Flotte Lichtschwert-Action mit mächtiger Lizenz und tiefgängigem Kampfsystem.Derzeit kämpfen sich die Jedi-Ritter in
Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith wieder über die Kinoleinwand und feiern damit riesige Erfolge.
George Lucas’ Science-Fiction-Epos legte den besten Kinostart aller Zeiten hin und kam auch bei den Kritikern wesentlich besser weg als die beiden Vorgänger. Natürlich darf da neben etlichen Merchandisgrie-Artikeln und Werbeverträgen der Milliardenmaschinerie
Star Wars auch das offizielle Videospiel zum Film nicht fehlen. Ob die Macht mit diesem Titel ist oder es sich um eine typische Verwurstung der Vorlage handelt, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Be A Jedi!Wer den Film kennt, dem werden auch die ersten Szenen des Videospiels nicht fremd sein. Drei Jahre nach den Ereignissen auf
Geonosis toben die Klonkriege immer noch in der ganzen Galaxis. Durch
» Grievous' Leibwache ist hartnäckig. |
einen geschickten Schachzug ist es dem mächtigen
General Grievous gelungen, den Anführer der Republik,
Kanzler Palpatine, zu entführen und auf sein Flaggschiff zu bringen. Der Spieler schlüpft nun abwechselnd in die Rollen der Jedi-Ritter
Anakin Skywalker und
Obi-Wan Kenobi, die den Auftrag haben, den Kanzler zu befreien. Nach einer einleitenden Videosequenz - die direkt aus dem Film stammt - sowie einem Ingamevideo, findet sich der Spieler an Bord des Zielschiffes wieder und muss sich gleich anstürmender Droiden erwehren. Dabei dient natürlich das Laserschwert als primäre Antwort auf die Angriffe der metallenen Gegner. Auf den ersten Blick erinnert der Titel stark an die Filmumsetzungen zu den
Der Herr der Ringe-Spielen.
Schnelle und harte Schläge können zu mächtigen
Kombos aneinandergereiht werden, um sich durch die schier unendliche Masse von Feinden zu metzeln. Ein weiteres wichtiges Element ist das
Blocken. Hält man die
Abwehren-Taste gedrückt, reflektiert die Spielfigur anfliegende Lasergeschosse oder pariert Nahkampfattacken. Aus der Deckung heraus lassen sich zudem gegnerische Schläge starten. Das Geschehen wird dabei aus
festen Kameraperspektiven gezeigt, die leider nicht immer optimal gewählt wurden.
May the Force be with youBei genauerer Betrachtung wird man jedoch feststellen, dass der Titel über ein weitaus
tiefgründigeres Kampfsystem verfügt, als der Kollege im Fantasy-Universum. Dies liegt nicht
nur an den
vielfältigeren Kampfmanövern, sondern auch am Einsatz der
Macht. Diese lässt explosive Fässer gen Feind fliegen oder wirbelt Kontrahenten effektvoll durch die Lüfte. Entfernten Widersachern wird einfach das Lichtschwert entgegen geschleudert, während andere Feinde im späteren Spielverlauf mit Elektroblitzen gegrillt werden. Auch das Bekehren per Geistestrick wurde implementiert. Zwischen den Missionen dürfen verschiedene Fähigkeitsbereiche durch gesammelte
Erfahrungspunkte gesteigert werden. Besonders spektakulär gestalten die Kämpfe wenn es gegen einen Jedi-Endgegner ins Gefecht geht. Diese verfügen über die gleichen Tricks wie der Spieler und sorgen so für erbitterten Widerstand. In diesen ausgedehnten Kämpfen wirkt der Titel dank seiner vielfältigen Moves fast schon wie ein
Beat'em Up. Allerdings gehören einige dieser spektakulären Auseinandersetzungen auch zu den schwersten Passagen im Spiel. Zudem wurde hier nicht unbedingt weise mit dem
Balancing umgegangen. Statt das sich der Schwierigkeitsgrad bei den Bossen langsam steigert, schwankt dieser zwischen den Obermotzen merklich.
Faires, gerades LeveldesignWird man in normalen Missionen noch durch
fair verteilte Checkpoints vor Frusterlebnissen geschützt, muss ein Bossgegner - trotz sehr ausgedehnter Gefechte - in einem Rutsch
besiegt werden. Sollte man vor dem Kontrahenten eins mit der Macht werden, muss das komplette Duell von vorne angegangen werden. Allerdings sorgt hier ein weiterer netter Zug der Programmierer für Abhilfe: So ist es möglich, den
Schwierigkeitsgrad jederzeit zu wechseln. Will also ein Endgegner partout nicht das Zeitliche segnen, kann ein Abstecher in die Optionen hilfreich sein.
Während sich Protagonist
Anakin Skywalker im Spielverlauf auf den Pfad der dunklen Seite der Macht verläuft, dürfte der Spieler keinerlei Probleme bei der Wegfindung haben. Die Levels sind
in höchstem Maße linear und bieten Action am laufenden Band. Die Missionen wurden in kleinere Abschnitte unterteilt, in denen man jeweils mehrere Wellen an Widersachern aus dem Weg räumt. Dank vieler verschiedener Gegnertypen, die weit über das Filmrepertoire hinaus gehen, und der regelmäßig auftretenden Bosskämpfe bietet der Titel dennoch genug Abwechslung, um nicht zu langweilen.
Leider dürften geübte Spieler die Kampagne in
rund sechs Stunden bestritten haben. Allerdings entschädigen hier die vielen versteckten Extras wie Konzeptgrafiken,
freispielbare Bonusmissionen sowie der
VS-Modus. Letzterer darf mit einem Mitspieler sogar
kooperativ beziehungsweise
gegeneinander gespielt werden. Dank des tiefgründigen Kampfsystems und der vielen Moves avanciert der Versus-Modus fast schon zum vollwertigen
Beat’em Up.
MultikonsoleroZum Sound muss man bei einem
Star Wars-Spiel eigentlich kaum noch etwas sagen: die
bekannte Musik untermalt die schnelle Kampf-Action wie immer perfekt und sorgt für die
» Das entscheidende Duell. |
entsprechende Atmosphäre. In Kombination mit den Soundeffekten wie dem Surren der Lichtschwerter und den unverwechselbaren Blastergeräuschen ergibt sich ein
sehr dichtes Star Wars-Flair. Auch grafisch muss sich der Titel nicht verstecken. Die verschiedenen, aus dem Film bekannten Kulissen glänzen auch im Spiel durch Abwechslung und erfreuen das Spielerauge. Besonders gelungen sind die
lebendigen Hintergründe, die ein gutes Mittendrin-Gefühl vermitteln. Manipulierbare Umgebungen und die filmreifen Animationen - besonders in den Laserschwertkämpfen - komplettieren das schicke Gesamtbild. Allerdings gibt es bei der Technik auch einige Kritikpunkte. So sind die Texturen gerade für ein Xbox-Spiel bei Nahaufnahmen nicht gerade der Hit. Außerdem gibt es einige Clippingfehler, die sehr unschön aussehen und mit etwas mehr Programmierarbeit sicherlich hätten vermieden werden können. Die größte Rüge muss sich der Titel allerdings für seine halbherzige Synchronisierung gefallen lassen. Zwar hat man bei der Wahl der deutschen Sprecher gute Arbeit geleistet, allerdings wurden nur die Ingamesamples sowie einige Zwischensequenzen in Spielgrafik ins Deutsche übersetzt. Bei den Filmszenen und dem Groß der Ingameszenen hat man die englische Sprachausgabe beibehalten und nur Untertitel hinzugefügt. Hier hätte man sich seitens der Entwickler für eine einheitliche Sprachausgabe entscheiden müssen.