Ein generell spaßiger Arcade-Racer, der viele Spielprinzipe vereint und einige Macken besitzt."Die Welt gehört dir… Und in dieser Welt zählen schnelle Schlitten! Scharfe Bräute und fette PS sind eins… Ja, Mann, so ist das. Aber nur wenige Motherfucker verschaffen sich wirklich Respekt auf der Straße." - Diese fulminante Einleitung führt ohne große Umschweife direkt in die Thematik von
187 Ride or Die ein.
Ubisofts neuer Arcade-Racer hat sich wie immer mehr Videospiele dem amerikanischen Gangster-Szenario verschrieben: Harte Bandenkämpfe um Kontrolle, Geld und Respekt bestimmen die Tagesordnung einer virtuellen Metropole. Schnappt euch eure
Homies, startet die Motoren und ladet die Waffen durch, denn hier wird scharf geschossen! Was es mit dem Mix aus Action- und Rennspiel, welcher vom Entwickler liebevoll mit
Combat-Racing-Gamebezeichnet wird, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Mario Kart für Erwachsene Wem
Nintendos putziger Klempner im roten Overall zu kindisch ist, der dürfte an der Spielmechanik von
187 Ride or Die Gefallen finden. Die Vehikel des Spiels lassen sich unkompliziert durch die
Hoods dirigieren, sodass für den Einsatz
» Hier werden neben den Reifen auch die Gewehrläufe heiß. |
unsportlicher Manöver oft genug Gelegenheit entsteht. Hier steht euch unter anderem das
große Repertoire an Schießprügeln zur Verfügung: Alles, was in der Shooter-Welt Rang und Namen hat, ist hier vertreten. So zerlegt ihr mit Hilfe eines Beifahrers selbst den stylishsten Lowrider durch den Einsatz von Handfeuerwaffen wie Pistolen, Sturmgewehren und MPs oder gebt euren Gegnern mit Bazooka oder Gatling-Gun Saures. Sollte es einmal brenzlig werden, schaffen Medi-Kits oder Boost-Items Abhilfe. In bester
Burnout-Manier braust ihr mit
Tunnel-Blick und Geschwindigkeits-Unschärfe der Konkurrenz davon. Alle diese Gadgets können an mehr oder minder gut zugänglichen Ecken der Tracks aufgesammelt werden. Wie es sich für einen Fun-Racer gehört, variieren viele Abkürzungen und geheime Abschnitte den Streckenverlauf.
Cortez und seine Crew Im
Story-Modus verkörpert der Spieler den Nachwuchs-Gangster
Buck, dessen Schonzeit beendet ist. Der Boss des Viertels und Quasi-Vater
Dupree hat Ärger mit dem Anführer der
Latinos,
Cortez. Kurzerhand schickt er Buck auf einen
» Noch liegen die Wagen gut in der Kurve… |
Kreuzzug, um Revier und Ehre zu verteidigen. Von nun an wird es dieser bei den verschiedensten Events mit Scharen gegnerischen Handlangern aufnehmen, um so vom einfachen Laufburschen zum eisernen Straßensoldaten aufzusteigen. An einigen Stellen des Spiels wird der Plot, der direkt aus einem amerikanischen Rap-Song stammen könnte, durch schicke,
vorgerenderte Zwischensequenzen angereichert. Dies ändert allerdings nichts daran, dass die Hintergrundgeschichte für das Renngeschehen nebensächlich bleibt, denn eine erwähnenswerte Story-Entwicklung ist nicht zu erkennen.
In Sachen Abwechslung haben sich die Entwickler Mühe gegeben und präsentieren insgesamt sechs Modi, die Altbewährtes und neue Ideen zusammenbringen: Neben den obligatorischen
Rundkursrennen und
DeathMatch-Arenakämpfen trefft ihr regelmäßig auf
Minenfeld-,
Parkhausflucht-, und
Cop-Verfolgungs-Missionen. Erstere entsprechen einem normalen Rennen, allerdings ist das Waffenarsenal hier auf die namensgebenden Minen beschränkt. Während einer Parkhausflucht gilt es, sich den Weg durch drei Gegner-verseuchte Etagen bis zum Ausgang frei zu schießen.
Need for Speed-Fans alter Schule wird das Herz bei den hochtourigen Verfolgungsjagden auf dem Highway höher schlagen: Ganz im Stil der früheren Teile der Rennserie versucht ihr dort, den aggressiven Ordnungshütern im dichten Verkehr zu entkommen. An sehr wenigen Stellen warten ebenfalls einige
Spezial-Events mit ganz eigenen Zielen: So muss unter anderem ein Lieferwagen eskortiert oder ein von Handlangern beschütztes Ziel ausschaltet werden.
Meine Homies und ich Für besondere Leistungen stellt das Spiel in zwei Stufen bessere Startbedingungen beim nächste Rennen bereit. Diese
silbernen und goldenen Ehrenkugeln verleihen euch zum Beispiel vollen Boost von Beginn an, die doppelte Lebensenergie oder eine Waffe. Des Weiteren
» Den Schießprügeln fehlt es nicht an Durchschlagskraft. |
schaltet ihr im Spielverlauf zusätzliche Wagen, Areale und Charaktere frei. Die Missionsabfolge ist linear, lediglich an einigen Stellen darf der Spieler wählen, welches Event er als nächstes bestreiten möchte. Wer sich nicht auf die Zielgenauigkeit der Computer-Kollegen verlassen möchte, kann jederzeit einen Freund auf den Beifahrersitz verfrachten: Die komplette Story ist auch
kooperativ spielbar. Zeitgenossen kämpferischer Natur hingegen treten im Deathmatch oder beim (Minen-)Rennen mit Mitspielern an einer Konsole oder via Xbox Live gegeneinander an.
Verantwortlich dafür, dass
187 Ride or Die das Gangster-Flair wie kaum ein anderes Spiel vermittelt, ist die
hervorragende Sprachausgabe und der
eingängige Soundtrack des Spiels.
Ubisoft verpflichtete hierzu den amerikanischen Rapper
Guerilla Black, der neben dem Soundtrack auch in der Rolle des
Dupree einen Großteil der Sprachsamples lieferte. Auch die weiteren Rollen ließ das Team nicht außer Acht und engagierte für diese Schauspieler. An der
Grafik des Titels kann ebenfalls
nichts bemängelt werden: Diese lässt sich auf
beiden Systemen anschauen und zaubert knackige Großstadtszenarien auf den Schirm. Jedoch müssen PS2-Spieler aufgrund von matschigeren Texturen und Kantenflimmern ein wenig auf Schärfe und Weitsicht verzichten. Zu guter Letzt komplettiert die Steuerung den
insgesamt gelungenen Technik-Teil des Spiels. Mit beiden voreingestellten Controllerbelegungen lässt sich das Geschehen stets gut kontrollieren.