DTM Race Driver gehört mit Sicherheit zu den Top-Rennspielen auf der XBOX, wobei aber auch anzumerken ist, dass bisher im Sektor Simulationsrennspiele und genau hier will DTM eingeordnet werden, noch nicht wirklich viele XBOX-Games zur Verfügung stehen.
Gleich am Anfang muss man sagen, dass Gelegenheitszocker mit diesem Spiel nicht viel anfangen können, da man spätestens im Karrieremodus wirklich jede Strecke kennen sollte und sein Auto darauf auch richtig einstellen muss. Ein Beispiel wäre da die Federung auf dem Nürburgring, die hier wie auch im richtigen Leben eine entscheidende Rolle spielt.
Das Herzstück von DTM Race Driver ist, wie schon in der grafisch um einiges schwächeren PS2 Version, der Karrieremodus. Als Ryan McKane gilt es hier, sich zu den Topfahrern der Welt hochzuarbeiten und das ganze wird durch eine durchschnittliche Hintergrundgeschichte zwischen den Rennen aufgelockert. Ebenfalls sehr interessant sind die kleinen Duelle zu denen man von anderen Fahrern am Ende einer erfolgreichen Saison herausgefordert wird, zum Beispiel fährt man hier gegen einen Mini Cooper oder einen Tuscan, wenn man gegen seinen Gegenspieler dabei gewinnt, steht einem das Auto jederzeit in einem freien Rennen zur Verfügung.
Damit wären wir schon beim zweiten Teil des Spiels, den freien Rennen, dem Zeitfahren und dem Multiplayermodus. Bei ersterem kann man entweder ein einzelnes Rennen in einer der Rennklassen bestreiten oder sich seine eigene Meisterschaft zusammenstellen und mit den schnellsten Tourenwagen der Welt dabei antreten. Das Zeitfahren dient mehr dazu, sich eine Strecke für den Karrieremodus einzuprägen, als seine eigenen Zeiten jeweils zu überbieten, also ist auch dieser notwendig und nicht wie in anderen Rennspielen einfach nur aus purem Spaß eingebaut. Der Multiplayermodus ist aber eher klein geraten, hier bieten sich einem nur die normalen Rennen gegen einen Menschlichen Kontrahenten und die Fähigkeit von XBOX-Live wurde auch nicht genutzt, was hier wohl für viel Spaß in der Spielergemeinde weltweit gesorgt hätte.
Nun zu dem Thema in diesem Spiel, dem Schadensmodell. Dieses ist schon wie in Colin McRae Rally 3 hervoragend gelungen, jedoch wirken sich kleine Schäden wie das verlieren von Spoilern nicht oder nur gering auf das Fahrverhalten aus, hier muss schon deutlich mehr passieren, wie der Verlust eines Rades. Jedoch fällt das nur am Anfang wirklich auf, da man nach einiger Zeit so oder so erkennt, dass fehlerfreies Fahren eher zum Erfolg führt und es dadurch nicht mehr zu Verschrottungen des eigenen Autos kommt.
Zur KI der Gegner muss man nicht viel sagen, sie ist im Gegensatz zu anderen Rennspielen sehr gut gelungen, so machen auch die computergesteuerten Fahrzeuge Fahrfehler, drängen sich gegenseitig von der Piste ab und fahren nicht immer nur auf der Ideallinie.
Die Grafik ist sehr trist gehalten, wobei man zur Verteidigung von Codemasters sagen muss, dass es auf den Rennstrecken der Welt eben nicht wirklich bunt zugeht und man Details in der Landschaft mit der Lupe suchen muss. Die Wagenmodelle sind aber sehr gut gelungen und warten mit einer tollen Cockpitperspektive auf. Die Zwischensequenzen in denen die Story erzählt wird sind jedoch grafisch nicht ansprechend und erinnern eher an die Grafiken von Red Faction.
Alles in allem ist das Spiel sehr gelungen und mir persönlich fehlt eigendlich nur noch die Live fähigkeit des Titels.