Konsequentes aber wenig innovatives Add-On zum Weltkriegs-Taktiker.Na aber so was! Gerade einmal sechs Monate hat es gedauert, bis der Nachfolger zu
Brothers in Arms: Road to Hill 30 den Konsumenten erreichte. Innovationen oder anders geartete Änderungen zum Hauptprogramm darf man sich in dieser kurzen Zeitspanne jedoch nicht erwarten. Ob und inwiefern ein Kauf vielleicht dennoch lohnt, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Der Lauf der DingeDie Analogien zu
Brothers in Arms: Road to Hill 30 sind unverkennbar: Als
Joe "Red" Hartsock durchforstet ihr Dörfer, Felder und Gebäude nach den deutschen Schergen in
Nordfrankreich. Die Storyline von
Brothers in Arms: Earned in Blood orientiert sich dabei an der seines Vorgängers,
beide Titel spielen zur selben Zeit. Selbst das eine oder andere Treffen mit dem Protagonisten aus dem ersten Teil, Matt Baker, ist mit von der Partie – inklusive Zweitverwertung diverser Schauplätze.
Auch am Missions- und Spielaufbau hat sich im Grunde wenig verändert: Mit dem linken Trigger befehligt ihr nach wie vor zwei Teams, ein Fire- und ein Assault-Team, und legt Weg- sowie Feuerpunkte fest. Per Zug der
R-Taste lasst ihr gegnerische Stellungen stürmen und mithilfe von
Back gelangt ihr in den schon aus
Road to Hill 30 bekannten
Situational Awareness Mode, in welchem die Gegend aus der Vogelperspektive erkundet und eine dazupassende Taktik ausgetüftelt werden kann. Missionstechnisch gilt es neben diversen
Seek & Find-Aufgaben auch wieder Stellungen zu halten und Stützpunkte einzunehmen.
WehrmachtstrainingDazugelernt haben hingegen eure Gegner: War der Vorgänger noch nach dem Motto
Feuerteppich – Flanke – Abschuss durch zu spielen, gestaltet sich dies in
Earned in Blood um einiges schwieriger:
» Der Bäcker wird sich freuen! |
Die Schergen lassen sich zwar nach wie vor mithilfe des
Suppression Level am Boden halten – beim Zangengriff solltet ihr jedoch aufpassen, nicht gesehen zu werden, da ihr ansonsten gänzlich auf euch allein gestellt einer ganzen Schar von neu positionierten Feinden gegenübersteht. Auch beim gesammelten Vormarsch gilt es nun Vorsicht walten zu lassen: Die KI schätzt Situationen besser ab und gibt Stellungen beziehungsweise MG-Nester bei einer alliierten Übermacht schon mal auf, um in sichere Regionen vorzustoßen.
Brothers in Arms: Earned in Blood spielt sich somit selbst auf dem einfachsten der vier Schwierigkeitsgrade
um einiges kniffliger als der Vorgänger. Nicht ganz unbeteiligt daran sind jedoch leider die Wegfindungsrouten eurer Kameraden. Selbst bei denkbar einfach auszuführenden Marschbefehlen zu einem nicht verdeckten Ziel in wenigen Metern Nähe kommt es des Öfteren zu Wortmeldungen wie
Dort kann ich nicht hin!. Auch Feinde können auf diese Art und Weise schon mal nicht unter Feuer genommen werden. Ärgerlich ist dies weniger aufgrund verlorener Zeit, sondern vielmehr in spieltechnischer Hinsicht, da offen im Feld stehende Soldaten beileibe ein besseres Ziel für den Feind abgeben, als hinter einer Hecke verschanzte.
Neustarts wegen gefallener Kollegen stehen also an der Tagesordnung und die wenigen
Savepoints tragen ihr übriges dazu bei, dass man einzelne Situationen mehrmals in Angriff muss. Positiv: Das Programm gibt euch im Falle des x-ten
Reloads jedoch immerhin die Möglichkeit, eure Kameraden sowie den Protagonisten zu heilen und aufzumunitionieren. O-Ton:
Im Krieg geht es nicht immer fair zu, in einem Videospiel sollte dies jedoch der Fall sein…. Danke. Nur hätten sie dies vielleicht auch den KI-Gurus mitteilen sollen.
Killed in ActionLeider hat man sich nicht dazu durchringen können, die
Wiederbelebungsproblematik aus dem ersten Teil zu entschärfen beziehungsweise gänzlich auszumerzen. Grundsätzlich könnt ihr einzelne
Missionen völlig auf euch allein gestellt zu Ende spielen, die toten Kameraden zurücklassend. Spätestens in der nächsten Zwischensequenz sind diese jedoch wieder mit von der Partie, das
realistische und authentische Setting, welches durch die dreckige Optik sowie die bombastische Soundkulisse mühsam erarbeitet wird, geht gekonnt den Bach runter. Wäre es so schwer, einfach einen neuen Haufen Rekruten in die Schlacht zu schicken, anstatt Gefallene wieder zu beleben?
Ebenso schwer auf die Gesamtwertung drücken aber auch
Ruckler im Getümmel sowie
aussetzende Soundeffekte. Zwar halten sich die Einbrüche in Sachen
Frames per Second in Grenzen, haarsträubende Gemetzel werden aber nichtsdestotrotz oft genug zur Zitterpartie. Mit dabei sind selbstverständlich wieder
zahlreiche Boni wie Bilder, Interviews und
Behind the Scenes-Videos, welche nach dem Beenden einer Mission frei geschaltet werden. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad bekommt ihr hier mehr zu sehen – pro Level warten also vier Extras auf euch. Der
Mutiplayer-Modus wurde im Gegensatz zur Kampagne einer Frischzellenkur unterzogen: Neben den bereits bekannten Modi sind dieses Mal auch
kooperative Einsätze und der so genannte
Skirmish mit diversen Spielvarianten wie Objective, Defense oder Tour of Duty verfügbar.