MotoGP 4 überzeugt mehr durch Spielbarkeit als durch Technik.Nach
TT-Superbikes können sich alle Motorradfans innerhalb kürzester Zeit abermalig auf die Sattelkissen schwingen. Möglich macht dies
Namcos PS2-exklusive
MotoGP-Reihe, die voll lizenziert nun bereits in die vierte Runde geht. Wie nicht anders zu erwarten versetzt euch
MotoGP 4 in die Zweiradkönigsklasse der Saison 2004 und hält neben sämtlichen Teams, Fahrern sowie Strecken auch eine Reihe reizvoller Innovationen bereit. Wir haben die Chance wahrgenommen und reichlich Rennfahrerluft geschnuppert, um euch in unserem Master-Review Aufschluss über die Qualitäten der Fortsetzung zu geben.
Üppiges Rennpaket In einem maßgeblichen Gesichtspunkt haben sich
Namcos Motorradtitel und
THQs gleichnamige Spielserie seit jeher unterschieden. Wenn es darum ging, das Gameplay beider Reihen genauer zu analysieren, präsentierte
Namco das
» Kämpfen um jeden Zentimeter. |
Spielgeschehen stets
arcadelastiger und ließ Simulationsfans in die Röhre gucken. Auch mit dem neuesten Teil unterstreichen die renommierten Entwickler ihren Leitsatz und lassen vor allem Spielhallenherzen höher schlagen. Mit von der Partie sind diesmal die drei verschiedenen Spielmodi
Arcade,
Meisterschaft sowie
Herausforderung. Außerdem sind neben den Feuerstühlen der
berühmten MotoGP neuerdings auch
alle Zweiräder der 125ccm- und 250ccm-Klasse mit an Board - Rennspielfans wird es freuen.
Wer sich sofort ins Geschehen stürzen möchte, wählt den
Arcade-Modus, denn
MotoGP 4 bietet euch von Grund auf einige Strecken und Fahrer, um zumindest den ersten Heißhunger eines Bikers zu stillen. Nichtsdestotrotz ist dieser Spieltyp nur für
kurzweilige Streckenabenteuer ausgelegt, denn der Umfang lässt schnell zu Wünschen übrig. Hilfe naht jedoch: Dem entgegen gilt es im Rahmen der
Meisterschaft die Karriereleiter erst noch zu erklimmen. Gebührend für einen
Nobody schmeißt euch der Rennstall zu Beginn erstmal ins kalte Wasser, damit ihr euch von dort mehr und mehr nach oben arbeitet. In der Qualifikation und letztendlich im Rennen müsst ihr euch daher vorerst mit weniger Pferdestärken begnügen. Doch trotz des gemäßigten Tempos macht das Rundendrehen Spaß, denn durch den
variablen Schwierigkeitsgrad kommen sowohl Neulinge als auch alte Hasen gleichermaßen auf ihre Kosten. Blanke Zahlen überzeugen ebenfalls: Summa Summarum verfügt der Titel über alle
39 Teams,
77 Fahrer und
16 Strecken der zugrundeliegenden MotoGP-Serie, die sich im Spielverlauf allesamt sukzessive freischalten lassen.
Windige Neuerungen Wie eingangs erwähnt präsentiert sich
MotoGP 4 relativ arcadelastig und
versprüht reichlich Spielhallenatmosphäre im heimischen Wohnzimmer. Deswegen liegt die Vermutung nahe, dass vor allem Spieler mit ausgeprägtem Wirklichkeitssinn den
angekündigten
Simulationsmodus herbeisehnten. Bedauerlicherweise wird dieser seinem Namen keineswegs gerecht und lässt die gewünschte Authentizität auf ganzer Linie vermissen. Apropos Neuerungen: Einen ansprechenden Eindruck hingegen hinterlässt die
originelle Helmansicht, die Regentropfen, Sonneneinstrahlung und Schmutzpartikel eindrucksvoll auf der Mattscheibe abbildet. Der Clou: Durch Abziehen des Klebestreifens reinigt ihr auch während des Rennens euer Visier. Ferner habt ihr die Wahl zwischen
zwei weiteren Innenansichten und einer Verfolgerkamera, wobei sich letztere rasch als zweckdienlichste herauskristallisiert.
Ebenfalls neu dabei ist der
Tumult-Modus, der euch bestimmen lässt, ob sich das Fahrerfeld in Kurvenpassagen weiterhin stur hintereinander oder realistisch nebeneinander einreihen soll. Keine Frage: Einerseits bringt ihr etwas Leben ins Feld der KI-Fahrer, da sonst die Ideallinie zur Orientierung dienen würde. Andererseits stechen nun jedoch
einige Schnitzer hervor, die das bis dahin ansehnliche Gesamtbild trüben. Folglich seid ihr Zeuge, wie der PS2-Hardware aufgrund der Masse an gegnerischen Motorrädern oftmals die Puste ausgeht - die Framerate tut ihr übriges. Auch die
Kollisionsabfrage ist mit Schwächen behaftet und bringt euch sogar bei heftigen Zusammenstößen nur vereinzelt zum Sturz. Ohne
Tumult-Modus glänzt
MotoGP 4 wiederum durch ein
tadelloses Geschwindigkeitsempfinden.
Zugaben und Technik Wem das alles noch nicht genug sein sollte, kann sich und seinem Gefährt im Spielmodus
Herausforderung den letzten Schliff verpassen. Hier warten nicht weniger als
125 verschiedene Aufgaben auf euch, die nicht nur eine willkommene
» Stur der Ideallinie entlang. |
Abwechslung zum herkömmlichen Saisonalltag darstellen, sondern auch den Spielumfang in Form von
ergänzenden Fahrern und Motorrädern gehörig erweitern. Zudem bietet euch euer Rennstahl zeitweise
neue Tuningteile zum Testen an. Doch nicht ohne Haken: Nur wenn ihr die gestellten Zeitvorgaben lückenlos erfüllt, montiert ihr leistungsfähigere Komponenten wie etwa Bremsen, Motoren oder Rahmen an euren Feuerstuhl. Auch auf Mehrspielerpfaden gibt
MotoGP 4 Gas: Demnach könnt ihr Rennen mit bis zu vier Spielern an einem Bildschirm oder im LAN mit bis zu acht PS2-Konsolen abhalten. Komplettiert wird dies durch einen
verblüffenden Onlinesupport, der euch die komplette Saison via Netzkabel gegen den Rest der Welt absolvieren lässt.
Grafisch ist der Titel leider nur
gutes Mittelmaß: Dafür verantwortlich zeigen sich Texturen am Straßenrand, die oftmals blass, matt und detailarm ins Spielerauge fallen. Des Weiteren leiden viele Streckenobjekte vehement unter fehlender Abwechslung. Die Folge: Der Großteil wirkt gleichförmig und folglich langweilig. Dem gegenüber hält der Titel jedoch ein grandioses Geschwindigkeitsgefühl, ungemein detaillierte Zweirad- und Fahrermodelle sowie authentische Witterungseffekte in der Hinterhand. Im Hinblick auf die Akustik winkt jedoch nur einer der hinteren Ränge. Zwar ertönen die Motorensounds äußerst grell und imposant, der gebotene Soundtrack lässt jedoch eine breitere Auswahl an Musikstücken vermissen.