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Master-Review:   » drucken    » versenden

Jak X: Combat Racing

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 27.11.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Flotte Action-Rasereien mit Jak & Daxter, die vor allem im Mehrspielermodus zu wahren Hochtouren auflaufen.

Das ungleiche Heldenpaar Jak und Daxter dürfte jedem ambitionierten Playstation 2-Besitzer bekannt sein. Bereits drei spektakuläre Abenteuer bestritt das grünbärtige Spitzohr zusammen mit seinem vorlauten Ottsel-Freund. Das herausragendste neue Feature des dritten Teils – die aufregenden Buggyfahrten und -rennen – schienen der Spielergemeinde und den Entwickler so gut gefallen zu haben, dass der vierte Jak & Daxter-Titel ruck-zuck in einen lupenreinen Action-Racer umgemodelt wurde. In Jak X wirft sich der Spieler ausschließlich hinter das Steuer zahlreicher abgefahrener Vehikel und macht farbenfrohe Pisten in vier Welten unsicher. Ob der Titel qualitativ mit seinen Action-Jump'n'Run-Vorgängern mithalten kann, ist im folgenden Master-Review in Erfahrung zu bringen.

Rache aus dem Jenseits
Eigentlich wollten unsere Helden nach ihrem letzten anstrengenden Abenteuer einfach nur abspannen und den Abend in einer Haven City-Kneipe genießen. Doch dann kam, natürlich, wieder einmal alles ganz anders. Die
» Bereits im Intro kracht es ordentlich.
hübsche Tochter des ehemaligen Verbrecherbosses Krew bittet Jak, Daxter und einige alte Bekannte, bei der Eröffnung seines Testaments beizuwohnen. Nichtsahnend stößt die gesamte Truppe auf der Ereignis mit einem edlen Trank an, welcher extra für dieses Ereignis vorgesehen war. In der Eröffnung des (Hologramm-)Testamentes wird jedoch schnell klar, dass dies ein gewaltiger Fehler war. Der fiese Krew hat den Trank vergiftet, um auch nach seinem Tod noch Forderungen an das Heldenpaar stellen zu können. Für das Gegengift, sollen sie das aktuelle Haven City-Rennturnier gewinnen. Aufgrund der Notlage bleibt den beiden natürlich nichts anders übrig, als am Wettbewerb teilzunehmen und so dem Tode zu entrinnen. Die komplette Introsequenz sowie alle folgenden Storyhappen werden, wie aus Jak-Spielen nicht anders gewohnt, mit Hilfe der superschicken Ingamegrafik und einer ordentlichen Portion Humor präsentiert, was Jak X zu einem von wenigen Racing-Games mit einer echten Story und guten Zwischensequenzen macht.

Rasen ohne Reue
Das Spiel selbst zeigt sich weniger abgehoben und schmeißt den Spieler in pfeilschnelle Action-Rennen mit den typischen Inhalten: Mit hohem Speed brettert man über die sehr schick designten Strecken und sammelt
» Held des Geschehens: Jak.
allerlei Extras in Form verschiedenfarbiger Ecco-Kugeln ein, welche wiederum Waffen und Power-Ups beinhalten. Die Grafik ist nicht nur wunderschön und farbenfroh sondern erzeugt durch superschnell vorbeiflitzende Landschaften ein tolles Geschwindigkeitsgefühl. Der treibende Rock/Elektro-Soundtrack und fein eingestreute, bissige Kommentare eines Kommentators und der Fahrer sorgen zusätzlich für echte Anarcho-Rennatmophäre. Neben grünen Reparaturkugeln und blauen Turbokapseln, welche den Nachbrenner aufladen, beinhalten die Power-Ups zwei verschiedene Waffenkategorien. Zum Einen handelt es sich dabei um Geschosse, welche nach vorne abgefeuert werden, zum Anderen um diverse Abwehr- und Unterstützungsmechanismen, die nachziehende Konkurrenz auf angenehme Distanz halten.

Die Frontfeuerwaffen gehen über Schrapnellgeschosse, Maschinengewehre und diversen Raketentypen bis hin zu todbringenden Supernovas. Das nach hinten gerichtete Arsenal beinhaltet diverse Minentypen, brennendes Öl, Schutzschilde und einen schwebenden Geschützturm, welcher für einige Sekunden vollautomatisch nahe Feinde angreift. Die Sekundärwaffen eignen sich allerdings nicht nur zum Fernhalten nachziehender Kontrahenten, sondern vor allem zum Abwehren feindlicher Geschosse. Sobald man einen roten Zielkreis um sein eigenes Vehikel aufleuchten sieht, sollte man eine nach hinten gerichtete Waffe abfeuern, um anfliegende Gegnerprojektile abzufangen.

Abwechslungsreiches Design
Abseits normaler Rennen gibt es noch eine große Palette weiterer Spielmodi, welche viel Abwechslung bieten. Neben der Rushhour, in der entgegenkommende Ziele gerammt werden müssen, sowie
» Daxter im Laberfluss.
Todesrennen, in dem es gilt, fahrende Ziele zu verfolgen und abzuballern, wissen vor allem diverse Arena-Modi zu überzeugen. Allem voran ist hier eine Art Capture the Flag zu nennen, in dem zwei Teams darum streiten, eine Energiezelle in die eigene Basis zu bugsieren. Ein weiterer sehr spannender Modus heißt Artefaktjagd. In dieser müssen zufällig auf der Karte erscheinende Reliquien eingesammelt werden. Gewinner ist derjenige mit den meisten ergatterten Objekten. Darüber hinaus gibt es noch die Modi Deathmatch, Assassine, Zeitprüfung sowie Monsterjagd, in der alle Spieler Jagd auf entlaufene Monster machen. Zu guter Letzt seien noch die Einfrier-Rennen erwähnt, welche eine Art Time-Attack darstellen, in denen einsammelbare Eiskristalle für ein kurzes Anhalten der Uhr sorgen.

Wie mittlerweile in vielen Racern Gang und Gäbe sind die Strecken nicht individuell gestaltet, sondern setzen sich aus diversen Straßenverläufen der insgesamt vier Welten (Wüste, Eis, Dschungel und Stadt) zusammen. So macht man beispielsweise eine Hafenrundfahrt in Haven City oder nimmt an einer Tour durch Abschnitte mehrerer Welten teil. Die Strecken sind dabei wie in Burnout Revenge fest vorgegeben. Freies Fahren zwischen den einzelnen Arealen gibt es nicht.

Solo- und Mehrspielerspaß
Solisten profitieren von diesen vielen Modi genau so sehr wie Mehrspielerfans. Für letztere steht neben einem Split-Screen für zwei Spieler sowie einem System-Link unkomplizierte Onlineoptionen zur Auswahl.
» Heiße Rennen in Haven City.
Sehr schön ist die Tatsache, dass sich der Onlinemodus mit dem Split-Screen vereinen lässt, was es zwei Spielern gleichzeitig erlaubt, von einer Konsole aus im Internet gegen internationale Konkurrenz anzutreten. Optional zuschaltbare KI-Kontrahenten ersetzen fehlende menschliche Herausforderer. Wer lieber alleine spielt, darf auf eine umfangreiche Kampagne mit insgesamt vier Cups und eingangs erwähnter Story plus Zwischensequenzen zurückgreifen oder einfach in einem schnellen Match gegen die KI sein Bestes geben. Im Turnier gilt es, Bronze-, Silber- und Gold-Medaillen zu ergattern, welche wiederum ein bis drei Punkte einbringen. Entsprechende Punktzahlen schalten neue Wettbewerbe innerhalb eines Cups frei, die am Ende in einen Grand Prix münden. Neben Medaillen sind allerhand coole Gimmicks wie neue Strecken und Fahrer für den Mehrspielermodus, Fahrzeuge, Tuningteile und Bares freispielbar. Letzteres fließt in das Aufmotzen der fantasievollen Rennboliden oder dient zum Freikaufen weiterer Extras, wie einem Making Of oder gespiegelten Rennstrecken. Die Tuningteile hingegen ermöglichen zusammen mit freiem Färben lediglich eine individuelle Optik der Vehikel.

Macken im Detail
Bei allem Spaß, den die flotten Rasereien bringen, gibt es allerdings auch einen Wermutstropfen zu verkraften, welcher sich in der zu extrem geratene Gummiband-KI findet. Wie beispielsweise in der
» Auch im Dschungel geht es zur Sache.
Burnout-Reihe hat man sich auch bei Jak X dazu entschieden, das Fahrerfeld durch eine sich anpassende KI stets eng beieinander zu halten. Egal wie schnell man fährt, einen echten Vorsprung kann man gegen die computergesteuerten Recken niemals erstreiten. Was auf der einen Seite für Daueraction und stetige Verfolger sorgt, frustiert auf der anderen Seite besonders dann, wenn man auf der Zielgeraden von einem nicht abwehrbaren Geschoss – sei es aufgrund der teilweise zu stark geratenen Waffen oder dem Fehlen von Abwehrmaßnahmen – ins digitale Nirvana befördert wird. Zwar zieht das Ableben eine sofortige Wiederbelebung nach sich, allerdings kostet dies meistens zwei bis drei Positionen, was in ein entsprechend schlechteren Rennergebnis resultiert. Auch kann es in seltenen Fällen passieren, dass der Rücksetzpunkt so schlecht gewählt wird, dass man sofort wieder in eine Mauer oder Mine kracht. In Mehrspielermatches und Einzelrennen lassen sich die unfairen Waffen – allen voran die Supernova und der Friedensstifter - glücklicherweise abschalten, was ausgewogene Rennen gewährleistet.

Hinweis: Wer vor dem Kauf ein Probespiel einlegen möchte, kann sich auf PS2Demos eine kostenlose Demo-CD bestellen.
Pro
Mehrspielerbombe!
Zahlreiche Spielmodi
Pfeilschnelle Action
Berauschende Optik & tolle Akustik
Umfangreicher Storymodus & Zwischensequenzen
Contra
Frustmomente durch Gummiband-KI
Einige unfaire Waffen
Online nicht all zu viel los
Mitunter schlecht gewählte Rücksetzpunkte
Fazit
Wow, geht das ab hier! Jak X ist Mario Kart auf Speed mit richtigen Waffen und wesentlich mehr Spielmodi. Seien es pfeilschnelle Rasereien auf optisch sehr abwechslungsreichen Strecken, mörderische Arenafights oder Rennen gegen die Zeit - die Entwickler haben sich einiges einfallen lassen, um für jeden Geschmack etwas zu bieten. Wer auf der Suche nach einem gelungenen Combat-Racer mit herausragenden Mehrspielerfähigkeiten und einem umfangreichem Solo-Modus ist, der darf bei Jak X bedenkenlos zugreifen. Die Transferierung der Serie in ein reines Racing-Game hat hervorragend funktioniert und lässt sowohl Solisten als auch Mehrspielerfans voll auf ihre Kosten kommen. Zahlreiche Fahrzeuge, Waffen und Charaktere, eine richtige Storyline inklusive schicker Zwischensequenzen sowie viele Spielmodi gepaart mit einer herausragenden Technik machen aus Jak X den meiner Meinung nach besten Fun-Racer der aktuellen Konsolen-Generation. Lediglich einige Frustmomente im Solomodus, welche durch die Gummiband-KI in Kombination mit teils unfairen Waffen zu Stande kommen, trüben den überragenden Gesamteindruck und verwähren dem Titel unseren Pflichtkauf-Award. Wer über diesen Patzer hinwegesehen kann und sich für das Genre interessiert, kommt um Jak X aber nicht herum.
Infos
Erhältlich für
Genre
Jump'n'Run
Publisher
SCEE
Entwickler
Naughty Dog
Website
de.playstation....
Release
11. November 2005
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