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Master-Review:   » drucken    » versenden

Soul Calibur 3

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 09.01.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Das umfangreiche Beat'em Up geht mit abermals verbessertem Gameplay in die dritte Runde.

Namco-Fans haben's gut: Nach Tekken 5 erschien im letzten Jahr auch Soul Calibur 3 für die PlayStation 2. Offensichtlichster Unterschied zwischen der Trilogie und anderen Beat'em Ups ist das Kampfsystem, welches den Einsatz von Waffen forciert. Aufmerksamkeit erregte bereits Soul Edge/Blade für die PSone - in Erinnerung blieb jedoch die optisch atemberaubende Dreamcast-Version, welche erstmals glaubwürdig Arcade-Feeling ins Wohnzimmer brachte. Die Erwartungshaltung ist also groß: Wie sich der dritte Teil der Serie schlägt, lest ihr in unserem Master-Review.

Der einsame Weg zu Soul Edge
Nachdem euch ein klassisches Intro Willkommen geheißen hat, bietet das Hauptmenü gleich eine üppige Auswahl an verschiedenen Spielmodi. Allen voran sticht der Story-Modus Tales of Souls hervor.
» Wütende Kämpferin auf 12 Uhr.
Ihr absolviert einzelne Kämpfe gegen diverse Gegner auf der Suche nach dem Sagen umwobenen Schwert Soul Edge und zwischen den Arenen kann man selbst den einzuschlagenden Weg bestimmen. Die Geschichte nimmt so jedesmal einen anderen Verlauf und je Protagonisten bietet sich eine Unzahl verschiedener Lösungswege an. Multipliziert mit knapp 30 spielbaren Charakteren ergibt das viele Wochen Spielspaß.

Die Zeit zwischen den Arenen dient nicht nur zum Laden der nächsten Stage, sondern auch zur Anzeige eines storybezogenerer Texts, der mehr über die abenteuerliche Reise verrät. Danach gelangt man zu einer Weggabelung, deren Entscheidungen von: "Folge blindlings einem Gegner in die Wälder", "Segle einer heißen Spur hinterher" bis hin zu "Suche einen Spion in der Stadt um Geheiminformation zu erhalten" reichen. Der eingeschlagene Weg verändert nicht nur Arenen und Gegner, sondern ist auch wichtig für die tonnenweise freischaltbaren Extras.

Fighting Evolution
Neben dem Story-Modus bietet Namcos Prügler noch zahlreiche andere Neuerungen. Man hat den Eindruck, dass vieles ausprobiert wurde: So gibt es Zwischensequenzen, die mit ihren Reaktionstests
» Im Beat'em Up-Olymp.
entfernt an Resident Evil 4 erinnern. Bei manchen Kämpfen gibt es ein kurze Einleitung, in der Buttons in der richtigen Reihefolge gedrückt werden müssen, um einer leichten Verletzung (sprich: weniger Lebensenergie bei Kampfbeginn) zu entgehen. Eine große Erweiterung heißt "Chronicle of the Sword", ein Modus in dem die Entwickler versuchen, Beat'em Up und RTS (real time strategy) Gameplay zu vermischen.

Neu mit dabei: Die Möglichkeit, einen eigenen Kämpfer zu kreieren. Dank eines umfangreichen Editors gibt es eine riesige Auswahl für die Anpassung von Aussehen, Kampfstil und Waffen - es ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei. Von Runde zu Runde sammelt man Erfahrung und kann dementsprechend die eigenen Fähigkeiten verbessern. Während sich die Idee auf dem Papier nicht schlecht anhört, leidet die Umsetzung in Soul Calibur 3 jedoch unter dem uninspirierten RTS-Gameplay.

Versus, Shop und Museum
Der obligate Versus-Modus bietet zwei Spielern die Gelegenheit, mit jeweils einem der bereits freigeschalteten Charaktere gegen einander anzutreten und im Kampf ihre Kräfte zu messen.
» Voldo hat's auch nicht leicht.
Online tut sich leider nichts, aber für die PlayStation 2 ist das ja mittlerweile der traurige Alltag geworden. Trotzdem übt natürlich gerade das Prügeln gegen einen Freund einen besonderen Reiz aus. Wer sich nicht gegenseitig verkloppen will, kann auch gemeinsam in einer virtuellen Turnier-Arcade gegen zahlreiche CPU-Gegner antreten.

Das in den Solo-Modi hart verdiente Gold darf man im Shop für Artwork, Accessoires und stärkere Waffen/Rüstung verprassen. Darüber hinaus gibt es auch neues Gewand für die selbst kreierten Charaktere, das zwar nichts an den Eigenschaften des Kämpfer ändert, aber unglaublich stylische Outfits ermöglichen. Der R3-Button ermöglicht ein Preview aller Objekte, bevor man sich endgültig für einen Kauf entscheidet. Abgerundet wird das Ganze durch den Museum-Modus, in dem die eigenen Errungenschaften, Cutscenes, Videos und freigeschaltete Artwork bewundert werden können.

Cutting Edge
Grafisch macht Soul Calibur 3 (wie immer) eine hervorragende Figur. Allen voran überzeugen die detaillierten Charaktermodelle, welche aber aufgrund der möglichen Customization etwas weniger poliert wirken.
» Gleich geht die Post ab!
Die Framerate bleibt erfreulicherweise absolut konstant und Slow Downs gibt es keine zu verzeichnen. Den einzigen Kritikpunkt stellen die zeitweise unschönen und durchaus heftigen Clipping-Fehler dar. Die geschmackvollen Hintergründe der Arenen wurden abermals verschönert und glänzen auf der PS2-Hardware durch noch mehr Finesse als je zuvor.

Der Soundtrack bietet gewohnt traditionelle Kost und vor allem die umfangreiche Geräuschkulisse ist superb. Im Menü gibt es die Möglichkeit, sich alle Kampfgeräusche einzeln durchzuhören - denn jedes Manöver hat in der Soul Calibur-Serie einen eigenen Klang. Die atmosphärische Stimme des Arenasprechers ("Fight!") dürfte für jeden Beat'em Up-Fan mittlerweile sowieo ein Ohrwurm sein. Die kurze Sprachausgabe der Cutscenes kann wahlweise in Japanisch oder Englisch genossen werden.
Pro
Sehr gute Grafik
Superbe Solo-Modi
Charakter Customization
Riesiger Umfang
Contra
Wenig innovativ
Neue Modi sind unausgereift
Keine Online-Unterstützung
Fazit
Hart formuliert: Soul Calibur 3 ist eigentlich eine 2.5er Version. Alles was die Serie gut macht, ist mit dabei: Sehr schöne Grafik, detaillierte Charaktere und ein ausgereiftes Kampfsystem, das viel Spaß bietet. Aber so sehr die Entwickler auch an mehr oder weniger guten Ideen für ein neues Gameplay-Erlebnis gearbeitet haben, das Beat'em Up hat sich seit der Dreamcast kaum verändert. Alles ist extrem ausgereift und wirkt sehr edel, aber hatten wir das nicht schon alles im zweiten Teil? Soul Calibur 3 setzt auf bewährte Spielmechaniken, kann aber im Endeffekt außer einer Handvoll neuer Charaktere und zugehörigem Editor nichts wirklich Neues anbieten. Schmerzlich vermisst man natürlich Online-Modi - fairerweise muss aber dazu gesagt werden, dass die auch bei der PS2-Konkurrenz fehlen. Veteranen sollten jedenfalls eine Proberunde einlegen, bevor sie ihr Geld auf den Tisch legen. Namcos Prügler ist ein hochwertiger Vertreter des Genres und wer die Reihe bislang nicht kannte, sollte auf jeden Fall bedenkenlos zugreifen - alleine der riesige Umfang der Solo-Modi rechtfertigt einen Kauf.
Infos
Erhältlich für
Genre
Fighting
Publisher
SCEE
Entwickler
Namco
Website
de.playstation....
Release
25. November 2005
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