Solide Missiondisk des Parade-Taktikers mit so gut wie keinen Neuerungen.Es leben die Missionupdates! Galt derartiges bis vor wenigen Jahren auf dem Konsolensektor noch als undenkbar, so hat sich in letzter Zeit vor allem
Ubisoft zum wahren König unter den nachgeschobenen Zusatzprogrammen entwickelt. Mit
Ghost Recon 2: Summit Strike lieferten die Mannen von
Red Storm Entertainment nun ein Rundum-Sorglos-Paket für alle
Tom Clancy's Ghost Recon 2-Fans ab – und das zum fairen Preis von €29,99. Ob die Qualitäten des "Vorgängers" erreicht wurden, erfahrt ihr wie immer in unserem Master-Review.
Korea-VeteranenDie Korea-Offensive aus
Ghost Recon 2 ist beendet, der wohl verdiente Urlaub für die Ghosts verlockend nahe. Da Weltfrieden gefährdende Unglücke aber die dumme Angewohnheit haben, nur selten alleine
» Über Stock und über Stein… |
aufzutreten, bleibt es beim Träumen von Sonne, Strand und Meer. Ein pakistanischer Warlord gilt als Verantwortlicher beim erst kürzlich erfolgten, tödlichen Attentat auf den Präsidenten von Kasachstan. Nach der Macht im Staat strebend, liegt es nun an euch und den – von den USA so sehr gehassten – UN-Truppen den Möchtegern-Führer in insgesamt
elf Missionen zu eliminieren und den militärischen Putschversuch zu vereiteln.
Im Zuge der Kampagne bekommen die Ghosts so einiges von Kasachstan zu sehen: Verschneite Gebirgsketten und regnerische Täler sind ebenso vertreten wie Großstädte – die Vorgehensweise gilt es also immer an die jeweilige Situation anzupassen. Eingeleitet wird jede Mission von einem
stimmungsvollen Briefing auf eurem PDA. Anhand einer Karte erklärt ihr euren virtuellen Kameraden die Ziele des nächsten Einsatzes und legt – leider nicht nach Belieben – Kompetenzen und Verantwortlichkeiten für das Team fest.
Stehen vier Männer im Wald…Wie schon aus diversen Ablegern des
Ghost Recon-Franchises bekannt, bedient ihr euch als Captain Mitchell eines Teams von drei Soldaten, welchen man nach altbekanntem Muster Befehle erteilt
» Auch im Winter geht es zur Sache. |
. Feuerschutz, Flankenangriff, "Stopp" und das Festlegen von Wegpunkten werden kurzerhand über ein Ingame-Menü abgerufen und von euren Kameraden sofort ausgeführt. Befehlserteilung per Spracheingabe ist selbstverständlich auch wieder enthalten. In einigen Missionen müsst ihr jedoch gänzlich auf Schützenhilfe verzichten: Im so genannten
Lone Wolf Modus gilt es, in den
riesigen Arealen alleine auf die Pirsch zu gehen. Um die Chancen wieder auszugleichen, vertraut Cpt. Mitchell in derart risikoreichen Einsätzen aber nur feinster Technik – inklusive Gewehrkamera.
Doch selbst ohne solchen technischen Schnick-Schnack habt ihr
an der Kampagne schwer zu knabbern. Die Ursache hierfür liegt nicht nur an der intelligenten Vorgehensweise eurer Kontrahenten, welche situationsabhängig auch schon mal den Weg über die nicht gedeckte Flanke nehmen, sondern vor allem am Mix zwischen hoher Treffsicherheit der KI und geringem Widerstandsvermögen eurer Schutzkleidung. Üblichweise segnet ihr also nach zwei bis drei Treffern das Zeitliche, ein Kopfschuss ist sofort tödlich. Glücklicherweise hat
Red Storm Entertainment allerdings eine
jederzeit anwählbare Speicherfunktion eingebaut, welche das Leben als Ghost durchaus erträglich(er) macht. Hat es hingegen einen eurer Kameraden erwischt, heißt es schnell handeln. Wird der Verwundete nicht innerhalb kürzester Zeit von euch oder einem anderen Soldaten verarztet, stirbt dieser an den Folgen der Schussverletzung und steht für den Rest der Mission nicht mehr zur Verfügung. Vor allem im späteren Verlauf der Kampagne kann sich dies aufgrund des hohen Gegneraufkommens negativ auf die Erfolgswahrscheinlichkeit auswirken, ein behutsamer Umgang mit den menschlichen Ressourcen sei euch also geraten.
BoniNach jedem Einsatz wird dann abgerechnet: Je nach Gesundheitspunkten, Treffsicherheit, getöteten Gegnern und benötigter Zeit erhaltet ihr Punkte, welche ihr daraufhin im hauseigenen Shop gegen allerhand Videos und
» Bloß in Deckung bleiben! |
Bilder eintauschen könnt. Richtig in Fahrt kommen diese Extra-Inhalte aber nie, weswegen man sie getrost als nettes Beiwerk ansehen kann – als motivationsförderndes Feature versagen sie allerdings leider kläglich. Durchaus zu gebrauchen ist hingegen die so genannte
Schnellmission. Unter diesem Punkt können bereits absolvierte Einsätze erneut gespielt werden – und das gleich in mehreren Variationen wie
Verteidigen,
Gefecht oder
Einzelkämpfer. Mit der
Helikopterjagd, in welcher man sich Wellen von – man höre und staune – Helikoptern erwehren muss, darf man sich auch gleich über einen neuen Spielmodus freuen.
Auch im
Multiplayer schlägt
Ghost Recon 2: Summit Strike wieder voll zu: Insgesamt
24 unterschiedliche Modi stehen dem Taktik-Begeisterten zur Verfügung, die große Fanbasis des "Vorgängers" sorgt für massig offene Spiele. Lags und derlei Gezücht sucht man auf den
24 Karten Gott sei Dank zumeist vergeblich und auch die Ladezeiten halten sich in überschaubaren Grenzen. Aber auch offline geht es zur Sache: Während man im Splitscreen immerhin zu viert kooperativ oder gegeneinander antreten kann, geht über System Link mit bis zu neun Mitspielern die Post ab.
Technisch ist der Titel
Ghost Recon 2 ebenbürtig, sprich: Es hat sich nichts verändert. Bei der
flüssigen Optik überwiegen einmal mehr die erdigen Farben, was der Atmosphäre bei einem Taktiker im Kriegs-Setting natürlich nicht unbedingt abträglich ist. Auch die Animationen sind einmal mehr umwerfend, aber dennoch: Ein wenig Feinschliff hätte man sich hie und da vielleicht doch gewünscht. So wirken zum Beispiel einige Texturen ein wenig lieblos und unscharf. Die Weitsicht auf den großen Karten geht hingegen vollkommen in Ordnung. Bei der
Sounduntermalung herrscht allerdings Friede, Freude, Eierkuchen. Gerade bei den superben Effekten konnte man fast nichts verbessern – und Musik hat in einem Spiel mit Realismusanspruch ohnehin nichts verloren (abgesehen von den Menüs).