Würdiger Nachfolger des Arcade-Königs mit noch mehr Action undAltmetall.Selten machte eine Videospielserie von Teil zu Teil solch enorme Fortschritte wie es bei der
Burnout-Reihe bisher der Fall war. Während der erste Teil noch ein Titel unter vielen war, mauserte sich der zweite bereits zum echten Pflichtkauf. Für Begeisterungsstürme sorgte schließlich
Burnout 3: Takedown, welches im letzten Jahr erschien. Diesen Trend will man nun mit der vierten Serieninstanz,
Burnout Revenge, fortsetzen. Ob dieses Vorhaben geglückt ist, erfahrt ihr wie immer in unserem
Master-Review.
Rache am StraßenverkehrWer den dritten Teil der Serie kennt, findet sich im übersichtlichen Hauptmenü sofort zurecht. Allerdings fällt hier auf Anhieb die ärgerlichste Änderung gegenüber den Vorgängern ins Auge: Der
Einzelrennen-Modus wurde » Hier geht es wieder kräftig zur Sache! |
ersatzlos gestrichen. Glücklicherweise dürfen Mehrspielerfans auf das altbekannte Repertoire, bestehend aus
Split-Screen- und
Onlinerennen (inklusive Liga) sowie der
Crash-Party, zurückgreifen. Während im geteilten Bildschirm zwei Spieler beziehungsweise im Onlinemodus bis zu sechs Spieler gleichzeitig in verschiedenen Modi gegeneinander antreten dürfen, wechseln sich bei der Crash-Party bis zu sechs Schrottfans gegenseitig ab, um mit Unfällen den meisten Schaden zu verursachen. Solisten bleibt allerdings „nur“ der umfangreiche Welttour-Modus übrig, wo in den verschiedensten Disziplinen das fahrerische Können unter Beweis gestellt werden muss. Je mehr Herausforderungen von Erfolg gekrönt sind, desto mehr Contests und Fahrzeuge stehen zur Auswahl. Wie in den Vorgängern bleiben die höchsten Stufen allerdings echten Könnern vorbehalten, da der Schwierigkeitsgrad gegen Ende immer rasanter ansteigt und teilweise sogar die Grenze zum Unfairen überschreitet.
Krawall-RacerDie Rennen sind gewohnt actiongeladen und aggressiv. Wer hier nicht drängelt, schubst und rammt hat schon verloren. Besonders gewagte Manöver wie das Fahren im Gegenverkehr, knappes
Vorbeirasen an anderen Fahrzeugen, weites Driften und hohe Sprünge laden die Boost-Anzeige auf, welche für zusätzlichen Speed auf den abwechslungsreichen Rennkursen sorgt. Wo im Vorgänger nur kleinere Hügel für kurze Sprüngchen sorgten, hat man in
Burnout Revenge echte
Schanzen implementiert, welche
meterweite Flüge ermöglichen. Zudem haben die Entwickler das
Streckendesign mit hilfreichen Abkürzungen und Schleichwegen verfeinert. Ebenfalls neu ist das
Wegrammen kleinerer Fahrzeuge, solange diese in die gleiche Richtung wie das Spielerauto fahren. Wer bisher also immer mit dem dichten Verkehr zu kämpfen hatte, darf sich nun endlich an den lästigen Sonntagsfahrern rächen, was vor allem im neuen
Traffic-Attack-Modus eine echte Freude ist. Dieser unter Zeitdruck ablaufende neue Spieltyp verlangt das Zerschrotten unbescholtener Fahrzeuge. Geschickte Spielernaturen schaffen es sogar, die neutralen Mobile als Waffe einzusetzen, um so die Gegner von der Piste zu schießen. Doch Vorsicht! Nicht jedes Fahrzeug kann problemlos gerammt werden. Große Brocken wie Schlepper, LKW und auch entgegenkommende Vehikel führen bei Kontakt nach wie vor zu einem spektakulären Crash.
Takedown die ZweiteEbenfalls wieder mit von der Partie sind die namensgebenden
Takedowns des dritten Teils. Bringt man die Widersacher durch wildes Rammen und Drängeln dazu einen Unfall zu bauen, gilt dies als Takedown, was
» Die Grafikeffekte sind wunderschön. |
die eigene Boost-Anzeige vergrößert. Wird man jedoch selbst Opfer einer solch unschönen Attacke, geht dies auf Kosten des Nachbrenners. Neu hinzugekommen sind die
Revenge-Takedowns. Diese geben einen Zusatzbonus, wenn man einen Konkurrenten abdrängt, nachdem man selbst von diesem geschrottet wurde. Auch die
Crash-Cam hat es in den Nachfolger geschafft. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, sein Wrack noch während eines Unfalls in die Bahn der Gegner zu lenken, um einen Aftertouch-Takedown zu landen. Darüber hinaus findet man den aus dem Crash-Modus bekannten Crash-Breaker auch in einige normale Rennen mit Sonderregeln wieder. Dieser erlaubt es, die Überreste seines Fahrzeuges zu sprengen, was auch weiter entfernte Gegner mit ins Verderben reißt. Unfälle kosten wie in den Vorgängern natürlich wertvolle Zeit. Schrottet man seinen Boliden, wird man erst nach einer kurzen Pause zurück auf die Strecke gesetzt. Zudem hat man eine Eigenart in die Serie übernommen. Um für ständige Action und Gegnerkontakte zu sorgen, haben die Entwickler abermals beschlossen, den umstrittenen Gummiband-Effekt ins Game zu implementieren, welcher es fast
unmöglich macht, einen echten Vorsprung zur Konkurrenz heraus zu fahren. Was den heftigen Straßenkämpfen zu gute kommt, ärgert vor allem dann, wenn man nach einem unfallfreien Rennen in der letzten Kurve eingeholt wird, weil man einen Fehler gemacht hat. Auch in
Burnout Revenge wird dieses Feature also die Geister scheiden.
Immer noch am schönsten!Technisch ist das Programm im Gegensatz zum Vorgänger zwar nur im Detail verbessert worden, aber der Konkurrenz immer noch eine Stoßstangenlänge voraus. Einmalige Effekte, spektakuläre Crashs, saubere,
deformierbare Fahrzeugmodelle und wunderschöne,
abwechslungsreiche Strecken, von deren Panorama man aufgrund des
wahnsinnigen Geschwindigkeitsgefühls allerdings nur wenig mitbekommt. Glücklicherweise ist es den Entwicklern gelungen, ärgerliche Fehler des Vorgängers auszubessern: So wurde die Kollisionsabfrage verbessert, was Hänger an
unsichtbaren Vorsprüngen fast komplett beseitigt. Auch sind die Strecken leicht übersichtlicher gestaltet, was zu erhöhten Chancen beim Ausweichen sorgt. Soundtechnisch wird der bekannte Mix aus krachigen Soundeffekten und einer Rockmusikuntermalung geboten. Über 40 mehr oder weniger bekannte Interpreten sorgen hier für die passenden Klänge. Besitzer der
Xbox-Version dürfen wie im Vorgänger auf
eigene Soundtracks zurückgreifen und erfreuen sich an einer minimal besseren Grafik.