Auch auf der PSP entpuppt sich Rockstars Vorzeigeserie als echter Pflichtkauf.Toni, der Protagonist aus
Grand Theft Auto III , ist zurück! Das Gorillagesicht beweist sich abermals als knallharter Kerl, dem kein Job zu schmutzig und kein Verbrechen zu unmoralisch ist. In
Grand Theft Auto: Liberty City Stories erfahren wir einiges über seine Vergangenheit, in der es ebenso hart und blutig zuging, wie im Original aus dem Jahre 2001. Ob die Konvertierung des von Verbrechen verseuchten
Liberty City auf die Playstation Portable gelang, steht wie immer im nachfolgenden
Master-Review.
Back in TownNach dem Mord an einem Mafiaboss war der grobschlächtige
Toni Cipriani gezwungen, das Weite zu suchen und unterzutauchen. Doch jetzt ist es an der Zeit, wieder kräftig in der Unterwelt von
Liberty City mitzumischen.
» Toni is back in action! |
Viel geändert hat sich in seiner alten Heimat jedoch nicht. Immer noch toben die Mafiakriege, Gewerkschaftler proben den Aufstand und der Drogenhandel boomt. So verwundert es kaum, dass
Tonis erster Tag in
Liberty City einen Besuch bei seinem alten Brötchengeber
Salvatore Leone bereit hält. Dieser ist niemand geringeres als der Boss der berüchtigten
Leone-Familie - ein Mafia-Clan, wie er im Buche steht; inklusive protziger Villa, schwarzen Designeranzügen, aufmüpfigen Nachkömmlingen und italienischem Akzent. Auch alte Kontakte wie beispielsweise die zum perversen
JD lässt Toni wieder aufleben, was ihm das erneute Eintauchen in die Unterwelt der Millionenmetropole erleichtern soll. Zahllose, wie immer mit
genialen Charakteren inszenierte,
Ingamesequenzen treiben die Story voran und sorgen dank des bekannten ironischen Stils mit viel schmwarzem Humor für zahlreiche Lacher.
Free-RoamingSerientypisch einfach gestalten sich die ersten Missionen, welche man von genannten Kontaktpersonen erhält: Dealer verkloppen, Schulden eintreiben und
leichte Mädchen abkassieren steht zunächst auf dem Plan, um
» Das riecht nach Ärger... |
mit den grundlegenden Spielmechanismen vertraut gemacht zu werden. Die bekannte
Minimap am unteren rechten Bildschirmrand zeigt wie immer Auftraggeber und Missionsziele an, damit man auf seinen Touren durch die riesige Metropole nicht den Überblick verliert. Wahlweise kann man auch auf eine große Übersichtskarte wechseln, welche die Stadt in ihrer Ganzheit zeigt. Die Bedienung haben die Entwickler dabei erstaunlich gut vom Playstation 2-Pad auf die Gegebenheiten der PSP umgesetzt. So bewegt man sein virtuelles Alter Ego mit Hilfe des Analogsticks durch die Straßen, während sich mit selbigem Autos geschickt über Kreuzungen und Passanten jagen lassen. Fehlende Buttons werden durch Doppelbelegung vorhandener Knöpfe in Kombination mit dem L-Trigger ersetzt. Auch das Digitalkreuz beherbergt verschiedenen Funktionen wie das Hupen oder Umschalten auf manuelles Zielen. Alles in allem hat die Übertragung der
Steuerung sehr gut funktioniert, wenn auch das
automatische Zielsystem für das Erschießen von Gegnern immer noch
nicht optimal arbeitet.
Umfangreiches AbenteuerWie von
GTA seit dem ersten Teil an gewohnt, darf man sich frei in der aus drei Abschnitten bestehenden Stadt bewegen und dabei nicht nur den Hauptmissionen folgen. Neben den bekannten Taxi-, Polizei-, Feuerwehr-
und Krankenwagenmissionen hält die Metropole vor allem für suchwütige Zockernaturen allerlei Überraschungen, Eastereggs, Nebenbeschäftigungen und Boni bereit. Entdecker kommen also wieder voll auf ihre Kosten. Je nachdem, wie viel Zeit man sich mit Erkundungstouren und Nebenmissionen lässt, fällt logischerweise die Spielzeit aus. Wer stur den Hauptmissionen folgt, dürfte rund
20 Stunden in
Liberty City beschäftigt sein, während neugierige Gamer deutlich länger Spaß an dem gelungenen Programm haben. Erstmals seit dem zweiten Teil der Reihe bietet
Grand Theft Auto: Liberty City Stories auch wieder einen richtigen
Mehrspielermodus, in dem man in einem der drei Gebiete mit bis zu fünf Gleichgesinnten gegeneinander antreten darf. Die dabei zur Verfügung stehenden Spielmodi reichen von einfachem
Deathmatch über eine Art
Capture the Flag mit Limousinen bis hin zu
Panzerschlachten und
Wettrennen. Hier hat man sich einiges einfallen lassen, um
WiFi-begeisterte Zocker bei Laune zu halten.
Grafisch beeindruckendAuch die
technische Konvertierung auf
Sonys Handheld hat
hervorragend funktioniert. Zwar leidet
Liberty City Stories an den selben Fehlern wie seine großen Brüder – also Popups,
» Das Zielsystem arbeitet immer noch nicht perfekt. |
einigen Framerateeinbrüchen und teilweise zu spät ladenden Texturen – allerdings kommt die Optik ihren Konsolenvorbildern extrem nah und begeistert durch eine enorme Weitsicht, ein dicht besiedeltes
Liberty City und eine extreme Detailverliebtheit bei der Gestaltung der Charaktere, Fahrzeuge und Umgebungen. Über den Sound muss man bei einem
GTA schon fast keine Worte mehr verlieren: Zahlreiche
Radiosender mit lizensierter Musik und genialen Moderatoren wissen genauso zu begeistern wie die
filmreifen Sprecher in den Zwischensequenzen sowie passenden Soundeffekte. Wer sich die Mühe machen will, darf mit Hilfe eines speziellen
Tools (
unter Downloads) sogar
eigene Musiktracks ins Game einbinden. Auch die Ladezeiten konnte man für PSP-Verhältnisse angenehm kurz halten, so dass sie nicht länger ausfallen, als auf der
Playstation 2. Leider haben es die Entwickler abermals nicht für nötig befunden, Checkpoints am Anfang von Missionen oder während längerer Aufträge einzubauen. So muss nach dem Scheitern einer Mission immer wieder erneut der Kontakperson aufgesucht und die Herausforderung komplett neu gespielt werden.