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Ridge Racer  
» Autor: Christian Krammer
» Datum: 24.08.2005
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Ridge Racer ist ein Arcade-Rennspiel, wie es im Buche steht, dem es jedoch an Abwechslung mangelt.

Comebacks stehen nicht nur in der Musikbranche an der Tagesordnung, sondern sind seit jeher auch in der Videospielebranche gang und gäbe. Namco hat dieses Vorhaben nun mit Ridge Racer gewagt und bringt die ehemals so erfolgreiche Rennspiel-Serie zurück auf unsere Bildschirme. Im Gegensatz zum letzten Auftritt auf der PS2 anno 2000 hat der Entwickler den Konsolen im Jahre 2005 jedoch den Rücken gekehrt und sich auf die neue Handheld-Generation gestürzt. Anhand der vorliegenden PSP-Version klären wir nun, ob der Ridge-Racer-Stern auch weiterhin hell leuchtet oder bereits am Verglühen ist.

Head to head
Bereits das sehr stylische und schön gestaltete Intro macht Lust auf die bevorstehende Renn-Action. Bevor es so weit ist, muss jedoch noch das Hauptmenü hinter sich gelassen werden, welches vielfältige Auswahlmöglichkeiten
» Heiße Duelle im Multiplayer-Modus.
bietet. Neben den Optionen, die Einstellungen für Controller, Audio und Wiederholungen bereithalten, sind an dieser Stelle auch Punkte für das obligatorische Einzel- und Zeitrennen zu finden. In ersterem wählt man eine beliebige Strecke und einen Rennwagen aus, um dann gegen elf Rivalen auf der Piste anzutreten. In zweiterem stellt die Uhr den einzigen Gegner dar, den es zu bezwingen gilt. Sind öfter mal Freunde mit einer PSP zu Besuch, ist der Menüpunkt namens Wireless-Kampf, der den Multiplayer-Modus via Wifi beinhaltet, einen Blick wert. Hier können bis zu acht Geschwindigkeitsfanatiker gegeneinander antreten und den Ridge-Racer-Champion unter sich ausmachen. Eine Speicher- bzw. Lademöglichkeit rundet das Menü ab.

Start your engines
Dem wichtigsten Punkt namens Welt-Touren sei an dieser Stelle die meiste Aufmerksamkeit geschenkt, geht es dabei doch um die Einzelspieler-Kampagne. Nach und nach kämpft man sich hier durch Touren, die jeweils zwei bis sechs
» Mit dem Boost im Geschwindigkeitsrausch.
Rennen auf unterschiedlichen Strecken beinhalten. Startet man zu Beginn noch mit Fahrzeugklassen, in denen es eher gemächlich zur Sache geht, stehen schon bald richtige Geschoße zur Verfügung, die nach und nach frei geschaltet werden. Je nach Kategorie besteht die Wahl aus unterschiedlichen Autos, die sich durch ihr Aussehen, hauptsächlich aber ihre Drift-Eigenschaften unterscheiden. Es gibt hierbei drei verschiedene Arten: Einsteiger wählen am besten ein Fahrzeug des Typs "Standard", da dieses sehr ausgewogen ist und Drifts vergleichsweise leicht von der Hand gehen. Spieler, die mit diesem Manöver nicht so viel anfangen können, sind mit Autos der Gruppe "Leicht" am besten beraten. Drifts können hier eher schwer eingeleitet werden, umso einfacher hat man diese dann aber abgeschlossen. Fortgeschrittene Zocker werden mit dem Typus "Dynamisch" so richtig gefordert. Der Rennwagen rutscht nur so um die Kurve, um die Kontrolle wiederzuerlangen bedarf es jedoch einiges an Fingerspitzengefühl.

Die Wahl des fahrbaren Untersatzes beeinflusst zwar merklich den Schwierigkeitsgrad, hängt aber zu einem Großteil von den eigenen Vorlieben ab. Hat man zu Beginn noch keine Sorgen damit, die Ziellinie als Erster zu überfahren, sind bald weitaus größere Fertigkeiten für einen Sieg vonnöten. Um dabei nicht ganz auf sich auf sich alleine gestellt zu sein, stehen zum einen drei Nitro-Behälter zur Verfügung, die den Wagen kurzzeitig um einiges beschleunigen und durch Drifts aufgeladen werden. Zum anderen gibt es gewisse Vorgaben, auf welchem Platz das Rennen abgeschlossen werden muss. Ein Sieg ist also nicht immer nötig. Zum Schluss darf das Rennen jeweils in einer schicken Wiederholung genossen werden, die aber leider nur eine Perspektive bereit hält. In den Duellen selbst sind es zwei: Stoßstange und Verfolgerkamera.

The sense of speed
Bei der Gestaltung der Flitzer haben die Entwickler sehr viel Kreativität bewiesen. Diese unterscheiden sich nicht nur äußerlich merklich, sondern kommen auch mit komplett unterschiedlichen Armaturen am unteren Bildchirmrand daher. Dem nicht
» Im Tunnel geht die Beleuchtung an.
genug wird jeder Bolide von einer kleinen Geschichte inkl. virtuellem Hersteller- und Fahrzeugnamen begleitet. Die Motorengeräusche der Fahrzeuge variieren ebenfalls, können aber bei weitem nicht mit den Unterschieden in der Optik mithalten. Sie klingen zu unspektakulär und können das Renn-Feeling auf der akustischen Seite leider nur bedingt transportieren. Die billig wirkenden Crashs und der schon nach kurzer Zeit nervende Kommentator sind ebenfalls keine Glanzleistungen. Etwas mehr wird da schon bei der zur Verfügung stehenden musikalischen Untermalung geboten; an Abwechslung mangelt es nicht, echte Ohrwürmer sind bei den Tracks aber nicht dabei.

Insgesamt 13 Strecken stehen in Ridge Racer zur Verfügung, die auch in verkehrter Richtung befahren werden können. Sie sind zwar allesamt aus anderen Titeln der Reihe bekannt, unterscheiden sich aber im Design beträchtlich voneinander: lauschige Küstenstrecken, kurvige Bergfahrten und schnelle Stadtkurse. Das ändert jedoch nichts daran, dass man spätestens nach der Basis-Tour so ziemlich alles gesehen hat. Zusammen mit den Fahrzeugen, die bis auf ihr unterschiedliches Aussehen sehr ähnlich sind, ist so die Motivation für die Profi-Liga nicht sonderlich groß. Nette Effekte wie beleuchtete Armaturen bei Nachtfahrten und in Tunnelpassagen sowie hübsche Spiegelungen werten die ohnehin schon sehenswerte Grafik noch weiter auf. Ridge Racer gehört neben Wipeout Pure zu einem der schönsten Titel auf der PSP. Nicht zu vergessen das Geschwindigkeitsgefühl, welches vom Spiel sehr gut vermittelt wird.
Pro
Herrlich unkompliziert
Sehr schöne Grafik
Gutes Geschwindigkeitsgefühl
Ordentliche Anzahl an Strecken
Contra
Zu anspruchslos
Man hat schnell alles gesehen
Akustik kann nur bedingt überzeugen
Fazit
Müsste man nach einem Synonym für Arcade-Racer suchen, würde die Wahl über kurz oder lang wohl auf Ridge Racer fallen. So herrlich unkompliziert kann man die Boliden nur selten über die Pisten bewegen, obwohl es oft schon fast zu viel des Guten ist. "Des Einen Freud', des Anderen Leid" würde hier wohl am besten zutreffen, da ich mir nicht selten eine etwas anspruchsvollere Steuerung gewünscht habe, anstatt die nächste Kurve schon wieder mit einem Mega-Drift bewältigen zu müssen. Der Button für die Bremse findet im Gegenzug nur selten Verwendung. Doch genau wegen dieser Einfachheit wird der Titel bei anderen Spielern wahre Begeisterungsstürme auslösen – jedenfalls so lange, bis sie die Basis-Tour bewältigt haben. Danach kennt man so ziemlich alles an Strecken und Fahrzeugen. Letztere unterscheiden sich zwar äußerlich sehr voneinander, sind aber insgesamt in nur drei verschiedene Drift-Klassen eingeteilt, was die Motivation auch nicht unbedingt in die Höhe schnellen lässt. Grafik-Fetischisten kommen aber in jedem Fall auf ihre Kosten, da Ridge Racer derzeit zu den schönsten Spielen auf Sonys Handheld zählt – ansehnliches Geschwindigkeitsgefühl inklusive. Ist man auf der Suche nach einem guten Rennspiel für die PSP, darf getrost zugegriffen werden, die Kaufentscheidung sollte aber letztlich davon abhängen, wie anspruchsvoll es sein darf. Wandelt man lieber auf etwas anspurchsvolleren Pfaden, dann wird einem das Spiel keine Freude bereiten.