Besser als auf dem DS und wesentlich schlechter als das Konsolenoriginal: Spider-Man 2 auf der PSP.Kein Superheld hat seit Erscheinen seines zweiten Kinofilms so viele Videospielumsetzungen spendiert bekommen wie Klettermax
Spider-Man. Der schwingende Superheld sorgte auf so gut wie jedem aktuellen System für Recht und Ordnung - mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Natürlich darf da auch eine Umsetzung für die
Playstation Portable nicht fehlen. Was
Spider-Man 2 auf Sonys neuem Handheld hermacht, erfahrt ihr wie immer im
Master-Review.
Bekannter StoffDie Story dürfte mittlerweile jedem an der Materie Interessierten hinlänglich bekannt sein: Der irre
Doktor Octopus - kurz
Doc Ock - terrorisiert New York. Die einzige Hoffnung der Bevölkerung ist
» Nicht so frei wie es aussieht. |
Spider-Man, alias
Peter Parker, der wiederum vom rachedurstigen Sohn seines ehemaligen Erzfeindes
Goblin gejagt wird. Natürlich spielt auch Herzdame
Marie-Jane wieder eine zentrale Rolle in diesem überschaubaren Plot. Erzählt wird die Geschichte jeweils zwischen den Missionen durch schicke,
vorgerenderte Sequenzen. So hübsch diese auch anzuschauen sind, so sehr hätte man sich bei einer Filmadaption allerdings echte Szenen aus dem Hollywoodstreifen gewünscht. Vor allem Fans der Leinwandvorlage dürfte das Fehlen solcher bewegter Bilder enttäuschen. Natürlich wurde auch in
Spider-Man 2 für die PSP einiges zur Story hinzuaddiert, so dass man neben
Doc Ock weiteren bekannten Superschurken wie
Rhino,
Shocker,
Mysterio und
Geier gegenübersteht.
Beschnittenes GameplayViel wichtiger als das Drumherum ist allerdings das eigentliche Gameplay. Dieses gibt sich in bester
Third Person Manier und lässt den Spieler
Spidey durch
3D-Levels manövrieren. Im Gegensatz zur Konsolenversion
» Die Grafik ist sehr gelungen. |
gibt es
keine große Oberwelt, von der aus man Zugang zu den einzelnen Missionen erlangt. Wie in der Nintedo DS-Umsetzung sind die Levels klar voneinander getrennt und müssen nacheinander gespielt werden. Damit geht dem Game leider jede Menge Freiheit flöten, was einer der Hauptgründe war, warum das Konsolenpendant so gut ankam. Somit fallen auch ausgiebige Schwingtouren durch die Häuserschluchten von New York flach. Zwar gibt es einige Missionen, in denen man
zwischen Gebäuden hin und her hangeln darf, allerdings gestalten sich diese aufgrund der Levelbegrenzungen wesentlich weniger frei als die riesige Stadt der Konsolenversion.
Prügel-SpinneNatürlich warten auch im neuesten
Spider-Man-Abenteuer etliche Widersacher auf eine gehörige Tracht Prügel, welche man durch simples Button-Smashing verteilt. Zwar lassen sich durch das gezielte
» Auch ein superkurzer 2D-Level hat es ins Spiel geschafft. |
Drücken der Schlag- und Tritttaste
Kombos erwirken, allerdings sind diese nicht effektiver als jene Schläge und Tritte, die beim blinden Draufloshämmern entstehen. Aufgrund
weniger Gegnertypen - prinzipiell gibt es nur verschieden bewaffnete Humanoide sowie Wachroboter - stellt sich sehr schnell
Monotonie bei den Fights ein. Daran ändern auch wenige spaßige Tricks wie das Einspinnen oder Beschießen der Feinde mit Netzen nichts. Lediglich die Bosskämpfe sorgen hier für Abwechslung. Diese sind teilweise gelungen, teilweise aber auch recht zäh und somit nervig ausgefallen. Zudem hätte die
Kamera noch einigen Feinschliff vertragen. Aufgrund des fehlenden zweiten Analogsticks ist das manuelle Nachjustieren nur via Steuerkreuz möglich, was sich wiederum als sehr schwierig gestaltet, während man die Spielfigur bewegt. Glücklicherweise sorgt hier die
Einlockfunktion für Hilfe. Alles in allem also ein sehr durchschnittliches Vergnügen. Da hilft auch ein rollenspielähnliches Aufpowersystem nicht viel, mit dessen Hilfe zwischen den Missionen Attributwerte verbessert und neue Attacken erlernt werden können.
Swinger-PartyWie die Fights ist auch das
Leveldesign relativ einfach ausgefallen. Die meiste Zeit kämpft man sich durch Korridore und Hallen, aktiviert einige Schalter und rettet Geiseln. Den Unterschied zu vergleichbaren Titeln findet man in
» Auf frischer Tat ertappt! |
Spider-Mans Fähigkeiten an Wänden und Decken entlang zu krabbeln oder sich per Spinnenfaden durch den Raum zu schwingen. Geht es einmal nicht weiter, liegt die Lösung oft in einem Blick nach oben, denn auch Lüftungsschächte warten darauf, vom Spieler durchkrochen zu werden. In Außenarealen muss man meistens einen fliehenden Widersacher über die Dächer New Yorks verfolgen, ohne diesen entkommen zu lassen. Flieht dieser, gilt die Mission als gescheitert und muss wiederholt werden. Die klare Stärke des Titels liegt in der Technik. Grafisch und soundtechnisch zeigt das neueste Abenteuer des kletternden Superhelden, was die
PSP zu leisten vermag.
Klasse Animationen, gute Texturen und eine flüssige Darstellung zeichnen
Spider-Man 2 ebenso aus, wie der rockige Soundtrack und die guten Effekte. Auch bei der Sprachausgabe hat man sich nicht lumpen lassen und sogar Originalsprecher engagiert. Vollkommen witzlos dagegen wirkt die extrem
kurze Spielzeit, welche gleichzeitig das größte Problem des Titels darstellt: Rund
vier Stunden dürfen einigermaßen geschickte Spieler einrechnen, um alles gesehen zu haben. Zwar sorgen versteckte Secrets sowie drei Schwierigkeitsgrade für zusätzlichen Content nach dem Durchspielen, allerdings dürfte dies nur für knallharte Perfektionisten von Interesse sein.