Auf dem Nintendo DS hat Burnout seine ehemals grandiose Seele leider ausgehaucht.Als der erste
Burnout-Teil im Jahre 2002 erschien, ahnte wohl noch niemand, welch grandiose Serie daraus werden würde. Das lag nicht zuletzt daran, dass der Einstand des Racers nur bedingt überzeugen konnte und lediglich oberes Mittelmaß darstellte. Entwickler
Criterion Games lernte jedoch aus den Fehlern und lieferte mit den beiden Nachfolgern
Point of Impact und
Takedown wahre Meisterwerke ab. Ob sich auch der DS-Ableger in diese Riege einreihen kann, klärt das folgendes
Master-Review.
Eine Legende kehrt zurück Kenner des dritten Teils der Serie werden sich sofort heimisch fühlen. Obwohl
Electronic Arts bei
Burnout Legends offenkundig von einem
"best of" der vorangegangenen Konsolenversionen spricht, sieht man dem Spiel seine Nähe zu
» Guter Cop, böser Raser. |
Burnout 3: Takedown an allen Ecken und Enden an. Bereits das Hauptmenü lässt einen in Erinnerungen schwelgen: Aufmachung sowie Struktur wurden zwar verändert, die markanten Sounds sind aber gleich geblieben – wenn auch die Präsentation auf dem DS naturgemäß leidet. Die wichtigste Neuerung stellt die Unterteilung des Einzelspieler-Modus,
World Tour genannt, in die
fünf altbekannten Fahrzeugklassen dar.
Auch bei den Events ist einiges passiert. Diese sind zwar noch immer in die drei Kontinente
Amerika,
Europa und
Asien unterteilt, der Spieler kann aber nicht mehr zwischen den Regionen umschalten, sondern bekommt alles auf einem einzigen Bildschirm präsentiert. Die Abfolge der
Rennen darf jedoch, in gewissem Maße, noch immer
frei gewählt werden, wobei mit wachsendem Spielfortschritt weitere zur Verfügung stehen. Hat man alle Duelle einer Fahrzeugkategorie abgeschlossen, geht es in die nächste, schnellere. Damit wächst auch die Herausforderung, um dann zu guter Letzt in der Super-Klasse zu gipfeln. Insgesamt stehen
über 50 Autos zur Verfügung, wobei man sich von der Zahl jedoch nicht täuschen lassen darf. Außer einem individuellen Erscheinungsbild weisen diese nahezu keine merkbaren Unterschiede auf.
Around the world Bei den zur Verfügung stehenden Modi hat
Electronic Arts auf Altbewährtes zurückgegriffen:
Rennen,
Grand Prix,
Eliminator,
Face Off,
Vorschaurunde,
Road Rage und
Verfolgung bieten genügend Abwechslung. Meist läuft es dabei jedoch hinaus,
» Schumi wäre blass vor Neid. |
sich gegen vier Rivalen durchzusetzen und als Erster die Ziellienie zu überqueren.
Face Off wartet mit lediglich zwei Fahrzeugen auf, bei der
Vorschaurunde liegt die Herausforderung darin, die Strecke innerhalb einer gewissen Zeit zu beenden. Den weitaus
spaßigsten und zugleich auch destruktivsten
Modus findet man in
Road Rage wieder. Hier gilt es, innerhalb eines Zeitlimits eine bestimmte Anzahl an Gegnern zu crashen. Mit einem Polizeiauto ausgestattet muss man bei der
Verfolgung einen Flüchtigen stellen und diesen bis zur vollständigen Zerstörung rammen.
Alle Modi haben gemeinsam, dass sie in
Gold, Silber oder Bronze abgeschlossen werden können. Neben der Genugtuung, alle Rennen mit dem edelsten Metall beendet zu haben, erhält man auf diese Weise auch verschiedene
freischaltenbare Inhalte wie Autos, Strecken und Events. Daneben regnet es auch Schnappschüsse oder Schlagzeilen für besonders große Zerstörungen bei den Crash-Events. Richtig gelesen, auch diese sind wieder mit von der Partie, wenn auch im Gegensatz zur PSP-Version in abgespeckter Form. Neben den ca.
50 Events warten lediglich
zehn Kreuzungen, die noch dazu nicht besonders aufregend sind, auf die Verwüstung durch den Spieler. Dazu steht wie auch schon in
Burnout 3 der so genannte
Crashbreaker, genügend verursachte Karambolagen vorausgesetzt, zur Verfügung. Einsammelbare Geld-Icons sorgen dafür, dass die Schadenssumme noch weiter in die Höhe schnellt. Die bereits aus Sonys Ableger bekannten Strecken der übrigen Modi sind zwar 1:1-Kopien, verschwimmen in vorliegender Fassung aber aufgrund der eingeschränkten grafischen Fähigkeiten schnell zu einem monotonen Einheitsbrei. Die verringerte Anzahl der Events hat natürlich auch eine erheblich
kürzere Spielzeit zur Folge. Mehr als zehn Stunden werden selbst Anfänger nicht benötigen.
Von der Theorie zur Praxis Das zentrale Element ist auch in
Burnout Legends der
Boost, welcher dem Auto eigentlich auf Knopfdruck Flügel verleihen sollte. Soweit zur bei anderen Teilen der Serie gängigen Praxis, in der DS-Welt sieht die Sache etwas anders aus. Selbst in
» Unausweichlich: Ein Crash. |
der schnellsten Auto-Klasse kann das, ansonsten für die
Burnout-Reihe berühmt-berüchtigte,
Geschwindigkeitsgefühl nicht so recht mitreißen. Der Bolide erfährt zwar einen ordentlichen Schub, die Präsentation ist jedoch eine Enttäuschung. Weder der verschwommene Tunnelblick noch das charakteristische Brutzeln des Boost-Balkens überzeugen.
Nichtsdestotrotz entscheidet dieses Element über Sieg und Niederlage und sorgt für lange Gesichter bei den Gegnern. Zu Beginn eines Rennens lediglich mit einem leeren Boost-Balken ausgestattet, kann man diesen schnell durch
waghalsige Manöver wie Drifts und dem Heizen auf der Gegenfahrbahn füllen. Natürlich dürfen auch die Rivalen dafür missbraucht werden, indem man ihnen einen so genannten
Takedown verpasst: ein heftiger Stoß reicht dazu bereits aus. Selbst Opfer eines solchen Manövers kommt die
Impact Time ins Spiel. Auf Knopfdruck verlangsamt man die Zeit während eines Crashs und manövriert das Auto in nahende Kontrahenten: Aftertouch-Takedown!
Von Schein und Sein Criterion Games hat zwar alles daran gesetzt, das
Burnout-Feeling auch auf dem DS möglichst
gut erlebbar zu machen, leider werden dabei einmal mehr die
Grenzen von
Nintendos Handheld
aufgezeigt. Für sich alleine gesehen vermag
» Mitten durch die Stadt. |
es die vorliegende Version durchaus zufrieden zu stellen, kennt man aber die PSP- oder gar die Konsolen-Fassungen, so ist man vom
Ergebnis wahrlich enttäuscht: von Zeit zu Zeit auftretende Clipping-Fehler, grobschlächtige Wagenmodelle sowie das bereits angesprochene lahme Geschwindigkeitsgefühl. Auch die Aufmachung der Strecken reißt einen nicht vom Stuhl.
Bedingt durch das kleine Display ist das Geschehen ein wenig fitzelig und man erkennt die Fahrzeuge nur schwer, was zu gewissen Ermüdungserscheinungen führt. Das Ganze findet in den Soundeffekten seine Fortsetzung, da die Motorengeräusche eher schwach auf der Brust sind und die Crash-Geräusche nichts mit der Wucht eines echten Zusammenstoßes gemein haben. Immerhin weiß die Musikuntermalung durchaus zu gefallen, was für einen DS-Titel von
Electronic Arts eine echte Leistung darstellt. Abseits der
World Tour steht neben dem
Einzel-Event noch ein
Multiplayer-Modus für bis zu fünf Teilnehmer zur Verfügung, der jedoch mit lediglich zwei Event-Typen nur bedingt überzeugt. Möchte man das Game einem anderen Spieler schmackhaft machen, so wird dazu löblicherweise
nur ein Modul benötigt.