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Master-Review:   » drucken    » versenden

187 Ride or Die

» Autor: Klaus Fleerkötter
» Datum: 26.09.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Ein generell spaßiger Arcade-Racer, der viele Spielprinzipe vereint und einige Macken besitzt.

"Die Welt gehört dir… Und in dieser Welt zählen schnelle Schlitten! Scharfe Bräute und fette PS sind eins… Ja, Mann, so ist das. Aber nur wenige Motherfucker verschaffen sich wirklich Respekt auf der Straße." - Diese fulminante Einleitung führt ohne große Umschweife direkt in die Thematik von 187 Ride or Die ein. Ubisofts neuer Arcade-Racer hat sich wie immer mehr Videospiele dem amerikanischen Gangster-Szenario verschrieben: Harte Bandenkämpfe um Kontrolle, Geld und Respekt bestimmen die Tagesordnung einer virtuellen Metropole. Schnappt euch eure Homies, startet die Motoren und ladet die Waffen durch, denn hier wird scharf geschossen! Was es mit dem Mix aus Action- und Rennspiel, welcher vom Entwickler liebevoll mit Combat-Racing-Gamebezeichnet wird, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Mario Kart für Erwachsene
Wem Nintendos putziger Klempner im roten Overall zu kindisch ist, der dürfte an der Spielmechanik von 187 Ride or Die Gefallen finden. Die Vehikel des Spiels lassen sich unkompliziert durch die Hoods dirigieren, sodass für den Einsatz
» Hier werden neben den Reifen auch die Gewehrläufe heiß.
unsportlicher Manöver oft genug Gelegenheit entsteht. Hier steht euch unter anderem das große Repertoire an Schießprügeln zur Verfügung: Alles, was in der Shooter-Welt Rang und Namen hat, ist hier vertreten. So zerlegt ihr mit Hilfe eines Beifahrers selbst den stylishsten Lowrider durch den Einsatz von Handfeuerwaffen wie Pistolen, Sturmgewehren und MPs oder gebt euren Gegnern mit Bazooka oder Gatling-Gun Saures. Sollte es einmal brenzlig werden, schaffen Medi-Kits oder Boost-Items Abhilfe. In bester Burnout-Manier braust ihr mit Tunnel-Blick und Geschwindigkeits-Unschärfe der Konkurrenz davon. Alle diese Gadgets können an mehr oder minder gut zugänglichen Ecken der Tracks aufgesammelt werden. Wie es sich für einen Fun-Racer gehört, variieren viele Abkürzungen und geheime Abschnitte den Streckenverlauf.

Cortez und seine Crew
Im Story-Modus verkörpert der Spieler den Nachwuchs-Gangster Buck, dessen Schonzeit beendet ist. Der Boss des Viertels und Quasi-Vater Dupree hat Ärger mit dem Anführer der Latinos, Cortez. Kurzerhand schickt er Buck auf einen
» Noch liegen die Wagen gut in der Kurve…
Kreuzzug, um Revier und Ehre zu verteidigen. Von nun an wird es dieser bei den verschiedensten Events mit Scharen gegnerischen Handlangern aufnehmen, um so vom einfachen Laufburschen zum eisernen Straßensoldaten aufzusteigen. An einigen Stellen des Spiels wird der Plot, der direkt aus einem amerikanischen Rap-Song stammen könnte, durch schicke, vorgerenderte Zwischensequenzen angereichert. Dies ändert allerdings nichts daran, dass die Hintergrundgeschichte für das Renngeschehen nebensächlich bleibt, denn eine erwähnenswerte Story-Entwicklung ist nicht zu erkennen.

In Sachen Abwechslung haben sich die Entwickler Mühe gegeben und präsentieren insgesamt sechs Modi, die Altbewährtes und neue Ideen zusammenbringen: Neben den obligatorischen Rundkursrennen und DeathMatch-Arenakämpfen trefft ihr regelmäßig auf Minenfeld-, Parkhausflucht-, und Cop-Verfolgungs-Missionen. Erstere entsprechen einem normalen Rennen, allerdings ist das Waffenarsenal hier auf die namensgebenden Minen beschränkt. Während einer Parkhausflucht gilt es, sich den Weg durch drei Gegner-verseuchte Etagen bis zum Ausgang frei zu schießen. Need for Speed-Fans alter Schule wird das Herz bei den hochtourigen Verfolgungsjagden auf dem Highway höher schlagen: Ganz im Stil der früheren Teile der Rennserie versucht ihr dort, den aggressiven Ordnungshütern im dichten Verkehr zu entkommen. An sehr wenigen Stellen warten ebenfalls einige Spezial-Events mit ganz eigenen Zielen: So muss unter anderem ein Lieferwagen eskortiert oder ein von Handlangern beschütztes Ziel ausschaltet werden.

Meine Homies und ich
Für besondere Leistungen stellt das Spiel in zwei Stufen bessere Startbedingungen beim nächste Rennen bereit. Diese silbernen und goldenen Ehrenkugeln verleihen euch zum Beispiel vollen Boost von Beginn an, die doppelte Lebensenergie oder eine Waffe. Des Weiteren
» Den Schießprügeln fehlt es nicht an Durchschlagskraft.
schaltet ihr im Spielverlauf zusätzliche Wagen, Areale und Charaktere frei. Die Missionsabfolge ist linear, lediglich an einigen Stellen darf der Spieler wählen, welches Event er als nächstes bestreiten möchte. Wer sich nicht auf die Zielgenauigkeit der Computer-Kollegen verlassen möchte, kann jederzeit einen Freund auf den Beifahrersitz verfrachten: Die komplette Story ist auch kooperativ spielbar. Zeitgenossen kämpferischer Natur hingegen treten im Deathmatch oder beim (Minen-)Rennen mit Mitspielern an einer Konsole oder via Xbox Live gegeneinander an.
Verantwortlich dafür, dass 187 Ride or Die das Gangster-Flair wie kaum ein anderes Spiel vermittelt, ist die hervorragende Sprachausgabe und der eingängige Soundtrack des Spiels. Ubisoft verpflichtete hierzu den amerikanischen Rapper Guerilla Black, der neben dem Soundtrack auch in der Rolle des Dupree einen Großteil der Sprachsamples lieferte. Auch die weiteren Rollen ließ das Team nicht außer Acht und engagierte für diese Schauspieler. An der Grafik des Titels kann ebenfalls nichts bemängelt werden: Diese lässt sich auf beiden Systemen anschauen und zaubert knackige Großstadtszenarien auf den Schirm. Jedoch müssen PS2-Spieler aufgrund von matschigeren Texturen und Kantenflimmern ein wenig auf Schärfe und Weitsicht verzichten. Zu guter Letzt komplettiert die Steuerung den insgesamt gelungenen Technik-Teil des Spiels. Mit beiden voreingestellten Controllerbelegungen lässt sich das Geschehen stets gut kontrollieren.


Pro
Atmosphärisch
Abwechslungsreich
Knackige Optik
Gelungener Mix der Spielelemente
Soundtrack und Stimmen gelungen
Contra
Zu Kurz
Flache Rahmenhandlung
Wenige Online-Optionen
Fazit
Check das aus, G-Rida! 187 Ride or Die ist ein Rennspiel der anderen Art. Ubisoft schnürt das Mario Kart – Burnout 3: Takedown - GTA: San Andreas - Need for Speed: Underground – Paket und siehe da: Es macht richtig Spaß! Das Gangster-Szenario erzeugt eine intensive Atmosphäre und die vielen Rennarten im Singleplayer-Modus sorgen für Abwechslung. Ausbaufähig wäre lediglich die Story gewesen: Dieser fehlt es selbst für eine Seifenoper an Spannung. Hinzu kommt, dass der Spaß recht schnell vorbei ist, denn viel mehr als zehn Stunden nimmt die Einzelspielerkampagne nicht in Anspruch. Zwar bleibt dann noch der durchaus spaßige Online-Modus, doch die Vielfalt, welche der Spieler alleine genießt, wird ihm in Gesellschaft nicht gegönnt: Nur die Hälfte aller Rennarten stehen hier zur Verfügung. Zudem herrscht in der Xbox Live-Lobby gähnende Leere, weswegen der Multiplayer-Part die Spielzeit kaum verlängern kann. Genrefans, die sich mit der amerikanischen Hip Hop-Kultur identifizieren können, erwartet ein etwas andere Fun-Racer, dem das Pflichtkauf-Siegel aufgrund von einigen Macken verwehrt bleibt.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action • Car-Combat
Publisher
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft
Website
www.ubi.com/DE/...
Release
26. August 2005
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User-Bewertung
83
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