Mehr als unterdurchschnittlicher Untergrundraser, der keinerlei besondere Reize besitzt.In
Pimp my Ride verhilft Rapper
Xzibit armen Führerscheinneulingen täglich zu strahlenden Straßenfegern. Allerdings funktioniert das amerikanische Exportformat hierzulande aufgrund strenger Gesetzgebung nicht, nichtsdestotrotz fanden
Midway und
MTV eine Lösung: Der Publisher gibt
L.A. Rush-Zocker die Möglichkeit, ihre Karren in der virtuellen
West Coast Customs-Werkstatt zu tunen, im Musikfernsehen wird dafür ordentlich die Werbetrommel gekurbelt. Ob wir "officially pimped up" sind, findet unser
Master-Review heraus.
Flotte Flitzer und dicke Taschen HipHop und aufgemotzte Karren gehören zusammen, keine Frage. Der moderne Rapper von Welt, das erklärt uns nahezu jedes Musikvideo der Stilrichtung, hat Kohle ohne Ende, fährt fette Karren und ist stets von einem
» Willkommen in Los Angeles. |
Gefolge gutaussehender Ladys umgeben. Auch auf
Trikz trifft diese Beschreibung voll zu: Der junge, afro-amerikanische Rennfahrer hat ein respektables Vermögen durch illegale Straßenduelle angehäuft. Der reiche Gangsterboss
Lidel will in der Szene ebenso Fuß fassen und kauft sich so einen Stab Rennfahrer zusammen. Um seine größten Konkurrenten gleich zu Beginn auszustechen, klaut er Trikz seinen gesamten Fuhrpark. Ihr, in der Rolle des Bestohlenen, lasst dies natürlich nicht auf euch sitzen: Im Verlauf dieser wahrlich nicht tiefgründigen Hintergrundhandlung nimmt der Spieler zwecks Verbesserung der Finanzlage an zahlreichen illegalen Veranstaltungen teil. Um persönlich Rache zu nehmen, lasst ihr den mächtigen Schuft bei seinen eigenen Veranstaltungen alt aussehen und fertigt seine Werksfahrer nach allen Regeln der Kunst ab. Nebenbei gilt es, die entwendeten Fahrzeuge zurück zu gewinnen – und Lidel seine Freundin auszuspannen.
You've got to pimp my ride Für die stilgerechte Musikuntermalung lizenzierte der Publisher Tracks einiger Rap- und R&B-Künstler, darunter auch bekanntere Größen wie
Lil' Kim oder
Twista. Die Stücke, ansonsten von zweitklassigen
» Die gesamte Stadt ist frei befahrbar. |
Interpreten beigesteuert, treten während des Zockens eher in den Hintergrund und werden von den Toneffekten überlagert.
Wie schon in
Need for Speed Underground 2 ist auch der Handlungsort von
L.A. Rush frei befahrbar.
Midway digitalisierte hierfür
große Teile Los Angeles', wobei weite Teile der amerikanischen Metropole zum virtuellen Sightseeing freigegeben sind. Eine Einteilung in
verschiedene Stadtteile sorgt dafür, dass ihr in dem
sehr großen Straßennetz nicht den Überblick verliert. Weiterhin hilft ein GPS-Navigationssystem bei der Wegfindung zu wichtigen Orten, zum Beispiel den Startpunkten der Events. Neben normalen Straßenrennen sind vor allem die Beschaffungsmissionen interessant, bei denen Trikz entgegen heftigem Widerstand seinen Fuhrpark zurückerkämpft. Ansonsten dürft ihr lediglich das Fahrzeug in eurer Garage wechseln oder es bei
West Coast Customs verbessern lassen. MTV-Fans, welche sich auf Aufmotz-Spaß wie in
Pimp my Ride gefreut haben, werden enttäuscht sein: Sie haben keinerlei Einfluss auf das Tuning, im Gegensatz zu den Genrekollegen erfolgt der Vorgang automatisch.
Multi-Tasking für FortgeschritteneDen Großteil der Spielzeit rast ihr in den normalen Checkpointrennen von Lichtsäule zu Lichtsäule. Die Hatz gegen drei CPU-Konkurrenten gestaltet sich als recht trist: Das Fahrerfeld klebt eng zusammen, weswegen
» Crashs rauben den letzten Nerv. |
erster und letzter Platz oft nur wenige Meter auseinander liegen. Bei dem Versuch, dem Rennverlauf ein wenig "Pepp" und "Spannung" zu verleihen, sind die Entwickler gnadenlos gescheitert: So schlängelt ihr euch durch den erbarmungslos dichten Zivilverkehr, gehetzt von einem riesigen Pulk Streifenwagen und sollt dann noch an Kreuzungen unter plötzlich auftauchenden Tankwagen hindurch tauchen oder aus dem Nichts kommenden LKWs ausweichen. Ganz nebenbei dürfen brav Boost-Items aufgesammelt, Sprungschanzen genommen und Abkürzungen gesucht werden. Die Realität des Rennalltags sieht so aus, dass der Spieler jede Minute mehrmals in einen Totalcrash verwickelt wird, auf den die Action-Kamera
extralange draufhält, damit das Ganze auch
extradramatisch wirkt. Straßen und Kreuzungen sind zu eng und unübersichtlich, als dass unfreiwillige Zusammenstöße verhindert werden können.
Ladescreens während des Zockens Übel wird es, wenn auch noch ein verkorkster Technik-Teil Salz in diese Wunde streut. Ladezeiten in Spielpausen sind noch zu verzeihen, hier hält sich
L.A. Rush sogar eher in Grenzen. Ein plötzlich während des
» Die Cops lassen euch nicht in Ruhe. |
Spiels eingefrorenes Bild, verziert mit einem freundlichen
Bitte warten-Hinweis, übersteigt die Schmerzgrenze allerdings um einiges. Dazu kommt, dass die Framerate, abhängig von der Umgebung, regelmäßig einbricht und dann dauerhaft im Keller bleibt. Die spärlich bebauten Nobel-Vororte kämpfen zwar nicht mit diesem Problem, in der rechenintensiven Innenstadt mit ihren zahlreichen Lichtquellen sieht es jedoch schon ganz anders aus. Um dem Titel eines zu Gute zu halten: Durch recht schicke Lichtreflexionen auf den Autos werden diese ganz gut in Szene gesetzt. Insgesamt wirkt die Grafik jedoch eher matschig, besonders die Flächentexturen sind recht grob ausgefallen. Auch dass
gerenderte Zwischensequenzen in einem Rennspiel vorhanden sind, ist positiv anzumerken. Allerdings erfordert es gute Englischkenntnisse, um den Slang der "Gangsta" zu verstehen, denn die klitzekleinen Untertitel sind kaum zu entziffern.