Erstklassiger Ego-Shooter mit toller Inszenierung, viel Action und vorbildlichem Onlinemodus.Die geheime US-Militärbasis
Area 51, die irgendwo in der Wüste Nevadas liegt, gehört zu einem der größten Mysterien der Gegenwart. UFO-Anhänger sind davon überzeugt: Dort, mitten im staubigen Nichts, haben Experimente an Außerirdischen stattgefunden, die in den fünfziger Jahren in Roosevelt abgestürzt sind! Nach zahlreichen Filmen, TV-Serien und Büchern, die sich mit der Materie beschäftigt haben, steuert nun
Midway seine ganz eigene Interpretation der Geschehnisse bei. Verpackt im gleichnamigen Videospiel schicken die Entwickler den Spieler unter die Erde und lassen ihn das Geheimnis der
Area 51 lüften. Wir haben den Titel für euch einer Autopsie unterzogen und das Ergebnis im
Master-Review zusammengefasst.
RoutineeinsatzEigentlich sollte es für Protagonist
Ethan Cole und sein Team Elitesoldaten ein ganz normaler Rettungseinsatz werden. In den Tiefen der geheimen US-Militärbasis
Area 51 wird ein Einsatztrupp
» Mutanten treiben ihr Unwesen. |
vermisst, den es zu suchen gilt. Doch bereits bei der Ankunft im Wüstenbunker - die durch eine sehr schicke Rendersequenz inszeniert wurde - zeichnet sich ab, welcher Schrecken die Männer in den unteren Stockwerken der Anlage erwartet: In der Basis herrscht Chaos. Ein Virus hat sich ausgebreitet und seine Spuren hinterlassen, überall liegen schrecklich entstellte Leichen herum. Durch weiße Vorhänge sieht man schreiende, sich krümmende Opfer der Seuche. Will man sich diesen nähern, wird man von schwer bewaffneten Sicherheitsleuten mit eindringlicher Stimme davon abgehalten. Teile der Basis sind zerstört. All dies wird durch die
sehr gute Grafik und eine
stimmige Sounduntermalung 1A in Szene gesetzt und sorgt für eine dichte Atmosphäre.
Welcome to DreamlandNachdem man sich bei der örtlichen Waffenausgabe seine Dienstpistole abgeholt und erste Schießübungen dank
eingängiger Steuerung erfolgreich absolviert hat, trifft man auch schon
» Die Konkurrenz lässt grüßen. |
auf den ersten Feind. Ein vom Virus befallener Mitarbeiter dreht durch und nimmt die Kollegen unter Beschuss. Natürlich ist dieser erste Kampf nur ein Vorgeschmack auf die folgende, toll inszenierte Action: Gegner suchen dank
solider KI Deckung und sind relativ treffsicher, was den Spieler immer wieder dazu zwingt, selbst Schutz zu suchen. Während der wilden Ballereien geht zudem so einiges zu Bruch: Fensterscheiben zerbersten, Fässer explodieren und Einschusslöcher zieren in Mitleidenschaft gezogene Wände. Dazu kommen
wuchtige Soundeffekte, die den brachialen Waffen - unter anderem Sturmgewehr, Schrotflinte, Pistole und Aliengewehr - sowie vielen Explosionen eine Trommelfell durchdringende Glaubwürdigkeit verleihen. Das kommt vollkommen ohne Ruckeln und Slowdowns aus, was den Titel für Playstation 2-Verhältnisse zu einem echten
Technikhit macht.
Mann am Boden!Beginnt man das Game noch im besagten Team, welches selbständig geschickt agiert, werden die Mitstreiter bereits nach wenigen Spielstunden komplett ausradiert. Die Spielfigur selbst fällt dem besagten
» Anstürmende Aliens fallen dem Sturmgewehr zum Opfer. |
Virus zum Opfer, was ihr neben einem schrecklichen Aussehen einige praktische Fertigkeiten verleiht. So kann man sich per Knopfdruck
in ein Monster verwandeln, welches über immense körperliche Kräfte verfügt und im Nahkampf ordentlich austeilt. Zudem besteht die Möglichkeit, Parasiten auf Gegner zu verschießen, welche dem Feind die Lebenskraft entziehen, um die eigene wieder aufzufüllen. In sämtlichen Ereignissen, sei es die sukzessive Vernichtung des Einsatzteams oder die Verwandlung in einen Mutanten, zeigt der Titel, dass man sich bei der
Inzenierung jede Menge Mühe gegeben hat. Ständiger Funkverkehr, schicke Ingamesequenzen und zahlreiche hervorragende gescriptete Ereignisse machen
Area 51 zu einem echten Erlebnis und schaffen eine dichte Atmosphäre. Hinzu kommt die spannend erzählte Geschichte, die zusätzlich durch die tolle Synchronarbeit der deutschen Sprechern punktet. Wahlweise darf auch auf andere Sprachen gewechselt werden. Im englischen Original übernehmen unter anderem Promis wie
David Duchovny und
Marylin Manson Sprechrollen.
AbstiegBeim Leveldesign hat man
Linearität walten lassen und den Fokus eindeutig auf wilde Ballereien gelegt. Dank kleinerer Schaltersucheinlagen und Minimissionen, wie das Verteidigen einer Bunkeranlage,
» Die Herren hat's erwischt. |
wirkt es jedoch nie langweilig. Lediglich die doch relativ beschränkte Anzahl an verschiedenen Feinden bremst hier das Vergnügen ein wenig. Die meiste Zeit kämpft man gegen die gleichen Mutanten und - immerhin unterschiedlich bewaffneten - Standardsoldaten. Auch bei der
Waffenauswahl hätte man gerade in einem Sci-Fi-Szenario mehr Fantasie beweisen können. So findet man neben dem Standardrepertoire an klassischen Schießprügeln gerade einmal zwei Alienwaffen (plus einen Handgranatentyp), die jedoch kaum einen Preis für Innovationen gewinnen würden. Nur der an Wänden reflektierende Laserpointer und die dazu gehörenden abprallenden Geschosse sind eine coole Idee, die allerdings gleichzeitig an mangelhafter Integrierung ins Spielgeschehen krankt.
Kurzes Solo-Vergnügen, klasse OnlinemodusEin weiteres Problem des Titels findet sich in der relativ geringe Spielzeit für Solisten. Vor allem bei einem dermaßen fesselnden Titel ist es sehr schade, wenn nach
» Diese Waffe schießt auch um die Ecke. |
nur rund acht Stunden plötzlich die Endsequenz über den Bildschirm flimmert. Entschädigend wirken hier allerdings
eine Menge Secrets, die in den Missionen gefunden werden können. Dies sind neben einigen streng geheimen Videobotschaften vor allem Dokumente, in denen gnadenlos mit sämtlichen Mystery-Klischees der Neuzeit aufgeräumt wird. So erfahrt ihr etwas über das Bermuda-Dreieck, die geschickte Beseitigung von Zeugen durch die US-Regierung oder die Verstümmelung von Kühen. Darüber hinaus bietet der Titel einen hervorragenden Mehrspielerpart, der entweder im
Splitscreen oder online gegeneinander gespielt werden kann. Während im Splitscreen-Modus nur normales Deathmatch gespielt werden darf, entfaltet das Game
online sein volles Mehrspielerpotenzial. Hier bietet das Programm neben dem klassischen Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag und der Punktebesetzung auf
17 verschiedenen Maps noch den Infected-Modus. In diesem tritt ein Mutant gegen Soldaten an. Tötet der Mutant ein Opfer, verwandelt sich dieses ebenfalls in ein ekliges Monster. Ziel ist es, möglichst lange seine menschliche Form zu wahren. In den anderen Modi wird in den Servereinstellungen bestimmt, ob Menschen, Mutanten oder beide Parteien gegeneinander antreten.