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Master-Review:   » drucken    » versenden

L.A. Rush

» Autor: Klaus Fleerkötter
» Datum: 02.12.2005
» Gesamtwertung:
/5
1/5: Kaufwarnung
hat zahlreiche Schwächen.
Wie wir bewerten
Mehr als unterdurchschnittlicher Untergrundraser, der keinerlei besondere Reize besitzt.

In Pimp my Ride verhilft Rapper Xzibit armen Führerscheinneulingen täglich zu strahlenden Straßenfegern. Allerdings funktioniert das amerikanische Exportformat hierzulande aufgrund strenger Gesetzgebung nicht, nichtsdestotrotz fanden Midway und MTV eine Lösung: Der Publisher gibt L.A. Rush-Zocker die Möglichkeit, ihre Karren in der virtuellen West Coast Customs-Werkstatt zu tunen, im Musikfernsehen wird dafür ordentlich die Werbetrommel gekurbelt. Ob wir "officially pimped up" sind, findet unser Master-Review heraus.

Flotte Flitzer und dicke Taschen
HipHop und aufgemotzte Karren gehören zusammen, keine Frage. Der moderne Rapper von Welt, das erklärt uns nahezu jedes Musikvideo der Stilrichtung, hat Kohle ohne Ende, fährt fette Karren und ist stets von einem
» Willkommen in Los Angeles.
Gefolge gutaussehender Ladys umgeben. Auch auf Trikz trifft diese Beschreibung voll zu: Der junge, afro-amerikanische Rennfahrer hat ein respektables Vermögen durch illegale Straßenduelle angehäuft. Der reiche Gangsterboss Lidel will in der Szene ebenso Fuß fassen und kauft sich so einen Stab Rennfahrer zusammen. Um seine größten Konkurrenten gleich zu Beginn auszustechen, klaut er Trikz seinen gesamten Fuhrpark. Ihr, in der Rolle des Bestohlenen, lasst dies natürlich nicht auf euch sitzen: Im Verlauf dieser wahrlich nicht tiefgründigen Hintergrundhandlung nimmt der Spieler zwecks Verbesserung der Finanzlage an zahlreichen illegalen Veranstaltungen teil. Um persönlich Rache zu nehmen, lasst ihr den mächtigen Schuft bei seinen eigenen Veranstaltungen alt aussehen und fertigt seine Werksfahrer nach allen Regeln der Kunst ab. Nebenbei gilt es, die entwendeten Fahrzeuge zurück zu gewinnen – und Lidel seine Freundin auszuspannen.

You've got to pimp my ride
Für die stilgerechte Musikuntermalung lizenzierte der Publisher Tracks einiger Rap- und R&B-Künstler, darunter auch bekanntere Größen wie Lil' Kim oder Twista. Die Stücke, ansonsten von zweitklassigen
» Die gesamte Stadt ist frei befahrbar.
Interpreten beigesteuert, treten während des Zockens eher in den Hintergrund und werden von den Toneffekten überlagert.
Wie schon in Need for Speed Underground 2 ist auch der Handlungsort von L.A. Rush frei befahrbar. Midway digitalisierte hierfür große Teile Los Angeles', wobei weite Teile der amerikanischen Metropole zum virtuellen Sightseeing freigegeben sind. Eine Einteilung in verschiedene Stadtteile sorgt dafür, dass ihr in dem sehr großen Straßennetz nicht den Überblick verliert. Weiterhin hilft ein GPS-Navigationssystem bei der Wegfindung zu wichtigen Orten, zum Beispiel den Startpunkten der Events. Neben normalen Straßenrennen sind vor allem die Beschaffungsmissionen interessant, bei denen Trikz entgegen heftigem Widerstand seinen Fuhrpark zurückerkämpft. Ansonsten dürft ihr lediglich das Fahrzeug in eurer Garage wechseln oder es bei West Coast Customs verbessern lassen. MTV-Fans, welche sich auf Aufmotz-Spaß wie in Pimp my Ride gefreut haben, werden enttäuscht sein: Sie haben keinerlei Einfluss auf das Tuning, im Gegensatz zu den Genrekollegen erfolgt der Vorgang automatisch.

Multi-Tasking für Fortgeschrittene
Den Großteil der Spielzeit rast ihr in den normalen Checkpointrennen von Lichtsäule zu Lichtsäule. Die Hatz gegen drei CPU-Konkurrenten gestaltet sich als recht trist: Das Fahrerfeld klebt eng zusammen, weswegen
» Crashs rauben den letzten Nerv.
erster und letzter Platz oft nur wenige Meter auseinander liegen. Bei dem Versuch, dem Rennverlauf ein wenig "Pepp" und "Spannung" zu verleihen, sind die Entwickler gnadenlos gescheitert: So schlängelt ihr euch durch den erbarmungslos dichten Zivilverkehr, gehetzt von einem riesigen Pulk Streifenwagen und sollt dann noch an Kreuzungen unter plötzlich auftauchenden Tankwagen hindurch tauchen oder aus dem Nichts kommenden LKWs ausweichen. Ganz nebenbei dürfen brav Boost-Items aufgesammelt, Sprungschanzen genommen und Abkürzungen gesucht werden. Die Realität des Rennalltags sieht so aus, dass der Spieler jede Minute mehrmals in einen Totalcrash verwickelt wird, auf den die Action-Kamera extralange draufhält, damit das Ganze auch extradramatisch wirkt. Straßen und Kreuzungen sind zu eng und unübersichtlich, als dass unfreiwillige Zusammenstöße verhindert werden können.

Ladescreens während des Zockens
Übel wird es, wenn auch noch ein verkorkster Technik-Teil Salz in diese Wunde streut. Ladezeiten in Spielpausen sind noch zu verzeihen, hier hält sich L.A. Rush sogar eher in Grenzen. Ein plötzlich während des
» Die Cops lassen euch nicht in Ruhe.
Spiels eingefrorenes Bild, verziert mit einem freundlichen Bitte warten-Hinweis, übersteigt die Schmerzgrenze allerdings um einiges. Dazu kommt, dass die Framerate, abhängig von der Umgebung, regelmäßig einbricht und dann dauerhaft im Keller bleibt. Die spärlich bebauten Nobel-Vororte kämpfen zwar nicht mit diesem Problem, in der rechenintensiven Innenstadt mit ihren zahlreichen Lichtquellen sieht es jedoch schon ganz anders aus. Um dem Titel eines zu Gute zu halten: Durch recht schicke Lichtreflexionen auf den Autos werden diese ganz gut in Szene gesetzt. Insgesamt wirkt die Grafik jedoch eher matschig, besonders die Flächentexturen sind recht grob ausgefallen. Auch dass gerenderte Zwischensequenzen in einem Rennspiel vorhanden sind, ist positiv anzumerken. Allerdings erfordert es gute Englischkenntnisse, um den Slang der "Gangsta" zu verstehen, denn die klitzekleinen Untertitel sind kaum zu entziffern.
Pro
Großes virtuelles L.A.
Gerenderte Zwischensequenzen
Contra
Unfair
Nervige Crashs
Story sehr flach
Wenig Abwechslung
Slowdowns und Ruckler
Grobe Flächentexturen
Fazit
Wer braucht dieses Spiel? Ich sehe kaum einen Anreiz, L.A. Rush zu kaufen: Alle Elemente des Titels wurden von der bereits erhältlichen Konkurrenz besser umgesetzt. Beim Erkunden der großen Stadt kommt kaum Freude auf, da der Verkehr viel zu dicht fährt und eine unrealistisch große Zahl von Polizeiwagen auf den Straßen von Los Angeles patrouilliert, dessen Insassen sich nach wenigen Momenten an eure Fersen heften. Freunde von Geschwindigkeitslimits und Wartezeiten an roten Ampeln sind natürlich eingeladen, die Metropole nach Herzenslust zu erforschen. Ansonsten bleibt ein unfaires Rennspiel, das spielerisch und technisch versagt. Die von den Entwicklern provozierten, häufigen Totalcrashs mit anschließender, ausgedehnter "Actionkamera" rauben den letzten Nerv, sodass bereits nach wenigen Minuten nahezu jegliche Motivation zum Weiterzocken verflogen ist. Noch heftiger wird es, wenn die Framerate durch Slowdowns und Ruckler konstant unter der Grenze zum flüssigen Bildlauf bleibt und inmitten eines Rennens Bitte warten auf dem Schirm erscheint. Der sonst schon triste und abwechslungslose Spielverlauf wird auch nicht durch die flache Hintergrundhandlung, welche gelegentlich in passablen Zwischensequenzen vorangetrieben wird, aufgepeppt.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
Publisher
Midway
Entwickler
Midway
Website
larushgame.com
Release
21. Oktober 2005
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User-Bewertung
59
2 Bewertungen
0 Reviews
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