ein
» Diesmal könnt ihr eine komplette Stadt befahren.
Zwei-Minuten-Zeitlimit. Dieses Mal können die Old-School-Aufgaben allerdings auch zu zweit gespielt werden. Überhaupt bietet THAW eine Menge für Freunde ausgiebiger Multiplayer-Duelle: einen klassischen Splitscreen-Modus für zwei Spieler, welcher ganze 13 verschiedene Varianten zur Verfügung stellt, sowie einen Onlinemodus, in dem ihr auch selbst Server hosten dürft. Wer lieber alleine spielt und den Storymodus bereits durch hat – was übrigens in gut acht Stunden machbar ist – kann sich natürlich auf Highscore-Jagd begeben oder mit den verschiedenen Editoren amüsieren. Ob eigene Skater, selbsterstellte Tricks, Grafiken für Graffitis und Skatedecks oder ein selbstkreierter Skatepark – die Möglichkeiten sind enorm. Außerdem gibt es noch eine riesige Anzahl an Boni und Videos freizuspielen.

California über alles!
Optisch bietet Tony Hawk's American Wasteland die gewohnte Grafikengine mit minimalen Verbesserungen. Über alle Zweifel erhaben sind nach wie vor die Animationen; die Figuren bewegen sich allesamt sehr flüssig. Dazu gibt es
» Stil und Soundtrack gehen in Richtung Punkrock.
lippensynchrone Sprache, animierte Haare und hübsche Effekte wie die eindrucksvollen Bodenreflektionen und Lens Flares. Andererseits blieben die meisten Texturen qualitativ eher schwach und so manche Location ist doch recht eckig geworden. Nichtsdestotrotz wirkt das Gebotene besser als bei den Vorgängern, wirklich begeistern wird es allerdings niemanden. Vielleicht sollte Neversoft endlich mal Energie in eine neue Grafikengine stecken.
Soundtechnisch bietet Tony Hawk's American Wasteland durch die Bank gute Punkklassiker und manch neueren Song des Genres. Fans des HipHop werden bei diesem Teil allerdings ein wenig in die Röhre schauen – das Setting des Story-Modus ist doch sehr auf der Punkschiene gehalten, so dass auch der Soundtrack voll in diese Kerbe schlägt. Dies tut er allerdings gut und kann mit einer Vielzahl an lizenzierten Tracks wie beispielsweise California über alles von den Dead Kennedys oder Rise Above von Black Flag aufwarten. Dazu gibt es hervorragende englische Sprachausgabe sowie gute deutsche Untertitel.
Pro
Nachwievor grandioses Gameplay
Komplett begehbare Stadt
Gut erzählte Story
Überzeugender Punk-Soundtrack
Viele Editoren
Classic-Modus wieder dabei
Super im Multiplayer
Viele freispielbare Boni
Geringe Ladezeiten
Contra
Veraltete Grafikengine
Story-Modus recht kurz
Hoher Wiederverwertungs-Charakter
Fazit
Ambitionierte Spielereihen leiden unter dem Problem der verschiedenen Erwartungshaltungen der Fans: Man hat das eine Lager, welches das Spielprinzip liebt und bloß keine Änderungen möchte, sowie das zweite Lager, welches ein wenig experimentierfreudiger ist und gerne mal was Neues sehen würde. Neversoft hat den Spagat mit Tony Hawk’s American Wasteland gerade noch geschafft. Das alte Gameplay wurde beibehalten und spielt sich gewohnt klasse, das Wiederkehren zu den Skatewurzeln ist zudem mehr als positiv zu bewerten. Die Neuerungen halten sich in Grenzen und bieten trotzdem genug, um einen Kauf zu rechtfertigen: eine komplett begehbare Stadt, viele Editormodi, eine handvoll neuer Moves, ein BMX, eine ordentliche Story und eine Menge freispielbarer Content machen den Titel auch für Veteranen mehr als spielenswert. Tony Hawk's American Wasteland beinhaltet zudem immer noch alles, was die Reihe populär gemacht hat: ein perfektes Gameplay, einen super Soundtrack sowie tolle Multiplayer-Modi. Trotzdem ist zu befürchten, dass die Wiederverwertungspolitik von Neversoft spätestens beim nächsten Teil in die Hose gehen könnte – besonders, wenn wieder die gleiche, alte Grafikengine genutzt wird. Hoffen wir also, dass man die Reihe nicht totreitet und erfreuen uns solange an dem vorliegendem Spiel, welches wirklich Spaß macht und somit für Fans sowie Neulinge kaufenswert ist.
Infos
Erhältlich für
Genre
Sport
   Trendsport
Publisher
Activision
Entwickler
Neversoft
Website
www.activision....
Release
28. Oktober 2005
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User-Bewertung
90
4 Bewertungen
2 Reviews
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