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Master-Review:   » drucken    » versenden

EyeToy: Play 3

» Autor: Klaus Fleerkötter
» Datum: 27.12.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Für gesellige Zocker interessante Fortsetzung einer Minispielsammlung mit einigen neuen Ideen.

Seit dem Erscheinen von Sonys kleiner USB-Kamera im Jahr 2003 demonstrierten viele Titel die Leistungsfähigkeit des kleinen Geräts. Unter anderem zeigte das futuristische Rennspiel EyeToy: AntiGrav, dass mit dem Auge der Playstation mehr als nur kurzweiliges Herumhampeln möglich ist und setzte es zur Ganzkörpersteuerung ein. Während eher lieblose Minispielsammlungen von Drittherstellern kläglich scheiterten, geht die "offizielle" Zusammenstellung nun in die dritte Runde. Ob das Konzept endgültig ausgelutscht ist oder dem Hersteller erneut ein Geniestreich gelang, lest ihr in unserem Master-Review.

Im Westen nichts Neues
Veteranen werden sich direkt heimisch fühlen: An den Grundmauern des Play-Prinzips hat Sony nichts verändert. Im Singleplayer-Modus warten insgesamt neun Spiele darauf, in Angriff genommen zu
» Neu im dritten Teil: Minispiele in 3D.
werden. Diese sind in drei Kategorien eingeteilt und grob nach Art der Aktivität geordnet. Der Musik-Bereich erfordert gezielte Bewegungen erforderlich, während ihr euch in Sport-Spielen vor allem intensiv abstrampeln müsst. Die Auswahl-Kategorie enthält eine gesunde Mischung aus allem. Wie bereits im zweiten Teil verstecken sich hinter einem Minigame gleich mehrere: Der Haupttitel wird so durch kleinere Einlagen aufgelockert. Des Weiteren legten die Entwickler einige Spielereien bei, die über ein getrenntes Menü aufgerufen werden – ähnlich WarioWare: Touched!.
Die Games im Einzelnen:

Band-Trubel: Als Ein-Mann-Band performt ihr Rock vom Feinsten. Während gleichzeitig Schlagzeug, Keyboard, Trompete und Gitarre gespielt werden wollen, sorgt der Spieler zudem in den Pausen als Sicherheitsmann dafür, dass wilde Fans nicht die Bühne stürmen. Ein sehr spaßiger Titel, besonders für Musikfreunde, die schon die Titel Luftgitarre und Schlagzeugnis aus dem letzten Teil mochten.

Maestro: Dirigiert ein ganzes Orchester, indem ihr nach EyeToy: Groove-Prinzip Symbole im richtigen Moment erwischt, wenn Sie über vorgegebene Markierungen schweben. Die Art dieses Spiels hat sich seit dem Erscheinen der PS2-Kamera leider nicht verändert. Im Hauptteil wären mehr Melodien und ein Auswahlmenü wünschenswert gewesen. Zur Auflockerung zwischen den Konzerten dient ein Mini-Minispiel, in dem scrollende Notenpartituren um fehlende Einträge ergänzt werden müssen.

DJ läuft nach demselben Prinzip wie Maestro ab, nur die Musikrichtung ist eine andere. Die Aufgabe des Spielers besteht darin, herannahende Platten rechtzeitig über einen der beiden Plattenteller zu scratchen, um so den perfekten Mix zu erzeugen. Als Pausenfüller plakatiert ihr Werbeflyer für eure Show und begrüßt die Kollegen in Gib mir Fünf! im Szene-Stil.

Bowling: Ob das mit Kamerasteuerung funktioniert? Zugegebenermaßen hat die ruckartige Armbewegung nach oben wenig mit dem amerikanischen Kegeln gemeinsam, jedoch lohnt sich das Spiel für eine Heim-Partie allemal. Ihr bestreitet drei Turniere gegen jeweils einen abgefahrenen Computergegner nach den üblichen Regeln: Wer in einer im Verlauf zunehmenden Anzahl von Runden die meisten Pins umhaut, gewinnt. Abseits davon lockern kleine Zielübungen oder auf der Bahn voranschreitende Kegel, die rechtzeitig getroffen werden müssen, das Geschehen auf.

Volleyball gehört zu den Titel, in denen das Kamerabild - erstmals in der Play-Serie - dreidimensional eingebunden ist. Das virtuelle Spiegelbild, welches euch von der Brust aufwärts zeigt, wird auf einen animierten Unterkörper gesetzt. Die Bewegung erfolgt durch laufen auf der Stelle, der Spieler schlägt den Ball durch Handbewegungen. Wie im vorherigen Titel durchlauft ihr ein dreiteiliges Turnier, in dessen Pausen lustige Nebenbeschäftigungen wie ein Volleyballspiel mit einer Bombe auf dem Plan stehen.

Touchdown macht ebenfalls von der neuen Art der Bildeinbindung Gebrauch. In mehreren Matches gilt es, eure Mannschaft zum Sieg zu führen, indem ihr zuerst als Quarterback einen Pass zuspielt und in der Rolle eines Wide Receivers den Weg durch Wegducken, seitliches Schlagen oder Springen frei räumt. Zwischen den Begegnungen übt der Spieler sich an Field Goals, bei denen der Ball möglichst zielgenau durch das Goal Post, das Tor beim American Football, gekickt werden muss. Eine interessante Angelegenheit, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Geisterhatz lässt "Retro"-Feeling aufkommen. Dieser Titel aus dem ersten Teil findet im neusten Ableger der Serie in veränderter Form einen Platz. Mutige betreten das gruselige Anwesen, um es von Spukgestalten zu befreien. Diese wehren sich tatkräftig gegen eure Boxattacken, indem sie allerlei Gegenstände wie Kronleuchter oder sogar Möbel nach euch werfen. Im Gegensatz zu Ghost Catcher aus EyeToy: Play sieht stellt der Spieler einen Teil des Hintergrunds dar und die Objekte fliegen auf ihn zu. Dies macht unter anderem ein Sub-Game möglich, in dem ein Geist als Spielball einer 3D-Variation des Spieleklassikers Pong herhält.

Im Trainingslager herrscht raues Militärklima und in fünf Minuten wird fast alles vermittelt, was zum Überleben in einer Kaserne wichtig ist. Zunächst: Gehorchen. Wenn es der Drill Seargent verlangt, sollte rechtzeitig salutiert oder mit "Ja, Sir!" geantwortet werden. Wer dann auch noch den Trainingsparcours in der vorgegebenen Zeit beendet, hat gute Aussichten auf die Gunst des Vorgesetzten. Dieser amüsante Mischmasch aus verschiedenen Aktivitäten gehört eindeutig zu den Highlights der Complication.

Frisörsalon: Als Mitarbeiter eines Schönheitssalon tut ihr alles, um die weibliche Kundschaft zufrieden zu stellen. An mehreren Arbeitstagen wird massiert, epiliert, gefärbt, geschminkt und geschnitten was das Zeug hält. Dabei steht der Spieler unter einem stetigen Umsatzdruck: Lassen die Kundinnen in der vorgegebenen Zeit nicht genug Bares da, droht der Rauswurf. Die Bewegungen in diesem Titel sind stets unterschiedlich und es ist sowohl Beobachtungsgabe als auch Schnelligkeit gefragt. Der Spaß wird lediglich durch die hier eintretenden Ermüdungserscheinungen in den Armen getrübt.

Rangeleien vor der Glotze
Die kurze Spielzeit ist leider für alle EyeToy-Titel ein Merkmal, da bildet Play 3 keine Ausnahme. Während das bunte Treiben alleine schnell langweilig wird, ist der Spaß zu Mehreren vorprogrammiert: Die
» Im Party-Modus kommt zu viert Spaß auf.
Umsetzung des Einzelspieler-Repertoires gelang größtenteils gut. Meist treten mehrere Spieler gleichzeitig vor der Kamera in Aktion, simples abwechselndes Aufstellen von Highscores bleibt euch erspart. Diese Adaptionen können in einem Turnier aus zufällig zusammengestellten Minispielen gegeneinander gespielt werden. Alternativ wählt ihr im Schnelles Spiel-Modus selbst, was ihr zocken wollt. Besonders spaßig sind die drei Party-Sequenzen. Diese bestehen aus weiteren, dem Mehrspielermodus vorenthaltenen, Fungames, bei denen besonders Gruppen zu drei oder vier Leuten auf ihre Kosten kommen. Einzige Spaßbremse ist die teils ungenaue Bewegungserkennung. Gerade, wenn drei oder mehr Zocker vor dem Fernseher hektisch herumhampeln, entstehen teilweise Schwierigkeiten.
Pro
2D-Kamerabild in 3D-Umgebung
Minispiele in den Minispielen
Multiplayer-Hit
Nette Spielereien
Contra
Geringe Langzeitmotivation
Teils ungenaue Erkennung
Fazit
Wie EyeToy: Play 3 beweist, ist das Konzept Minispielsammlung auch nach mehreren Fortsetzungen noch nicht ausgereizt. Den Londoner Jungs gelang es, mit frischen Ideen selbst Kennern der Serie Neues zu bieten. Vor allem die Einbindung des Kamerabildes in eine dreidimensionale Umgebung funktioniert einwandfrei und eröffnet neue Minigame-Möglichkeiten. Dies demonstrieren vor allem die Titel Volleyball, Touchdown und Trainingslager. Doch leider schauen Einzelspieler erneut schnell in die Röhre, denn außer dem Verbessern der eigenen Highscores gibt es für sie nicht viel zu tun. Umso länger halten die Freuden mit einigen Gästen: Vor allem die Party-Modi sind der Renner auf der nächsten Fete. Je mehr jedoch vor der Kamera herumwuseln, desto schwerer hat diese es mit der korrekten Umsetzung der Hampeleien. EyeToy-Neulinge, deren Wohnung sich regelmäßig mit Besuchern füllt, dürfen getrost zuschlagen. Erfahrene Minispieler, die lieber alleine zocken, müssen in Kauf nehmen, dass sie nicht allzu lange mit diesem Titel beschäftigt sein werden.
Infos
Erhältlich für
Genre
Unterhaltung
   Eyetoy
Publisher
SCEE
Entwickler
SCEE
Website
www.eyetoy.com
Release
11. November 2005
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User-Bewertung
85
3 Bewertungen
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