Groß, größer, DTM Race Driver 3 oder: Ist das alles tatsächlich nur ein einziges Spiel?Die Jungs und Mädels bei
Codemasters haben in ihrer Vorzeigeserie
DTM Race Driver schon immer gerne mit Superlativen gespielt – im mittlerweile dritten Ableger für PlayStation 2, Xbox und PC soll nun wieder alles größer, breiter und stärker werden: mehr Rennklassen, mehr Strecken, mehr Autos, mehr von allem. Ob sie damit recht behalten konnten, soll unser
Master-Review genauer beleuchten. Eins schon vorweg: Andere Hersteller würden sich nicht damit begnügen, den vorhandenen Content auf nur eine einzige Disc zu packen.
ToCA, DTM usw.Bleiben wir bei den Fakten:
35 Rennserien, 120 Meisterschaften, 70 lizenzierte Fahrzeuge und über 80 Rennstrecken - dem Klassenprimus
Gran Turismo 4 darf man selbstbewusst die Stirn bieten.
Darüber hinaus bietet das Programm mit der
Welttournee beziehungsweise der
Profikarriere im Prinzip zwei Modi, auf die sich karrieregeile Rennsportbegeisterte stürzen mögen.
Ersterer ist aus den beiden Vorgängern schon sattsam bekannt: Man beginnt als junges Talent und arbeitet sich durch eine Vielzahl von Renndisziplinen, um schlussendlich – sozusagen im Grande Finale – in einen waschechten F1-Boliden zu steigen und seiner Karriere einen würdigen Abschluss zu verpassen. Das Erklimmen der Karriereleiter ist dabei modular aufgebaut, eine Wahl zwischen verschiedenen Meisterschaften auf derselben Stufe somit möglich. Gigantisch ist die
immense Vielfalt an Renndisziplinen, welche die im deutschsprachigen Raum namensgebende DTM nur als eine unter vielen aufführt. So dürfen unter anderem Carts, Rally-Wagen, Buggys aber auch diverse GT- und klassische Fahrzeuge bestiegen werden.
Simulationsmodus = onAuf die
Einbindung einer (Soap-)Story wie noch in
DTM Race Driver 2 verzichtete man jedoch. Die – optisch einmal mehr hervorragenden – Zwischensequenzen werden mittlerweile lediglich für
die Vorstellung neuer Autos bzw. Tipps für anstehende Rennen genutzt. Witzig: Rammt ihr einen Widersacher von der Piste, könnt ihr euch nach dem Rennen auf einen wutschnaubenden Gegner freuen, welcher auch gehörig die Leviten liest. Wie nett!
Reines Arcade-Gebolze wie zum Beispiel in
Burnout Revenge darf man in
DTM Race Driver 3 dennoch nicht erwarten: Die Vielzahl der Gegner fährt zwar wie schon in den Vorgängern aggressiv und scheut auch nicht davor zurück, euch rücksichtslos von der Strecke zu schubsen. Glücklicherweise sind die KI-Kollegen jedoch weder vor selbst verursachten Fahrfehlern noch vor Attacken aus dem Gegnerfeld gefeit – Abflüge ins Grüne stehen somit nicht nur euch bevor. Auch die
Steuerung erweist sich sowohl als eingängig, als auch simulationslastig. Alle Neueinsteiger und Fahranfänger dürfen jedoch bei aller Liebe zur Realitätsnähe das
Pro-Simulation-Handling in den Optionen ausschalten und die PS-starken Boliden somit ein wenig gefügiger machen.
Profi-Karriere Auch das
detaillierte Schadensmodell fehlt natürlich nicht. Je nach getätigten Einstellungen darf vom Heckflügel bis zum Frontspoiler alles zerlegt werden, was nicht niet- und nagelfest ist. Überhaupt
wurde bei den "Verschleißteilen" wieder einiges an Arbeit investiert: Motoren können bei Volllast überhitzen, Reifen nutzen sich ab und nach dem einen oder anderen Unfall sollte man überhaupt schnellstmöglich die Box aufsuchen – oder das Rennen einfach neu starten.
Wahren Rennsportprofis sind Mischveranstaltungen wie im
Welttournee-Modus natürlich ein Dorn im Auge. Will man sich auf eine bestimmte Disziplin festlegen, so startet man getrost die
Profikarriere. Hier spielt
DTM Race Driver 3 dann alle Raffinessen aus: Es dürfen
komplette Meisterschaften in Angriff genommen sowie umfangreiche Wagensetups durchgeführt werden. Auch die Qualifikation hat es in diesen Modus geschafft, ebenso wie das authentische Regelwerk inklusive Flaggen. Auf Wunsch lassen sich diese auch deaktivieren.
Freizeit auf der RennstreckeHat man einmal genug von den diversen Karriere- und Leistungsmodi, setzt man sich entspannt in einen Boliden seiner Wahl und geht im
Zeitfahren auf die Jagd nach Zehntelsekunden. Daneben
» Ein wenig untersteuernd… |
dürfen noch eigene Meisterschaften erstellt und im lokalen Multiplayer (Splitscreen und System Link) sowie über Xbox Live
mit bis zu elf menschlichen Gegnern gespielt werden. Ganz lagfrei geht es dabei online aber nie zur Sache, Spielleiter sollten also über eine entsprechend durchsatzstarke Anbindung verfügen.
Abgesehen davon kann die Technik aber durch die Bank überzeugen: Die Optik erreicht zwar nicht unbedingt Eyecatcher-Qualität, läuft aber selbst bei massiven Pulkfahrten immer flüssig bei konstanten 30 fps. Brachial hingegen einmal mehr die Sounduntermalung, welche bei aktiviertem Subwoofer (beinahe) für wohligen Benzingeruch im Wohnzimmer sorgt und zum dezenten Lauterdrehen animiert.