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Master-Review:   » drucken    » versenden

DTM Race Driver 3

» Autor: Christian Kellner
» Datum: 27.03.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Groß, größer, DTM Race Driver 3 oder: Ist das alles tatsächlich nur ein einziges Spiel?

Die Jungs und Mädels bei Codemasters haben in ihrer Vorzeigeserie DTM Race Driver schon immer gerne mit Superlativen gespielt – im mittlerweile dritten Ableger für PlayStation 2, Xbox und PC soll nun wieder alles größer, breiter und stärker werden: mehr Rennklassen, mehr Strecken, mehr Autos, mehr von allem. Ob sie damit recht behalten konnten, soll unser Master-Review genauer beleuchten. Eins schon vorweg: Andere Hersteller würden sich nicht damit begnügen, den vorhandenen Content auf nur eine einzige Disc zu packen.

ToCA, DTM usw.
Bleiben wir bei den Fakten: 35 Rennserien, 120 Meisterschaften, 70 lizenzierte Fahrzeuge und über 80 Rennstrecken - dem Klassenprimus Gran Turismo 4 darf man selbstbewusst die Stirn bieten.
» Im Starterpulk.
Darüber hinaus bietet das Programm mit der Welttournee beziehungsweise der Profikarriere im Prinzip zwei Modi, auf die sich karrieregeile Rennsportbegeisterte stürzen mögen.

Ersterer ist aus den beiden Vorgängern schon sattsam bekannt: Man beginnt als junges Talent und arbeitet sich durch eine Vielzahl von Renndisziplinen, um schlussendlich – sozusagen im Grande Finale – in einen waschechten F1-Boliden zu steigen und seiner Karriere einen würdigen Abschluss zu verpassen. Das Erklimmen der Karriereleiter ist dabei modular aufgebaut, eine Wahl zwischen verschiedenen Meisterschaften auf derselben Stufe somit möglich. Gigantisch ist die immense Vielfalt an Renndisziplinen, welche die im deutschsprachigen Raum namensgebende DTM nur als eine unter vielen aufführt. So dürfen unter anderem Carts, Rally-Wagen, Buggys aber auch diverse GT- und klassische Fahrzeuge bestiegen werden.

Simulationsmodus = on
Auf die Einbindung einer (Soap-)Story wie noch in DTM Race Driver 2 verzichtete man jedoch. Die – optisch einmal mehr hervorragenden – Zwischensequenzen werden mittlerweile lediglich für
» Über Stock und über…
die Vorstellung neuer Autos bzw. Tipps für anstehende Rennen genutzt. Witzig: Rammt ihr einen Widersacher von der Piste, könnt ihr euch nach dem Rennen auf einen wutschnaubenden Gegner freuen, welcher auch gehörig die Leviten liest. Wie nett!

Reines Arcade-Gebolze wie zum Beispiel in Burnout Revenge darf man in DTM Race Driver 3 dennoch nicht erwarten: Die Vielzahl der Gegner fährt zwar wie schon in den Vorgängern aggressiv und scheut auch nicht davor zurück, euch rücksichtslos von der Strecke zu schubsen. Glücklicherweise sind die KI-Kollegen jedoch weder vor selbst verursachten Fahrfehlern noch vor Attacken aus dem Gegnerfeld gefeit – Abflüge ins Grüne stehen somit nicht nur euch bevor. Auch die Steuerung erweist sich sowohl als eingängig, als auch simulationslastig. Alle Neueinsteiger und Fahranfänger dürfen jedoch bei aller Liebe zur Realitätsnähe das Pro-Simulation-Handling in den Optionen ausschalten und die PS-starken Boliden somit ein wenig gefügiger machen.

Profi-Karriere
Auch das detaillierte Schadensmodell fehlt natürlich nicht. Je nach getätigten Einstellungen darf vom Heckflügel bis zum Frontspoiler alles zerlegt werden, was nicht niet- und nagelfest ist. Überhaupt
» Das sieht böse aus!
wurde bei den "Verschleißteilen" wieder einiges an Arbeit investiert: Motoren können bei Volllast überhitzen, Reifen nutzen sich ab und nach dem einen oder anderen Unfall sollte man überhaupt schnellstmöglich die Box aufsuchen – oder das Rennen einfach neu starten.

Wahren Rennsportprofis sind Mischveranstaltungen wie im Welttournee-Modus natürlich ein Dorn im Auge. Will man sich auf eine bestimmte Disziplin festlegen, so startet man getrost die Profikarriere. Hier spielt DTM Race Driver 3 dann alle Raffinessen aus: Es dürfen komplette Meisterschaften in Angriff genommen sowie umfangreiche Wagensetups durchgeführt werden. Auch die Qualifikation hat es in diesen Modus geschafft, ebenso wie das authentische Regelwerk inklusive Flaggen. Auf Wunsch lassen sich diese auch deaktivieren.

Freizeit auf der Rennstrecke
Hat man einmal genug von den diversen Karriere- und Leistungsmodi, setzt man sich entspannt in einen Boliden seiner Wahl und geht im Zeitfahren auf die Jagd nach Zehntelsekunden. Daneben
» Ein wenig untersteuernd…
dürfen noch eigene Meisterschaften erstellt und im lokalen Multiplayer (Splitscreen und System Link) sowie über Xbox Live mit bis zu elf menschlichen Gegnern gespielt werden. Ganz lagfrei geht es dabei online aber nie zur Sache, Spielleiter sollten also über eine entsprechend durchsatzstarke Anbindung verfügen.

Abgesehen davon kann die Technik aber durch die Bank überzeugen: Die Optik erreicht zwar nicht unbedingt Eyecatcher-Qualität, läuft aber selbst bei massiven Pulkfahrten immer flüssig bei konstanten 30 fps. Brachial hingegen einmal mehr die Sounduntermalung, welche bei aktiviertem Subwoofer (beinahe) für wohligen Benzingeruch im Wohnzimmer sorgt und zum dezenten Lauterdrehen animiert.
Pro
Mehr von allem
Umfangreiche Karrieremodi
Flüssiges Gameplay
Gelungene Sounduntermalung
Detailliertes Schadensmodell
Contra
Online-Modi nicht lagfrei
Aggressive KI
Fazit
DTM Race Driver 3 ist eine konsequente Fortsetzung der bekannten Serien-Qualitäten. Vielleicht sogar zu konsequent, da man abseits der neuen Renndisziplinen "wirkliche" Neuerungen schmerzlich vermisst. Davon abgesehen handelt es sich aber um ein spielerisches Fass ohne Boden, mit dem Rennsportfreunde viele Stunden verbringen können. Sei es der abwechslungsreiche Welttourneemodus oder die anspruchsvolle Profikarriere - jede würde für sich gesehen einen Kauf in vollem Umfang rechtfertigen. Überaus gut gefallen einmal mehr das detaillierte Schadensmodell sowie die gelungene Steuerung, welche sich sowohl simulationslastig als auch einfach im Handling gibt. Ganz besonders überforderte Spieler fügen mithilfe des Pro-Simulation-Handling-Schalters auch noch diverse, virtuelle Fahrhilfen hinzu. Fertig ist das Spiel, das jeden Geschmack bedient – sowohl im Schwierigkeitsgrad als auch bei den unterschiedlichen Renndisziplinen. Ab und kaufen – nur wo bleibt die Umsetzung für die Xbox 360?
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
   Racing-Sim
Publisher
Codemasters
Entwickler
Codemasters
Website
www.codemasters...
Release
24. Februar 2006
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83
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