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Call of Duty 2: Big Red One

» Autor: Sacha Galgon
» Datum: 17.12.2005
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Fantastischer Shooter mit packender Atmosphäre, der den Weltkriegs-Genrethron erobert.

Während Call of Duty 2 auf der Xbox 360 und dem PC einen verdienten Erfolg feiert, bekommt die aktuelle Konsolengeneration ihren eigenen Ableger der Serie. Wie bereits bei Call of Duty: Finest Hour handelt es sich auch bei Big Red One um einen eigenständigen Titel, der nicht mit dem PC-Spiel zu verwechseln ist. Was euch der Weltkriegs-Shooter alles bietet, lest ihr im folgenden Master-Review.

Die legendäre Big Red One!
Im neuesten Spross der Call of Duty-Reihe befindet ihr euch – wie soll es auch anders sein – mitten im Zweiten Weltkrieg und seid diesmal Teil der legendären US-Infanteriedivision Big Red One. Den Namen verdankt die Einheit, die schon im
» Graphisch bewegt sich das Spiel auf hohem Niveau.
Ersten Weltkrieg gegründet wurde, dem offiziellen Schulterabzeichen, welches eine große, rote Eins darstellt. Die Division war die erste, welche damals im zweiten Weltkrieg eine europäische Stadt von den Nazis befreite. Zuvor kämpften sie in Afrika sowie Italien und waren zudem an der Landung in der Normandie beteiligt. Somit wisst ihr auch gleich, was euch erwartet, denn im Gegensatz zu Call of Duty 2 für die Xbox 360 wartet Big Red One mit einer richtigen Story auf, die sich sehr am geschichtlichen Hintergrund des namensgebenden Trupps bedient.

Dabei rennt ihr diesmal nicht mit einem anonymen Schwarm von Soldaten umher, sondern bekommt sechs Teammitglieder zur Seite gestellt, die im Spiel sehr gut ausgearbeitet werden und somit dem Ganzen eine gewisse Tiefe verleihen. Zu den Kameraden findet ihr im Handbuch und im Bonusmenü sogar eine individuelle Hintergrundgeschichte samt Beruf, Familienstatus und diversen Hobbys. Es lassen sich aber nicht nur detaillierte Informationen eurer Kriegsgefährten freispielen, sondern auch eine Menge Realvideos aus dem Zweiten Weltkrieg sowie Artwork zum Titel. Auch die Zwischensequenzen der Kampagne sind allesamt vom Bonusmenü aus abrufbar und nebenbei absolut filmreif inszeniert worden. Zusätzlich tragen die Missionsbesprechungen enorm zur hervorragenden Atmosphäre des Titels bei.

Abwechslung auf dem Schlachtfeld
Wie bereits bei Call of Duty: Finest Hour zeigt sich das Leveldesign oft sehr linear: Größtenteils kämpft ihr euch mit euren Kameraden durch diverse Schlachtfelder und erlebt eine Menge gescripteter Ereignisse. Allerdings folgt ihr stets einem
» Hier muss ein Panzer eskortiert werden.
vorgegebenen Weg und die spielerische Freiheit ist, im Gegensatz zu Medal of Honor: European Assault, recht gering. Nichtsdestotrotz bietet das Spiel gewohnt gute Action, die dank der tollen Atmosphäre und den Scripts mit zu den besten des Genres zählt. Während den einzelnen Missionen wird euch zudem ungewohnt viel Abwechslung geboten. So seid ihr nicht nur mit dem Gewehr im Anschlag unterwegs, sondern rattert beispielsweise mit einem Panzer durch die nordafrikanische Wüste oder bedient das Geschütz eines Jeeps. Woanders muss eine Flak eingesetzt werden, um angreifende Stukas abzuschießen, während ihr euch in einer späteren Mission an Bord eines Flugzeuges befindet. Hier bedient ihr dann die verschiedenen Geschütze oder werft Bomben auf Bodenziele ab.

Im Gegensatz zum Vorgänger sind besonders die Panzermissionen in Big Red One um einiges gelungener und machen eine Menge Spaß. Fans des Genres werden hier mit Sicherheit frohlocken. Die 13 Aufträge des Spiels beinhalten allesamt mehrere Checkpoints und erleichtern so das Soldatenleben ungemein. Somit gibt es keine Frustmomente, wie sie zum Beispiel in EAs Titel vorkommen, zumal der Schwierigkeitsgrad oft fordernd, aber nie unfair ist. Gute Spieler haben den Titel auf Normal in rund zehn Stunden durch.

Freunde oder Feinde?
Leider krankt Big Red One an kleinen Schwächen in der KI – allerdings nicht bei den Feinden, sondern bei der eurer Teamkollegen. Sehr häufig versperren sie euch beim Zielen die Sicht, laufen mitten in eine zuvor platzierte Sprengladung oder
» Eure Teamkameraden lassen euch nicht im Stich.
stehen direkt vor einem Feind ohne zu reagieren. Dafür agieren die Gegner – besonders in den höheren Schwierigkeitsgraden – recht intelligent, suchen Deckung und warten auf Fehler eurerseits. Oftmals stürzen sie allerdings auch blindlings auf euch zu, so dass ihr sie wie in einer Schießbude einfach nur umnieten müsst.

Das Spiel bietet einen guten Online-Multiplayermodus, der das Rad allerdings nicht neu erfindet. Auf elf Karten dürft ihr handelsübliche Spielmodi wie Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag und Domination mit bis zu 16 Teilnehmern gleichzeitig bestreiten. Auch hier lassen sich manchmal Fahrzeuge steuern, was Abwechslung in die Mehrspielerschlachten bringt. Ansonsten könnt ihr noch via System-Link spielen, Splitscreen gibt es leider keinen.
Grafisch präsentiert sich Big Red One um einiges imposanter als der Vorgänger: Neben effektvollen Explosionen und Rauchschwaden wissen auch die sehr geschmeidigen Animationen und die detailreichen Locations zu gefallen. Auch die Zwischensequenzen sehen dank Motion-Capturing sehr realistisch aus – besonders wenn die Kameraden vor einem stehen und mit euch plaudern. Kleinere Abstriche gibt es beim Sound: Zwar sind die orchestralen Hintergrundmelodien sehr gelungen und auch die deutsche Sprachausgabe weiß zu gefallen, allerdings klingen manche Soundeffekte – besonders die Explosionen der Granaten – ein wenig schwach.
Pro
Grandiose Atmosphäre
Viel Abwechslung
Guter Multiplayer
Prächtige Grafik
Filmreif inszenierte Zwischensequenzen
Fairer Schwierigkeitsgrad
Gute Ausarbeitung der Teamkameraden
Contra
Kleine KI-Aussetzer
Sehr linear
Kein Splitscreen-Multiplayer
Fazit
Call of Duty 2: Big Red One überzeugt auf ganzer Linie. Die Atmosphäre des Spiels ist unerreicht und kann sich in dem Bereich problemlos mit der Xbox 360-Version messen. Ein weiterer großer Pluspunkt des Titels stellt die enorme Abwechslung dar: die grandiose Bombermission macht einen Heidenspaß und auch andere Einsätze wie z.B. die Panzerfahrt durch die Wüste wissen zu gefallen. Gepaart wird das Ganze mit einer bombastischen Grafik, kinoreifen Zwischensequenzen und fairem Schwierigkeitsgrad. Auch der Multiplayer-Modus kann für Stunden unterhalten. Das Spiel beweist eindrucksvoll, dass man auch auf aktuellen Konsolen noch einen atmosphärisch grandiosen Weltkriegs-Shooter mit imposanter Grafik umsetzen kann. Trotz seiner kleinen Schwächen in Sachen Freiheit und KI ist Big Red One ganz klar der beste WWII-Shooter der langsam ausklingenden Hardwaregeneration. Für Fans des Genres also ein klarer Pflichtkauf!
Infos
Erhältlich für
Genre
Action • Ego-Shooter
Publisher
Activision
Entwickler
Gray Matter Stu...
Website
www.callofduty....
Release
18. November 2005
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93
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