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Master-Review:   » drucken    » versenden

Need for Speed Underground 2

» Autor: Christian Krammer
» Datum: 08.06.2005
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Abgespeckter kleiner Bruder der Konsolen-Version mit beinhartem Schwierigkeitsgrad.

Das Jahr 2001 war wohl die Geburtsstunde der Tuning-Racer auf den Konsolen. In diesem Jahr lief The Fast and the Furious in den Kinos und weckte zweifelsohne in vielen Besuchern den Wunsch, das Gesehene in die Tat umzusetzen. In der Realität aus Mangel an Zeit und Geld sicher ein eher schwieriges Unterfangen, schuf Electronic Arts bald in Form von Need for Speed Underground virtuelle Abhilfe. Einige Jahre später erhielt nun auch der Nintendo DS seine eigene Version des zweiten Teils der erfolgreichen Serie. Ob sich der Titel ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Konsolenversion liefert oder bereits nach wenigen Metern im Straßengraben landet, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Aller Anfang ist schwer
Nachdem das Modul seinen Weg in den DS gefunden hat, geht es sogleich und ohne Umwege in das Hauptmenü von Need for Speed Underground 2. Schmückendes Beiwerk wie etwa ein Intro oder gar eine Story wird man dabei vergeblich suchen.
» Gerade noch die Kurve gekratzt.
Unbeeindruckt davon sollte einen der erste Weg in den Underground-Modus führen, der das Kernstück des Spieles darstellt. Hier darf nach Herzenslust gerast, getunt und geprotzt werden. Aber alles schön der Reihe nach. Zunächst gilt es, das magere Startkapital in einen fahrbaren Untersatz - VW Golf und Nissan 240SX werden angeboten - zu investieren. Mehr erlaubt das begrenzte Budget leider nicht und so stürzt man sich am besten in das erste Rennen.

Zur Auswahl stehen hier Rundkurs, Etappenkönig und Drag, wobei letzterer der wohl spannendste und spaßigste, wenn auch simpelste Modus ist. Hier kommt es lediglich darauf an, im richtigen Moment zu schalten und in begrenztem Maße Hindernissen auszuweichen. Etwas anspruchsvoller und auch um einiges schwerer geht es bei den verbleibenden zwei Modi zur Sache – auch wenn es natürlich immer darauf hinausläuft, als Erster die Ziellinie zu überqueren. Im Rundkurs stellt man sich abwechselnd der Uhr oder gegnerischen Fahrern, beim Etappenkönig hingegen gilt es, einzelne Streckenabschnitte als Schnellster zu passieren. Auch wenn die Kurse sehr unterschiedlich gestaltet sind, stehen hiervon nur eine relativ geringe Anzahl zur Verfügung, was schnell zu Wiederholungen führt. Der ohnehin schon hohe Schwierigkeitsgrad wird durch teilweises Vorhandensein von Straßenverkehr noch weiter in die Höhe geschraubt, da man oft einfach keine Chance hat, früh genug zu reagieren und auszuweichen. Das eigentliche Renngeschehen präsentiert sich dabei am oberen Bildschirm des DS, der untere wird lediglich für die Anzeige des Kurses sowie der verbleibenden Nitro-Füllungen genutzt. Der Touchscreen findet leider über den gesamten Verlauf der Asphaltduelle hinweg keine Verwendung.

Pimp my ride
Nachdem man nun mit viel Schweiß und Mühe ein paar Pünktchen verdient hat, kann man sich endlich an das Tunen des eigenen Wagens machen. Dieses Feature ist zwar nicht ganz so umfangreich wie in der Konsolenversion von Need for
» Ein richtiges Schmückstück.
Speed Underground 2, was dem Endergebnis aber in keinster Weise einen Abbruch tut. Zur optischen Verschönerung des Wagens stehen - wie in der Szene üblich - Bodykits, Spoiler, Decals (auch selbstgemacht), Neonlichter, Glasfolien sowie Felgen zur Verfügung. Der Technik darf angefangen beim Auspuff über den Motor bis hin zum Fahrwerk in verschiedenen Abstufungen Flügel verliehen werden - die Auswirkungen auf das Fahrverhalten der Karossen sind spürbar. Zu guter Letzt darf noch die Farbe geändert werden, um das fahrbare Kunstwerk zu vollenden. Mit fortschreitendem Spielverlauf schaltet man neben neuen Tuning-Teilen immer stärkere Autos frei, die gegen ein mehr oder weniger geringes Entgelt in den Besitz des Spielers übergehen.

Da sich Electronic Arts des ungenutzten Touchscreens durchaus bewusst war, wurden dem Titel flugs ein paar Tuning-Minispiele spendiert, die durch Berührung gesteuert und von Zeit zu Zeit absolviert werden wollen. Leider ging dieses Vorhaben jedoch ein wenig misslungen, da sämtliche Herausforderungen sehr simpel und noch dazu mit einem hohen Schwierigkeitsgrad ausgestattet sind. Auch wenn diese Minigames nicht zwingend absolviert werden müssen, strapazieren sie das Nervenkostüm des Spielers doch sehr („Das muss doch zu schaffen sein“).

Schwierig, schwierig …
Die Grafik von Need for Speed Underground 2 präsentiert sich als zweischneidiges Schwert. Einerseits wird sehr gut gezeigt, was der DS an 3D-Fähigkeiten ohne daraus resultierende Ruckler zu bieten hat, andererseits könnten die Sichtweite
» Jetzt heißt es Gas geben.
größer und Popups nicht so präsent sein. Die Texturen der Strecken sind eher einfach gehalten, die Autos präsentieren sich aber durchaus sehenswert. Auf der akustischen Seite sind leider keine Glanzleistungen zu vermelden. Die Musik plätschert unmotiviert und ohne jegliche Highlights im Hintergrund dahin, die Motorensounds klingen allesamt sehr ähnlich und auch die restliche Geräuschekulisse hätte etwas mehr Abwechslung vertragen.

Das größte Manko stellt – und das wiegt bei einem Rennspiel doppelt schlimm – die Steuerung mithilfe des Digitalkreuzes dar: Schwammig und unpräzise lassen sich Berührungen mit der Bande oft nicht vermeiden und haben folgenschwere Konsequenzen in Form von Crashs. Diese kosten einen nicht selten die Führung, welche dadurch immer wieder in weite Ferne rückt. Zusammen mit dem Straßenverkehr und den fordernden Gegner kommt so ein sehr hoher Schwierigkeitsgrad zustande, der den Spieler nicht selten an den Rande des Wahnsinns treibt und die Motivation gegen Null sinken lässt. Zum Glück sind auch die CPU-Fahrer nicht vor unliebsamen Bekanntschaften mit entgegenkommenden Autos gefeilt. Nichtsdestotrotz gilt: Nur durch eine nahezu perfekten Fahrt ohne Unfälle sowie einiges an Glück ist ein Fortkommen möglich. Hat man mal genug vom Underground-Modus, kann man sich in ein freies Rennen stürzen oder drahtlos gegen andere Mitspieler antreten.
Pro
Große Auswahl an Teilen
Schöne Wagenmodelle
Flüssige Grafik
Motivierendes Tuning
Contra
Sehr hoher, teilweise unfairer Schwierigkeitsgrad
Schwammige, unpräzise Steuerung
Strecken wiederholen sich zu schnell
Touchscreen bleibt größtenteils ungenützt
Unspektakuläre Soundkulisse
Fazit
Need for Speed Underground 2 hätte durchaus ein gutes Rennspiel werden können, wäre seitens der Entwickler etwas mehr Zeit in die Optimierung geflossen. Dabei handelt es sich nicht etwa um Bugs oder Unstimmigkeiten im Spieldesign, sondern den Spielspaßkiller Nr. 1: einen zu hohen Schwierigkeitsgrad. Dieser ist jedoch nicht nur fordernd sondern teilweise schlicht und einfach unfair. Die unpräzise Steuerung sorgt dafür, dass man nicht selten Bekanntschaft mit der Streckenbegrenzung oder entgegenkommendem Verkehr macht, was die Gegner natürlich sofort ausnützen und sich an die Spitze setzen. Neben einer guten Portion Glück („Kommt mir in dieser Kurve ein Auto entgegen oder nicht?“) muss der Spieler somit auch eine hohe Toleranzschwelle für zahlreiche Wiederholungen mitbringen. Mit genug Geduld und wachsender Erfahrung sind die Rennen aber dann doch mit einigen Anläufen zu schaffen. Nichtsdestotrotz präsentiert sich das Tuning als das wahre Highlight des Spieles: Genügend Autos und Tuningmöglichkeiten sowie Verschönerungen motivieren für eine längere Zeit. Insgesamt gilt somit: Wer ohne einen Tuningracer im Hosentaschenformat nicht leben kann, darf zugreifen, erwartet man sich jedoch ein in allen Punkten überzeugendes Rennspiel, sollte das Geld lieber gespart werden.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Website
www.electronic-...
Release
27. Mai 2005
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User-Bewertung
70
2 Bewertungen
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