Fantastischer Shooter mit packender Atmosphäre, der den Weltkriegs-Genrethron erobert.Während
Call of Duty 2 auf der
Xbox 360 und dem
PC einen verdienten Erfolg feiert, bekommt die aktuelle Konsolengeneration ihren eigenen Ableger der Serie. Wie bereits bei
Call of Duty: Finest Hour handelt es sich auch bei
Big Red One um einen eigenständigen Titel, der nicht mit dem PC-Spiel zu verwechseln ist. Was euch der Weltkriegs-Shooter alles bietet, lest ihr im folgenden Master-Review.
Die legendäre Big Red One! Im neuesten Spross der
Call of Duty-Reihe befindet ihr euch – wie soll es auch anders sein – mitten im Zweiten Weltkrieg und seid diesmal Teil der legendären US-Infanteriedivision
Big Red One. Den Namen verdankt die Einheit, die schon im
» Graphisch bewegt sich das Spiel auf hohem Niveau. |
Ersten Weltkrieg gegründet wurde, dem offiziellen Schulterabzeichen, welches eine große, rote Eins darstellt. Die Division war die erste, welche damals im zweiten Weltkrieg eine europäische Stadt von den Nazis befreite. Zuvor kämpften sie in Afrika sowie Italien und waren zudem an der Landung in der Normandie beteiligt. Somit wisst ihr auch gleich, was euch erwartet, denn im Gegensatz zu
Call of Duty 2 für die Xbox 360 wartet
Big Red One mit einer richtigen Story auf, die sich sehr am geschichtlichen Hintergrund des namensgebenden Trupps bedient.
Dabei rennt ihr diesmal nicht mit einem anonymen Schwarm von Soldaten umher, sondern bekommt sechs Teammitglieder zur Seite gestellt, die im Spiel sehr gut ausgearbeitet werden und somit dem Ganzen eine gewisse Tiefe verleihen. Zu den Kameraden findet ihr im Handbuch und im Bonusmenü sogar eine individuelle Hintergrundgeschichte samt Beruf, Familienstatus und diversen Hobbys. Es lassen sich aber nicht nur detaillierte Informationen eurer Kriegsgefährten freispielen, sondern auch eine Menge
Realvideos aus dem Zweiten Weltkrieg sowie Artwork zum Titel. Auch die Zwischensequenzen der Kampagne sind allesamt vom Bonusmenü aus abrufbar und nebenbei absolut
filmreif inszeniert worden. Zusätzlich tragen die Missionsbesprechungen enorm zur hervorragenden Atmosphäre des Titels bei.
Abwechslung auf dem Schlachtfeld Wie bereits bei
Call of Duty: Finest Hour zeigt sich das Leveldesign oft
sehr linear: Größtenteils kämpft ihr euch mit euren Kameraden durch diverse Schlachtfelder und erlebt eine Menge gescripteter Ereignisse. Allerdings folgt ihr stets einem
» Hier muss ein Panzer eskortiert werden. |
vorgegebenen Weg und die spielerische Freiheit ist, im Gegensatz zu
Medal of Honor: European Assault, recht gering. Nichtsdestotrotz bietet das Spiel gewohnt gute Action, die dank der tollen Atmosphäre und den Scripts mit zu den besten des Genres zählt. Während den einzelnen Missionen wird euch zudem ungewohnt viel Abwechslung geboten. So seid ihr nicht nur mit dem Gewehr im Anschlag unterwegs, sondern rattert beispielsweise
mit einem Panzer durch die nordafrikanische Wüste oder bedient das Geschütz eines Jeeps. Woanders muss eine Flak eingesetzt werden, um angreifende Stukas abzuschießen, während ihr euch in einer späteren Mission
an Bord eines Flugzeuges befindet. Hier bedient ihr dann die verschiedenen Geschütze oder werft Bomben auf Bodenziele ab.
Im Gegensatz zum Vorgänger sind besonders die Panzermissionen in
Big Red One um einiges gelungener und machen eine Menge Spaß. Fans des Genres werden hier mit Sicherheit frohlocken. Die
13 Aufträge des Spiels beinhalten allesamt mehrere Checkpoints und erleichtern so das Soldatenleben ungemein. Somit gibt es keine Frustmomente, wie sie zum Beispiel in
EAs Titel vorkommen, zumal der Schwierigkeitsgrad oft fordernd, aber nie unfair ist. Gute Spieler haben den Titel auf Normal in rund zehn Stunden durch.
Freunde oder Feinde? Leider krankt
Big Red One an
kleinen Schwächen in der KI – allerdings nicht bei den Feinden, sondern bei der eurer Teamkollegen. Sehr häufig versperren sie euch beim Zielen die Sicht, laufen mitten in eine zuvor platzierte Sprengladung oder
» Eure Teamkameraden lassen euch nicht im Stich. |
stehen direkt vor einem Feind ohne zu reagieren. Dafür agieren die Gegner – besonders in den höheren Schwierigkeitsgraden – recht intelligent, suchen Deckung und warten auf Fehler eurerseits. Oftmals stürzen sie allerdings auch blindlings auf euch zu, so dass ihr sie wie in einer Schießbude einfach nur umnieten müsst.
Das Spiel bietet einen
guten Online-Multiplayermodus, der das Rad allerdings nicht neu erfindet. Auf elf Karten dürft ihr handelsübliche Spielmodi wie Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag und Domination mit bis zu 16 Teilnehmern gleichzeitig bestreiten. Auch hier lassen sich manchmal Fahrzeuge steuern, was Abwechslung in die Mehrspielerschlachten bringt. Ansonsten könnt ihr noch via System-Link spielen, Splitscreen gibt es leider keinen.
Grafisch präsentiert sich
Big Red One um einiges imposanter als der Vorgänger: Neben effektvollen Explosionen und Rauchschwaden wissen auch die sehr geschmeidigen Animationen und die detailreichen Locations zu gefallen. Auch die Zwischensequenzen sehen dank Motion-Capturing sehr realistisch aus – besonders wenn die Kameraden vor einem stehen und mit euch plaudern. Kleinere Abstriche gibt es beim Sound: Zwar sind die orchestralen Hintergrundmelodien sehr gelungen und auch die deutsche Sprachausgabe weiß zu gefallen, allerdings klingen manche Soundeffekte – besonders die Explosionen der Granaten – ein wenig schwach.