Passabler Actionracer, dem es an Solo-Content und einer guten Inszenierungmangelt.Rasen und Ballern. Eine Kombination, die gute Unterhaltung verspricht und in Titeln wie
Twisted Metal schon für viel Spaß vor der heimischen Konsole sorgte. Zum Launch der
PSP nimmt Sony selbst die Zügel in die Hand und präsentiert mit
Fired Up einen Vertreter des Autokampf-Genres für unterwegs. Ob der EU-Starttitel etwas taugt, erfahrt ihr wie immer in unserem
Master-Review.
RebellionDie Story ist schnell erklärt: Eine üble Diktatorin mit dem passenden Namen
Eiserne Lady hat die Macht über ein kleines Land an sich gerissen und beutet die Bevölkerung aus. Der Spieler schlüpft nacheinander in die Rolle von
vier Widerstandskämpfern, um der Unterdrückung auf drei ausgedehnten Maps und in einer Arena ein Ende zu bereiten. Präsentiert wird diese
Story in lieblosester Art und Weise. Vor jeder Map bekommt man ein paar Textfenster auf den Breitbild-LCD seiner
PSP geklatscht, die in kurzen Worten den Kampf der Rebellen gegen die Invasorin erklären. Sprachausgabe, animierte Menüs und Videos fehlen komplett, was zwangsweise dazu führt, dass
niemals echte Atmosphäre aufkommt. Ebenfalls relativ zusammenhangslos gestalten sich die
vier Kriegsareale. Ziel ist es, alle Missionen innerhalb einer Region zu erledigen. So bahnt man sich seinen Weg zu grün markierten Punkten, an denen diverse Aufträge warten. Was in
Grand Theft Auto dank vieler Zwischensequenzen, Charaktere und einer lebendigen Welt hervorragend funktioniert und dem Spieler ein Gefühl des freien Handelns verleiht, fühlt sich bei
Fired Up leider nur nach stupidem
Checkpoint-Abklappern an. Dies liegt abermals an der mehr als minimalistischen Inszenierung des Titels: superkarge
Landschaften ohne Leben,
öde Text-Briefings und eine
kaum vorhandene Story langweilen hier, statt zu fesseln.
Flotte ActionImmerhin gestaltet sich das eigentliche Gameplay ansprechender als das enttäuschende Drumherum. Die
sehr arcadige Steuerung macht es zu einem Kinderspiel, seine hochgerüsteten Kampffahrzeuge präzise über das Schlachtfeld zu
manövrieren. Leider fühlen sich die verschiedenen Vehikel beim Spielen alle ziemlich gleich an. Lediglich der Panzer unterscheidet sich durch seine Trägheit und die hochkalibrige Kanone merklich von den anderen Fahrzeugen. Neben Gas, Bremse und Lenkung braucht man lediglich die beiden Schultertasten für die
primäre sowie diverse sekundäre Waffen. Die
Missionen sind erfreulich abwechslungsreich ausgefallen. So macht man unter anderem Jagd auf Regierungstruppen, platziert Sprengsätze an strategisch wichtigen Punkten oder sammelt unter Zeitdruck Kisten ein. Damit auch zwischen den Aufträgen für genug Action gesorgt ist, bevölkern stets respawnende Gegner die Areale. Leider
fehlt es den Feinden an Variation und so spielen sich
alle Kämpfe identisch: Ausweichen, zielen, ballern. Wer stattdessen den Fokus lieber auf die Missionen legen will, kann die Feinde aber auch links liegen lassen und einfach an ihnen vorbei brausen. Eine weitere Beschäftigung neben den Missionen ist das Erhöhen des
Plünder- und
Fired Up-Levels. Beide belohnen den Spieler mit weiteren einsammelbaren Items wie besseren Waffen und Rüstungsgegenständen, die auf der Karte zu finden sind. Während für das Erhöhen von ersterem einfach nur eine bestimmte Anzahl gelber Sterne aufgesammelt werden muss, verlangt der
Fired Up-Modus etwas mehr vom Spieler: Hier gilt es,
Tanklaster in die Luft zu jagen und Gegnerwellen innerhalb eines fest vorgegebenen Zeitlimits ins Jenseits zu befördern.
Rasend schnell vorbeiSo lustig das Gameplay klingt, so schnell nutzt es sich leider auch ab. Aufgrund der immer gleichen Gegnertypen kehrt schnell
Monotonie bei der Action ein – auch die Fired Up-Missionen sind auf allen Maps identisch. Zudem bietet der Titel
» Die Inszenierung könnte kaum langweiliger sein. |
keinerlei echte Herausforderung für geübte Spieler. Kaum eine Mission benötigt einen zweiten Anlauf und auch die Endgegner werden ihrem Namen nicht gerecht. Zudem ist
der Umfang alles andere als zufriedenstellend: Die vier Karten lassen sich bei gutem Vorankommen in rund
drei bis vier Stunden bewältigen. Zwar motivieren Medaillen dazu, bereits absolvierte Aufträge nochmals anzugehen, allerdings täuscht auch diese Tatsache nicht darüber hinweg, dass der
Solo-Modus offensichtlich nur ein liebloses Anhängsel zum Mehrspielerpart ist. Dieser wiederum zeigt sich von einer eher positiven Seite. Bis zu
acht Spieler dürfen im Mehrspielermodus per
WiFi gegeneinander antreten, um sich hinterher zu heizen und unter Beschuss zu nehmen. Neben einem klassischen
Deathmatchmodus ist es auch möglich,
Rennen zu fahren – natürlich nicht ohne Waffen.
Teamspiele sind ebenso möglich. Technisch präsentiert sich der Titel solide: Größter Dorn im Auge sind, wie bereits erwähnt, die extrem kargen, abwechslungslosen Landschaften. Bessere Arbeit leistete der Entwickler bei den Fahrzeugmodellen und Effekten, die sich durchaus sehen lassen können. Vor allem das Herumwirbeln getroffener Ziele sorgt für einige spektakuläre Ansichten. Zu guter Letzt sei noch der wirklich
gelungene Sound erwähnt, welcher durch fetzige Hintergrundmusik und satte Effekte zu überzeugen weiß.