Flotte Action-Rasereien mit Jak & Daxter, die vor allem im Mehrspielermodus zu wahren Hochtouren auflaufen.Das ungleiche Heldenpaar
Jak und
Daxter dürfte jedem ambitionierten Playstation 2-Besitzer bekannt sein. Bereits drei spektakuläre Abenteuer bestritt das grünbärtige Spitzohr zusammen mit seinem vorlauten Ottsel-Freund. Das herausragendste neue Feature des dritten Teils – die aufregenden Buggyfahrten und -rennen – schienen der Spielergemeinde und den Entwickler so gut gefallen zu haben, dass der vierte
Jak & Daxter-Titel ruck-zuck in einen lupenreinen Action-Racer umgemodelt wurde. In
Jak X wirft sich der Spieler ausschließlich hinter das Steuer zahlreicher abgefahrener Vehikel und macht farbenfrohe Pisten in vier Welten unsicher. Ob der Titel qualitativ mit seinen Action-Jump'n'Run-Vorgängern mithalten kann, ist im folgenden
Master-Review in Erfahrung zu bringen.
Rache aus dem JenseitsEigentlich wollten unsere Helden nach ihrem letzten anstrengenden Abenteuer einfach nur abspannen und den Abend in einer
Haven City-Kneipe genießen. Doch dann kam, natürlich, wieder einmal alles ganz anders. Die
» Bereits im Intro kracht es ordentlich. |
hübsche Tochter des ehemaligen Verbrecherbosses
Krew bittet
Jak,
Daxter und einige alte Bekannte, bei der Eröffnung seines Testaments beizuwohnen. Nichtsahnend stößt die gesamte Truppe auf der Ereignis mit einem edlen Trank an, welcher extra für dieses Ereignis vorgesehen war. In der Eröffnung des (Hologramm-)Testamentes wird jedoch schnell klar, dass dies ein gewaltiger Fehler war. Der fiese
Krew hat den Trank vergiftet, um auch nach seinem Tod noch Forderungen an das Heldenpaar stellen zu können. Für das Gegengift, sollen sie das aktuelle
Haven City-Rennturnier gewinnen. Aufgrund der Notlage bleibt den beiden natürlich nichts anders übrig, als am Wettbewerb teilzunehmen und so dem Tode zu entrinnen. Die komplette Introsequenz sowie alle folgenden Storyhappen werden, wie aus
Jak-Spielen nicht anders gewohnt, mit Hilfe der
superschicken Ingamegrafik und einer ordentlichen Portion Humor präsentiert, was
Jak X zu einem von wenigen
Racing-Games mit einer echten Story und guten Zwischensequenzen macht.
Rasen ohne ReueDas Spiel selbst zeigt sich weniger abgehoben und schmeißt den Spieler in
pfeilschnelle Action-Rennen mit den typischen Inhalten: Mit hohem Speed brettert man über die
sehr schick designten Strecken und sammelt
» Held des Geschehens: Jak. |
allerlei Extras in Form verschiedenfarbiger
Ecco-Kugeln ein, welche wiederum
Waffen und Power-Ups beinhalten. Die Grafik ist nicht nur wunderschön und farbenfroh sondern erzeugt durch superschnell vorbeiflitzende Landschaften ein
tolles Geschwindigkeitsgefühl. Der
treibende Rock/Elektro-Soundtrack und fein eingestreute, bissige Kommentare eines Kommentators und der Fahrer sorgen zusätzlich für echte Anarcho-Rennatmophäre. Neben grünen Reparaturkugeln und blauen Turbokapseln, welche den Nachbrenner aufladen, beinhalten die Power-Ups zwei verschiedene Waffenkategorien. Zum Einen handelt es sich dabei um Geschosse, welche nach vorne abgefeuert werden, zum Anderen um diverse Abwehr- und Unterstützungsmechanismen, die nachziehende Konkurrenz auf angenehme Distanz halten.
Die Frontfeuerwaffen gehen über Schrapnellgeschosse, Maschinengewehre und diversen Raketentypen bis hin zu todbringenden Supernovas. Das nach hinten gerichtete Arsenal beinhaltet diverse Minentypen, brennendes Öl, Schutzschilde und einen schwebenden Geschützturm, welcher für einige Sekunden vollautomatisch nahe Feinde angreift. Die Sekundärwaffen eignen sich allerdings nicht nur zum Fernhalten nachziehender Kontrahenten, sondern vor allem zum Abwehren feindlicher Geschosse. Sobald man einen roten Zielkreis um sein eigenes Vehikel aufleuchten sieht, sollte man eine nach hinten gerichtete Waffe abfeuern, um anfliegende Gegnerprojektile abzufangen.
Abwechslungsreiches DesignAbseits normaler Rennen gibt es noch eine große Palette weiterer Spielmodi, welche viel Abwechslung bieten. Neben der
Rushhour, in der entgegenkommende Ziele gerammt werden müssen, sowie
Todesrennen, in dem es gilt, fahrende Ziele zu verfolgen und abzuballern, wissen vor allem diverse
Arena-Modi zu überzeugen. Allem voran ist hier eine Art
Capture the Flag zu nennen, in dem zwei Teams darum streiten, eine Energiezelle in die eigene Basis zu bugsieren. Ein weiterer sehr spannender Modus heißt
Artefaktjagd. In dieser müssen zufällig auf der Karte erscheinende Reliquien eingesammelt werden. Gewinner ist derjenige mit den meisten ergatterten Objekten. Darüber hinaus gibt es noch die Modi
Deathmatch,
Assassine,
Zeitprüfung sowie
Monsterjagd, in der alle Spieler Jagd auf entlaufene Monster machen. Zu guter Letzt seien noch die
Einfrier-Rennen erwähnt, welche eine Art
Time-Attack darstellen, in denen einsammelbare Eiskristalle für ein kurzes Anhalten der Uhr sorgen.
Wie mittlerweile in vielen Racern Gang und Gäbe sind die Strecken nicht individuell gestaltet, sondern setzen sich aus diversen Straßenverläufen der insgesamt vier Welten (Wüste, Eis, Dschungel und Stadt) zusammen. So macht man beispielsweise eine Hafenrundfahrt in
Haven City oder nimmt an einer Tour durch Abschnitte mehrerer Welten teil. Die Strecken sind dabei wie in
Burnout Revenge fest vorgegeben. Freies Fahren zwischen den einzelnen Arealen gibt es nicht.
Solo- und MehrspielerspaßSolisten profitieren von diesen vielen Modi genau so sehr wie Mehrspielerfans. Für letztere steht neben einem
Split-Screen für zwei Spieler sowie einem
System-Link unkomplizierte
Onlineoptionen zur Auswahl.
» Heiße Rennen in Haven City. |
Sehr schön ist die Tatsache, dass sich der Onlinemodus mit dem Split-Screen vereinen lässt, was es zwei Spielern gleichzeitig erlaubt, von einer Konsole aus im Internet gegen internationale Konkurrenz anzutreten. Optional zuschaltbare KI-Kontrahenten ersetzen fehlende menschliche Herausforderer. Wer lieber alleine spielt, darf auf eine
umfangreiche Kampagne mit insgesamt
vier Cups und eingangs erwähnter Story plus Zwischensequenzen zurückgreifen oder einfach in einem schnellen Match gegen die KI sein Bestes geben. Im Turnier gilt es, Bronze-, Silber- und Gold-Medaillen zu ergattern, welche wiederum ein bis drei Punkte einbringen. Entsprechende Punktzahlen schalten neue Wettbewerbe innerhalb eines Cups frei, die am Ende in einen Grand Prix münden. Neben Medaillen sind allerhand coole Gimmicks wie neue Strecken und Fahrer für den Mehrspielermodus, Fahrzeuge, Tuningteile und Bares freispielbar. Letzteres fließt in das Aufmotzen der fantasievollen Rennboliden oder dient zum Freikaufen weiterer Extras, wie einem Making Of oder gespiegelten Rennstrecken. Die Tuningteile hingegen ermöglichen zusammen mit freiem Färben lediglich eine individuelle Optik der Vehikel.
Macken im DetailBei allem Spaß, den die flotten Rasereien bringen, gibt es allerdings auch einen Wermutstropfen zu verkraften, welcher sich in der zu extrem geratene
Gummiband-KI findet. Wie beispielsweise in der
» Auch im Dschungel geht es zur Sache. |
Burnout-Reihe hat man sich auch bei
Jak X dazu entschieden, das Fahrerfeld durch eine sich anpassende KI stets eng beieinander zu halten. Egal wie schnell man fährt, einen echten Vorsprung kann man gegen die computergesteuerten Recken niemals erstreiten. Was auf der einen Seite für
Daueraction und stetige Verfolger sorgt, frustiert auf der anderen Seite besonders dann, wenn man auf der Zielgeraden von einem nicht abwehrbaren Geschoss – sei es aufgrund der teilweise zu stark geratenen Waffen oder dem Fehlen von Abwehrmaßnahmen – ins digitale Nirvana befördert wird. Zwar zieht das Ableben eine sofortige Wiederbelebung nach sich, allerdings kostet dies meistens zwei bis drei Positionen, was in ein entsprechend schlechteren Rennergebnis resultiert. Auch kann es in seltenen Fällen passieren, dass der Rücksetzpunkt so schlecht gewählt wird, dass man sofort wieder in eine Mauer oder Mine kracht. In Mehrspielermatches und Einzelrennen lassen sich die unfairen Waffen – allen voran die Supernova und der Friedensstifter - glücklicherweise abschalten, was ausgewogene Rennen gewährleistet.
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