Abgespeckter kleiner Bruder der Konsolen-Version mit beinhartem Schwierigkeitsgrad.Das Jahr 2001 war wohl die Geburtsstunde der Tuning-Racer auf den Konsolen. In diesem Jahr lief
The Fast and the Furious in den Kinos und weckte zweifelsohne in vielen Besuchern den Wunsch, das Gesehene in die Tat umzusetzen. In der Realität aus Mangel an Zeit und Geld sicher ein eher schwieriges Unterfangen, schuf
Electronic Arts bald in Form von
Need for Speed Underground virtuelle Abhilfe. Einige Jahre später erhielt nun auch der Nintendo DS seine eigene Version des zweiten Teils der erfolgreichen Serie. Ob sich der Titel ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Konsolenversion liefert oder bereits nach wenigen Metern im Straßengraben landet, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Aller Anfang ist schwer Nachdem das Modul seinen Weg in den
DS gefunden hat, geht es sogleich und ohne Umwege in das Hauptmenü von
Need for Speed Underground 2. Schmückendes Beiwerk wie etwa ein Intro oder gar eine Story wird man dabei vergeblich suchen.
» Gerade noch die Kurve gekratzt. |
Unbeeindruckt davon sollte einen der erste Weg in den
Underground-Modus führen, der das Kernstück des Spieles darstellt. Hier darf nach Herzenslust gerast, getunt und geprotzt werden. Aber alles schön der Reihe nach. Zunächst gilt es, das magere Startkapital in einen fahrbaren Untersatz - VW Golf und Nissan 240SX werden angeboten - zu investieren. Mehr erlaubt das begrenzte Budget leider nicht und so stürzt man sich am besten in das erste Rennen.
Zur Auswahl stehen hier
Rundkurs, Etappenkönig und Drag, wobei letzterer der wohl spannendste und spaßigste, wenn auch simpelste Modus ist. Hier kommt es lediglich darauf an, im richtigen Moment zu schalten und in begrenztem Maße Hindernissen auszuweichen. Etwas anspruchsvoller und auch um einiges schwerer geht es bei den verbleibenden zwei Modi zur Sache – auch wenn es natürlich immer darauf hinausläuft, als Erster die Ziellinie zu überqueren. Im Rundkurs stellt man sich abwechselnd der Uhr oder gegnerischen Fahrern, beim Etappenkönig hingegen gilt es, einzelne Streckenabschnitte als Schnellster zu passieren. Auch wenn die
Kurse sehr unterschiedlich gestaltet sind, stehen hiervon nur eine
relativ geringe Anzahl zur Verfügung, was schnell zu Wiederholungen führt. Der ohnehin schon hohe Schwierigkeitsgrad wird durch teilweises Vorhandensein von Straßenverkehr noch weiter in die Höhe geschraubt, da man oft einfach keine Chance hat, früh genug zu reagieren und auszuweichen. Das eigentliche Renngeschehen präsentiert sich dabei am oberen Bildschirm des DS, der untere wird lediglich für die Anzeige des Kurses sowie der verbleibenden Nitro-Füllungen genutzt. Der Touchscreen findet leider über den gesamten Verlauf der Asphaltduelle hinweg keine Verwendung.
Pimp my ride Nachdem man nun mit viel Schweiß und Mühe ein paar Pünktchen verdient hat, kann man sich endlich an das
Tunen des eigenen Wagens machen. Dieses Feature ist zwar nicht ganz so umfangreich wie in der Konsolenversion von
Need for » Ein richtiges Schmückstück. |
Speed Underground 2, was dem Endergebnis aber in keinster Weise einen Abbruch tut. Zur optischen Verschönerung des Wagens stehen - wie in der Szene üblich - Bodykits, Spoiler, Decals (auch selbstgemacht), Neonlichter, Glasfolien sowie Felgen zur Verfügung. Der Technik darf angefangen beim Auspuff über den Motor bis hin zum Fahrwerk in verschiedenen Abstufungen Flügel verliehen werden - die Auswirkungen auf das Fahrverhalten der Karossen sind spürbar. Zu guter Letzt darf noch die Farbe geändert werden, um das fahrbare Kunstwerk zu vollenden. Mit fortschreitendem Spielverlauf
schaltet man neben neuen Tuning-Teilen immer stärkere Autos frei, die gegen ein mehr oder weniger geringes Entgelt in den Besitz des Spielers übergehen.
Da sich
Electronic Arts des ungenutzten Touchscreens durchaus bewusst war, wurden dem Titel flugs ein paar
Tuning-Minispiele spendiert, die durch Berührung gesteuert und von Zeit zu Zeit absolviert werden wollen. Leider ging dieses Vorhaben jedoch ein wenig misslungen, da sämtliche Herausforderungen sehr simpel und noch dazu mit einem hohen Schwierigkeitsgrad ausgestattet sind. Auch wenn diese Minigames nicht zwingend absolviert werden müssen, strapazieren sie das Nervenkostüm des Spielers doch sehr („Das muss doch zu schaffen sein“).
Schwierig, schwierig … Die Grafik von
Need for Speed Underground 2 präsentiert sich als zweischneidiges Schwert. Einerseits wird sehr gut gezeigt, was der DS an 3D-Fähigkeiten ohne daraus resultierende Ruckler zu bieten hat, andererseits könnten die Sichtweite
» Jetzt heißt es Gas geben. |
größer und Popups nicht so präsent sein. Die Texturen der Strecken sind eher einfach gehalten, die
Autos präsentieren sich aber durchaus
sehenswert. Auf der akustischen Seite sind leider keine Glanzleistungen zu vermelden. Die Musik plätschert unmotiviert und ohne jegliche Highlights im Hintergrund dahin, die Motorensounds klingen allesamt sehr ähnlich und auch die restliche Geräuschekulisse hätte
etwas mehr Abwechslung vertragen.
Das
größte Manko stellt – und das wiegt bei einem Rennspiel doppelt schlimm – die
Steuerung mithilfe des Digitalkreuzes dar: Schwammig und unpräzise lassen sich Berührungen mit der Bande oft nicht vermeiden und haben folgenschwere Konsequenzen in Form von Crashs. Diese kosten einen nicht selten die Führung, welche dadurch immer wieder in weite Ferne rückt. Zusammen mit dem Straßenverkehr und den fordernden Gegner kommt so ein
sehr hoher Schwierigkeitsgrad zustande, der den Spieler nicht selten an den Rande des Wahnsinns treibt und die
Motivation gegen Null sinken lässt. Zum Glück sind auch die CPU-Fahrer nicht vor unliebsamen Bekanntschaften mit entgegenkommenden Autos gefeilt. Nichtsdestotrotz gilt: Nur durch eine nahezu perfekten Fahrt ohne Unfälle sowie einiges an Glück ist ein Fortkommen möglich. Hat man mal genug vom Underground-Modus, kann man sich in ein freies Rennen stürzen oder drahtlos gegen andere Mitspieler antreten.