Ghost Recon: Advanced Warfighter beweist: Action und Taktik lassen sich vereinbaren – man muss es nur richtig anpacken.Eigentlich war
Ghost Recon: Advanced Warfighter ja schon für den Launch der Xbox 360 im Dezember vergangenen Jahres geplant gewesen. Dreieinhalb Monate später ist es nun endlich soweit: Der heiß erwartete Nachfolger führt die Qualitäten von
Tom Clancy's Ghost Recon 2 konsequent fort und deklassiert mit seinem Next-Gen-Debüt – soviel sei vorweg genommen – die gesamte, plattformübergreifende Konkurrenz. Warum der Titel zu Recht weltweit Höchstwertungen kassiert hat, soll hiermit auch unser
Master-Review zeigen.
Cpt. Mitchell auf ErfolgskursJuli 2013, Mexiko Stadt. Ein Putsch zeichnet sich ab, militante Regierungsgegner töten den kanadischen Premierminister und nehmen die mexikanische Führung in Haft. Selbst der US-amerikanische
Präsident ist nicht mehr sicher – höchste Zeit, die
Ghosts zur Rettung auszusenden. Als Cpt. Mitchell liegt es nun einmal mehr an euch und eurem Team, für die mittelamerikanische Stadt die Kohlen aus dem Feuer zu holen.
Ghost Recon: Advanced Warfighter hält sich nicht mit Kleinigkeiten auf: Während ihr noch glaubt, gemütlich das Render-Intro zu bestaunen, steht ihr auch schon auf dem Schlachtfeld der Zukunft. Von wegen vorgegaukelte Grafikpracht – ja, es ist Ingame! Die
absolut umwerfende Optik stellt gleich zu Beginn klar, dass die Next Generation in die heimischen Wohnzimmer Einzug gehalten hat: Fantastische Licht- und Partikeleffekte, eine realistische und beinahe fühlbare Farbgebung sowie niemals ins Stocken geratender Spielfluss zeugen von den Möglichkeiten, die in der Xbox 360 stecken. Der vollmundigen Ankündigung,
Ghost Recon: Advanced Warfighter würde 85% der Leistungskapazitäten der Konsole nutzen, möchte man angesichts der Grafikpracht nur zu gern Glauben schenken.
Next-Generation WarfareAber auch die Spielmechanik hat sich gegenüber
Ghost Recon 2 zum Guten verändert. Euer Team wird grundsätzlich über das D-Pad mit Befehlen wie "Folgen" oder "Dorthin gehen" versorgt,
» I repeat: Black Hawk Down! |
per Klick auf den linken Schulterbutton legt ihr auch noch den Aggressivitätsmodus fest. In einigen Missionen erhaltet ihr darüber hinaus
Hilfe von Schützenpanzern, Apache-Kampfhubschraubern oder Sonden, welche allesamt von euch dirigiert werden können. Ein nützliches Tool für den ressourcen- und nervenschonenden Umgang mit derlei Equipment ist die
stufenlos zoom- und drehbare 3D-Karte, welche euch jederzeit durch Druck auf "Back" zur Verfügung steht. Alles in allem darf konstatiert werden, dass die Steuerung insgesamt zwar etwas Einarbeitungszeit benötigt, nach nur wenigen Minuten aber schnell in Fleisch und Blut übergeht.
Die größte Neuerung ist jedoch sicherlich das so genannte
CrossCom, welches geschickt alle neuen Features verbindet: Status- und Newsmeldungen finden hier ebenso Platz wie Videostreams, direkt von Kameras der Unterstützungseinheiten – so habt ihr immer und zu jeder Zeit einen aktuellen Überblick. Der Vorteil: Alle angeschlossenen Einheiten spielen Daten von gesichteten feindlichen Einheiten in das System ein. Hat also zum Beispiel die Sonde einen bewaffneten Trupp hinter dem übernächsten Häuserblock ausgemacht, wird euch diese Information umgehend auf das HUD projiziert.
Umgehungs- sowie Ablenkungsmanöver gestalten sich somit sowohl effizient als auch einfach.
Taktik und ActionWas
Ghost Recon: Advanced Warfighter allerdings außergewöhnlich macht ist nicht die umfangreiche Feature-Liste, sondern das
abwechslungsreiche und spannende Gameplay. Hatte
» Schlechte Karten für die Rebellen. |
Tom Clancy's Rainbow Six: Lockdown noch darin versagt, Action geschickt mit der taktischen Komponente zu verknüpfen, so hat eben dieser Titel in
Ghost Recon: Advanced Warfighter seinen Meister gefunden. Was zeitweise auf dem (idealerweise High Definition-) TV abgeht, entbehrt jeder detaillierten Beschreibung. Personen müssen beschützt, Artillerie-Anlagen ausgeschaltet und Panzer durch Sniper-verseuchte Hochhausviertel gelotst werden. Dabei hat man Abwechslung auch Gameplay-technisch groß geschrieben: So klemmt ihr euch des Öfteren hinter das .50cal eines Blackhawks, um den Landeplatz zu säubern, nur um wenige Minuten später eine ausufernde Abwehrschlacht bei der US-amerikanischen Botschaft zu schlagen.
Manchmal möchte man fast meinen, vor einem reinrassigen Action-Titel zu sitzen. Wäre da nicht die
intelligente KI, welche sich geschickt verschanzt und zielsicher mit dem Sturmgewehr umgeht – gepaart mit der Tatsache, dass ihr auf dem Schwierigkeitsgrad "Normal" gerade einmal drei bis vier Treffer verkraften könnt. Auf "Schwer" scheidet ihr überhaupt nach einer Wunde aus dem Leben. Um euch das Überleben zu erleichtern, beherrscht Cpt. Mitchell seit neuestem auch Ducken sowie Hinlegen aus dem Lauf heraus. Besonderer Bedeutung kommt dem neuen
"Andock-Feature" zu. Erreicht ihr eine ebene, vertikale Fläche (wie zum Beispiele eine Häuserwand aber auch Autos und Kisten), könnt ihr euch an dieser entlang schleichen und – perfekt von der Kamera unterstützt – um die Ecke lehnen. Dies wird besonders in späteren Missionen lebensnotwendig – aus sicherer Deckung heraus lässt es sich nun mal leichter Gegner ausschalten.
In Nicaragua geht's auch schon losMit der Kampagne werdet ihr etwa
acht bis zehn Stunden beschäftigt sein – zu wenig für alle ausdauernden Taktik-Fans. So erwarten euch auch im neuesten Streich von
Red Storm Entertainment » Im Coop-Modus geht die Post ab. |
zahlreiche Multiplayermodi. Neben den klassischen Deathmatch- und King of the Hill-Varianten stechen ganz besonders die online spielbaren, vom Hauptprogramm inhaltlich losgelösten
kooperativen Missionen hervor, in welchen ihr in Nicaragua mit bis zu 15 Mitspielern der KI den Garaus macht. Neben den vier bereits spielbaren Kampagnen soll diesbezüglich übrigens bald entsprechender Download Content folgen.
Zu guter Letzt noch eine Entwarnung an alle Nostalgiker: Die
Ego-Perspektive hat es einmal mehr ins Spiel geschafft – im Vergleich zur präferierten Schulterperspektive zieht diese aber allemal den Kürzeren, sowohl in Hinsicht auf Gameplay als auch Steuerbarkeit.