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Master-Review:   » drucken    » versenden

Half-Life 2

» Autor: Christian Kellner
» Datum: 21.02.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Auch auf der Xbox steht Gordon Freeman seinen Mann – leider nicht immer ganz flüssig.

Bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung von Half-Life 2 für den PC und knapp sieben Jahre nach der des Vorgängers, welcher auch für die PlayStation 2 erschien, kommen nun auch Xbox-Jünger in den Genuss eines der meist erwarteten FPS der Spielegeschichte. In Half-Life 2 setzte man allerorts hohe Erwartungen und zumindest die PC-Version erfüllte diese laut einhelliger Meinung. Ob die Portierung mithalten kann, erfahrt ihr wie immer in unserem Master-Review.

Ankunft in City 17
Unser Alter Ego Gordon weiß nicht recht, wie ihm gerade geschieht, als er sich – unbedarft wie er ist – in völliger Unkenntnis über das aktuelle Geschehen in einem Zugwaggon wieder findet. Angesteuert wird der
» Die Combine sind überall.
Bahnhof von City 17, sozusagen die Hochburg der Combine, welche in den letzten Jahren die Herrschaft auf der Erde übernommen und die Menschheit unterjocht haben. Woher sie kommen, weiß niemand so genau. Klar ist nur, dass sie Menschen verschleppen und teilweise – augenscheinlich willkürlich – zwischen verschiedenen Städten hin und her transferieren. Platz für Meinungsfreiheit und Selbstverwirklichung gibt es ebenso wenig. Unser rebellischer Gordon kann sich mit dieser neuen Weltordnung natürlich nicht anfreunden – der Schritt in den Untergrund als einzige Option, die bleibt.

Half-Life 2 kommt als 1:1 PC-Portierung, jedoch ohne Multiplayer und Live-Features. Was es bietet, ist reine Singleplayerunterhaltung für gute 15 – 20 Stunden. Erfreulicherweise steht diese jedoch dem Vorgänger um nichts nach: Eine spannende und detailliert ausgearbeitete Story sowie authentische Charaktere überzeugen und ziehen den Spieler tief in seinen Bann. Besonders erwähnenswert sind auch die liebevoll gestalteten Schauplätze.

Gordon motorisiert
Selbtverständlich darf unser Protagonist auch auf einige neue Spielzeuge zurückgreifen. Die im Vorfeld des PC-Releases für viel Aufruhr sorgende Gravity-Gun vollbringt im Zusammenspiel mit der
» Jetzt aber schnell.
umwerfenden Physik-Engine wahre Kunststücke: Herumstehende Einrichtungsgegenstände (Heizkörper, Holzpaletten etc.) können ebenso willkürlich im Raum bewegt werden wie auch leblose Körper von Feinden. Per Knopfdruck schleudert man das transportierte Gut – physikalisch korrekt – im hohen Bogen auf Gegner oder „just for fun“ auf andere Gegenstände. Ansonsten überwiegt das konventionelle Angebot: Ohne HEV-Suit und natürlich dem obligatorischen Brecheisen geht Gordon nicht aus dem Haus. Im Laufe des Spiels gesellen sich noch Maschinenpistole, Shotgun, Armbrust, Raketenwerfer und einige andere Spezialitäten hinzu.

Selbst vor Fahrzeugen macht der MIT-Abgänger nicht halt: Neben einem Hoverboat darf man sich auch hinter das Steuer eines Buggys setzen und im gleichen Aufwasch mithilfe der vorinstallierten Kanonen auch den Gegnern reichlich Saures geben. Die ansonsten sehr gelungene Steuerung weist im Fahrbetrieb allerdings einige dezente Mängel auf, was nicht selten an der ein wenig übersensiblen Einstellung liegt. In den Laufpassagen freut man sich jedoch über eine reaktionsfreudige und zielgenaue Steuerung, die keine Wünsche offen lässt.

Rund um die Welt
Auch die Abwechslung wird in Half-Life 2 groß geschrieben. So treibt man sich nicht nur in besagter City 17 herum, sondern ebenso in Minen, auf Highways und im Zombie-verseuchten Ravenholm
» Stimmungsvolle Schauplätze.
. Ganz besonders gelungen sind die Missionen, in welchen auf AntLion – ähnlich den „Bugs“ aus Starship Troopers – zurückgegriffen werden kann. Diese machen nämlich kurzen Prozess mit dem Combine-Gesocks. Bei einer entsprechenden Anzahl dieser unfreundlichen Zeitgenossen lehnt ihr euch am besten bequem zurück und beobachtet das – kurze aber intensive – Schauspiel. Auch über monströsere Ausgaben von Gegnern darf man sich freuen: Gigantische Striders oder Dropships – halb Organismus, halb Maschine – machen euch auf eurem Weg das Leben schwer und lassen das Herz in brenzligen Situationen schon mal in die Hose rutschen.

Ebenso erwähnenswert ist die KI eurer Gegner, welche euch mit Vorliebe umgehen, bewusst entflammbare Fässer entzünden aber natürlich auch zielgenau treffen. Die schlauen Marines aus dem Vorgänger haben hiermit einen würdigen Nachfolger erhalten. Technisch gibt es jedoch ein wenig zu beanstanden. Während die Optik der PC-Fassung lediglich bei der (Texturen-)Auflösung und dem Anti-Aliasing hinterher hinkt – und somit sehr gut aussieht –, so stören die häufig auftretenden Slow-Downs das Spielgeschehen doch ganz gewaltig. Unspielbar wird es zwar im Endeffekt nie, einen negativen Beigeschmack verursacht das Gestottere dennoch. Auch auf die Ohren gibt es ordentlich, vor allem die brachialen Soundeffekte überzeugen. Unser Held Gordon bleibt dabei jedoch stumm – er lässt lieber Knarren statt Worte sprechen.
Pro
Abwechslungsreiches Gameplay
Tolle Akustik
Spannende Story
Geniales Setting & tolle Schauplätze
Intuitive First-Person-Steuerung
Contra
Nervige Slow-Downs
Kein Multiplayer
Fahrzeugsteuerung ein wenig missglückt
Fazit
Half-Life 2 kann getrost als gelungene Portierung des PC-Vorzeigershooters bezeichnet werden: Das abwechslungsreiche und niemals langweilige Gameplay weiß in Verbindung mit der spannenden Story und den detailverliebten Schauplätzen zu gefallen und lässt die veranschlagten 15-20 Stunden Gesamtspielzeit wie im Flug vergehen. Auch technisch kann der Titel ohne weiteres mit dem Vorbild mithalten – zum Teil fehlendes Anti-Aliasing und etwas verwaschene Texturen ist man als Konsolero mittlerweile gewöhnt. Nicht zu verzeihen sind jedoch die häufig auftretenden Slowdowns, welche den Titel zwar nicht unspielbar machen, das ansonsten flüssige Gameplay aber in jeder Hinsicht belasten. Hier wäre vielleicht noch etwas Feintuning nötig gewesen. Ebenso ist das Fehlen jeglicher Multiplayer-Komponenten ärgerlich. Davon abgesehen bietet das Spiel jedoch tolle Unterhaltung für einige Abende. Wer das Spiel schon als PC-Version daheim stehen hat, braucht selbstverständlich nicht mehr zuzuschlagen. Alle anderen sollten dem „PC-Spiel des Jahres 2004“ aber die Chance geben, die es verdient hat. Shooter-Fans greifen ohnehin blind zu.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action • Ego-Shooter
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
Valve Software
Website
www.half-life2....
Release
18. November 2005
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User-Bewertung
90
9 Bewertungen
3 Reviews
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