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Master-Review:   » drucken    » versenden

WWE Day of Reckoning 2

» Autor: Wolfgang Radax
» Datum: 15.03.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
THQs nächster Gamecube-Streich überzeugt mit Detailverbesserungen in Gameplay und Grafik.

Das im Jahr 2004 erschienene WWE Day of Reckoning war für Wrestling-Fans, die bloß einen Gamecube ihr Eigen nennen, fast schon eine kleine Offenbarung. Nach den beiden durchwegs mittelmäßigen Wrestlemania-Titeln präsentierte THQ ein rundum gelungenes Spielerlebnis, das zwar nicht ganz an die Erfolge der Smackdown!-Reihe anknüpfen konnte, aber auf Nintendos Spielewürfel ohne weiteres als Quantensprung in Sachen Wrestling bezeichnet werden durfte. Wie sich der Nachfolger nun im Vergleich zur dominanten PS2-Konkurrenz schlägt, erfahrt ihr im folgenden Master-Review.

Alles unter Kontrolle
Dass das Steuerungskonzept von WWE Day of Reckoning 2 an die guten alten AKI-Wrestling-Spiele erinnert, kommt nicht von ungefähr. Im Entwicklungsteam des Gamecube-Titels befinden sich immerhin einige Developer
» Alles Gute kommt von oben.
des Wrestling-Moguls vergangener Tage. Kenner des Vorgängers werden sich übrigens sofort wie zuhause fühlen, denn getreu dem Motto "Never change a winning team" wurde die Steuerung über weite Züge unverändert übernommen und nur um kleine Details ergänzt. So verfügt ihr weiterhin über jeweils einen Button für Schlag beziehungsweise Wurf. In Verbindung mit dem Analogstick können so je nach Dauer des Knopfdrucks leichte bis schwere Attacken vom Stapel gelassen werden. Mit den Schultertasten und einer gehörigen Portion Timing dürft ihr die Angriffe eures Gegenübers kontern, was mit einiger Übung auch gut gelingt.

Neu mit an Bord befindet sich ein überarbeitetes Submission-System, das euch bei den Aufgabegriffen etwas Taktik einsetzen lässt. Direkt zu Beginn einer entsprechenden Aktion darf mit dem gelben Stick zwischen vier verschiedenen Varianten gewählt werden, welche die Gliedmaßen des Gegners, seine Psyche oder seine Ausdauer drangsalieren. Die vierte Möglichkeit besteht darin, einen sogenannten Rest Hold auszuführen, also sich während des Griffes ein wenig auszuruhen und die eigene Ausdauer zu regenerieren. Der Kontrahent darf übrigens zeitgleich ebenfalls zwischen diesen vier Möglichkeiten wählen und errät er eure Wahl, so gilt der Submission Hold als sofort gekontert. Auch das neue Stamina-System, welches kurze Zeit später von WWE SmackDown! vs. RAW 2006 aufgegriffen wurde, erhöht den taktischen Spielraum beträchtlich. Wer sich schon zu Beginn eines Kampfes verausgabt und kraftraubende Aktionen auf den Gegner einprasseln lässt, wird schneller außer Puste sein, als ihm lieb sein kann.

The Show Must Go On
Wie bereits im ersten Teil stellt der Story-Modus den Hauptbestandteil des Titels dar. Die Geschichte schließt direkt an den Vorgänger an und führt die Irrungen und Wirrungen rund um euren selbst erstellten Wrestler gelungen
» Auch Eugene langt mächtig zu.
fort. Ihr begleitet den Protagonisten rund ein Jahr lang und bestreitet jede Woche Kämpfe, um die Handlung voran zu treiben. Dabei muss auf große Freiheiten verzichtet werden, denn abgesehen von gelegentlichen Entscheidungsmöglichkeiten den Gegner beziehungsweise Team-Partner betreffend verläuft dieser Spielmodus strikt linear ohne jegliche Verzweigungen. Nur wer seine Auseinandersetzungen für sich entscheiden kann, erfährt den weiteren Verlauf der Geschichte.

Die zuvor bereits kurz angeführte Tatsache, dass ihr den Story-Modus nur mit einem selbst kreierten Muskelprotz bestreiten dürft – nicht jedoch mit einem der rund 45 spielbaren Superstars (Divas und Legenden inklusive) – wird euch schon alleine dadurch verleidet, dass der umfangreiche Wrestling-Editor durch ständiges Nachladen eure Geduld strapaziert. Warum man die eigens erstellten Haudegen aus Teil 1 nicht übernehmen darf, erscheint zudem unverständlich, zumal ja die Story explizit die Geschehnisse rund um den Protagonisten des Vorgängers aufgreift. Nichtsdestotrotz weiß dieser Spielmodus dank vieler unterschiedlicher Matchvarianten, dem teils herausfordernden Schwierigkeitsgrad sowie den Wendungen in der Handlung zu gefallen. Die fehlende Sprachausgabe dämpft jedoch die Freude und sorgt für Minuspunkte bei der Atmosphäre.

Smackdown light?
Für gewonnene Auseinandersetzungen werdet ihr mit Geld und Erfahrungspunkten beschenkt. Während ihr ersteres im Shop gegen zusätzliche Kostüme, neue Moves, Arenen und viele weitere Dinge eingetauscht, dienen
» Triple H macht gleich Feierabend.
die Erfahrungspunkte dazu, euren selbst kreierten Muskelprotz ähnlich wie in einem Rollenspiel aufzuleveln. Ob ihr diese lieber auf Attribute wie Stärke und Ausdauer oder eher Konter und Schnelligkeit verteilt, bleibt eurem Geschmack überlassen. Die fünf versteckten Legenden werden jedoch nicht über den Shop freigeschalten sondern sind an eure Erfolge im Story- und Exhibition-Modus gekoppelt.

Die technischen Limitierungen der Gamecube-Minidisk treten leider Gottes immer wieder zu Tage. Neben der bereits erwähnten fehlenden Sprachausgabe fällt das auch beim reduzierten Roster von rund 45 Charakteren auf. Im Gegenzug präsentiert Day of Reckoning 2 wunderschöne Wrestler-Modelle, welche durch hochauflösende Texturen zu begeistern wissen. In punkto geschmeidige Animationen hat der Titel gegenüber der Smackdown!-Reihe jedoch immer noch das Nachsehen. Genauso unverständlich mutet auch das Faktum an, dass lediglich vier Wrestler gleichzeitig im Ring antreten dürfen, während auf der PS2 bis zu sechs Recken simultan in den Kampf ziehen. Dies bedeutet folgerichtig, dass einige Spielmodi gestrichen wurden, da sie für sechs Haudegen konzipiert sind. Gerade die Spaßgranaten Elimination Chamber und Armageddon Hell in a Cell werden deshalb schmerzlich vermisst. Von der höheren Rechenleistung des Gamecubes entsteht dem Spieler also unterm Strich kein Vorteil.
Pro
Stamina-System
Eingängiges Steuerungskonzept
Wunderschöne Wrestler-Modelle
Unterhaltsamer Story-Modus
Contra
Ladezeiten im Wrestler-Editor
Fehlende Sprachausgabe
Wenige Matchvarianten
Story-Modus sehr linear
Fazit
Gäbe es nicht die Smackdown!-Reihe für die Playstation 2, so wäre WWE Day of Reckoning 2 der King of the Ring. Gegen die Konkurrenz auf der Sony-Konsole zieht der Titel jedoch eindeutig den Kürzeren, was neben dem linearen Story-Modus auch an der geringeren Zahl an Wrestlern liegt. Am meisten fallen hier jedoch die vielen fehlenden Modi ins Gewicht. Wer den Hauptbestandteil des Spiels durchgezockt hat, findet abseits des Exhibition-Modus keinerlei Abwechslung. Die nicht vorhandene Sprachausgabe nagt an der Atmosphäre, was sich gerade bei der sonst so TV-nahen Umsetzung bemerkbar macht. Auch dass nur vier Wrestler gleichzeitig in den Ring steigen können, obwohl der Gamecube technisch der Playstation 2 eindeutig überlegen sein müsste, zeugt schon fast von Schlampigkeit bei der Programmierung. Trotz all der vorgebrachten Kritik bleibt das zweite Day of Reckoning ein durchwegs guter Titel, der viele Stunden Spaß mit sich bringt. Ob sich für Besitzer des Vorgängers alleine angesichts des neuen Rosters und der wenigen Änderungen im Gameplay ein Kauf lohnt, muss jedoch jeder für sich selbst entscheiden.
Infos
Erhältlich für
Genre
Fighting
Publisher
THQ
Entwickler
Yuke’s Co. Ltd.
Website
www.thq.de/html...
Release
23. September 2005
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User-Bewertung
90
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2 Reviews
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