Auch auf der PSP macht Midnight Club 3 eine gute Figur – allerdings mit ein paar Schönheitsfehlern.Ein halbes Jahr nach dem Release von
Midnight Club 3: DUB Edition für Xbox und PlayStation 2 macht das Actionspektakel nun auch Sonys Handheld PSP unsicher. Ob und inwiefern der 1:1 Port ins Hosentaschenformat geglückt ist, erfahrt ihr im folgenden Master-Review.
DubbedDie Kooperation mit der amerikanischen Zeitschrift
DUB macht sich bezahlt: Neben unzähligen Tuningteilen wie Felgen, Endrohren und allerlei Karosserie-Schnickschnack stehen – erstmalig
» Stilvolles Aufpimpen auch unterwegs. |
in der
Midnight Club-Reihe – auch 66
lizenzierte Wagen zum stilechten
Aufpimpen bereit. Reicht das mickrige Startkapital zu Beginn gerade einmal für Klasse D-Fahrzeuge wie
VW Golf R32 oder
Mitsubishi Eclipse, schaltet ihr nach und nach nicht nur stärkere Leistungs-Tunings, Karosserieteile und Vinyls frei, sondern auch
wahre Straßenfeger -
Mercedes Benz CLK GTR oder
Lamborghini Murciélago, um nur zwei zu nennen.
Eine klassische Spezialität der Serie ist selbstverständlich auch das
Vorhandensein von Zweirädern – Fans von Aprilia, Ducati & Co. werden also ebenfalls bedient. Zum Einsatz kommen all diese Fahrzeuge bei illegalen Stadtrennen
in drei komplett frei befahrbaren Städten: San Diego, Atlanta und Detroit bieten eurer rasenden Persönlichkeit bereitwillig Unterschlupf. Die lokalen Mechaniker stellen dabei den Dreh- und Angelpunkt eurer Bemühungen um den Thron im Rennuntergrund: In der Werkstatt individualisiert ihr euer Groschengrab mit allerlei nützlichem als auch überflüssigem Zubehör und bekommt ganz nebenbei auch die eine oder andere Information über ein steigendes Event gesteckt. Damit ihr in der großen weiten Stadt mit diesem Wissen nicht völlig auf euch allein gestellt seid, steht im
Cruise-Modus jederzeit eine
Übersichtskarte zur Verfügung, welche nicht nur euren Standort verzeichnet, sondern auch den potenzieller Kontrahenten und einträglicher Turniere.
3, 2, 1… On the road greift man auf Altbewährtes zurück: Alle Fahrzeuge steuern sich sehr arcadelastig und brechen selbst bei halsbrecherischen Manövern und gezündetem Nitro nur selten aus. Übrigens:
» Auch Bikes sind wieder dabei. |
Die in
Ridge Racer so viel gescholtene Steuerung per Analogstick funktioniert hier erfreulicherweise einwandfrei und geht nach kurzer Eingewöhnungszeit leicht von der Hand. Die eingangs erwähnte
variable Streckenführung stellt dabei das zentrale Element des Titels dar: Checkpoints müssen grundsätzlich in einer festgelegten Reihenfolge absolviert werden – ob ihr zu deren Erreichen aber dem Verlauf der Hauptstraße folgt oder den klassischen Abkürzer über die eben hochgezogene Zugbrücke nehmt, bleibt euch überlassen. Gerade im fortgeschrittenen Spielverlauf ist das Benutzen von diversen Abschneidern schon beinahe Pflichtprogramm, solltet ihr ernsthaft an einem siegreichen Abschneiden interessiert sein. Eure trickreichen und flinken Gegner und der auch in der PSP-Version übermäßige Stadtverkehr lassen euch keine andere Wahl. Die logische Konsequenz ist leider keine allzu erfreuliche:
Trial & Error sowie die folgenden, unzähligen Neustarts zehren an den Nerven und beweisen einmal mehr, dass die
Midnight Club-Reihe vor allem Profis bedient. Gerade im Zusammenspiel mit den
heftigen Ladezeiten (gestoppte 40-50 Sekunden vor und nach einem jeden Rennen) ergibt sich hier keine gute Ausgangposition für ein kleines Spielchen unterwegs.
Neben den eben erwähnten
Fixstrecken werdet ihr im Verlauf des Karrieremodus auch noch Rundrennen, Autocross – hier tritt man nur gegen die Uhr an – und die so genannten
variablen Strecken kennen lernen, in denen ihr eine bestimmte Anzahl an Checkpoints in willkürlicher und frei wählbarer Reihenfolge erreichen müsst. Gute
Orts- und Straßenkenntnisse sind hier von großem Vorteil – wenn nicht sogar spielentscheidend. Um euch das harte Rennleben ein wenig zu erleichtern (oder besser: überhaupt erst erträglich zu machen),
verfügt jede Klasse über ein spezielles Feature: Mit dem
Fokus weicht ihr anderen Fahrzeugen geschickt in Zeitlupe aus, der
Agro schickt andere Verkehrsteilnehmer mit einem Rempler in den Straßengraben und mit
Roar habt ihr freie Bahn. Für einen Racing-Titel nicht unüblich: Auch den
Windschatten könnt ihr euch zunutze machen. Saugt ihr euch lange genug an den Vordermann an, steht euch ein zeitlich begrenzter Geschwindigkeitsschub zur Verfügung, der nicht nur einmal über Sieg oder Niederlage entscheiden wird.
King of the HillUm auf der Karriereleiter empor zu klettern, reicht es jedoch nicht aus, ständig an den jederzeit zugänglichen
freien Rennen teil zu nehmen. Neben gestandenen Renn-Enthusiasten, welche
ihr in Mini-Turnieren bezwingen sollt, gilt es auch, diverse
Clubs mit eurem fahrerischen Können zu beeindrucken. Als Lohn für die mühselige Arbeit winkt neben Ruhm und Mammon aber immerhin ein nicht käuflich erwerbbares Auto-Gustostückerl – das entsprechende Tuning wird üblicherweise aber immer euch überlassen. Allen Forschernaturen hat Rockstar übrigens ein spezielles Zuckerl spendiert: In jeder Stadt finden sich zwölf Rockstar-Symbole, welche ein paar spezielle Goodies frei schalten.
Damit auch abseits des Karriere-Modus keine Langeweile aufkommt, steht neben
Arcade, in dem ihr nach Lust und Laune Stadt um Stadt erkunden könnt, und
Schnelles Rennen auch ein
Multiplayer-Modus für bis zu sechs Spieler über WLAN zur Verfügung. In Modi wie
Capture the Flag,
Rocket oder
Tag dürft ihr euch hier um die Führung balgen – konventionelle Rennveranstaltungen sind aber selbstverständlich ebenfalls möglich.
Unter der Haube…Technisch ist die PSP-Version ein zweischneidiges Schwert. Während man den Jungs von Rockstar durchaus zu der Großtat gratulieren kann, ein komplettes Konsolenspiel beinahe unverändert
» Optisch steht MC3 den großen Brüdern um nichts nach. |
1:1 für ein Handheld zu konvertieren, so tun sich ob dieser Glanzleistung aber einige Abgründe auf: Vor allem die schon erwähnten Ladezeiten sind eine Katastrophe und dürfen getrost unter "dem Spielspaß abträglich" eingeordnet werden. Auch grafisch und akustisch gilt es – natürlich – einige Abstriche zu machen: So schlägt vor allem die
instabile Framerate bei hohen Geschwindigkeiten und Kurvenfahrten negativ zu Buche, Pop-Ups sucht man jedoch beinahe vergebens. Auf der musikalischen Seite überzeugen einmal mehr die knapp
100 lizenzierten Tracks aus allen gängigen musikalischen Stilrichtungen. Lediglich die Soundeffekte sind ein wenig dürftig ausgefallen, diese klingen allesamt ein wenig untermotorisiert – im wahrsten Sinne des Wortes. Präsentationstechnisch gibt es jedoch wenig zu beanstanden: Jedes Rennen wird mit einem stimmungsvollen Rundgang durch das aufgemotzte Fahrerfeld eingeläutet. Auf Replays muss man in der Taschenausgabe aber leider verzichten.