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Master-Review:   » drucken    » versenden

Burnout Legends

» Autor: Christian Krammer
» Datum: 20.01.2006
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Auf dem Nintendo DS hat Burnout seine ehemals grandiose Seele leider ausgehaucht.

Als der erste Burnout-Teil im Jahre 2002 erschien, ahnte wohl noch niemand, welch grandiose Serie daraus werden würde. Das lag nicht zuletzt daran, dass der Einstand des Racers nur bedingt überzeugen konnte und lediglich oberes Mittelmaß darstellte. Entwickler Criterion Games lernte jedoch aus den Fehlern und lieferte mit den beiden Nachfolgern Point of Impact und Takedown wahre Meisterwerke ab. Ob sich auch der DS-Ableger in diese Riege einreihen kann, klärt das folgendes Master-Review.

Eine Legende kehrt zurück
Kenner des dritten Teils der Serie werden sich sofort heimisch fühlen. Obwohl Electronic Arts bei Burnout Legends offenkundig von einem "best of" der vorangegangenen Konsolenversionen spricht, sieht man dem Spiel seine Nähe zu
» Guter Cop, böser Raser.
Burnout 3: Takedown an allen Ecken und Enden an. Bereits das Hauptmenü lässt einen in Erinnerungen schwelgen: Aufmachung sowie Struktur wurden zwar verändert, die markanten Sounds sind aber gleich geblieben – wenn auch die Präsentation auf dem DS naturgemäß leidet. Die wichtigste Neuerung stellt die Unterteilung des Einzelspieler-Modus, World Tour genannt, in die fünf altbekannten Fahrzeugklassen dar.

Auch bei den Events ist einiges passiert. Diese sind zwar noch immer in die drei Kontinente Amerika, Europa und Asien unterteilt, der Spieler kann aber nicht mehr zwischen den Regionen umschalten, sondern bekommt alles auf einem einzigen Bildschirm präsentiert. Die Abfolge der Rennen darf jedoch, in gewissem Maße, noch immer frei gewählt werden, wobei mit wachsendem Spielfortschritt weitere zur Verfügung stehen. Hat man alle Duelle einer Fahrzeugkategorie abgeschlossen, geht es in die nächste, schnellere. Damit wächst auch die Herausforderung, um dann zu guter Letzt in der Super-Klasse zu gipfeln. Insgesamt stehen über 50 Autos zur Verfügung, wobei man sich von der Zahl jedoch nicht täuschen lassen darf. Außer einem individuellen Erscheinungsbild weisen diese nahezu keine merkbaren Unterschiede auf.

Around the world
Bei den zur Verfügung stehenden Modi hat Electronic Arts auf Altbewährtes zurückgegriffen: Rennen, Grand Prix, Eliminator, Face Off, Vorschaurunde, Road Rage und Verfolgung bieten genügend Abwechslung. Meist läuft es dabei jedoch hinaus,
» Schumi wäre blass vor Neid.
sich gegen vier Rivalen durchzusetzen und als Erster die Ziellienie zu überqueren. Face Off wartet mit lediglich zwei Fahrzeugen auf, bei der Vorschaurunde liegt die Herausforderung darin, die Strecke innerhalb einer gewissen Zeit zu beenden. Den weitaus spaßigsten und zugleich auch destruktivsten Modus findet man in Road Rage wieder. Hier gilt es, innerhalb eines Zeitlimits eine bestimmte Anzahl an Gegnern zu crashen. Mit einem Polizeiauto ausgestattet muss man bei der Verfolgung einen Flüchtigen stellen und diesen bis zur vollständigen Zerstörung rammen.

Alle Modi haben gemeinsam, dass sie in Gold, Silber oder Bronze abgeschlossen werden können. Neben der Genugtuung, alle Rennen mit dem edelsten Metall beendet zu haben, erhält man auf diese Weise auch verschiedene freischaltenbare Inhalte wie Autos, Strecken und Events. Daneben regnet es auch Schnappschüsse oder Schlagzeilen für besonders große Zerstörungen bei den Crash-Events. Richtig gelesen, auch diese sind wieder mit von der Partie, wenn auch im Gegensatz zur PSP-Version in abgespeckter Form. Neben den ca. 50 Events warten lediglich zehn Kreuzungen, die noch dazu nicht besonders aufregend sind, auf die Verwüstung durch den Spieler. Dazu steht wie auch schon in Burnout 3 der so genannte Crashbreaker, genügend verursachte Karambolagen vorausgesetzt, zur Verfügung. Einsammelbare Geld-Icons sorgen dafür, dass die Schadenssumme noch weiter in die Höhe schnellt. Die bereits aus Sonys Ableger bekannten Strecken der übrigen Modi sind zwar 1:1-Kopien, verschwimmen in vorliegender Fassung aber aufgrund der eingeschränkten grafischen Fähigkeiten schnell zu einem monotonen Einheitsbrei. Die verringerte Anzahl der Events hat natürlich auch eine erheblich kürzere Spielzeit zur Folge. Mehr als zehn Stunden werden selbst Anfänger nicht benötigen.

Von der Theorie zur Praxis
Das zentrale Element ist auch in Burnout Legends der Boost, welcher dem Auto eigentlich auf Knopfdruck Flügel verleihen sollte. Soweit zur bei anderen Teilen der Serie gängigen Praxis, in der DS-Welt sieht die Sache etwas anders aus. Selbst in
» Unausweichlich: Ein Crash.
der schnellsten Auto-Klasse kann das, ansonsten für die Burnout-Reihe berühmt-berüchtigte, Geschwindigkeitsgefühl nicht so recht mitreißen. Der Bolide erfährt zwar einen ordentlichen Schub, die Präsentation ist jedoch eine Enttäuschung. Weder der verschwommene Tunnelblick noch das charakteristische Brutzeln des Boost-Balkens überzeugen.

Nichtsdestotrotz entscheidet dieses Element über Sieg und Niederlage und sorgt für lange Gesichter bei den Gegnern. Zu Beginn eines Rennens lediglich mit einem leeren Boost-Balken ausgestattet, kann man diesen schnell durch waghalsige Manöver wie Drifts und dem Heizen auf der Gegenfahrbahn füllen. Natürlich dürfen auch die Rivalen dafür missbraucht werden, indem man ihnen einen so genannten Takedown verpasst: ein heftiger Stoß reicht dazu bereits aus. Selbst Opfer eines solchen Manövers kommt die Impact Time ins Spiel. Auf Knopfdruck verlangsamt man die Zeit während eines Crashs und manövriert das Auto in nahende Kontrahenten: Aftertouch-Takedown!

Von Schein und Sein
Criterion Games hat zwar alles daran gesetzt, das Burnout-Feeling auch auf dem DS möglichst gut erlebbar zu machen, leider werden dabei einmal mehr die Grenzen von Nintendos Handheld aufgezeigt. Für sich alleine gesehen vermag
» Mitten durch die Stadt.
es die vorliegende Version durchaus zufrieden zu stellen, kennt man aber die PSP- oder gar die Konsolen-Fassungen, so ist man vom Ergebnis wahrlich enttäuscht: von Zeit zu Zeit auftretende Clipping-Fehler, grobschlächtige Wagenmodelle sowie das bereits angesprochene lahme Geschwindigkeitsgefühl. Auch die Aufmachung der Strecken reißt einen nicht vom Stuhl.

Bedingt durch das kleine Display ist das Geschehen ein wenig fitzelig und man erkennt die Fahrzeuge nur schwer, was zu gewissen Ermüdungserscheinungen führt. Das Ganze findet in den Soundeffekten seine Fortsetzung, da die Motorengeräusche eher schwach auf der Brust sind und die Crash-Geräusche nichts mit der Wucht eines echten Zusammenstoßes gemein haben. Immerhin weiß die Musikuntermalung durchaus zu gefallen, was für einen DS-Titel von Electronic Arts eine echte Leistung darstellt. Abseits der World Tour steht neben dem Einzel-Event noch ein Multiplayer-Modus für bis zu fünf Teilnehmer zur Verfügung, der jedoch mit lediglich zwei Event-Typen nur bedingt überzeugt. Möchte man das Game einem anderen Spieler schmackhaft machen, so wird dazu löblicherweise nur ein Modul benötigt.
Pro
Freischaltbarer Content
Einzelkarten-Spiel
Für sich alleine gesehen durchaus überzeugend
Contra
Im Vergleich zur PSP enttäuschend
Mäßige Optik und Akustik
Clipping-Fehler
Wird schnell eintönig
Mäßiges Geschwindigkeitsgefühl
Geringe Spielzeit
Fazit
Schön langsam sollte Electronic Arts eigentlich begriffen haben, dass eine reine Umsetzung für Nintendos Kleinen nicht zu Ruhm und Ehre führt – schon gar nicht, wenn die speziellen Touchscreen-Fähigkeiten ungenutzt bleiben. Das beste Beispiel dafür stellt bis dato wohl vorliegender Fall dar. Einem bekennenden Fan wie mir tut es im Herzen weh, wenn ich mit ansehen muss, was aus der grandiosen Serie geworden ist. Dabei kann Burnout Legends für sich alleine gesehen durchaus überzeugen und einem das Feeling der Serie, wenn auch nur bedingt, auch auf dem DS näher bringen. Kennt man aber die PSP- oder gar die Konsolen-Version, so enttäuscht das Ergebnis. Die Burnout-Reihe lebt wie selten eine andere von der grandiosen Grafik und sensationellen Präsentation, der Handheld kann jedoch mit beidem in nur sehr begrenztem Umfang dienen. Die Optik überzeugt nur bedingt, die schlechte Integration etwa des charakteristischen Tunnelblicks büßt viel von der Atmosphäre ein. Auch die Soundeffekte sind bestenfalls Mittelmaß und wissen auf keinen Fall die Wucht der Crashes einzufangen. Wer nur einen DS sein Eigen nennt und noch nie in den Genuss der Burnout-Serie gekommen ist, kann durchaus einen Blick riskieren. Besitzt man jedoch bereits einen Teil der grandiosen Serie, so sollten tunlichst die die Finger von dieser Version gelassen werden. EA hat es erfolgreich geschafft, der Serie die Seele auszuhauchen.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
Criterion Games
Website
www.ea.com/offi...
Release
09. Dezember 2005
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55
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