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Star Wars: Episode 3 - Die Rache der Sith  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 22.06.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Flotte aber zu kurze Jedi-Action mit einem überragendem Mehrspielermodus, der dank Bots auch alleine gespielt werden kann.

Nachdem sich die Jedi Ritter Obi Wan Kenobi und Anakin Skywalker bereits erfolgreich durch die Kino- und Konsolenversion von Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith gekämpft haben, stehen ihnen nun noch zwei galaktische Abenteuer im Handheldsektor bevor. Neben einem Gameboy Advance-Ableger bekommt auch Nintendos neuestes tragbare Spielegerät eine Variante des düstersten Kapitels der sechsteiligen Sternensaga spendiert. Wie sich diese im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, erfahrt ihr wie immer in unserem Master-Review.

Comickrieger
Bereits in der obligatorischen Einleitungssequenz fällt der Comicstil des Titels ins Auge. Bei der Darstellung sämtlicher Zwischensequenzen und der Jedi-Action hat man sich für eine 2D-Engine entschieden, die vor allem
» Die Macht ist stark in diesem...
durch ihre hervorragend animierten Figuren überzeugen kann. Leider wurde in die Hintergründe offensichtlich weniger Mühe gesteckt, so dass diese zu steril und abwechslungsarm wirken. Damit erinnert der Titel stark an die TV-Serie Star Wars: Clone Wars, ohne deren Stil komplett zu übernehmen. Aus Gründen der Einheitlichkeit und gelungenerer Charakterdarstellungen innerhalb dieser Serie wäre eine komplette Übernahme jedoch wünschenswert gewesen. Dennoch kommt - vor allem wegen der genialen Musik und den bekannten Soundeffekten in toller Klangqualität und Stereowiedergabe - echte Star Wars Atmosphäre auf.
Wie die Konsolenversion und der Film beginnt auch die Handheld-Version von Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith mit der Befreiung des entführten Kanzlers Palpatine, der an Bord von General Grievous Flaggschiff festgehalten wird. Vor Beginn der Mission muss sich der Spieler für einen der beiden Hauptdarsteller entscheiden. Während die ersten vier Missionen von Obi Wan und Anakin noch gleich sind, trennen sich ab der fünften ihre Wege. Wer also alles sehen möchte, sollte den Titel mit beiden Figuren durchzocken. Angesichts einer Spielzeit von gerade einmal rund zwei bis drei Stunden pro Durchgang sollte dies jedoch kein Hindernis darstellen, womit wir auch schon beim schwerwiegensten Kritikpunkt des Titels wären: der zu kurzen Spieldauer der Kampagne.

Jedi-Action
Das Spiel selbst präsentiert sich als klassisches 2D-Beat'em Up im Stile alter Klassiker wie Streets of Rage. So bewegt man sich von links nach rechts - inklusive beschränkter Bewegungsfreiheit in der Vertikalen - durch den
» Die Animationen sind toll gelungen.
Level und metzelt sämtliche anstürmende Gegner nieder. Dementsprechend linear gestaltet sich natürlich auch das Leveldesign. Rätsel gibt es keine, der Fokus liegt rein auf der Action. Ein echter Jedi benutzt für solch kriegerischen Akte selbstverständlich sein Lichtschwert sowie die Macht. Hier schöpften die Entwickler aus dem Vollen und spendieren der Spielfigur eine Vielzahl an verschiedenen Schlägen und Machtfähigkeiten. Gegner können nicht nur einfach niedergemetzelt, sondern auch gewürgt, weggeschleudert, mit Gegenständen sowie dem Laserschwert beworfen oder betäubt werden. Neben offensiven Machtfertigkeiten stehen vor allem Meister Kenobi noch einige defensive Taktiken wie die Machtheilung oder der -Schild zur Verfügung. Da vor allem erstere den Spielablauf erheblich vereinfacht, sollten Neueinsteiger den Titel zunächst auf dem hellen Pfad der Macht beschreiten. Am Ende jeder Mission dürfen Punkte auf diverse Machtfertigkeiten und Grundattribute verteilt werden, um die Kampfeffektivität der Spielfiguren zu verbessern. Sollte man partout nicht weiterkommen, was angesichts fair verteilter Checkpoints eigentlich nicht der Fall sein sollte, lohnt sich ein Abstecher in bereits absolvierte Missionen, um ein paar Extraerfahrungspunkte zu sammeln.

Duell of the Fates
Bei den Kontrahenten greifen die Entwickler auf das übliche Repertoire des neuen Star Wars Universums zurück: Droiden in verschiedenen Formen sowie Klontruppen und Aliens fallen dem surrenden Lichtschwert zum Opfer. Um etwas Abwechslung
» Dieser Panzer ist ein Bossgegner.
ins Spielgeschehen zu bringen, trifft der Spieler alle naselang auf Endgegner. Hier unterscheidet das Programm zwischen normalen Bossen, wie beispielsweise einem Panzer oder Riesenroboter, und Jedi-Duellen. Während erstere eher durch konventionelle Methoden besiegt werden können, verlangen die Duelle gegen die ebenbürtigen Feinde wie Count Dooku oder General Grievous das rechzeitige Blocken von Angriffen und Kontern im entscheidenden Moment. Leider ähneln sich die Jedi-Duelle zu sehr und man macht eigentlich immer das gleiche, um den Sieg davon zu tragen. Hier wäre etwas mehr Abwechslung sinnvoll gewesen. Auch die Integrierung des Touchscreens lässt stark zu wünschen übrig. Dieser dient lediglich zum komfortablen Ausführen von mächtigen Spezialattacken während der Kämpfe, was allerdings auch mittels Buttonkombination möglich ist.

Dog-Fight
Glücklicherweise gibt es ein anderes Feature des Titels, welches für echte Abwechslung sorgt. Das eigentliche Highlight des Programms sind nicht etwa die Jedi-Duelle oder die Hauptkampagne, sondern die Flugeinlagen. In diesen
» Die Raumgefechte machen einen Heidenspaß.
schlüpft der Spieler in einen Raumjäger und kämpft in schicker 3D-Grafik gegen feindliche Abfangschiffe oder weicht in den Häuserschluchten von Corruscant Wänden und Hindernissen aus. Die Bedienung ist dabei schön arcadig und einfach gestrickt, so dass man sich voll und ganz aufs Fliegen konzentrieren kann. Der Touchscreen zeigt hier den Schiffsstatus sowie ein Radar. Außerdem können über eine Schaltfläche die Schilde aufs Heck oder die Front fokussiert werden. Neben insgesamt sechs Flugmissionen der Kampagne bietet der Titel einen umfassenden Mehrspieler-Modus. In diesem dürfen bis zu vier Spieler auf insgesamt acht Maps über Wi-Fi gegeneinander antreten. Fehlende menschliche Kontrahenten können durch Bots in drei Schwierigkeitsgraden ersetzt werden, so dass man auch als Solist in den Genuss der Geplänkel kommt. Zur Auswahl stehen insgesamt 17 Schiffe, die teilweise erst freigespielt werden müssen. Neben Jägern aus der neuen Trilogie stehen auch klassische Flieger wie TIE-Fighter, X-Wing, die Slave I und der Millenium Falcon zur Auswahl.
Pro
Flotte Lichtschwertaction
Genialer Sound
Hervorragender Multiplayer-Modus mit vielen Schiffen
Geschickte Bots
Zwei spielbare Charaktere
RPG-Elemente
Contra
Sehr kurze Kampagnen
Langweilige Hintergrundgrafiken
Abwechslungsarme Jedi-Duelle
Fazit
Und noch ein sehr gelungenes Star Wars Spiel. Das Franchise hat sich im Videospielsektor offensichtlich endgültig rehabilitiert und so bekommen auch alle Nintendo DS-Besitzer einen würdigen Titel im beliebten Sci-Fi-Universum. Die flotten Jedi-Kämpfe machen einfach Spaß und das Aufleveln der Spielfiguren motiviert zum häufigen Durchspielen der beiden leider sehr kurzen Kampagnen. Besonders angetan haben es mir jedoch die Gefechte im Mehrspielermodus. Dank geschickter Bots und einer großen Auswahl an Schiffen, dürfte hier das Herz jedes Star Wars-Fans höher schlagen. Wer auf Jägergeplänkel steht, wird das Game aufgrund des hervorragenden Skirmish-Modus immer wieder einmal herauskramen, um die eine oder andere Schlacht zu schlagen. Aufgrund der vielseitigen Einstellungsmöglichkeiten verleiht dies dem Programm trotz kurzer Kampagne eine lange Lebenszeit. Wer jedoch ein Spiel generell nur einmal durchspielt und sich für derlei Modi nicht interessiert, dürfte mit Star Wars Episode 3 nicht lange genug Spaß haben, um die Investition von rund 40 Euro zu rechtfertigen.