Sehr anspruchsvolles und zugleich äußerst motivierendes Puzzle-Game.Es gibt zahlreiche Persönlichkeiten, die untrennbar mit Begriffen oder Erfindungen aus unserem Leben verknüpft sind: Bei
Diego Maradona denkt jeder sofort an Fußball,
Niki Lauda assoziiert man unmittelbar mit der Formel 1 und
Rudolf Diesel, das weiß jedes Kind, hat den Dieselmotor erfunden. Nicht ganz so offensichtlich gestaltet sich die Sache bei
Archer Maclean: Ewas älteren Spielern wird dieser Name sicher ein Begriff sein, Jungspunde wissen von seinen Glanztaten wie etwa dem Kultspiel
International Karate aber eher weniger zu berichten. Ob es sich auch bei
Mercury um ein ähnliches Meisterwerk handelt oder der Gute sein Künste vielleicht sogar ganz verlernt hat, klärt unser Master-Review.
Vorsichtig, giftig! Ein Metall, das man in der Realität eher meiden sollte, hat in
Mercury seinen großen Auftritt:
Quecksilber. Der Spieler übernimmt die Kontrolle über einen Batzen dieser Substanz, die per Analogstick durch die Levels gelotst wird. Dabei bewegt man
» Da windet sich das Quecksilber. |
nicht das schimmernde Etwas selbst, sondern
kippt den Untergrund. Was auf den ersten Blick keinen Unterschied macht, wird schnell klar, wenn mehrere dieser Kügelchen im Spiel sind und man zum geschickten Jongleur avanciert. Ziel eines jeden Abschnittes ist es dabei, das flüssige Metall innerhalb des Zeitlimits auf ein bestimmtes Feld zu bewegen oder unterschiedlich viele sogenannte
Leittürme (leuchten bei Berührung) zu aktivieren. Erschwerend kommt hinzu, dass dies mit einer vorgegebenen Menge an Quecksilber bewerkstelligt werden muss, was anhand meist fehlender Levelbegrenzungen und daraus resultierenden Abstürzen nicht immer ganz einfach ist. Läuft die Zeit ab oder verliert man zu viel des kostbaren Gutes heißt es von vorne beginnen.
Keine all zu große Überraschung werden somit die
drei verschiedenen Level-Typen darstellen:
Rennen,
Prozent und
Aufgabe sowie Kombinationen davon und besonders fiese Abschluss-Herausforderungen.
Rennen warten mit einem eher knapp bemessenen Zeitbudget auf, in den
Prozent-Levels muss möglichst viel des schillernden Metalls ins Ziel befördert werden und in der
Aufgabe gilt es, verschiedene
Leittürme zu aktivieren. Insgesamt stellt einen
Archer Maclean's Mercury vor
sechs thematisch komplett unterschiedliche Welten, die sich beispielsweise vor Feuer-, Wasser- oder Schneelandschaften abspielen – unterteilt in
jeweils zwölf Levels. Diese können bis zu einem gewissen Grad selbst ausgewählt werden, falls man mal vor einem unlösbaren Rätsel steht. Auf dem Weg zu einer neuen Welt ist es aber unausweichlich, jeden Abschnitt erfolgreich hinter sich zu lassen.
Das Leben ist kein Zuckerschlecken Hat man in der ersten Welt, die sich zum leichteren Einstieg als
Tutorial präsentiert, noch keine Probleme,
zieht der Schwierigkeitsgrad aber schnell an. Nicht selten sitzt man bis zu einer halben Stunde vor einem Level und versucht es
immer und immer wieder. Die Motivation geht aber nie verloren und man ist jederzeit gewillt, die Herausforderung zu meistern. Diese liegt dabei nicht unbedingt darin, herauszufinden, wie man nun einen Abschnitt meistert, sondern ist eher beim Schaffen selbst zu finden. Ein Mal läuft schlicht und einfach die Zeit ab, ein anderes Mal stürzt ob dieser Hektik ein beträchtlicher Teil des Metalls in die Tiefe. Nicht zu vergessen die
zahlreichen Gemeinheiten, die sich die Programmierer haben einfallen lassen, um den Spieler zur Weißglut zu bringen:
Lichtbögen schmelzen den Quecksilbervorrat weg, fiese
Mercoids verspeisen ihn zum Frühstück und gemeine
Sauger bringen die schimmernde Substanz gar an einen besonders entlegenen Winkel des Levels, von wo aus die Zeit für die Rückkehr meist nicht reicht.
Die Ruhe vor dem Sturm Neben den Fallen gibt es
weitere Vorrichtungen, die dem Spieler das Leben nicht unbedingt schwerer machen, aber auch so ihre Tücken haben, wenn einem die Uhr beinhart im Nacken sitzt:
Förderbänder,
Teleporter,
rauhe Oberflächen,
Stampfer,
» Was darf's sein, rot oder blau? |
Schieber und
Filtertüren. Letztere können nur mit Quecksilber gewisser Farbe passiert werden. Zum Ändern dieser stehen bestimmte Farbschleusen in vorwiegend den Grundfarben zur Verfügung. Natürlich kommen auch Mischungen wie beispielsweise violett zum Einsatz, die, in Abwesenheit einer passenden Schleuse, mit viel Fingerspitzengefühl aus einer blauen und roten Kugel durch Zusammenfügen generiert werden müssen. Da sich die beiden Gebilde wie bereits erwähnt parallel bewegen, ist dafür
sehr viel Geschick erforderlich. Nicht selten führt einen der Weg dabei über äußerst schmale Stegen. Neben den Schleusen profitieren auch Schalter – welche meist Türen öffnen – und Leuchttürme von diesem Farb-Misch-Masch und funktionieren nur in der richtigen Kombination. Insgesamt ist der
Schwierigkeitsgrad in Mercury
relativ hoch angesiedelt, schwankt ziemlich, wird jedoch nie unfair. Es gibt immer wieder Levels, die nur mit zahlreichen Anläufen und viel Schweiß zu schaffen sind, während sich andere, nachfolgende, mit nur einem Versuch beenden lassen. Highscore-Jäger werden mit dem Spiel ihre Freude haben: Während man beim ersten Abschließen eines Abschnittes meist auf dem letzten Platz landet, kann man den Punktestand durch schnelleres Beenden oder geringeres Einbüßen von Quecksilber weiter in die Höhe treiben.
In Bild und Ton Bei der Gestaltung der Levels haben die Entwickler sehr viel
Geschick und Einfallsreichtum bewiesen. Nahezu jeder Abschnitt erfordert eine andere Herangehensweise, nur selten herrscht Verwirrung über die Zielsetzung. Um stets
» Auch zu Zweit geht's auf die Piste. |
die Übersicht zu behalten kann die Kamera in 90-Grad-Schritten gedreht sowie zu einer totalen Draufsicht gekippt werden. Eine
Speichermöglichkeit steht
nach jedem Level zur Verfügung. Ist eine weitere PSP zur Hand, dann dürfen die Levels auch
zu Zweit bestritten werden, wobei der jeweils andere Spieler immer halbtransparent aufscheint. Grafisch bietet
Mercury ein sehr gutes Bild: Das Quecksilber bewegt sich physikalisch korrekt durch die Umgebungen, bildet bei der Trennung kleine Kügelchen und schimmert realistisch im Licht. Auch die Aufmachung der Levels und die Hintergründe wissen zu gefallen. Auf Seiten der Akustik gibt es nichts Außergewöhnliches zu vermelden. Alle Geräusche passen gut zum Gesehenen, die Musikuntermalung rieselt im Hintergrund dahin, ohne wirklich aufzufallen. Erstaunlich gut funktioniert die
Steuerung via Analogstick. Ist dieser bei
Ridge Racer nur bedingt zu gebrauchen, klappt das Manövrieren bei
Mercury erstaunlich gut.