Infos
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» Spielzeit: |
0 h |
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» Grafik: |
84 |
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» Sound: |
86 |
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» Spielspaß Solo: |
88 |
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» Spielspaß Multi: |
- |
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» Gesamtwertung: |
88 |
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Pro
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Atemberaubende Hintergründe |
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Epischer Soundtrack |
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Neuartiges Kampfsystem |
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Zahlreiche Nebenaufgaben |
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Spannende Geschichte |
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Contra
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Nachhallen der Sprachausgabe |
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Kampfbildschirme etwas trist |
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Sehr lange Zwischensequenzen |
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Nur ein FMV |
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Nur rote Speicherblumen vor Endbossen |
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Qualität
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Baten Kaitos Die Schwingen der Ewigkeit und der verlorene Ozean
Vor 1000 Jahren kämpften „die Kinder der Erde“ gegen den Gott der Zerstörung, Malpercio. Nach einem langen und harten Kampf gelang es den Magiern Malpercio zu besiegen und ihn zu versiegeln. Jedoch hatte der Kampf zur Folge, dass sich die Erdbewohner und deren Inseln in den Himmel erhoben und von nun an dort ein neues Leben führten. Die Welt von Baten Kaitos erinnert mit seinen schwebenden Inseln somit ein bisschen an das Konkurrenzspiel Skies of Arcadia Legends, wobei hier die eigentlichen Ähnlichkeiten schon wieder aufhören. Ihr übernehmt nicht die Kontrolle über den Hauptcharakter Kalas, sondern spielt dessen Schutzgeist, was einige interessante und ungewöhnliche Dialoge zur Folge hat. Selbstverständlich steuert ihr die Spielfigur Kalas durch das Abenteuer, jedoch werden euch Kalas und dessen Gefährten immer wieder persönlich ansprechen. Kalas und euer Abenteuer beginnt in einem kleinen Dorf, Celebrai, wo er nach einer längeren Ohnmacht sich wieder aufmacht den Mörder seines Großvaters und Bruders zu finden. So begibt sich Kalas zusammen mit euch auf die Suche und begegnet schon recht bald der hübschen Xelha und hilft ihr aus einer misslichen Lage im Kampf gegen ein mächtiges Monster. Nachdem Kampf erscheint plötzlich eine leuchtende Karte, ein so genannter End Magnus, und ein Erdbeben erschüttert die gesamte Insel. Wie sich schnell herausstellt, wurde das erste von fünf Siegeln, welche Malpercio bannen, von euch zerstört. Aber als wäre dies noch nicht genug, betritt schon das mächtige Imperium, unter der Leitung des Mörders eurer Verwandten, die Bühne und entwendet euch den End Magnus. So beginnt ein spannendes und abwechselungsreiches Abenteuer, in dem nichts so ist wie es zuerst scheint.
Wie schon in der Einleitung erwähnt, wartet Baten Kaitos mit einer besonderen Erzählform auf. Ihr verfolgt nicht nur die Gespräche der Charaktere untereinander, sondern werdet auch selber immer wieder in die Dialoge eingebunden, woraus das Spiel eine besondere Atmosphäre bezieht. Voran getrieben wird die Geschichte durch zahlreiche und sehr lange Zwischensequenzen, die rein mit der Spielgrafik präsentiert werden, anders als bei den Konkurrenzprodukten, wie Final Fantasy X oder Shadow Hearts: Covenant. Ihm weiteren Spielverlauf lernt ihr selbstverständlich noch viele weitere und sehr geschickt aufgebaute Charaktere kennen. So schließen sich während des Abenteuers euch unter anderem der Himmelsfischer Ghibari, der imperialistische Soldat und Diplomat Lyude, die Jägerin Savyna, und der „Große“ Mizuti an. Dank zahlreicher Dialoge und Gespräche erhält jeder eurer Mitstreiter ausreichend Tiefe und es fällt einem sehr leicht mit seinen Charakteren mitzufiebern.
Das Gameplay von Baten Kaitos ist eigentlich ziemlich klassisch, wenn man von zwei Punkten einmal absieht. In der Welt von Baten Kaitos spielen die Magnus, also besondere Karten, eine zentrale Rolle. Findet ihr einen Gegenstand oder Waffe, so nehmt ihr diesen nicht klassisch als großes Item in euer Inventar auf, sondern als Karte. Darauf basiert das ganze Spiel und die Kämpfe. So bestreitet ihr die Kämpfe rein mit Kartendecks die ihr selbst entwerft. Ihr findet die verschiedensten Kartentypen, mit denen ihr durchschlagskräftige Decks entwerfen könnt um selbst den gefährlichsten Bossgegnern zu Leibe zu rücken. Aber nicht nur während der Kämpfe finden die Magnus Einsatz, sondern auch bei den vielen kleinen und großen Nebenaufgaben und Rätseln. So erhaltet ihr während des Spielverlaufs ein paar leere Quest-Magnus in die ihr bestimmte Substanzen und Gegenstände aufnehmen könnt. So könnt ihr unter anderem die Essenz von Feuer oder Wasser aufnehmen und zum richtigen Zeitpunkt einsetzen. Aber Vorsicht, die Entwickler haben hier noch nicht den Schlusspunkt gesetzt, sondern viele Karten, besonders Lebensmittel, unterliegen einem Alterungsprozess. So wird mit der Zeit aus frischer Milch, ein schmackhafter Joghurt und letztendlich ein viel effektiverer Käse. Aber leider kann dieses Konzept auch den umgekehrten Weg gehen und aus einem Apfel ein verdorbenes Obst machen. Deshalb solltet ihr regelmäßig euer Deck durchsehen um zu kontrollieren, dass sich vor allem die Heilmittel nicht in ein anderes Objekt umgewandelt haben. Außerdem ermöglicht das Kombinieren von verschiedensten Karten während des Kampfes, das entstehen neuer, seltener und mächtiger Magnus. Dadurch wird sowohl Tüftlern als auch Neulingen eine Menge Tiefgang geboten. Allerdings sind solche Experimente um das Spiel zu beenden nicht wirklich nötig, aber sie bereichern das Gameplay ungemein.
Abgesehen von den Magnus unterscheidet sich das Spiel noch in Punkto Speichersystem. Zwar gibt es wie in den meisten Konsolenrollenspielen die klassischen Speicherpunkte, in diesem Fall als Speicherblumen dargestellt, doch haben die Entwickler zwei Arten von Speicherblumen eingebaut. Die blaugrünen Speicherblumen ermöglichen euch nicht nur den bisherigen Spielstand abzusichern, sondern auch eine Kirche zu betreten, wo ihr euren Level und euren Rang erhöhen könnt. Die zweite Sorte, die roten Speicherblumen, ermöglichen euch lediglich das Speichern. Einsteiger ins Rollenspielgenre werden sich leider an diesem Punkt ein wenig stören, da in den meisten Dungeons nur rote Speicherblumen anzutreffen sind, wodurch man vor Bosskämpfen seinen Level und Rang nicht erhöhen kann. Aber nach kurzer Zeit gewöhnt man sich daran und trainiert schon im vor hinein seine Charaktere und umgeht diesen kleinen Kritikpunkt.
Das Dungeon- und Rätseldesign ist den Entwicklern sehr abwechselungsreich gelungen. So müsst ihr regelmäßig eure leeren Quest-Magnus mit wichtigen Essenzen füllen und an der richtigen Stelle einsetzen. Aber es werden euch auch verschiedenste Logikrätsel begegnen, die zwar nicht übermäßig schwer sind, aber euch sicherlich eine halbe Stunde pro Gebiet beschäftigen können.
Nun kommen wir wohl zum wichtigsten Aspekt des Spiels, nämlich dem Kampfsystem. Wie schon weiter oben erläutert, tritt jeder eurer Charaktere mit einem eigenem Deck an, was ihr außerhalb der Kämpfe jederzeit bearbeiten könnt. Rennt ihr in einem Dungeon in einen sichtbaren Gegner hinein so wird ein Kampf ausgelöst, Zufallskämpe gibt es zum Glück also nicht. Je nach Rang stehen euch unterschiedlich viele Karten am Anfang eines Kampfes zur Verfügung. Baten Kaitos unterscheidet während der Kämpfe zwischen Angriffs- und Verteidigungsrunden. In Angriffrunden könnt ihr nur Angriffskarten und Heil- und Verstärkungs-Magnus einsetzen. Mittels der L-Taste könnt ihr den Gegner bestimmen den ihr angreifen wollt, oder ihr verwendet die R-Taste um eines euer Teammitglieder zu heilen. Habt ihr euer Ziel gewählt solltet ihr relativ flott eure Karten auswählen und dabei das Element und die Zahlen des Magnus beachten. So heben sich z.B. die Elemente Feuer und Wasser, oder auch Licht und Dunkelheit gegenseitig auf. Um also großen Schaden anzurichten solltet ihr tunlichst nur Elemente einsetzen die sich nicht gegenseitig aufheben, außerdem solltet ihr darauf achten auf welche Elemente eure Gegner empfindlich reagieren und dementsprechend euer Deck später umgestalten. Die Zahlen auf euren Magnus ermöglichen euch die Wirkung eurer ausgespielten Karten vielleicht zu erhöhen. So erhöht sich der Grundschaden um ein paar Prozent wenn ihr z.B. eine einfache Combo wie 2,2,3,3 oder 6,7,8 spielt. Dadurch gewinnt das Kampfsystem nochmals etwas an Tiefgang, wer allerdings keine Lust darauf hat ständig auf die Zahlen auf den Karten zu achten, kommt dennoch ans Ziel, nur dauern die Kämpfe dadurch ein paar Runden länger. In den Verteidigungsrunden könnt ihr nur Rüstungs- und Heilkarten ausspielen. In den Angriffrunden habt ihr anfangs genügend Zeit um eure Magnus auszuwählen, während in den Verteidigungsrunden schnelle Reaktionen gefragt sind. Deshalb wird es oftmals passieren, dass ihr die erste Verteidigungskarte nicht rechtzeitig erwischt und deshalb einen Angriff ungeschützt entgegennehmt. Allerdings stellt sich dies als weniger tragisch heraus, sofern man regelmäßig seine Charaktere trainiert. Was sich in der Theorie etwas kompliziert und unübersichtlich anhört, spielt sich schon nach kurzer Zeit sehr einfach und intuitiv und man begrüßt das Kampfsystem als willkommene Abwechselung von den Konkurrenzprodukten.
Grafisch weiß Baten Kaitos zu überzeugen, vor allem die wunderschönen Hintergründe werden euch immer wieder in Staunen versetzen. Hier zeigt der GameCube einmal mehr seine Grafikpower. Die Spielfiguren sind ebenfalls ansehnlich gestaltet, allerdings hätten einige Feinde ruhig schönere Texturen vertragen können. Leider können die Umgebungen der Kampfbildschirme nicht mit der sonstigen grafischen Gestaltung mithalten. So sind diese etwas trostlos und schwach texturiert und bieten keine oder kaum Details. Dies wird allerdings durch wunderschönen und angenehm kurz gestalteten Kampfanimationen und Lichteffekte ausgeglichen. Fans von FMV bekommen zumindest mit dem Intro etwas geboten, allerdings werden sie ansonsten von Baten Kaitos etwas enttäuscht sein, den es bleibt leider nur bei dieser einen Rendersequenz.
Der Soundtrack von Baten Kaitos gehört zu den derzeit Besten die es gibt. Jede Situation ist absolut passend unterlegt und man bekommt oftmals wirklich episch anmutende Musikstücke zu hören. Dadurch gewinnt das Spiel in vielen Situationen ungemein viel an Atmosphäre und lässt die dramatische Story noch mehr an Tiefe gewinnen. Negativ fällt leider die englische Sprachausgabe auf, da sie leider nachhallt und deswegen manchmal etwas zu leise ist. Die Synchronsprecher sind eigentlich passend gewählt und passen zu ihren Charakteren, aber durch die schwache Ton- bzw. Aufnahmequalität büßt das Spiel wieder ein klein wenig an Atmosphäre ein. Die Soundeffekte während der Kämpfe oder in den Städten und Dungeons sind wiederum sehr gut gelungen. So bekommen eure Ohren viele Details, wie Wasserfälle oder das Singen von Vögeln zu hören, wodurch das Spiel lebendiger wirkt.
Baten Kaitos ist wirklich ein sehr gutes RPG mit kleinen Schwächen im Detail geworden. Man sollte sich vom Kartenkampfsystem nicht abschrecken lassen, da es viel einfacher von der Hand geht, als man zuerst glauben mag. Wirkliche Kritik verdient das Spiel nur für die Soundqualität der Sprachausgabe und den zu lang geratenen Zwischensequenzen. Wenn man davon absieht bekommen Rollenspielfans ein sehr langes und spannendes Abenteuer geboten.

Fazit
Vor dem Kauf schwankte meine Meinung zu Baten Kaitos hin und her. Erst war ich nicht sonderlich an dem Spiel interessiert, dann freute ich mich monatelang auf dieses Game und dann stürzte es in meiner Gunst wieder ab. Meine Vorbehalte wurden nach dem Kauf in kürzester Zeit hinweggefegt, und größtenteils durch Lob und Begeisterung ersetzt. Das Kampfsystem bietet einem zahlreiche taktische Möglichkeiten ohne den Spieler mit überkomplexen Regeln zu überfordern. Schon nach kurzer Zeit gehen einem die Kämpfe leicht und locker von der Hand, so dass selbst kürzeste Reaktionszeiten kein Problem mehr darstellen. Ein klein wenig Kritik verdient die etwas langatmige Erzählweise der Entwickler. Viele Zwischensequenzen sind leider etwas zu lang geraten, so kann es manchmal bis zu einer 1 Stunde dauern bis man nach einem bestandenen Bosskampf abspeichern kann. Wenn man davon absieht, erwartet einen eine wirklich epische Geschichte, mit zahlreichen Wendungen und liebevoll ausgearbeitenden Charakteren.

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