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Master-Review:   » drucken    » versenden

Burnout Revenge

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 23.10.2005
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Würdiger Nachfolger des Arcade-Königs mit noch mehr Action undAltmetall.

Selten machte eine Videospielserie von Teil zu Teil solch enorme Fortschritte wie es bei der Burnout-Reihe bisher der Fall war. Während der erste Teil noch ein Titel unter vielen war, mauserte sich der zweite bereits zum echten Pflichtkauf. Für Begeisterungsstürme sorgte schließlich Burnout 3: Takedown, welches im letzten Jahr erschien. Diesen Trend will man nun mit der vierten Serieninstanz, Burnout Revenge, fortsetzen. Ob dieses Vorhaben geglückt ist, erfahrt ihr wie immer in unserem Master-Review.

Rache am Straßenverkehr
Wer den dritten Teil der Serie kennt, findet sich im übersichtlichen Hauptmenü sofort zurecht. Allerdings fällt hier auf Anhieb die ärgerlichste Änderung gegenüber den Vorgängern ins Auge: Der Einzelrennen-Modus wurde
» Hier geht es wieder kräftig zur Sache!
ersatzlos gestrichen
. Glücklicherweise dürfen Mehrspielerfans auf das altbekannte Repertoire, bestehend aus Split-Screen- und Onlinerennen (inklusive Liga) sowie der Crash-Party, zurückgreifen. Während im geteilten Bildschirm zwei Spieler beziehungsweise im Onlinemodus bis zu sechs Spieler gleichzeitig in verschiedenen Modi gegeneinander antreten dürfen, wechseln sich bei der Crash-Party bis zu sechs Schrottfans gegenseitig ab, um mit Unfällen den meisten Schaden zu verursachen. Solisten bleibt allerdings „nur“ der umfangreiche Welttour-Modus übrig, wo in den verschiedensten Disziplinen das fahrerische Können unter Beweis gestellt werden muss. Je mehr Herausforderungen von Erfolg gekrönt sind, desto mehr Contests und Fahrzeuge stehen zur Auswahl. Wie in den Vorgängern bleiben die höchsten Stufen allerdings echten Könnern vorbehalten, da der Schwierigkeitsgrad gegen Ende immer rasanter ansteigt und teilweise sogar die Grenze zum Unfairen überschreitet.

Krawall-Racer
Die Rennen sind gewohnt actiongeladen und aggressiv. Wer hier nicht drängelt, schubst und rammt hat schon verloren. Besonders gewagte Manöver wie das Fahren im Gegenverkehr, knappes
» Geschrottet.
Vorbeirasen an anderen Fahrzeugen, weites Driften und hohe Sprünge laden die Boost-Anzeige auf, welche für zusätzlichen Speed auf den abwechslungsreichen Rennkursen sorgt. Wo im Vorgänger nur kleinere Hügel für kurze Sprüngchen sorgten, hat man in Burnout Revenge echte Schanzen implementiert, welche meterweite Flüge ermöglichen. Zudem haben die Entwickler das Streckendesign mit hilfreichen Abkürzungen und Schleichwegen verfeinert. Ebenfalls neu ist das Wegrammen kleinerer Fahrzeuge, solange diese in die gleiche Richtung wie das Spielerauto fahren. Wer bisher also immer mit dem dichten Verkehr zu kämpfen hatte, darf sich nun endlich an den lästigen Sonntagsfahrern rächen, was vor allem im neuen Traffic-Attack-Modus eine echte Freude ist. Dieser unter Zeitdruck ablaufende neue Spieltyp verlangt das Zerschrotten unbescholtener Fahrzeuge. Geschickte Spielernaturen schaffen es sogar, die neutralen Mobile als Waffe einzusetzen, um so die Gegner von der Piste zu schießen. Doch Vorsicht! Nicht jedes Fahrzeug kann problemlos gerammt werden. Große Brocken wie Schlepper, LKW und auch entgegenkommende Vehikel führen bei Kontakt nach wie vor zu einem spektakulären Crash.

Takedown die Zweite
Ebenfalls wieder mit von der Partie sind die namensgebenden Takedowns des dritten Teils. Bringt man die Widersacher durch wildes Rammen und Drängeln dazu einen Unfall zu bauen, gilt dies als Takedown, was
» Die Grafikeffekte sind wunderschön.
die eigene Boost-Anzeige vergrößert. Wird man jedoch selbst Opfer einer solch unschönen Attacke, geht dies auf Kosten des Nachbrenners. Neu hinzugekommen sind die Revenge-Takedowns. Diese geben einen Zusatzbonus, wenn man einen Konkurrenten abdrängt, nachdem man selbst von diesem geschrottet wurde. Auch die Crash-Cam hat es in den Nachfolger geschafft. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, sein Wrack noch während eines Unfalls in die Bahn der Gegner zu lenken, um einen Aftertouch-Takedown zu landen. Darüber hinaus findet man den aus dem Crash-Modus bekannten Crash-Breaker auch in einige normale Rennen mit Sonderregeln wieder. Dieser erlaubt es, die Überreste seines Fahrzeuges zu sprengen, was auch weiter entfernte Gegner mit ins Verderben reißt. Unfälle kosten wie in den Vorgängern natürlich wertvolle Zeit. Schrottet man seinen Boliden, wird man erst nach einer kurzen Pause zurück auf die Strecke gesetzt. Zudem hat man eine Eigenart in die Serie übernommen. Um für ständige Action und Gegnerkontakte zu sorgen, haben die Entwickler abermals beschlossen, den umstrittenen Gummiband-Effekt ins Game zu implementieren, welcher es fast unmöglich macht, einen echten Vorsprung zur Konkurrenz heraus zu fahren. Was den heftigen Straßenkämpfen zu gute kommt, ärgert vor allem dann, wenn man nach einem unfallfreien Rennen in der letzten Kurve eingeholt wird, weil man einen Fehler gemacht hat. Auch in Burnout Revenge wird dieses Feature also die Geister scheiden.

Immer noch am schönsten!
Technisch ist das Programm im Gegensatz zum Vorgänger zwar nur im Detail verbessert worden, aber der Konkurrenz immer noch eine Stoßstangenlänge voraus. Einmalige Effekte, spektakuläre Crashs, saubere, deformierbare Fahrzeugmodelle
» Ob das gut geht?
und wunderschöne, abwechslungsreiche Strecken, von deren Panorama man aufgrund des wahnsinnigen Geschwindigkeitsgefühls allerdings nur wenig mitbekommt. Glücklicherweise ist es den Entwicklern gelungen, ärgerliche Fehler des Vorgängers auszubessern: So wurde die Kollisionsabfrage verbessert, was Hänger an unsichtbaren Vorsprüngen fast komplett beseitigt. Auch sind die Strecken leicht übersichtlicher gestaltet, was zu erhöhten Chancen beim Ausweichen sorgt. Soundtechnisch wird der bekannte Mix aus krachigen Soundeffekten und einer Rockmusikuntermalung geboten. Über 40 mehr oder weniger bekannte Interpreten sorgen hier für die passenden Klänge. Besitzer der Xbox-Version dürfen wie im Vorgänger auf eigene Soundtracks zurückgreifen und erfreuen sich an einer minimal besseren Grafik.
Pro
Schonungslose Krawall-Rennen
Wahnsinniges Geschwindigkeitsgefühl
Top Technik
Abwechslungsreiche Strecken und Spielmodi
Online spielbar mit Ligensystem
Contra
Gestrichener Einzelrennen-Modus
Für Rennspielfans vielleicht zu actiongeladen/arcadig
Im späteren Spielverlauf stellenweise unfair
Fazit
Wer sich schon immer einmal beim dichten Berufsverkehr für die zahlreichen Verspätungen bedanken wollte, bekommt mit Burnout Revenge nun endlich eine befriedigende Gelegenheit dazu. Der Actionfaktor im neuesten Teil der spektakulären Burnout-Reihe ist nochmals gestiegen. Auch wenn dies einigen Rennspielfans weniger gefallen könnte, hatte ich meinen Spaß mit den überschnellen Krawall-Rennen, wuchtigen Crash-Breakern und neuen Sprungschanzen. Wem Burnout 3: Takedown allerdings schon zuviel Action- und zu wenig Racing-Game war, der sollte vor dem Kauf Probe spielen. Grafisch- und soundtechnisch ist der Titel abermals über jeden Zweifel erhaben und zeigt der Konkurrenz, wo's lang geht. Warum der Einzelrennen-Modus gestrichen wurde, ist mir allerdings ein Rätsel. Auch der umstrittene Gummiband-Effekt bei der Gegner-KI stört mich weiterhin. Doch selbst mit diesen offensichtlichen Mankos bleibt die Burnout-Reihe in der neuesten Instanz die Mutter aller Arcade-Racer und ist somit ein echter Pflichtkauf für Anhänger des Genres.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
Criterion Games
Website
burnoutrevenge....
Release
23. September 2005
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