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Master-Review:   » drucken    » versenden

Brothers in Arms: Earned in Blood

» Autor: Christian Kellner
» Datum: 31.10.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Konsequentes aber wenig innovatives Add-On zum Weltkriegs-Taktiker.

Na aber so was! Gerade einmal sechs Monate hat es gedauert, bis der Nachfolger zu Brothers in Arms: Road to Hill 30 den Konsumenten erreichte. Innovationen oder anders geartete Änderungen zum Hauptprogramm darf man sich in dieser kurzen Zeitspanne jedoch nicht erwarten. Ob und inwiefern ein Kauf vielleicht dennoch lohnt, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Der Lauf der Dinge
Die Analogien zu Brothers in Arms: Road to Hill 30 sind unverkennbar: Als Joe "Red" Hartsock durchforstet ihr Dörfer, Felder und Gebäude nach den deutschen Schergen in
» Vor dem Einsatz…
Nordfrankreich. Die Storyline von Brothers in Arms: Earned in Blood orientiert sich dabei an der seines Vorgängers, beide Titel spielen zur selben Zeit. Selbst das eine oder andere Treffen mit dem Protagonisten aus dem ersten Teil, Matt Baker, ist mit von der Partie – inklusive Zweitverwertung diverser Schauplätze.

Auch am Missions- und Spielaufbau hat sich im Grunde wenig verändert: Mit dem linken Trigger befehligt ihr nach wie vor zwei Teams, ein Fire- und ein Assault-Team, und legt Weg- sowie Feuerpunkte fest. Per Zug der R-Taste lasst ihr gegnerische Stellungen stürmen und mithilfe von Back gelangt ihr in den schon aus Road to Hill 30 bekannten Situational Awareness Mode, in welchem die Gegend aus der Vogelperspektive erkundet und eine dazupassende Taktik ausgetüftelt werden kann. Missionstechnisch gilt es neben diversen Seek & Find-Aufgaben auch wieder Stellungen zu halten und Stützpunkte einzunehmen.

Wehrmachtstraining
Dazugelernt haben hingegen eure Gegner: War der Vorgänger noch nach dem Motto Feuerteppich – Flanke – Abschuss durch zu spielen, gestaltet sich dies in Earned in Blood um einiges schwieriger:
» Der Bäcker wird sich freuen!
Die Schergen lassen sich zwar nach wie vor mithilfe des Suppression Level am Boden halten – beim Zangengriff solltet ihr jedoch aufpassen, nicht gesehen zu werden, da ihr ansonsten gänzlich auf euch allein gestellt einer ganzen Schar von neu positionierten Feinden gegenübersteht. Auch beim gesammelten Vormarsch gilt es nun Vorsicht walten zu lassen: Die KI schätzt Situationen besser ab und gibt Stellungen beziehungsweise MG-Nester bei einer alliierten Übermacht schon mal auf, um in sichere Regionen vorzustoßen.

Brothers in Arms: Earned in Blood spielt sich somit selbst auf dem einfachsten der vier Schwierigkeitsgrade um einiges kniffliger als der Vorgänger. Nicht ganz unbeteiligt daran sind jedoch leider die Wegfindungsrouten eurer Kameraden. Selbst bei denkbar einfach auszuführenden Marschbefehlen zu einem nicht verdeckten Ziel in wenigen Metern Nähe kommt es des Öfteren zu Wortmeldungen wie Dort kann ich nicht hin!. Auch Feinde können auf diese Art und Weise schon mal nicht unter Feuer genommen werden. Ärgerlich ist dies weniger aufgrund verlorener Zeit, sondern vielmehr in spieltechnischer Hinsicht, da offen im Feld stehende Soldaten beileibe ein besseres Ziel für den Feind abgeben, als hinter einer Hecke verschanzte. Neustarts wegen gefallener Kollegen stehen also an der Tagesordnung und die wenigen Savepoints tragen ihr übriges dazu bei, dass man einzelne Situationen mehrmals in Angriff muss. Positiv: Das Programm gibt euch im Falle des x-ten Reloads jedoch immerhin die Möglichkeit, eure Kameraden sowie den Protagonisten zu heilen und aufzumunitionieren. O-Ton: Im Krieg geht es nicht immer fair zu, in einem Videospiel sollte dies jedoch der Fall sein…. Danke. Nur hätten sie dies vielleicht auch den KI-Gurus mitteilen sollen.

Killed in Action
Leider hat man sich nicht dazu durchringen können, die Wiederbelebungsproblematik aus dem ersten Teil zu entschärfen beziehungsweise gänzlich auszumerzen. Grundsätzlich könnt ihr einzelne
» Im Laufschritt…
Missionen völlig auf euch allein gestellt zu Ende spielen, die toten Kameraden zurücklassend. Spätestens in der nächsten Zwischensequenz sind diese jedoch wieder mit von der Partie, das realistische und authentische Setting, welches durch die dreckige Optik sowie die bombastische Soundkulisse mühsam erarbeitet wird, geht gekonnt den Bach runter. Wäre es so schwer, einfach einen neuen Haufen Rekruten in die Schlacht zu schicken, anstatt Gefallene wieder zu beleben?

Ebenso schwer auf die Gesamtwertung drücken aber auch Ruckler im Getümmel sowie aussetzende Soundeffekte. Zwar halten sich die Einbrüche in Sachen Frames per Second in Grenzen, haarsträubende Gemetzel werden aber nichtsdestotrotz oft genug zur Zitterpartie. Mit dabei sind selbstverständlich wieder zahlreiche Boni wie Bilder, Interviews und Behind the Scenes-Videos, welche nach dem Beenden einer Mission frei geschaltet werden. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad bekommt ihr hier mehr zu sehen – pro Level warten also vier Extras auf euch. Der Mutiplayer-Modus wurde im Gegensatz zur Kampagne einer Frischzellenkur unterzogen: Neben den bereits bekannten Modi sind dieses Mal auch kooperative Einsätze und der so genannte Skirmish mit diversen Spielvarianten wie Objective, Defense oder Tour of Duty verfügbar.
Pro
Gelungenes Gameplay
Tolle Atmosphäre & Sounduntermalung
Intuitive Steuerung
Kooperativer Modus
Viele Extras
Contra
Im Westen nichts Neues (BiA 1.1)
Nervige Framerateeinbrüche
Sehr fordernd
Verwaschene Texturen
Wiederbelebungs- problematik
Fazit
Brothers in Arms: Earned in Blood hätte alles, um die Spielewelt ein wenig bunter zu gestalten – wäre es nicht Brothers in Arms v1.1. Der Titel orientiert sich dermaßen stur am Hauptprogramm, dass es schwer fällt, eine Kaufempfehlung an Shooter-Freunde abzugeben. Story und Abwechslung sind 1A, ebenso der dirty look sowie die gelungene Spielmechanik. Neuerungen sucht man jedoch mit der Lupe. Der angezogene Schwierigkeitsgrad müsste hier genannt werden, ebenso wie der neue kooperative Modus, welcher die Multiplayerfunktion um eine sinnvolle Option erweitert. Dennoch bleibt ein fahler Nachgeschmack, da es sich im Endeffekt um dasselbe Spiel in etwas anderer Verpackung handelt. Wer mit dem ersten Teil nichts anfangen konnte, wird also auch hier enttäuscht werden. Alle Anhänger von Brothers in Arms: Road to Hill 30 dürfen jedoch getrost zuschlagen – mit dem kleinen Zusatz, dass es sich hier vielmehr um ein Missionsupdate handelt, als ein vollwertiges und eigenständiges Spiel.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
   Taktik-Shooter
Publisher
Ubisoft
Entwickler
Gearbox Softwar...
Website
www.brothersina...
Release
14. Oktober 2005
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»  game4game
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83
1 Bewertung
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