Sportwissenschaftlich fundiertes Fitnessprogramm auf EyeToy-Basis.Wir alle lieben sie: Gemütliche, ungestörte Abende vor dem Fernseher mit einer guten DVD oder einem spannenden Spiel. Um auch ja nicht mehr aufzustehen, sorgen wir dafür, dass genügend Snacks und Softdrinks zur Verfügung stehen - am Besten en masse. Doch schon bald siedeln sich Fettzellen unter'm Bauchnabel an. Dann heißt es: Fenster aufmachen, Müll wegräumen, und
EyeToy: Kinetic ins PS2-Laufwerk einlegen, denn
Sony demonstriert erneut die Vielseitigkeit der kleinen Kamera. In Kooperation mit
Nike Motionworks entwickelte der Hersteller dieses virtuelle Fitnessprogramm, um Sportmuffeln auf spielerische Art und Weise Zugang zu körperlicher Ertüchtigung zu bieten. Ob der Titel die alte Weisheit
"Sport ist Mord." bestätigt oder tatsächlich Spaß macht, verrät unser
Master-Review.
Weder das Eine, noch das Andere Bei
EyeToy: Kinetic handelt es sich weder um ein ausgewiesenes Spiel, noch um eine reinrassige Anwendung. Um das Ziel, sich sportlich zu betätigen, zu erreichen, sind sowohl
Minigames als auch
Trainingsvideo-Sequenzen enthalten.
» Ihr werdet von Anna und Matt trainiert. |
Erstere orientieren sich an den bekannten Kamera-Spielchen aus
EyeToy: Play 2 und basieren größtenteils auf
demselben Prinzip, nämlich Kugeln und Objekte berühren, verdrängen, zerstören oder führen. Daraus resultiert, dass die meisten der
16 Minispiele wenig Variation bieten, jedoch bestätigen Ausnahmen die Regel. Einige wenige
Highlights, die mit frischen Ideen daherkommen, sorgen für den Ausgleich des Spielspaßpegels. Den zweiten Teil der Übungsformen bilden virtuelle Trainingsvideos. Hier zeigen die persönlichen Trainer
Matt und
Anna Übungen, bei denen das Kamerabild lediglich zur Selbstkontrolle angezeigt und nicht von der Software ausgewertet wird. Diese Sequenzen sind jedoch mehr als nur einfache Aerobicvideos, wie sie aus dem Fernsehen bekannt sind: Der Konsolentechnik zu Dank könnt ihr jederzeit den Kamerawinkel, aus dem ihr euren Coach sehen wollt, ändern, eine Übung wiederholen oder überspringen. Doch leider stellt sich in diesem Bereich ebenfalls schnell Monotonie ein, da stets dieselben Übungen gezeigt werden. Hier wären unterschiedliche Sequenzen zu einem Thema wünschenswert gewesen.
Schnelle Schläge und innere Ruhe Bevor das Training mit
EyeToy: Kinetic begonnen werden kann, müsst ihr, wie in einem richtigen Fitnessstudio, erst einmal aktenkundig werden. Neben dem Namen sind auch Angaben zum Gewicht, Alter, Körpergröße,
» Ausdauernde Spiele in der Kardio-Zone. |
sportlicher Aktivität oder eventuellen Verletzungen von Nöten. Zu guter Letzt ist zu entscheiden, ob lieber die zierliche
Anna oder eher der muskulöse
Matt euer Training übernehmen soll. Ist der Erfassungsteil abgeschlossen, stehen die
vier Bereiche des Spiel zur Erkundung bereit. In der
Kardio-Zone geht es um den Fettabbau, der durch längere Übungen mit niedriger Intensität erreicht wird. Die Minispiele in diesem Bereich erfordern Bewegungen aus Tanz und Aerobic. Intensiver geht's in der
Kampf-Zone zu: Der ebenfalls aus interaktiven Übungsformen bestehende Bereich stellt das Gegenteil zum Kardio-Teil dar, denn hier bewegt ihr euch innerhalb eines kürzeren Zeitraums schnell und intensiv. Dies führt zur Erhöhung der Ausdauer; Reaktionszeit und Fitness erhöhen sich ebenfalls. Wie der Name schon ahnen lässt, sind die Bewegungen hier von Kampfsportarten wie z.B.
Boxen abgeleitet. Lediglich Übungssequenzen findet ihr in der
Muskelaufbau-Zone: Wer fleißig den Anweisungen der Trainer folgt, wird schon bald beste Chancen beim nächsten
Arnold Schwarzenegger-Look-A-Like-Contest haben. Die in diesem Bereich verwendeten Bodenübungen sind so ausgelegt, dass sie das eigene Körpergewicht als Gegenkraft nutzen. Entspannt hingegen geht es in der
Körper und Geist-Zone zu. Die Spiele und Sequenzen dieses Abschnitts setzen Beweglichkeit und Konzentration voraus und fördern diese.
Yoga oder
Tai-Chi inspirieren dabei die Bewegungsabläufe.
Übung macht den Meister Der interessantere der beiden Modi ist derjenige, der auf den Namen
Persönlicher Trainer hört. Dort durchlauft ihr ein zwölfwöchiges Workout-Programm, welches sich eurem Können anpasst. Eine Trainingseinheit, von der drei pro Woche
» Manche Spiele sind Kampf-sportarten nachempfunden. |
in Angriff genommen werden sollten, besteht dabei aus zwei Übungsformen. Um Verletzungen und Muskelkater vorzubeugen, ist es zusätzlich empfohlen, jeweils vor und nach dem Training eine Aufwärm- und Dehnsequenz zu absolvieren. Alternativ kann im
Übungsfolge erstellen-Modus nach Belieben ausprobiert werden, denn hier sind die Minispiele und Sequenzen in eigenen Einheiten zusammenstellbar. Auch mehrere Spieler finden hier beim Kampf um den beste Highscore Beschäftigung.
Während des Trainings seid ihr nie allein: Auf Wunsch steht euch euer Coach ständig zur Seite und gibt Hinweise. Die Kommentare fallen stets abwechslungsreich aus und motivieren enorm: Solltet ihr einmal nicht mithalten können, zeigt ein Schatten die ideale Herangehensweise an.
Wie in bereits erschienenen
EyeToy-Minispielsammlungen erhält der Spieler nach Trainingsende eine Bewertung. Neben der üblichen Punkteeinstufung bekommt ihr im
Persönlicher Trainer-Modus eine gesprochene Analyse, in der euer Leiter Lob verteilt und Verbesserungsvorschläge anbringt. Außerdem bietet ein Menüpunkt Hilfestellungen zur eigenständigen Pulsmessung. So kann festgestellt werden, ob die Intensität der Einheit stimmte und die Herzfrequenz im Idealbereich lag oder beim nächsten Mal eine höhere oder niedrigere Schwierigkeitsstufe angebracht ist.
Eigene Sporthalle benötigt Im Gegensatz zu bisherigen Spielen, die
Sonys Kamera einsetzten, erfasst
EyeToy: Kinetic von Kopf bis Fuß. Um diese Ganzkörperaufzeichnung zu realisieren, ist jedem Exemplar des Titels eine spezielle
Weitwinkellinse» Während der Sequenzen ahmt ihr die Trainer nach. |
beigelegt, welche einfach auf die Kamera aufgesetzt wird. Nichtsdestotrotz ist zum problemlosen Üben sehr viel Platz erforderlich - mehr, als bei jedem bisher erschienenen
EyeToy-Spiel. In kleinen Räumen führt dies leicht zu Problemen, normal großen Fernsehecken werdet ihr vor jedem Training höchstwahrscheinlich umgestalten müssen.
In Anschluss an den Umbau fällt auf der technischen Seite die Authentizität der virtuellen Coachs auf: Ihre Animationen sind allesamt per Motion-Capturing aufgenommen und genau auf die detailliert modellierten Körper umgesetzt, weswegen mit ihnen eine gute Selbstkontrolle während der Übungssequenzen möglich ist. Auch bei den Minispielen nervt der Kommentar der Helfer nicht, da die vielen Voice-Samples Abwechslung garantieren. Lediglich ein wenig mehr Auswahl wäre bei den Settings wünschenswert, hier dürft ihr lediglich zwischen vier Hintergründen wählen. Versüßt wird euch das Training mit einer Handvoll unbekannten Musiktracks, die in Art und Geschwindigkeit an die jeweiligen Zonen angepasst sind. Leider stehen von ihnen nur jeweils zwei pro Sektor zur Auswahl.
Wichtiger Hinweis Wie unser Test ergab ist es möglich, dass es bei einigen Playstation 2-Modellen zu Speicherproblemen in diesem Spiel kommen kann. Dies äußert sich dadurch, dass gespeicherte Profildaten nicht mehr zu laden sind, weil die Datei nach Verlassen des Spiels ungültig wird. Dadurch ist unter anderem der
Persönlicher Trainer-Modus nicht mehr spielbar. Da dieser Fehler anscheinend nur in äußerst auftritt, ist er nicht in die Wertung mit einbezogen.