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Master-Review:   » drucken    » versenden

Project Rub

» Autor: Christian Krammer
» Datum: 24.04.2005
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Bizarre Minigame-Sammlung, die schneller vorbei ist, als sie angefangen hat.

Folgende Situation wird wohl jeder - wenn auch nur vom Hörensagen her - kennen: Junge trifft Mädchen, Junge verliebt sich in Mädchen, Mädchen interessiert sich nicht für Jungen, und am Ende wird doch alles gut. Was im realen Leben durchaus vorkommen soll, war bis jetzt eher selten Thema in Videospielen. Vermutlich genau deshalb hat Sega ihrem neuesten Werk dieses Szenario spendiert. Was man davon halten soll und worum es im Spiel überhaupt geht, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Die Liebe ist ein seltsames Spiel
Um ja nicht zu viel Zeit zu vergeuden, findet man sich gleich zu Beginn von Project Rub im Hauptmenü wieder - ohne zuvor in den Genuss eines Intros gekommen zu sein. Ebenso minimalistisch geht es dann auch weiter und so verbirgt die Option
» Das "Objekt" der Begierde.
"Story" - wie nur unschwer zu erkennen - den Hauptteil des Spiels. Nach einem beherzten Druck auf den Touchscreen nimmt das Unglück auch schon seinen Lauf: "Wow, was für eine Frau!" scheint der Protagonist zu denken, als ein heißes Mädchen mit Modelmaßen und Minirock seine Wege kreuzt. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn ehe er sich versieht, wird ihm ein Wasserglas mit einem Goldfisch in die Hand gedrückt, was zugleich auch das erste Minispiel einleitet. Da das besagte Tier auf unglückliche Weise seinen Weg in den Magen eines Passanten gefunden hat gilt es nun, diesen mithilfe zarter Reibebewegungen von dort herauszuholen, wo er nicht hingehört. Schuld daran ist die ominöse "Supervorführtruppe Rub Rabbits", welcher der Hauptcharakter beitritt, um das Herz seiner Angebeteten zu erobern. Spätestens jetzt scheint die Verwirrung perfekt, weshalb wir auch davon absehen, weiter auf die bizarren Auswüchse der Story einzugehen, die folgende Minigames miteinander verbindet.

Schrei nach Liebe
Alle Spielchen werden von einer kurzen Bildabfolge sowie einleitenden Worten begleitet und machen sehr guten Gebrauch von den Fähigkeiten des Nintendo DS. Das war's dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn manche sind
» Eine Zwischensequenz.
sehr gut gelungen und man will mehr davon sehen, andere wiederum verdienen das Prädikat "öde" und lassen den Wunsch nach einem schnellen Ende aufkommen. Beispiele gefällig? Mit einer Zahl versehene Fallschirmspringer stürzen sich aus einem Flugzeug und müssen durch eine möglichst schnelle Eingabe dieser Nummer vor einem jähen Absturz bewahrt werden. Auch das Nachmachen von Tanzschritten, die zuvor auf dem Bildschirm gezeigt werden, sowie das geschwinde Auspusten von Kerzen via Mikrofon stehen auf dem Programm. Zwischendurch gilt es immer wieder mal, längere Minispiele zu bestreiten, die Bosskämpfe darstellen. Der Schwierigkeitsgrad hält sich dabei auf einem moderaten Niveau und nur selten ist ein erneuter Versuch vonnöten. Für eine etwas größere Herausforderung steht nach erstmaligen Durchspielen "Schwer" zur Verfügung. Der Weg bis dorthin präsentiert sich nicht gerade lange und so kommt man bereits nach wenigen Stunden in den zweifelhaften Genuss des Abspanns.

Du trägst keine Liebe in dir
Auf der technischen Seite hat sich Sega nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Grafik reizt den DS in keinster Weise aus, weist aber einen eigenwilligen Stil auf, der Nostalgiker durchaus ansprechen kann. Alle anderen sind enttäuscht und
» Minispiel: Suche den gleichen Gegenstand.
wünschen sich einen etwas tieferen Griff in den Farbtopf. Auch der Sound zählt nicht gerade zu den Glanzpunkten des Titels. Die geringe Anzahl an Musikstücken beginnt schnell zu nerven, die Auswahl an Soundeffekten hätte etwas mehr Abwechslung vertragen. Lediglich das einleitende "Rub it" weiß auch nach dem 100. Mal noch zu begeistern. Die freispielbaren Extras halten sich in Grenzen: Bei der Anziehpuppe darf man seiner Angebeteten verschiedene Outfits verpassen, die Jukebox wartet mit sämtlichen Tracks und Geräuschen aus dem Spiel auf. Da darunter nicht gerade der Brüller ist, hat der Zusatzcontent - wenn man ihn überhaupt so nennen kann - bestenfalls die Auszeichnung "nett aber vernachlässigbar" verdient. Zusätzlich findet man alle erfolgreich absolvierten Minigames unter dem Menüpunkt "Erinnerung" wieder (insgesamt 32 an der Zahl). Hat man noch ein paar GBA-Spiele von Entwickler Sonic Team zu Hause herumliegen, so kann man diese für weitere Boni zusammen mit Project Rub verwenden.
Pro
Ordentliche Anzahl an Minispielen
Fähigkeiten des DS werden gut ausgereizt (Touchscreen, Mikrofon)
Einsteigerfreundlich
Contra
Qualität der Minispiele schwankt stark
Kurze Spieldauer
Fähigkeiten des DS werden nicht ausgereizt (Grafik, Sound)
Geringer Schwierigkeitsgrad
Fazit
Project Rub geht in die gleiche Richtung wie WarioWare: Touched!, kann dessen Güte aber zu keiner Zeit erreichen. Das liegt vor allem an der stark schwankenden Qualität der Minispiele: teils zu leicht, zu öde oder zu lange. Zum Glück gibt es aber auch löbliche Ausnahmen, die viel Spaß machen und immer wieder zu einer Partie einladen. Der relativ niedrige Schwierigkeitsgrad führt zwar dazu, dass man nach nur wenigen Stunden den Abspann zu Gesicht bekommt, macht das Spiel aber auch sehr einsteigerfreundlich. Der Versuch, die verschiedenen Minigames mithilfe einer mehr oder weniger sinnvollen Story miteinander zu verbinden ist lobenswert, hat bei mir anhand hochgradig abstruser und bizarrer Züge jedoch ziemlich schnell schwere Kopfschmerzen verursacht. Andere werden den Titel aber genau deshalb lieben. Somit präsentiert Sega mit Project Rub ein Spiel, das man fast gesehen haben muss und durchaus zu empfehlen ist, wenn man Gefallen an kurzweiligen Inhalten findet. Allzu viel darf man sich von den Minigames aber dennoch nicht erwarten.
Infos
Erhältlich für
Genre
Compilations
Publisher
Nintendo
Entwickler
Sonic Team
Website
www.sega-europe...
Release
11. März 2005
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