BLACK
Der Egoshooter von Criterion. Kurz zur Story: Man spielt in der Rolle eines US-Agenten, der im Verhör die Ereignisse der letzten Tage schildert, und eben diese vorangegangenen Ereignisse spielt man im Spiel sozusagen "im Rückblick" nach, wobei die 08/15-Story rund um US-Agenten im Ostblock nicht der Rede wert ist.
Was erwartet uns in Black? Enthemmtes Primitivstgeballere, Zerstörungsorgien und eine "jede Patrone in Reserve ist eine zuviel"-Attitüde. Selbst rudimentärste Dinge wie über eine Stufe steigen fällt dem Protagonisten schwer bzw. ist ihm unmöglich. Und hier kommen wir auch gleich zum Schwachpunkt des Spiels. So schön all die Detonationen, Flammen und Schußwechsel auch sind und so herrlich sie auch inszeniert sind - das Ganze nutzt sich schnell ab. Gegner, die 50 Schuß einstecken und noch immer stehen oder die nach 10 Kopfschüssen noch immer fröhlich herumlaufen, führen das ganze Drumherum einfach ins Lächerliche.
Dazu eine absolute Linearität und teils wirklich beschissen gesetzte Rücksetzpunkte ..... und fertig hat man ein teils frustrierendes Spielerlebnis. Wenn ich ein ganzes Level nochmals spielen kann und auch Zwischenszenen nicht wegklicken kann, wird's ärgerlich. Und das gerade bei einer solchen Großproduktion passiert und nicht behoben wurde vor der Veröffentlichung, ist einfach nur peinlich.
Wie erwähnt, die Action ist bombastisch und erfreut eines jeden Pyromanen flammendes Herz (seien es die Flammen die Detonationen, die detaillierten Waffenmodelle, der krachende Sound), jedoch erreicht BLACK im Vergleich zu Egoshootern wie Killzone, Red Faction, Far Cry oder Half Life 2 nur die Position "unter ferner liefen". Dazu bietet das Spiel einfach zu wenig Abwechslung, ein zu limitiertes Spielprinzip und schlicht und einfach zu wenig Umfang. Würde man nicht so oft abkratzen, käme man auf eine Spielzeit von vielleicht max. 7 - 8 h, und für einen Preis von über 50 Euro ist das einfach eine Zumutung.
Gerade bei den Machern von BURNOUT hätte ich mir eigentlich schon erwartet, daß zB auch Fahrzeuge zum Einsatz kommen würden und damit das Endlosgeballere etwas aufgelockert würde ..... leider eine enttäuschte Hoffnung.
Man könnte meine Eindrücke auch so beschreiben, daß mir in BLACK einfach der "Spirit" oder ein gewisser "Esprit" fehlt - selbst wenn ich die Mutter aller "Primitiv-Shooter" DOOM im Vergleich zu BLACK heranziehe, gewinnt DOOM den Vergleich auf allen Linien - alleine in Sachen Atmosphäre.
Sicher, ich hatte eine Menge Spaß mit dem Spiel und habe mich erfreut an all der enthemmten Kaputtmachung und dem BummBummBallaBalla (auch in Reminiszenz an zB Schwarzenegger-Äktschn-Streifen), aber auch teils nicht unerheblichen Frust, und ich muß mir gut überlegen, ob ich gewillt sein werde, für einen 2. Teil wieder Vollpreis zu löhnen - nach aktuellem Stand sicherlich nicht.
+ Waffendesign
+ Waffensound
+ Explosionen, Detonationen, Entflammungen
+ Daueraction
- Umfang
- Story
- teils beschissen gesetzte Savepoints
- zu eingeschränktes Spielprinzip bzw. Hauptcharakt