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Master-Review:   » drucken    » versenden

Burnout Legends

» Autor: Christian Krammer
» Datum: 23.09.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Die Burnout-Legende erhält auch auf der PSP eine würdige Fortsetzung.

Als der erste Burnout-Teil im Jahre 2002 erschien, ahnte wohl noch niemand, welch grandiose Serie daraus werden würde. Das lag nicht zuletzt daran, dass der Einstand des Racers nur bedingt überzeugen konnte und lediglich oberes Mittelmaß darstellte. Entwickler Criterion Games lernte jedoch aus den Fehlern und lieferte mit den beiden Nachfolgern Point of Impact und Takedown wahre Meisterwerke ab. Ob sich auch der PSP-Ableger in diese Riege einreihen kann, klärt das folgende Master-Review.

Eine Legende kehrt zurück
Kenner des dritten Teils der Serie werden sich sofort heimisch fühlen. Obwohl Electronic Arts bei Burnout Legends offenkundig von einem "best of" der vorangegangenen Konsolenversionen spricht, sieht man dem Spiel seine
» Abflug!
Nähe zu Burnout 3: Takedown an allen Ecken und Enden an. Bereits das Hauptmenü lässt einen in Erinnerungen schwelgen: Aufmachung sowie Struktur wurden zwar verändert, die markanten Sounds sind aber gleich geblieben. Die wichtigste Neuerung stellt die Unterteilung des Einzelspieler-Modus, World Tour genannt, in die fünf altbekannten Fahrzeugklassen Compact, Muscle, Coupé, Sports und Super dar. Zu Beginn steht dabei jedoch nur die erste, vergleichsweise langsame, zur Auswahl.

Auch bei den Events ist einiges passiert. Diese sind zwar noch immer in die drei Kontinente Amerika, Europa und Asien unterteilt, der Spieler kann aber nicht mehr zwischen den Regionen umschalten, sondern bekommt alles auf einem einzigen Bildschirm präsentiert. Die Abfolge der Herausforderungen darf jedoch, in gewissem Maße, noch immer frei gewählt werden, wobei mit wachsendem Spielfortschritt weitere zur Verfügung stehen. Hat man alle Events einer Fahrzeugkategorie abgeschlossen, geht es in die nächste, schnellere. Damit wächst auch die Herausforderung, um dann zu guter Letzt in der Super-Klasse mit irrsinniger Geschwindigkeit zu gipfeln, die neben einer perfekten Fahrzeugbeherrschung auch eine gute Portion Glück voraussetzt. Es kann sonst schnell passieren, dass Gegenverkehr und Kurven ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Auch wenn das schwer nach Frust klingt, stellt sich dieser nur selten ein und selbst der hundertste Crash ist ein vergleichsweise gern gesehenes Ereignis. Insgesamt stehen über 70 Autos mit individuellem Erscheinungsbild zur Verfügung, die bis auf Geschwindigkeit und Beschleunigung aber keine Unterschiede aufweisen.

Around the world
Bei den zur Verfügung stehenden Modi hat Electronic Arts auf Altbewährtes zurückgegriffen: Rennen, Grand Prix, Eliminator, Face Off, Burning Lap, Road Rage und Verfolgung bieten genügend Abwechslung. Die ersten drei sind sich insofern ähnlich,
» Ein etwas ungewöhnlicher Fahrstreifen.
als dass alle über drei Runden mit ebenso vielen Gegner gehen und am Ende der Erstplatzierte gewinnt. Der Grand Prix ist eine Aneinanderreihung von drei Events, im Eliminator wird der Letzte nach jeder Runde in die Luft gesprengt. Face Off wartet mit lediglich zwei Fahrzeugen auf - auch hier gewinnt der Schnellste. Bei der Burning Lap liegt die Herausforderung darin, die Strecke innerhalb einer gewissen Zeit zu beenden. Den weitaus spaßigsten und zugleich auch destruktivsten Modus findet man in Road Rage wieder. Hier gilt es, innerhalb eines Zeitlimits eine bestimmte Anzahl an Gegnern zu crashen und dabei selbst möglichst heil zu bleiben. Die größte Herausforderung bietet die Verfolgung: Mit einem Polizeiauto ausgestattet muss man einen Flüchtigen stellen und diesen so oft rammen, bis seine Schadensanzeige auf Null gesunken ist.

Alle Modi haben gemeinsam, dass sie in Gold, Silber oder Bronze abgeschlossen werden können. Neben der Genugtuung, alle Rennen mit dem edelsten Metall beendet zu haben, erhält man auf diese Weise auch verschiedene Boni. Generell geizt das Spiel nicht mit freischaltenbaren Inhalten. Neben Autos, Strecken und Events regnet es auch Schnappschüsse, wenn man Gegner an bestimmten Stellen erledigt hat oder Schlagzeilen für besonders große Zerstörungen bei den Crash-Events. Richtig gelesen, auch diese sind wieder mit von der Partie. Neben über 70 Events warten insgesamt 100 Kreuzungen darauf, vom Spieler auf das Schlimmste verwüstet zu werden. Dazu steht wie auch schon in Burnout 3 der so genannte Crashbreaker zur Verfügung. Diesen kann man nach einer bestimmten Anzahl an verursachten Zusammenstößen via Knopfdruck auslösen und somit noch mehr Schaden anrichten bzw. das Auto noch weiter durch die Luft segeln lassen, um weitere Gebiete zu erschließen. Einsammelbare Geld-Icons sorgen dafür, dass die Schadensumme noch weiter in die Höhe schnellt. An Abwechslung mangelt es auch den Strecken nicht, die bis auf wenige Ausnahmen aus den drei Konsolenversionen stammen. Eine gewisse Wiederholungsgefahr besteht bei der großen Anzahl an Events dennoch.

Von der Theorie zur Praxis
Alles nur trockene Theorie im Vergleich dazu, was auf der Straße abgeht. Das zentrale Element ist auch in Burnout Legends der Boost, der dem Auto auf Knopfdruck wahrlich Flügel verleiht und irrsinnige Geschwindigkeiten zulässt: Die
» Die Polizei, dein Freund und Helfer.
Umgebung verschwimmt, der Tunnelblick setzt ein und schon hat man seine Widersacher abgehängt. Zu Beginn eines Rennens lediglich mit einem leeren Boost-Balken ausgestattet, kann man diesen schnell durch waghalsige Manöver wie Drifts, Sprünge, spätes Ausweichen und Heizen auf der Gegenfahrbahn füllen. Natürlich dürfen auch die Gegner dafür missbraucht werden, indem man ihnen einen so genannten Takedown verpasst: Rammen, von hinten einen Stoß versetzen oder einfach auf die Gegenfahrbahn schubsen reicht dazu aus. Schon fliegen wahrlich die Fetzen und man darf eine schicke Sequenz bewundern, in der es das bedauernswerte Opfer mithilfe eines ausgeklügelten Schadensmodells in seine Einzelteile zerlegt. Doch Vorsicht, auch die Gegner setzen alles daran, dem Spieler einen Takedown zu verpassen. Kurz nicht aufgepasst und schon findet man sich in der nächsten Leitplanke wieder, das Auto bis zur Unkenntlichkeit zerbeult. Wie gut, dass die Entwickler für diesen Fall die so genannte Impact Time vorgesehen haben. Auf Knopfdruck kann die Zeit während eines Crashs verlangst und das Auto in nahende Kontrahenten manövriert werden: Aftertouch-Takedown! Stilecht begleitet jeden Zusammenstoß ein Kommentar wie etwa "Beton geküsst".

Von Schein und Sein
Criterion Games hat alles daran gesetzt, das Burnout-Feeling auch auf der PSP möglichst gut erlebbar zu machen, was ihnen auch sehr gut gelungen ist: Flüssige Grafik, tolle Effekte, glasklarer Sound und viele verschiedene
» Erhöhtes Verkehrsaufkommen.
lizenzierte, größtenteils rockige, Musikstücke. Teilweise sind sie bei der Umsetzung jedoch auch an ihre Grenzen gestoßen, was Ruckler, kleine Grafikfehler und etwas längere Ladezeiten beweisen. Für sich gesehen ist Legends ohne Frage mehr als gelungen, im Vergleich zu seinem Vorbild Burnout 3: Takedown zieht es aber zu jeder Zeit den Kürzeren. Zum Einen liegt das an hardwarebedingten Einschränkungen wie dem kleinen Display, wodurch man den entgegenkommenden Verkehr trotz Lichthupe oft nur sehr schwer erkennt. Zum Anderen wurde durch Weglassen mancher Details wie dem charakteristischen, laute Brutzeln des Boosts, dem Crash-FM-Sender, wenn auch vielleicht zur Freude mancher Spieler, oder der Anzeige des Crash-Verlaufs in Worten einiges an Atmosphäre eingebüßt. Selbst das Interface fiel Einsparungen zum Opfer. So sind nun die Ziele nicht mehr ersichtlich, z.B. wie viele Takedowns man benötigt oder welche Rundenzeit es zu erzielen gilt. Dennoch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass einen trotz der negativen Punkte ein hervorragendes audiovisuelles Ergebnis erwartet. Abseits der World Tour steht neben dem Einzel-Event noch der Multiplayer-Modus zur Verfügung, den man mit bis zu fünf weiteren Teilnehmern absolvieren darf. Eine Besonderheit stellt das Game-Sharing dar, welches einem anderen Mitspieler ohne eigene UMD ermöglicht, in den Genuss des Games zu kommen.
Pro
Irrsinnige Geschwindigkeit
Packende Action
Viele verschiedene Modi
Haufenweise freischaltbarer Content
Game-Sharing
Tolle Technik
Contra
Reicht nicht an Konsolenversion heran
Ruckler und Grafikfehler
Wird zunehmend schwerer
Fazit
Burnout Legends stellt zu Recht ein "best of" aller bisher veröffentlichten Teile der Reihe dar: Die schnellsten Autos, die schönsten Strecken und massive Anleihen am Gameplay des bisher besten Teiles namens Takedown. Auch auf der PSP ist es eine wahre Freude, mit irrsinniger Geschwindigkeit über die Pisten zu rasen und den Gegnern dabei möglichst oft einen Takedown zu verpassen, sprich sie in einen Schrotthaufen zu verwandeln. Die zahlreichen Spielmodi sorgen dafür, dass nie Langeweile aufkommt und man immer einer anderen Herausforderung entgegen blickt. Selbst der Crash-Modus ist wieder mit von der Partie und sorgt für massig Chaos auf den virtuellen Kreuzungen dieser Welt. Auf der technischen Seite hat Entwickler Criterion Games einen hervorragenden Job geleistet. Dennoch werden Fans der Konsolenversion vielleicht ein wenig enttäuscht sein, da es Legends nicht so recht schafft, den Geist seiner Vorlage einzufangen. Das liegt nicht nur an technischen Unzulänglichkeiten wie gelegentlichen Rucklern oder Grafikfehlern, sondern auch an Einsparungen, die an der Atmosphäre knappern. Geht man an das Spiel jedoch ohne jegliche Vorurteile heran und sieht es für sich alleine, dann erwartet einen wie auch damals bei Burnout 3: Takedown ein unvergleichliches Erlebnis, das Rennspielfreunden mit einem Hang zu actionreichen Drängeleien ohne Einschränkung empfohlen werden kann.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
Criterion Games
Website
www.electronic-...
Release
16. September 2005
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User-Bewertung
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1 Review
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