Stealth-Action auf dem DS, welche einige technische Mängel aufweist.Sam Fisher ist schnell vom Newcomer zu einer bekannten Spiele-Ikone aufgestiegen. Sein Debüt feierte er in der aktuellen Generation und bestreitet auf dieser auch bereits sein drittes Abenteuer. Dieses trägt den Untertitel
Chaos Theory und erscheint nicht nur auf den großen Heimkonsolen, sondern auch für
Nintendos Doppelbildschirm. Wie viel Spaß die mobile Version von
Tom Clancy's Splinter Cell: Chaos Theory wirklich macht und was ihr sonst noch darüber wissen müsst, verrät euch das folgende Master-Review.
Mobiles SchleichenHandheldversionen der
Splinter Cell-Spiele sind nichts neues, konnte man doch schon auf dem
GBA » Sam Fisher in seinem ersten DS Einsatz. |
und dem
N-Gage in die Haut von Sam Fisher schlüpfen und die Welt vor bösen Terroristen retten. Die
DS-Version betritt aber Neuland, da es das erste
Splinter Cell auf einer mobilen Plattform ist, welches in
3D-Grafik dargestellt wird. Bei Sams Handheld-Portierung handelt es sich um eine abgeänderte Version des Heimkonsolentitels, welche sich vor allem in der Levelgestaltung unterscheidet. Die Missionen wurden gekürzt, das Feature des Lampen-Ausschießens komplett aus dem Spiel gestrichen und diverse Vorgehenswege umgestaltet, so dass die Handheld-Version nicht zu überfrachtet wirkt. Trotzdem bleibt das Spiel
ein reinrassiges Stealth-Action-Adventure. Sams Auftrag ist anfangs klar definiert, entwickelt sich aber mit der Zeit immer mehr, um sich letztendlich in einen weltumspannenden Einsatz zu verwandeln, der alles andere als ein Zuckerschlecken darstellt. Die Missionsbesprechungen mit Third Echelon müssen im Gegensatz zu den Konsolenversionen
ohne Sprachausgabe auskommen - die Kommunikation findet per dreizeiligem Fließtext statt, was natürlich weitaus weniger atmosphärisch ist, zumal der Fließtext recht langsam abläuft.
Geheimagent in Action Anfänger können durchaus vor einem Problem stehen, sollten sie Sam Fishers Abenteuer zum ersten Mal spielen, da es
keine automatische Kamerasteuerung gibt und diese über den Touchscreen manuell geregelt werden muss. Eine frei
» Auch das Nachtsichtgeräat gibt's auf dem DS. |
drehbare Kamera mag etwas Schönes sein, doch wenn das bedeutet, dass sie zu jeder Zeit manuell nachjustiert werden muss, verfliegt schnell die Begeisterung. Hat man jedoch gerade zu diesem Zweck seine Finger auf dem unteren Monitor, können die anderen Buttons und das Steuerkreuz nur schwer bedient werden. Folglich ist es praktisch nicht möglich, gleichzeitig Sam Fischer zu bewegen und die Kamera in die gewünschte Richtung zu drehen. Die restliche Steuerung gestaltet sich umfangreich und eingängig. Auch wenn einige Möglichkeiten der Konsolenversionen fehlen, ist es Sam trotzdem möglich, eine
große Palette an interessanten Moves beziehungsweise Aktionen durchzuführen: Computer werden gehackt, spezielle Objekte durch das Fernglas auf wichtige Hinweise geprüft, Sam hangelt sich an Rohren entlang, geht vor feindlichem Beschuss in Deckung oder sucht die Flucht in einem nahe gelegenen Lüftungsschacht. Wie es sich für ein Schleichspiel gehört, sind viele Passagen überaus düster. Mitunter ist der komplette Raum vollkommen abgedunkelt, so dass entweder der schon aus anderen
Splinter Cell-Titeln bekannte
Nachtsicht- oder aber Wärmebildmodus zum Einsatz kommt. Hier macht einem allerdings die Grafikengine einen Strich durch die Rechnung: bei eingeschaltetem Nachtsichtgerät ruckelt die
DS-Schleicherei ziemlich stark.
Schönheit ist nicht allesAber auch im Normalfall bleibt die Grafik nicht immer die flüssigste, sogar das Menü in
Splinter Cell ruckelt bereits ein wenig. Ansonsten ist die grafische Präsentation trotz des
monotonen Leveldesigns und der mitunter recht großen Pixel in
» Der Multiplayermodus macht Laune. |
Ordnung, leidet aber an einer gewissen Unschärfe der Texturen. Natürlich geht ein Großteil der Atmosphäre im Gegensatz zu den Konsolenversionen verloren – man spielt halt doch nur ein
Splinter Cell "light". Allerdings haben sich die Entwickler die Mühe gemacht, einen
Mehrspielermodus zu integrieren, der aber voraussetzt, dass jeder Mitspieler ein Modul besitzt. So ist es möglich, in einem Kooperationsmodus mit einem anderen Nintendo DS-Besitzer in einer von fünf speziellen Missionen zusammen zu arbeiten. Dabei übernimmt jeder der Spieler eine unterschiedliche Rolle. Im Versus-Modus dürfen sich bis zu vier Spieler auf insgesamt sechs Karten austoben. Die Aufteilung erfolgt hierbei in zwei Teams: Die Shadownet-Spione müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeit mehrere Computerterminals hacken, das Team der Söldner übernimmt die Aufgabe der KI-Gegner des Singleplayerparts und versucht folglich, die anderen aufzuhalten. Der Multiplayerpart kommt zwar nicht ganz an die Konsolenversion ran, macht aber auch auf dem Handheld Spaß.
Beim Sound bietet Splinter Cell gute Kost: Sprachausgabe existiert zwar nur in den Videosequenzen zwischen den Levels, dafür gibt es während des Spielens aber gute Soundeffekte so wie authentische Waffensounds. Die Hintergrundmelodien sind allesamt gelungen und werden nicht langweilig.