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Master-Review:   » drucken    » versenden

Madden NFL 06

» Autor: Stefan Kobald
» Datum: 20.11.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Erlebe die NFL und das Football-Feeling trotz wenigen Neuerungen hautnah.

Obwohl Football neben Baseball die mit Abstand beliebteste Sportart in Amerika ist, begeistert sie europaweit eher wenig Anhänger. Trotzdem möchte EA Sports mit der neusten Fassung aus der Madden NFL-Reihe die Herzen der Sportfans erobern. Grafisch ist das neuste Football-Werk von Electronic Arts eine Wucht, denn flüssige Animationen und realistisches Verhalten der Profispieler fallen in erster Linie im positiven Sinne auf. Ob es jedoch spannendere Erneuerungen als den NFL Superstar-Modus gibt, verraten wir euch im folgenden Master-Review.

Do it like Madden
Der Publisher möchte mit Madden NFL 06 einmal mehr den Footballfan so nahe wie möglich ins Getümmel der weltbesten Liga bringen. Neben den üblichen Play Now-, Practice-
» Übersichtliche Steuerbefehle während des Spiels.
und Multiplayer-Modi gibt es nun auch das Feature Superstar, bei dem man sich selbst oder alternativ einen Spieler aus NFL Street 2 zum Superstar der NFL führen muss. Die Möglichkeit, zu zweit gegeneinander zu spielen oder seine Footballkünste im Training zu testen, kennt man ja bereits aus den zahlreichen Vorgängern; darum vorerst zum Superstar-Modus. Bevor man seine Karriere startet, darf man sich seine Eltern aus einer Auswahl von ca. sechs verschiedenen Personen auswählen, die durch den Beruf, IQ und Vornamen unterschieden werden. Als nächstes gibt man die gewünschten Daten, Rückennummer und Position für den Spieler, aus dem mal ein Star werden soll, ein. Sind Aussehen, Größe, Gewicht, etc. festgelegt, landet man direkt in einem Apartment, das fast wie im Rennspiel DTM Race Driver aufgebaut ist. Sich einen Agenten zu beschaffen und von einem Proficlub der NFL gedraftet zu werden, zählt vorerst zu den wichtigsten Dingen, die man erledigen muss.

Sei dein eigener Chef
Im Menüpunkt My Schedule wird der komplette Terminkalender angezeigt, bei dem auch der wichtige Entry Draft aufgeführt ist. Entweder man nimmt sofort daran teil oder macht sich
» Der übersichtliche Terminkalender im Apartment.
vorher im Trainingscamp mit Steuerung, Taktik, sowie Spielzügen vertraut und lässt von John Madden höchstpersönlich Ratschläge anfordern. Neben all diesen Funktionen darf man auch Interviews geben, Mails bzw. Anrufe beantworten, Filme drehen und seine eigene Website gestalten. Das Mitspielen in Filmen klingt allerdings spektakulärer als es ist, denn hier muss man lediglich längere Dialogsätze aus einer Filmszene auswendig lernen und diesen in sechzig Sekunden aus fünf Vorgaben richtig wiedergeben. Damit der zukünftige Star am Feld perfekt aussieht, gibt es die Möglichkeit, einen Friseur bzw. Tattooshop aufzusuchen. Zusammengefasst ist der Superstar-Modus nichts anderes als eine kleine Erweiterung zur Franchise-Variante; denn auch wenn man seinen eigenen Footballer nicht aufstellt, muss bzw. kann man die Matches für den NFL-Club mit allen Spielern ausführen.

Neues Spiel, altes Prinzip
Enttäuscht wird man feststellen müssen, dass der Franchise-Modus, altbekannt aus den zahlreichen Vorgängern, leider eins zu eins in Sachen Eigenschaften und Menüdesign
» Wahnsinnsatmophäre in den NFL-Stadien!
übernommen wurde. So hat man wieder die Möglichkeit, einen der vierzig Clubs über eine dreißigjährige Dynastie als Manager an die Spitze der Profiliga zu führen. Neben den Möglichkeiten, diverse Trades, Drafts und Verhandlungen bezüglich Standort-, Namens- oder Maskottchenwechsel durchzuführen, hat man immer noch die Entscheidungsfreiheit, die Ticketpreise zu verändern oder das Stadion um- und auszubauen. Innerhalb dieses Karrieremodus werden die aktuellsten Ligaereignisse detailliert anhand der im Hintergrund ablaufenden Radioshow sowie in Zeitungen dargestellt.

Neu eingefügt wurde eine Statistikzentrale, in der die vom eigenen Team und den direkten Gegnern verwendeten Spielzüge bis aufs kleinste Detail analysiert und grafisch angezeigt werden. Wichtig ist auch, dieses Jahr wieder ein Auge auf die Moral der einzelnen Spieler zu werfen, denn wenn einer nicht eingewechselt oder in den Spielzügen berücksichtigt wird, hat dies Einfluss auf die Leistungen. Wie gewohnt ist auch dieses Mal wieder der Job an den Erfolg gekoppelt: verliert man zu viele Spiele, sind die Preise zu hoch oder das Stadion zu alt, bildet sich eine verärgerte Stimmung bei den Fans und dem Besitzer des Clubs, was bei fehlenden Gegenmaßnahmen ziemlich schnell zur virtuellen Kündigung führen kann.

Doppeltes Football-Feeling
Die Präsentation in Madden NFL 06 grenzt schon fast an Perfektion. Die schön geschalteten Replays, stimmigen Zwischensequenzen und das Statistikanzeigedesign des
» Raue Sitten in der Football-Profiliga.
amerikanischen Senders ESPN lassen keine Wünsche offen. Die Entwickler haben mittlerweile schon solch eine Detailliebe hergestellt, dass sogar die Augen und Köpfe der Spieler den Ball verfolgen. Besonders herausragend sind wieder die Wettereffekte gelungen: diese sind dynamisch und wurden sehr realistisch inszeniert Leider gibt es jedoch auch Negatives über die Optik zu berichten: neben Programmierbugs, wie einen falsch positionieren Quarterback, konnten bei der PS2-Fassung häufig Clipping-Fehler entdeckt werden.

Ebenfalls keinen optischen Fortschritt gibt es bei der Darstellung der Stadien. So sind die Originalarenen ihren realen Vorbildern perfekt nachempfunden und auch eine selbst erstellte Arena kann mit einigen Details aufwarten, doch für die Gestaltung des darin befindlichen Publikums wurde wieder keine zusätzliche Arbeitszeit investiert. Die Zuschauer sehen wie auch in EAs NHL 06 und FIFA 06 wie Pappfiguren aus – also nicht dreidimensional, wie man es sich wünschen würde.
Pro
Geniale Präsentation
Hoher Realismus
Angepasste Zuschauerreaktionen
Leichte Steuerung
Contra
Clipping-Fehler
Teils flimmernde Grafik
Altbekannte Modi
Fazit
Flüssige Animationen, realistisches Verhalten der Spieler und eine Wahnsinnsatmosphäre im Stadion sind die mit Abstand nennenswertesten Pluspunkte von Madden NFL 06. Es gibt aber auch negative Eigenschaften, zu denen in erster Linie der fehlende Onlinemodus zählt. Leider befand es EA wieder einmal überflüssig, die Spieler der PAL-Version online gegen menschliche Gegner zocken zu lassen. Ein weiteres Manko sind die Modi, die im Grunde genommen nur vom Vorgänger kopiert und leicht abgeändert wurden. Beim neuartigen Superstar-Feature gaben sich die Entwickler ebenfalls nicht viel Mühe, da dieser im Prinzip eine Erweiterung zum altbekannten Franchise-Menüpunkt ist. Wer also bereits die Vorgänger ausgiebig gespielt hat, sollte das Geld für ein anderes Spiel sparen. Diejenigen, die in die Madden NFL-Reihe neu einsteigen, dürfen sich auf ein actiongeladenes, schönes und typisch amerikanisches Sportspiel freuen.
Infos
Erhältlich für
Genre
Sport
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
EA Sports
Website
www.electronic-...
Release
09. September 2005
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