Neue Features, altbekannte Stärken und eine unerreichte Langzeitmotivation machen den DS-Ableger der Advance Wars-Reihe zur Genrereferenz.Strategiespiele gibt’s auf Konsolen und Handhelds ja leider nicht wie Sand am Meer. Abhilfe schaffte
Nintendo mit der
Pikmin-Reihe für den
Gamecube während auf dem
GBA das rundenbasierte
Advance Wars Strategiefreunden einen Freudesschrei entlockte. Letztere Serie bekommt nun endlich ihren ersten Ableger für den
DS und ist damit Wegbereiter für kommende Strategietitel wie
Age of Empires. Wie hoch
Advance Wars: Dual Strike die Messlatte legt und noch vieles mehr steht natürlich in unserem Master-Review.
Move out and attack! Nach dem Intro begrüßt einen das Hauptmenü, welches sogleich offenbart, dass im neuesten Teil der Serie eine Menge zu tun ist:
Fünf verschiedene Spielmodi erwarten den Hobbystrategen, wobei der Kampagnenmodus das Kernstück
» Unter den Kos befinden sich auch alte Bekannte. |
darstellt. Dessen Story lässt sich schnell erzählen: Nachdem in den Vorgängerspielen die
Black Hole-Armee besiegt wurde, dauerte der Frieden lediglich einige Monate an, denn der Kontinent
Omega-Land wird von einer riesigen feindlichen Streitmacht heimgesucht. Um der Bedrohung zu begegnen schließen die vier Nationen
Orange Star, Blue Moon, Green Earth und
Yellow Comet einen Bund und gründen so die
Allierten Nationen.
Ihr übernehmt dabei natürlich die Kontrolle der
Allierten Nationen und versucht,
Black Hole den Garaus zu machen. Die ersten Missionen dienen dabei noch als Tutorial und erklären euch das Gameplay des Spiels. Ihr könnt eure Truppen einfach mit dem Steuerkreuz auswählen oder benutzt dazu den Touchscreen. Welche Methode dabei die bessere ist, bleibt ganz dem eigenen Geschmack überlassen – sie funktionieren beide tadellos. Ihr befehligt und bewegt eure Truppen in rundenbasierten Kämpfen auf in Felder eingeteilten Karten. Dabei hat jede Einheit einen bestimmten Bewegungsradius und Reichweite: Ein Flugzeug kann weiter fliegen als ein Panzer in einer Runde fahren darf. Ein Artilleriegeschütz hat beispielsweise die Möglichkeit, auf ein drei Felder entferntes Ziel zu schießen, während Infanteristen nur benachbarte Felder angreifen können.
Wie bereits erwähnt gestaltet sich der Spielablauf rundenbasiert – es wird also Einheit um Einheit gezogen und platziert, danach ist der Gegner an der Reihe. Um neue Einheiten herstellen zu können, müsst ihr im Besitz einer Fabrik sein. Je nach Mission verfügt ihr von Anfang an über ein solches Gebäude oder müsst erst eins besetzen. Um Flugzeuge herzustellen benötigt ihr einen Flughafen, für Schiffe einen Seehafen. Die Einheiten produzieren sich aber nicht von alleine – die Herstellung kostet Geld. Dieses bekommt ihr durch das Besetzen von Städten, welche dann jede Runde eine bestimmte Menge Geld abwerfen.
Bombenstimmung auf dem Schlachtfeld Die besetzten Stützpunkte dienen aber nicht nur der Geldvermehrung sondern auch der Regeneration angeschlagener Truppenteile sowie dem Auftanken und Bestücken von Fahrzeugen mit neuer Munition. Sollte euch das Benzin ausgehen,
» Der obere Screen wird u.a. auch für Countdowns verwendet. |
kommt auch der beste Panzer nicht mehr vom Fleck und ohne Munition nützt er genausowenig. Hier gilt es also ständig, die Reserven im Auge zu behalten, was bei
Advance Wars DS dank des oberen Bildschirms um einiges schneller geht als bei den Vorgängern. Neben Munitions- und Spritanzeige liefert jener auch Informationen zu den Stärken und Schwächen einer Einheit sowie über das Gelände, auf dem man sich gerade befindet. Neben altbekannten Einheiten gibt es in
Advance Wars: Dual Strike auch einige
neue Waffen und Gebäude zu begrüßen:
Kommunikationstürme, welche die Effektivität eurer Soldaten erhöhen,
Megapanzer oder steuerbare Raketen - das Spiel hat für
Advance Wars-Veteranen einige Überraschungen parat.
Doch es gibt noch einschneidendere Neuerungen. So kann der Kampf nun auf zwei Fronten gleichzeitig stattfinden, wobei dann auf jedem der beiden
DS-Bildschirme eines der Schlachtfelder dargestellt wird. Das obere ist dabei normalerweise unter CPU-Kontrolle, ihr könnt aber jederzeit selbst ins Geschehen eingreifen. Ihr habt zudem die Möglichkeit, Einheiten von Front zu Front hin und her zu bewegen.
Einen sehr entscheidenden Einfluss auf den Ausgang einer Schlacht haben die Gaben der kommandierenden Offiziere (KOs). Eure Spielfiguren – die bei den meisten Missionen frei wählbar sind – besitzen eine Sternenleiste, welche sich während des Kampfes langsam füllt. Ist die Hälfte erreicht, kann man eine bestimmte Gabe einsetzen – komplett gefüllt steht eine Spezialgabe zur Verfügung.
Teamarbeit ist wichtig! Diese Fähigkeiten sind von KO zu KO unterschiedlich und beeinflussen den Spielablauf enorm. Kämpft ihr mit zwei KOs gleichzeitig, könnt ihr diesen nach jeder Runde wechseln, so dass die beiden unabhängig voneinander ihre Sternenleisten
» Die Grafik hat sich nicht viel verändert. |
füllen. Sind beide Leisten voll, könnt ihr ein neues Feature nutzen: den
Dual-Strike! Hierbei setzt einer der KOs seine Gabe ein und zieht mit den Einheiten. Gleich darauf könnt ihr mit dem zweiten dessen Gabe einsetzen und ebenfalls eure Truppen bewegen. Ihr habt also zwei Spielzüge und Spezialgaben auf einmal zur Verfügung. Der Gegner kann allerdings auch Dual Strikes auslösen, weswegen ihr ständig auf der Hut sein müsst.
Nach jeder Schlacht bekommt ihr eine bestimte Punktzahl gutgeschrieben, welche als Münzen auf ein Konto transferiert werden. Mit diesen könnt ihr im Shop neue Maps, Kostüme und weitere Extras freischalten.
Multiplayerschlachten!Neben dem Kampagnenmodus gibt es das sogenannte Krisengebiet. Hier stehen
44 Karten bereit, die eine Schlacht gegen einen, zwei oder drei Gegner sowie Doppelfrontkämpfe bieten. Der Versus-Modus lässt euch gegen menschliche Mitspieler
» Es gibt auch reine Luftkämpfe in AW:DS. |
antreten – der Titel offeriert einen Multi- und Singlecard-Modus, wobei man in ersterem bis zu 185 Karten zur Verfügung hat. Wem das nicht reicht sei der Karteneditor empfohlen: Hier könnt ihr eigene Maps erstellen und diese kabellos mit anderen
Advance Wars-Spielern tauschen. Ebenfalls neu ist der Survival Mode. In diesem müssen Schlachten hintereinander gewonnen werden, wobei vorher festgelegt wird, ob ihr mit einer bestimmten Summe Geld auskommen müsst, nur eine bestimmte Anzahl Runden zur Verfügung habt oder ob es ein Zeitlimit gibt. Dieser Modus bietet auch eingefleischen Fans der Reihe eine echte Herausforderung.
Zudem hat ein Echtzeitmodus den Weg ins Spiel gefunden. Jener zeigt sich aber im direkten Vergleich zu den anderen Spielmodi enorm abgespeckt und stellt so eher eine nette Zugabe dar.
Die Grafik wurde seit dem ersten Teil nur geringfügig verändert, sieht allerdings noch immer gut aus: die Kämpfe werden in kleinen, nett gemachten Animationen dargestellt, die Kartenansicht ist simpel und zweckmässig, aber effektiv. Der japanisch angehauchte Comiclook ist allerdings Geschmackssache. Soundtechnisch bietet der Titel eine Menge sehr guter Soundeffekte. Ob das rollende Panzer, explodierende Bomben oder pfeifende Raketen sind – alles wurde schön vertont. Die Hintergrundmelodien bieten genug Abwechslung und gehen einem nicht auf die Nerven.