Rundum gelungener Spaß im Schnee, der die Serie sinnvoll erweitert.Echte Snowboarder wissen: Nichts macht mehr Spaß als mit einem Affenzahn die Piste hinunter zu brettern, ohne Rücksicht auf Verluste – und Schifahrer. Diese alten Herrschaften, die mit ihren Wedelbewegungen alles Blockieren, sollten echten Boardern nach am Besten aus dem Schnee verbannt werden. Doch Achtung, die Stöckeschwinger schlagen zurück: In
Electronic Arts' neuester Funsport-Serienfortsetzung
SSX on Tour gehen sowohl Ein- als auch Zweibrettler an den Start. Was der nun fünfte Teil des irrsinnigen Schneespektakels zu bieten hat, zeigt unser Master-Review.
Der Berg ruft Die Stiefel zugeschnallt und frisch ans Werk! Im namensgebenden
Tour-Modus steht ein ganzer Berg zur Erkundung bereit, für die der Spieler sich einen
eigenen Charakter erstellt. Neben vielen Entscheidungen zum
» Ein offizielles Rennen im Tour-Modus. |
Aussehen des Alter Ego ist vor allem die Antwort auf eine Glaubensfrage von Nöten: Snowboard oder Schi? Egal für welches Fortbewegungsmittel ihr euch auch entscheidet, im Spielverlauf wird es ordentlich strapaziert.
Herz des Modus ist die virtuelle Übersichtskarte des Skigebiets, auf der alle verfügbaren Contests gelistet sind. Weiterhin dreht sich alles um die Rangliste: Auf dieser arbeitet ihr euch allmählich hoch und erlangt Rang und Namen. Doch zunächst muss der Frischling erst einmal ankommen und in diversen, inoffiziellen Wettbewerben, so genannten
Shreds, zeigen, was er kann, um eine Zulassung für weitere Events zu erhalten. Hier gilt es, die unterschiedlichsten Zeile zu erreichen: Aufgaben wie das Finden von Symbolen erscheinen dem geneigten Gamer noch normal, jedoch werdet ihr auch vor exotischere Aufgaben gestellt. So darf der Spieler bei einigen Aufgaben nicht länger als erlaubt den Boden berühren oder muss innerhalb einer bestimmten Zeit 300 Meter grinden. Ab und an steht ein Duell mit Gegnern der Rangliste auf dem Plan. Besiegt ihr diese in ihrer Königsdisziplin, stehen sie fortan als spielbare Charaktere zur Verfügung. Geregelter geht es bei den organisierten Events zu: Hier sind die Strecken, im Gegensatz zu
Shred-Veranstaltungen, frei von Freizeitsportlern, die ihre Kurven ziehen. Außerdem umfasst das Starterfeld mehrere Teilnehmer, die in Aussicht auf Ranglistenpunkte und Preisgelder antreten. Die Wettbewerbsarten orientieren sich an den Vorgängern: Ihr bestreitet lange Abfahrten mit mehreren Läufen, welche sich lediglich in
Rennen,
Trickrennen und
Slopestyle-Events unterteilen. Der
Hype des Spielers wird in allen Contests verbessert, sowohl organisierten als auch nicht öffentlichen. Dieser entscheidet über seinen Rang, welcher ihn für Events zulässt oder sperrt.
Show me your moves Irrsinnige Tricks und waghalsige Grinds waren nicht nur das Aushängeschild von
SSX Tricky, sondern spielten auch in den anderen Teilen der Serie eine bedeutende Rolle. Für den neusten Ableger überarbeiteten die Entwickler das
» Shred-Events sind abwechslungsreich. |
System nur leicht. Bevor ein Schwindel erregend hohe Trickscore aufgestellt werden kann, solltet ihr zunächst die Finessen der
raffinierten Steuerung verinnerlichen. Standard-Manöver, für welche die Schultertasten und das Steuerkreuz des PS2-Controllers zuständig sind, bestehen aus Grabs und Flips. Die Ausführung dieser füllt allmählich eine kombinierte Boost- und Trickleiste, welche entweder zu Gunsten von Geschwindigkeitsschüben entleert oder zwecks Comboverbesserung aufgetankt werden kann. Ist diese voll, ändert sie ihre Farbe und ihr könnt die so genannten
Monstertricks mit dem rechten Analogstick vorzeigen: In luftigen Höhen schnallt der Spielcharakter dann seine Bindung los und verrenkt sich noch ein Stück mehr. Auf Rails funktioniert das ähnlich: Nach einem langen, "normalen" Grind kann der Spieler die multifunktionelle Leiste mit fetteren Spezialrutscheinlagen füllen. Generell folgt das System dem Prinzip "Tricks -> Boost -> bessere Tricks -> mehr Boost": Das Eine ist direkt mit dem Anderen verknüpft.
Wer sich zur Abwechslung eine Auszeit vom Trubel der Meisterschaft nehmen oder einfach nur den Berg erkunden möchte, tut dies im
Schnelles Spiel-Modus. Auch ein zweiter Spieler findet hier Anschluss an das Geschehen. Als Fahrer stehen die Charaktere des
Tour-Modus, die dort besiegten NPC-Profis sowie einige bekannte Boarder aus vorherigen Teilen zur Verfügung.
Die Welt ist eine Scheibe Auffallend anders kommt die Präsentation von
SSX on Tour daher. Diese beginnt bei dem eigenartigen
Comicstil der Menüs, der dem Collegeblock eines gelangweilten Schülers entliehen scheint. Verrückte,
» Bei Monster-Tricks geht die Post ab. |
schwarz-weiße Figuren und schräge Zeichentrick-Rocker dominieren das Erscheinungsbild. Zusammen mit dem
fetzigen Soundtrack entfaltet sich die volle Wirkung: Insgesamt
41 lizenzierte Stücke enthält die Scheibe, die meisten davon sind grob dem
Rock-Genre zuzuschreiben. Jedoch ist von älteren Interpreten wie
Def Leppard,
Iron Maiden und
Motorhead bis hin zu jüngeren Künstlern, z.B.
The Hives oder
Pennywise, ein breit gefächertes Spektrum vieler Musikrichtungen abgedeckt. In der
Jukebox kann die akustische Untermalung an die individuellen Vorlieben angepasst werden, indem der Spieler seine eigene Playlist erstellt oder auf vorgefertigte Wiedergabelisten zurückgreift. Jedoch dient der Soundtrack nicht bloß der Hintergrundberieselung: Durch Situationsanpassung unterstreicht er perfekt das Spielgeschehen. Bei hohen Geschwindigkeiten oder weiten Sprüngen wird die Musik so z.B. von Windgeräuschen überdeckt, was immens zur Atmosphäre beiträgt.
Die Grafik ist im oberen Durchschnitt angesiedelt und weiß, die verschiedenen Abschnitte des Berges gekonnt in Szene zu setzen. Hoch oben im Gletscher regieren eisige Abfahrten mit Lichtspiegelungen das Erscheinungsbild während ihr unten derweil dicht bewachsene, unangetastete Waldabschnitte oder von Touristen blockierte, öffentliche Pisten und Funparks mit vielen Details am Rande durchfahrt. Der Eindruck wird noch einmal von Wisch-Effekten bei hohen Geschwindigkeiten oder Zeitlupeneinlagen, während der Spieler einen Monstertrick hinlegt, verbessert - und das bei konstanter Framerate. Dass auch die Partikeleffekte gelungen sind, merkt ihr spätestens, wenn es zu schneien beginnt oder Feuerwerkskörper an allen Ecken explodieren.