Technisch einwandfreier Titel, dem der Spielspaß von seinem miesenLeveldesign genommen wird.Nachdem der beliebte Klettermax
Spider-Man seine Auftritte auf der Kinoleinwand, dem PC, den Heimkonsolen und dem Gameboy Advance hinter sich gebracht hat, ist nun der Nintendo DS dran. Wir haben uns
Spider-Man 2 für euch angesehen und verraten in unserem
Master-Review, was der Titel zu bieten hat.
Run, Swing and FightNach einem schicken Introvideo geht es über das obligatorische Hauptmenü sofort in die Action. Der Titel ist in
14 Missionen aufgeteilt, welche die Story des zweiten Films erzählen. Zwischen
» Standbilder und kleine Videos erzählen die Story. |
den Missionen spinnen Standbilder und kleine Videos die Geschichte fort. Wie bereits im Konsolenabenteuer wurde die Story etwas ausgebaut, um mehr Endgegner ins Spiel integrieren zu können. So tritt der Protagonist im Verlauf des Abenteuers nicht nur gegen
Doc Ock an, sondern liefert sich unter anderem ein Gefecht mit
Mysterio. Natürlich warten auch eine ganze Reihe normaler Verbrecher, Roboter und anderes Gesocks darauf, vom Spieler vertrimmt zu werden.
Dazu stehen
Spidey allerhand Aktionen zur Verfügung: Schläge und Tritte können zu wirkungsvollen Angriffsketten kombiniert werden und auch die typische Seilakrobatik und das Klettern an Häuserwänden wurde in den Titel implementiert. Zudem ist der Spieler in der Lage, mithilfe von
Spider-Mans übersinnlichen Fähigkeiten die Zeit kurzfristig zu verlangsamen, um feindlichen Angriffen besser ausweichen zu können. Einige Spezialattacken, wie das Einspinnen per Netz oder Verschießen von kleinen Kugeln, müssen zunächst über den Touchscreen angewählt und anschließend per
R1-Trigger ausgeführt werden. Zudem informiert der untere Bildschirm den Spieler stets über die aktuelle Spielzeit.
Dreidimensionales 2DObwohl der Titel auf der der Rückseite seiner Verpackung vollmundig mit einem
gigantischen 3D New York lockt, entpuppt sich die
dreidimensionale Grafik nur als geschickte Täuschung.
» Doc Ock ist ein fieser Brocken. |
Gameplaytechnisch hält sich nämlich alles an bekannte 2D-Muster. So kann man sich nur nach rechts, links und natürlich oben und unten bewegen. Die Engine macht im Spiel also nur optisch Sinn. Allerdings nutzt sie die Möglichkeiten der dreidimensionalen Technik voll aus und zaubert
wunderschöne Grafiken auf den oberen Monitor. Vor allem die
geschmeidigen Animationen des agilen Helden und dessen zahlreiche Bewegungsphasen und Moves sind eine echte Augenweide. Geschickt eingebaute Kameraschwenks, und eine superflüssige Framerate verdeutlichen zudem, zu welchen grafischen Spielereien Nintendos neuer Handheld fähig ist. Auch auf der akustischen Seite gibt es nichts zu beanstanden: Flotte Soundtracks und passende Kampfgeräusche sorgen für eine
gute Klangkulisse. Lediglich das immer gleiche Grunzen der Gegner sowie hysterische Kreischen gefangener Geiseln können auf Dauer nerven. Wo der Titel technisch auftrumpft, verliert er spielerisch an Boden. Während die hektischen Hau-Drauf-Kämpfe gegen die
strunzdummen Gegner dank einem ordentlichen Pool an Attacken noch einigermaßen Spaß machen, mangelt es dem Titel vor allem an einem: ordentlichem Leveldesign.
Die spinnen, die Leveldesigner!Die meisten Missionen bestehen daraus, sämtliche Feinde aus den großen Levels zu fegen - meistens verbunden mit dem Retten unschuldiger Geiseln. Was theoretisch gar nicht so schlimm wäre,
» Das Leveldesign ist extrem misslungen. |
gipfelt aufgrund katastrophalen Leveldesigns im spielerischen KO. Ewiges Suchen nach der letzten versteckten Geisel und das Abklappern jeden Winkels der weitläufigen Stages strapazieren die Nerven jedes noch so resistenten Spielers aufs Äußerste. Hat man zu Beginn noch die Hoffnung, nur die ersten Missionen seien so misslungen, wird man im nächsten Level mit noch
dämlicheren Suchspielchen und sogar
Zeitlimits gequält. Zudem fehlt es dem Titel an Savepoints innerhalb der Missionen. Gerade beim
mobile Gaming ist eine regelmäßige Speichermöglichkeit wünschenswert. Doppelt schlimm wiegt das Fehlen dieser Savepoints durch den insgesamt relativ
hohen Schwierigkeitsgrad. Segnet
Spider-Man das Zeitliche, muss der Level komplett neu angegangen werden.
Kleine Lichtblicke sind die Bosskämpfe, in denen der Touchscreen nicht nur als Menü dient, sondern echte
Stylus-Action von euch abverlangt. So muss beispielsweise
Doc Ocks gefährliche Maschine durch das Manövrieren von Schaltern zwischen Energiebarrieren abgeschaltet werden. Dafür wird die eigentliche Action nach dem Erreichen eines Terminals unterbrochen und das Mini-Game beginnt. Auch wenn der ständige Wechsel zwischen Stylus und
normaler Bedienung auf der einen Seite stressig ist, trumpft er auf der anderen Seite durch ein neues Spielgefühl auf. Leider sind diese Bossminigames die einzigen vernünftigen Anwendungen des innovativen DS-Features. Zudem sind diese noch viel zu selten im Spiel vertreten. Wie bereits erwähnt fungiert der Touchscreen im Rest des Titels lediglich als Auswahlgerät für Specialmoves und Zeitanzeige.