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Master-Review:   » drucken    » versenden

Star Wars: Battlefront 2

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 22.11.2005
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Grandiose Schlachten im bekannten Star Wars-Universum, die auch für Solisten einiges zu bieten haben.

Als Fortsetzung zum meistverkauften Star Wars-Spiel großmundig angepriesen, hat Star Wars Battlefront 2 vor allem unter den Fans des gelungenen Erstlings einige Ansprüche zu erfüllen. Diese will Entwickler Pandemic hauptsächlich mit mehr von allem, brandneuen Weltraumschlachten, einer "richtigen" Solo-Kampagne, weiteren Spielmodi sowie dieses Mal auch selbst steuerbaren Helden und Bösewichtern des beliebten Star Wars-Universums befriedigen. Ob dieses ambitionierte Vorhaben geglückt ist oder es sich nur um einen lauwarmen Aufguss handelt, verrät wie immer unser aufschlussreiches Master-Review.

Überarbeitete Kampagne
Die Geschichte des Soloparts dürfte seit Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith hinlänglich bekannt sein, dennoch ein kurzer Abriss der Handlung: Der böse Kanzler Palpatine löst durch eine Reihe geschickter Schachzüge
» Schnell zu den Jägern!
einen Bürgerkrieg aus, in dessen Konsequenz er das erste galaktische Imperium mit sich als alleinigem Führer ausruft. Sämtliche Jedi-Ritter stellt er als Verräter hin und lässt sie mit Hilfe seiner Klontruppen durch die Order 66 verfolgen und vernichten. Die Kampagne setzt kurz vor diesen schicksalsträchtigen Ereignissen ein und erstreckt sich über einige Jahrzehnte bis hin zur Schlacht auf dem Eisplaneten Hoth, die jeder aus Das Imperium schlägt zurück kennen dürfte. Bereits in der ersten Kampagnenmission wird klar, dass die Entwickler gute Arbeit geleistet haben, um die eigentlich auf Mehrspielerspaß ausgelegten Schlachten auch für Solisten interessanter zu gestalten. Bestand der Feldzug im ersten Teil quasi aus nichts anderem als einer Aneinanderreihung von normalen Mehrspielerschlachten mit Bots, gibt es in Star Wars Battlefront 2 echte Missionsziele, Instruktionen vom Hauptquartier und eine feste Storyline, welche die Geschicke der 501. Legion näher beleuchtet. Neben der Kampagne wartet der Titel noch mit der Galaxiseroberung, die auf jeder der vier Seiten – Rebellen, Imperium, Seperatisten und Republik – gespielt werden darf. Hier gilt es mit Hilfe von Flotten Planetensysteme zu erobern, neue Truppen und Ausrüstung durch verdiente Credits zu rekrutieren und eigene Planeten zu verteidigen. Natürlich dürfen Solisten jederzeit auch Schlachten mit bis zu 16 Bots pro Seite beiwohnen, um einfach einen schnellen Krieg vom Zaum zu brechen. Letztere leisten wie bereits im ersten Teil gute Dienste und fallen nur selten durch Aussetzer unangenehm auf.

Von Soldaten, Helden und Technikern
Am zu Grunde liegenden Spielablauf gibt es allerdings wenig Änderungen. Man übernimmt nach wie vor die Kontrolle über einen der zahlreichen Soldaten und geht zusammen mit seinen Kameraden gegen die feindliche Armee vor.
» Mann gegen Mann.
An Kommandopunkten, welche mit Infanterietruppen erobert werden können, darf man seine Klasse wechseln oder wird nach dem Ableben wieder in die Schlacht gesetzt. Zu den bekannten Einheitentypen wie Sturmtruppen, Scharf- und Bazookaschützen gesellen sich als größte Neuerung die Helden hinzu. Neben Charakteren wie Han Solo, Boba Fett und Prinzessin Leia dürften vor allem die zahlreichen Jedi-Ritter mit ihren Lichtschwertern und Machtfertigkeiten für Begeisterung sorgen. Im Gegensatz zu normalen Truppen verfügen die Helden über keinen Lebensenergie- sondern einen Zeitbalken. Ist dieser abgelaufen, verschwindet der Held und man muss wieder zu einer Standard-Einheit wechseln. Der Zeitbalken, dargestellt durch ein Laserschwert, nimmt kontinuierlich ab, kann aber durch getötete Feinde stückweise regeneriert werden. Umgekehrt schrumpft die Anzeige aber auch bei Treffern durch feindliche Geschosse. Ebenfalls neu im zweiten Teil sind Unterstützungsklassen, welche die Moral der Verbündeten heben, Geschütze errichten, Fahrzeuge reparieren oder Energie und Munitionspäckchen verteilen. Durch spezielle Verdienste, wie beispielsweise das Töten von zwölf Gegnern mit dem Blaster, erhält der Spieler Boni in Form von Elitegewehren oder ferngelenkte Raketen. Ein Feature, welches das Spezialisieren auf eine Klasse während der Schlacht fördert.

Riesiger Fuhrpark
Neben den zahlreichen Charakterklassen steht auch wieder ein breites Repertoire an aus den Filmen bekannten Fahrzeugen zur Verfügung. Neben kleineren Vehikeln wie den mechanischen Läufern aus dem aktuellen Film stehen
» Rebellen stürmen den Todesstern.
zahlreiche Panzer, Gleiter, Speeder und auch wieder die riesigen AT-ATs warten darauf erobert zu werden. Einige der Vehikel können von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden. So übernimmt beispielsweise beim imperialen Panzer ein Charakter die Steuerung und Hauptwaffen, während ein zweiter das mächtige Energiegeschütz bemannt. Die höchste Effektivität erhalten einige Fahrzeuge also erst durch Teamwork. Eine weitere Neuerung sind die aufregenden Weltraumschlachten. In diesen dürfen die zahlreichen Jägertypen wie X-Wings, TIE-Fighter und Seperatisten-Raumschiffe im All aufeinander gehetzt werden. Auch größere, allerdings nicht steuerbare Schiffe wie Sternenzerstörer und Mon Calamari-Kreuzer, in denen gelandet und der Kampf per Infanterie fortgesetzt wird, nehmen an diesen Schlachten teil. Die Bedienung der Jäger gestaltet sich denkbar einfach: Der linke Ministick dient zum Navigierem, während der rechte für das Justieren der Geschwindikeit von Nöten ist. Boost, primäre und sekundäre Waffenkontrolle sowie das Durchschalten der Angriffsmittel sind mit jeweils einer eigenen Taste versehen. Ein weiteres, sehr cooles Feature bilden waghalsige Flugmanöver, welche in Kombination mit der O-Taste ausführbar sind und beispielsweise schnelles Wenden oder seitliches Ausweichen möglich machen.

Onlinekampf und herausragende Technik
Grafisch ist der Titel in der Xbox-Version eine wahre Augenweide, die mit Genrespitzenreitern wie Halo 2 oder Far Cry: Instincts mithalten kann. Scharfe Texturen inklusive schicker Bump-Mapping-Effekten,
» Satte Effekte!
detaillierte Figurenmodelle und Areale sowie satte Effekte bringen die Weltraumschlachten direkt ins heimische Wohnzimmer. Die enorme Weitsicht und großen Einheitenzahlen wissen ebenfalls zu beeindrucken. Da ist es auch zu verschmerzen, dass die Framerate nicht immer 100% konstant ist. Über den Sound braucht man bei einem Star Wars-Spiel eigentlich kaum etwas sagen: Die geniale Musikuntermalung schafft zusammen mit den typischen Soundeffekten eine perfekte Schlachtenatmosphäre und kommt dank Xbox-Hardware noch etwas satter und praller rüber als auf der PS2. Natürlich verfügt auch der zweite Teil des als Onlineshooter konzipierten Programms über einen umfangreichen Mehrspielermodus. Neben Split-Screen-Duellen bringt Star Wars Battlefront 2 einen unkomplizierten Onlinemodus mit sich, welcher bis ins Detail konfigurierbare Matches ermöglicht. Neue Spielmodi wie Heldengefechte, Capture the Flag, Jagd und Angriff sorgen für zusätzlichen Umfang. Zwar handelt es sich bei allen Modi um keine sonderlich einfallsreichen Spieltypen sondern eher Varianten des bekannten Team-Deathmatch-, Checkpoint-Eroberungs- oder Capture the Flag-Modus, dennoch erweitern sie die Möglichkeiten gegenüber Teil 1 sinnvoll. Als dritthäufigst gespielter Xbox Live-Titel dürfte das Finden von passenden Konkurrenten oder gar einem Clan kein größeres Problem darstellen.
Pro
Actionreiche Star Wars-Schlachten
Toll eingefangene Atmosphäre
Viele Einheitenklassen und Fahrzeuge
Abwechslungsreiche Karten
Geniale Musikuntermalung
Super Grafik
Jedi-Ritter spielbar
Contra
Schlecht besuchte Online-Server bei PS2-Version
Abgespeckte Grafik (PS2)
Gelegentliche Bot-Aussetzer
Fazit
Ist das ein Fest! Wieder darf ich mit meinen geliebten Sturmtruppen und dieses Mal sogar Darth Vader himself in epische Schlachten des Star Wars-Universums abtauchen und Ballern, Fahren, Fliegen und Erobern was das Zeug hält. Die Entwickler haben bei dieser Fortsetzung eigentlich alles richtig gemacht. Ohne das zu Grunde liegende Gameplay zu ändern wurde der zweite Teil um tolle neue Features bereichert, die sich perfekt ins Spielgeschehen einfügen und den Kauf des Nachfolgers vollkommen rechtfertigen. Seien es die Jedi-Einheiten, neuen Schlachtfelder, spaßigen Raumgefechte oder der vollwertige Solopart - alles darf als rundum gelungen bezeichnet werden. Im Gegensatz zu Playstation 2-Version befinden sich genug Spieler online, so dass das Finden von Mitspielern kein Problem darstellen sollte. Wer die Wahl zwischen beiden Versionen hat, sollte nicht also nicht nur aufgrund der wesentlich besseren Technik zur Xbox-Variante greifen. Dank verfeinerter Kampagne, guter Bots und der Galaxis-Eroberung ist der Titel aber auch für reine Solo-Zocker uneingeschränkt empfehlenswert. Möge die Macht mit euch sein!
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
   Ego-Shooter
Publisher
Activision
Entwickler
LucasArts
Website
www.lucasarts.c...
Release
04. November 2005
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