Flotte aber zu kurze Jedi-Action mit einem überragendem Mehrspielermodus, der dank Bots auch alleine gespielt werden kann.Nachdem sich die Jedi Ritter
Obi Wan Kenobi und
Anakin Skywalker bereits erfolgreich durch die Kino- und Konsolenversion von
Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith gekämpft haben, stehen ihnen nun noch zwei galaktische Abenteuer im Handheldsektor bevor. Neben einem Gameboy Advance-Ableger bekommt auch Nintendos neuestes tragbare Spielegerät eine Variante des düstersten Kapitels der sechsteiligen Sternensaga spendiert. Wie sich diese im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, erfahrt ihr wie immer in unserem
Master-Review.
ComickriegerBereits in der obligatorischen Einleitungssequenz fällt der Comicstil des Titels ins Auge. Bei der Darstellung sämtlicher Zwischensequenzen und der
Jedi-Action hat man sich für eine 2D-Engine entschieden, die vor allem
» Die Macht ist stark in diesem... |
durch ihre hervorragend animierten Figuren überzeugen kann. Leider wurde in die Hintergründe offensichtlich weniger Mühe gesteckt, so dass diese zu steril und abwechslungsarm wirken. Damit erinnert der Titel stark an die TV-Serie
Star Wars: Clone Wars, ohne deren Stil komplett zu übernehmen. Aus Gründen der Einheitlichkeit und gelungenerer Charakterdarstellungen innerhalb dieser Serie wäre eine komplette Übernahme jedoch wünschenswert gewesen. Dennoch kommt - vor allem wegen der genialen Musik und den bekannten Soundeffekten in toller Klangqualität und Stereowiedergabe -
echte Star Wars Atmosphäre auf.
Wie die Konsolenversion und der Film beginnt auch die Handheld-Version von
Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith mit der Befreiung des entführten Kanzlers
Palpatine, der an Bord von
General Grievous Flaggschiff festgehalten wird. Vor Beginn der Mission muss sich der Spieler für einen der beiden Hauptdarsteller entscheiden. Während die ersten vier Missionen von
Obi Wan und
Anakin noch gleich sind, trennen sich ab der fünften ihre Wege. Wer also alles sehen möchte, sollte den Titel mit beiden Figuren durchzocken. Angesichts einer Spielzeit von gerade einmal rund zwei bis drei Stunden pro Durchgang sollte dies jedoch kein Hindernis darstellen, womit wir auch schon beim schwerwiegensten Kritikpunkt des Titels wären: der zu kurzen Spieldauer der Kampagne.
Jedi-ActionDas Spiel selbst präsentiert sich als
klassisches 2D-Beat'em Up im Stile alter Klassiker wie
Streets of Rage. So bewegt man sich von links nach rechts - inklusive beschränkter Bewegungsfreiheit in der Vertikalen - durch den
» Die Animationen sind toll gelungen. |
Level und metzelt sämtliche anstürmende Gegner nieder. Dementsprechend
linear gestaltet sich natürlich auch das Leveldesign. Rätsel gibt es keine, der Fokus liegt rein auf der Action. Ein echter Jedi benutzt für solch kriegerischen Akte selbstverständlich sein Lichtschwert sowie die Macht. Hier schöpften die Entwickler aus dem Vollen und spendieren der Spielfigur eine Vielzahl an verschiedenen Schlägen und Machtfähigkeiten. Gegner können nicht nur einfach niedergemetzelt, sondern auch gewürgt, weggeschleudert, mit Gegenständen sowie dem Laserschwert beworfen oder betäubt werden. Neben offensiven Machtfertigkeiten stehen vor allem Meister
Kenobi noch einige defensive Taktiken wie die Machtheilung oder der -Schild zur Verfügung. Da vor allem erstere den Spielablauf erheblich vereinfacht, sollten Neueinsteiger den Titel zunächst auf dem hellen Pfad der Macht beschreiten. Am Ende jeder Mission dürfen Punkte auf diverse Machtfertigkeiten und Grundattribute verteilt werden, um die Kampfeffektivität der Spielfiguren zu verbessern. Sollte man partout nicht weiterkommen, was angesichts fair verteilter Checkpoints eigentlich nicht der Fall sein sollte, lohnt sich ein Abstecher in bereits absolvierte Missionen, um ein paar Extraerfahrungspunkte zu sammeln.
Duell of the FatesBei den Kontrahenten greifen die Entwickler auf das übliche Repertoire des neuen Star Wars Universums zurück: Droiden in verschiedenen Formen sowie Klontruppen und Aliens fallen dem surrenden Lichtschwert zum Opfer. Um etwas Abwechslung
» Dieser Panzer ist ein Bossgegner. |
ins Spielgeschehen zu bringen, trifft der Spieler alle naselang auf Endgegner. Hier unterscheidet das Programm zwischen
normalen Bossen, wie beispielsweise einem Panzer oder Riesenroboter, und Jedi-Duellen. Während erstere eher durch konventionelle Methoden besiegt werden können, verlangen die Duelle gegen die ebenbürtigen Feinde wie
Count Dooku oder
General Grievous das rechzeitige Blocken von Angriffen und Kontern im entscheidenden Moment. Leider ähneln sich die Jedi-Duelle zu sehr und man macht eigentlich immer das gleiche, um den Sieg davon zu tragen. Hier wäre etwas mehr Abwechslung sinnvoll gewesen. Auch die
Integrierung des Touchscreens lässt stark zu wünschen übrig. Dieser dient lediglich zum komfortablen Ausführen von mächtigen Spezialattacken während der Kämpfe, was allerdings auch mittels Buttonkombination möglich ist.
Dog-FightGlücklicherweise gibt es ein anderes Feature des Titels, welches für echte Abwechslung sorgt. Das eigentliche Highlight des Programms sind nicht etwa die Jedi-Duelle oder die Hauptkampagne, sondern die
Flugeinlagen. In diesen
» Die Raumgefechte machen einen Heidenspaß. |
schlüpft der Spieler in einen Raumjäger und kämpft in schicker 3D-Grafik gegen feindliche Abfangschiffe oder weicht in den Häuserschluchten von
Corruscant Wänden und Hindernissen aus. Die
Bedienung ist dabei schön arcadig und einfach gestrickt, so dass man sich voll und ganz aufs Fliegen konzentrieren kann. Der Touchscreen zeigt hier den Schiffsstatus sowie ein Radar. Außerdem können über eine Schaltfläche die Schilde aufs Heck oder die Front fokussiert werden. Neben insgesamt
sechs Flugmissionen der Kampagne bietet der Titel einen
umfassenden Mehrspieler-Modus. In diesem dürfen bis zu vier Spieler auf insgesamt
acht Maps über Wi-Fi gegeneinander antreten. Fehlende menschliche Kontrahenten können durch Bots in drei Schwierigkeitsgraden ersetzt werden, so dass man auch als Solist in den Genuss der Geplänkel kommt. Zur Auswahl stehen insgesamt
17 Schiffe, die teilweise erst freigespielt werden müssen. Neben Jägern aus der neuen Trilogie stehen auch klassische Flieger wie TIE-Fighter, X-Wing, die
Slave I und der
Millenium Falcon zur Auswahl.