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Master-Review:   » drucken    » versenden

MediEvil: Resurrection

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 09.09.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Sehr gelungenes Action-Adventure mit Bedienungsmängeln.

Zum Start der PSP gibt es vor allem zwei Genres im Überfluss: Renn- und Sportspiele. Alle anderen Spieltypen sind eher weniger gut abgedeckt. Während man noch vergebens nach einem Rollenspiel sucht, finden Anhänger von Action-Adventures wenigstens einen interessanten Titel: MediEvil: Resurrection. Das Remake des Playstation-Klassikers will den Spieler mit neuen Minigames, einem Mehrspielermodus und dem bekannt schrägen Design und Humor in seinen Bann ziehen und für vergnügte Stunden vor Sonys Handheld sorgen. Ob das Vorhaben geglückt ist, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Anti-Held
Tapfere Ritter klassischer Märchen sind normalerweise gut gebaute, mutige Recken mit einem Sinn für hübsche Frauen und gefährliche Drachen. Der Held unserer Geschichte ist aber das krasse Gegenteil. Einst als feiger Ritter durch
» Piraten!!
einen verirrten Pfeil in sein linkes Auge aus dem Leben gerissen, wird der mittlerweile skelettierte Sir Daniel Fortesque 100 Jahre nach seinem hässlichen Tod von einem nervtötenden Ex-Flaschengeist aus seiner vermeintlichen letzten Ruhe geweckt. Der böse Zauberer Zarok bedeckt das Land mit seinen Flüchen und verwandelt die Bevölkerung in willenlose, aggressive Zombies. Zudem wandeln Dämonen und Untote durch die einst wunderschönen Provinzen des Königsreichs. Höchste Zeit also, dass sich jemand der Sache annimmt und gleichzeitig die perfekte Gelegenheit für unseren Helden zu zeigen, was wirklich in ihm steckt.

Aller Anfang ist schwer
Nach einer schicken Einleitungssequenz beginnt das Spiel in Dans Gruft, wo der Spieler erste Gehversuche mit dem klapprigen Protagonisten unternimmt. Sofort ins Auge fällt die sehr schicke Grafik, welche durch einen hohen Detailgrad, schöne Effekte und
» Die Grafik ist gelungen.
tolle Animationen besticht. Wem im ersten Leveln ein unangenehmes Ruckeln sowie eine niedrige Framerate negativ auffällt, der sei beruhigt: fast alle anderen Gebieten laufen wesentlich flüssiger als der offensichtlich unsauber programmierte erste kleine Dungeon. Ruckler und Framerateeinbrüche treten ab dem zweiten Gebiet nur noch selten auf. Wie bei den meisten Spielen seiner Art dient die Einstiegsmission gleichzeitig als Tutorial. Die Steuerung via Richtungstasten entpuppt sich schnell als ungeeignet und so bleibt dem Spieler keine Alternative zum Analogstick der Playstation Portable. Dieser setzt etwas Eingewöhnungszeit voraus, funktioniert dann aber zufriedenstellend - wenn auch hin und wieder etwas fummelig. Springen, leichte und harte Attacke sowie Ziele erfassen und ein Sturmangriff sind sinnig auf die übrigen Bedienelemente verteilt. Weniger zufriedenstellend ist allerdings die störrische Kamera, die das Geschehen oft aus einem ungünstigen Winkel zeigt. Zwar gibt es einen Button zum Nachjustieren der Kamera, allerdings arbeitet auch dieser nicht tadellos.

Hack'n'Find
Gameplaytechnisch präsentiert sich der Titel als lupenreines Action-Adventure, in dem man sein virtuelles Alter Ego aus der Third-Person-Perspektive durch sehr abwechslungsreich und intelligent aufgebaute
» Agressive Kürbisse machen Dan das Leben schwer.
Levels
steuert. Prinzipiell geht es in den einzelnen Stages immer um das Finden verschiedener Runen, welche Türen öffnen, die wiederum zum grün schimmernden Levelausgang führen. Um an die magischen Artefakte zu gelangen müssen allerdings diverse Rätsel gelöst, Gegenstände kombiniert und eine große Menge Monster geschlachtet werden. Das Kampfsystem an sich ist dabei nicht sehr tiefgängig und beschränkt sich auf ein paar Schlagkombinationen, Schießen mit Fernkampfwaffen sowie das Blocken mit Schilden. Dank vieler verschiedener Gegner, Waffen und gut designten Bossen bleiben die Fights jedoch stets abwechslungsreich und motivierend.

Meet A Hero
Zusätzlichen Anreiz zum Erforschen der teils ausgedehnten Levels und dem Töten der meisten Gegner bietet die Halle der Helden, in der wertvolle Geschenke und lustige Zwischensequenzen fleißige Spieler belohnen. Diese
» Bereits besuchte Orte können immer wieder erreicht werden.
erreicht man nämlich nur, wenn zuvor ein versteckter magischen Kelch gefunden und dieser mit genügend Seelen erschlagener Bösewichter gefüllt wird. Verborgene Tränke, welche die maximale Lebensenergie des Protagonisten dauerhaft steigern sowie überall verteilte Goldsäcke und -Kisten motivieren zusätzlich zum Erkunden. Von gesammelter Währung kann an roten Gargoyle-Statuen Ausrüstung repariert, Munition nachgekauft und Lebensenergie aufgefüllt werden. Um die solide Spielzeit von rund zehn bis zwölf Stunden zusätzlich zu strecken, hat man dem Remake einen Jahrmarkt mit zahlreichen Minigames spendiert. Durch das erfolgreiche Abschneiden in diesen abwechslungsreichen Spielchen kann man zusätzlichen Zaster verdienen. Zur Auswahl stehen unter anderem diverse Schießwettbewerbe, Arenakämpfe und hektisch-lustige Hau den Zarok. Sämtliche Minigames dürfen zudem jederzeit im Hauptmenü im Training gespielt oder per WiFi gegen einen menschlichen Konkurrenten bestritten werden.

Mit Fahnen und Trompeten
Optisch lässt der Titel wie eingangs erwähnt bis auf einige unsauber programmierte Abschnitte mit Rucklern keine Wünsche offen. Noch besser ist die akustische Untermalung des Abenteuers geraten. So wurden die
» Eines der lustigen Minigames.
zahlreichen, herrlich witzigen Zwischensequenzen Sony-typisch von professionellen Sprechern vertont, während eine pompöse Hintergrundmusik dem Titel einen fast epischen Schliff verpasst. Das gesamte Art-Design ist ebenfalls fantastisch. Die Helden und Bösewichter sehen nicht nur grafisch gut aus, sondern strapazieren die Lachmuskeln durch ihr schräges Äußeres. Selten gab es eine so verrückte Fantasywelt zu bestaunen wie in Medi Evil: Resurrection, wo Gevatter Tod einen Robo-Helfer hat und eloquente Drachen darüber philosophieren, was wohl mit den verbrannten Überresten Ihrer Opfer geschehen soll. Weiteres nettes Technikfeature vor allem für unterwegs: Das Spiel darf jederzeit gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt an exakt der selben Stelle fortgesetzt werden.
Pro
Sehr humorvolle Inszenierung
Starke Grafik und Sound
Sehr gutes Leveldesign
Viele Gegner und Waffen
Spaßige Minigames
Freies Speichern
Contra
Störrische Kamera
Teils fummelige Bedienung
Einige ruckelige Abschnitte
Fazit
MediEvil: Resurrection ist ein Action-Adventure wie es im Buche steht: Kämpfen, suchen, sammeln in einer liebevoll designten Spielwelt plus eine einer gehörigen Portion Humor samt toller Technik machen den Titel zu einem echten Genuss. Im Gegensatz zu Remakes anderer Klassiker kann das Gameplay dank zahlreicher Gegner und Waffen sowie einem gelungenen Levelaufbau immer noch sehr überzeugen. Die neuen Minigames, die bessere Grafik und der befriedigende Mehrspielermodus machen das Remake auch für Besitzer des Originals zumindest interessant, vorausgesetzt man steht auf solche Zusatzfeatures. Ärgerlich sind allerdings einige Patzer in der Programmierung, die in wenigen Stages zu heftigen Geschwindigkeitseinbrüchen und einem ruckeligen Spielablauf führen. Auch die Kamera und die teils fummelige Steuerung hätten etwas mehr Feintuning vertragen. Wer jedoch über diese eher kleinen Fehler hinwegsehen kann und ein gutes Action-Adventure für unterwegs sucht, der ist mit MediEvil: Resurrection bestens beraten.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
   Action-Adventure
Publisher
SCEE
Entwickler
SCEI
Website
de.playstation....
Release
02. September 2005
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User-Bewertung
86
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