Erlebe die NFL und das Football-Feeling trotz wenigen Neuerungen hautnah.Obwohl Football neben Baseball die mit Abstand beliebteste Sportart in Amerika ist, begeistert sie europaweit eher wenig Anhänger. Trotzdem möchte
EA Sports mit der neusten Fassung aus der
Madden NFL-Reihe die Herzen der Sportfans erobern. Grafisch ist das neuste Football-Werk von
Electronic Arts eine Wucht, denn flüssige Animationen und realistisches Verhalten der Profispieler fallen in erster Linie im positiven Sinne auf. Ob es jedoch spannendere Erneuerungen als den
NFL Superstar-Modus gibt, verraten wir euch im folgenden
Master-Review.
Do it like Madden Der Publisher möchte mit
Madden NFL 06 einmal mehr den Footballfan so nahe wie möglich ins Getümmel der weltbesten Liga bringen. Neben den üblichen
Play Now-,
Practice-
» Übersichtliche Steuerbefehle während des Spiels. |
und
Multiplayer-Modi gibt es nun auch das Feature
Superstar, bei dem man sich selbst oder alternativ einen Spieler aus
NFL Street 2 zum Superstar der NFL führen muss. Die Möglichkeit, zu zweit gegeneinander zu spielen oder seine Footballkünste im Training zu testen, kennt man ja bereits aus den zahlreichen Vorgängern; darum vorerst zum
Superstar-Modus. Bevor man seine Karriere startet, darf man sich seine Eltern aus einer Auswahl von ca. sechs verschiedenen Personen auswählen, die durch den Beruf, IQ und Vornamen unterschieden werden. Als nächstes gibt man die gewünschten Daten, Rückennummer und Position für den Spieler, aus dem mal ein Star werden soll, ein. Sind Aussehen, Größe, Gewicht, etc. festgelegt, landet man direkt in einem Apartment, das fast wie im Rennspiel
DTM Race Driver aufgebaut ist.
Sich einen Agenten zu beschaffen und von einem Proficlub der NFL gedraftet zu werden, zählt vorerst zu den wichtigsten Dingen, die man erledigen muss.
Sei dein eigener Chef Im Menüpunkt
My Schedule wird der komplette Terminkalender angezeigt, bei dem auch der wichtige
Entry Draft aufgeführt ist. Entweder man nimmt sofort daran teil oder macht sich
» Der übersichtliche Terminkalender im Apartment. |
vorher im Trainingscamp mit Steuerung, Taktik, sowie Spielzügen vertraut und lässt von
John Madden höchstpersönlich Ratschläge anfordern. Neben all diesen Funktionen darf man auch Interviews geben, Mails bzw. Anrufe beantworten, Filme drehen und seine eigene Website gestalten. Das Mitspielen in Filmen klingt allerdings spektakulärer als es ist, denn hier muss man lediglich längere Dialogsätze aus einer Filmszene auswendig lernen und diesen in sechzig Sekunden aus fünf Vorgaben richtig wiedergeben. Damit der zukünftige Star am Feld perfekt aussieht, gibt es die Möglichkeit, einen
Friseur bzw. Tattooshop aufzusuchen. Zusammengefasst ist der
Superstar-Modus nichts anderes als eine kleine Erweiterung zur
Franchise-Variante; denn auch wenn man seinen eigenen Footballer nicht aufstellt, muss bzw. kann man die Matches für den NFL-Club mit allen Spielern ausführen.
Neues Spiel, altes Prinzip Enttäuscht wird man feststellen müssen, dass der
Franchise-Modus, altbekannt aus den zahlreichen Vorgängern, leider eins zu eins in Sachen Eigenschaften und Menüdesign
» Wahnsinnsatmophäre in den NFL-Stadien! |
übernommen wurde. So hat man wieder die Möglichkeit, einen der vierzig Clubs über eine dreißigjährige Dynastie als Manager an die Spitze der Profiliga zu führen. Neben den Möglichkeiten, diverse Trades, Drafts und Verhandlungen bezüglich Standort-, Namens- oder Maskottchenwechsel durchzuführen, hat man immer noch die Entscheidungsfreiheit,
die Ticketpreise zu verändern oder das Stadion um- und auszubauen. Innerhalb dieses Karrieremodus werden die aktuellsten Ligaereignisse detailliert anhand der im Hintergrund ablaufenden Radioshow sowie in Zeitungen dargestellt.
Neu eingefügt wurde eine Statistikzentrale, in der die vom eigenen Team und den direkten Gegnern verwendeten Spielzüge bis aufs kleinste Detail analysiert und grafisch angezeigt werden. Wichtig ist auch, dieses Jahr wieder ein Auge auf die Moral der einzelnen Spieler zu werfen, denn wenn einer nicht eingewechselt oder in den Spielzügen berücksichtigt wird, hat dies Einfluss auf die Leistungen. Wie gewohnt ist auch dieses Mal wieder der Job an den Erfolg gekoppelt: verliert man zu viele Spiele, sind die Preise zu hoch oder das Stadion zu alt, bildet sich eine verärgerte Stimmung bei den Fans und dem Besitzer des Clubs, was bei fehlenden Gegenmaßnahmen ziemlich schnell zur virtuellen Kündigung führen kann.
Doppeltes Football-Feeling Die Präsentation in
Madden NFL 06 grenzt schon fast an Perfektion. Die schön geschalteten Replays, stimmigen Zwischensequenzen und das Statistikanzeigedesign des
» Raue Sitten in der Football-Profiliga. |
amerikanischen Senders
ESPN lassen keine Wünsche offen. Die Entwickler haben mittlerweile schon solch eine Detailliebe hergestellt, dass sogar die Augen und Köpfe der Spieler den Ball verfolgen. Besonders
herausragend sind wieder die Wettereffekte gelungen: diese sind dynamisch und wurden sehr realistisch inszeniert Leider gibt es jedoch auch Negatives über die Optik zu berichten: neben Programmierbugs, wie einen falsch positionieren Quarterback, konnten bei der
PS2-Fassung häufig Clipping-Fehler entdeckt werden.
Ebenfalls keinen optischen Fortschritt gibt es bei der Darstellung der Stadien. So sind die Originalarenen ihren realen Vorbildern
perfekt nachempfunden und auch eine selbst erstellte Arena kann mit einigen Details aufwarten, doch für die Gestaltung des darin befindlichen Publikums wurde wieder keine zusätzliche Arbeitszeit investiert. Die Zuschauer sehen wie auch in
EAs NHL 06 und
FIFA 06 wie Pappfiguren aus – also nicht dreidimensional, wie man es sich wünschen würde.