Kurzweilige, perfekt auf den DS abgestimmte Minigame-Sammlung.Als Wario 1992 erstmals in einem Videospiel auftauchte, war er nicht mehr als ein böser Gegenspieler von jedermanns Liebling Mario. Schnell konnte er aber aus dem Schatten des italienischen Klempners heraustreten und debütierte bereits zwei Jahre darauf in seinem eigenen Videospiel. Seitdem ist einiges an Zeit vergangen und der schnauzbärtige Bösewicht ließ sich auf zahlreichen Plattformen blicken. Seine letzte Hauptrolle brachte ihm
WarioWare: Touched! auf dem DS ein. Ob er dabei brilliert oder gnadenlos untergeht, verrät unser Master-Review.
Minigame-Mania Was einem nicht alles passieren kann, wenn man nichts ahnend auf der Straße geht und sich auf seinen Gameboy Advance konzentriert: Ein Stein, ein offener Kanaldeckel und weg ist das gute Stück - so auch Wario vor kurzem passiert. Doch
» Hm, Ketchup auf die Pommes. |
glücklicherweise eilt schnell eine helfende Hand zur Stelle, die das Ding aus dem Loch fischt. Gratis dazu gibt es ein für den Hauptdarsteller noch gänzlich unbekanntes Gerät: den DS. Nachdem er sich kurz damit auseinander gesetzt hat, findet man sich auch schon mitten in
WarioWare: Touched! wieder.
Der gesamte Titel ist dabei in
verschiedene Kapitel unterteilt, die jeweils einer eigenen Figur gewidmet sind und mit einer kurzen, einleitenden Sequenz beginnen. Diese könnten unterschiedlicher nicht sein, kommen sie doch mit jeweils komplett veränderter Aufmachung daher. Eines haben sie aber alle gemeinsam:
Unzählige Minispiele, die an Einfallsreichtum kaum zu überbieten sind und ob ihres eigenen, ganz speziellen Humors immer wieder herzhafte Lacher ins Gesicht des Spielers zaubern. Wobei Minispiel eigentlich eine Beleidigung für alle anderen Titel ist, dauert hier ein solches doch nur wenige Sekunden. Darin gilt es immer wieder von neuem herauszufinden, was das Programm von einem verlangt, um im Anschluss blitzschnell zu handeln.
Alles beim Alten? Soweit also nichts neues, wenn man bereits den Vorgänger auf dem GBA kennt. Was
WarioWare: Touched! wirklich auszeichnet, ist die
hervorragende Unterstützung der Fähigkeiten, die der DS bietet - alle voran die des Touchscreens:
» Vervollständige die Slalomstrecke. |
So wollen einmal schnellstmöglich Luftballons zerplatzt werden, ein anderes Mal muss man einfach einen Hund streicheln oder Tiere einpferchen. Dies sind noch die harmloseren Aufgaben, welche vom Spieler verlangt werden, gilt es doch auch, in Nasen herumzubohren oder eine Klopapierrolle ganz zu leeren - um am Ende "Rettet den Wald" lesen zu dürfen. Selbst das Mikrofon bleibt nicht ungenützt und wird beispielsweise dazu verwendet, eine Gummipuppe Sit-Ups machen zu lassen.
Was sich hier äußerst einfach anhört, kann in der Realität aber schon Mal zu einem echten Problem werden, wenn man einfach nicht weiß, was zu tun ist. Schon ist eines der insgesamt vier Leben verloren und man darf von vorne beginnen. Nach ein paar Versuchen sollte aber selbst das verrückteste Spielchen kein Kopfzerbrechen mehr verursachen. Insgesamt finden sich in
WarioWare: Touched! derart viele Aufgaben -
insgesamt 180 an der Zahl - wieder, dass schon deren Aufzählung alleine das vorliegende Review aus allen Nähten platzen ließe.
(Be)lohnenswert Am Ende eines jeden Kapitels wartet der finale Bosskampf in Form einer besonders schweren oder langen Aufgabe. Als
Belohnung gibt es jeweils ein
Spielzeug, das in zwei verschiedenen Kammern verstaut und beliebig oft
» Zeichne mir einen Bart. |
herausgekramt werden darf. Diese fallen vermehrt in die Kategorie "Dinge, die die Welt nicht braucht", haben aber trotzdem ihren besonderen Reiz. Darunter finden sich beispielsweise ein Wackelpudding, am dem beliebig gezogen werden darf oder eine Omi, der man etwas vorseufzen kann und die dann mehr oder weniger sinnvolle Ratschläge erteilt.
Hat man es nach nicht all zu langer Zeit geschafft, alle Kapitel erfolgreich abzuschließen, kann man sich mithilfe dreier Teddybären daran machen, einen neuen Highscore aufzustellen. Beim weißen steht dazu nur ein Leben zur Verfügung, der braune wartet mit erhöhter Geschwindigkeit auf und das rosa Plüschmonster bietet außer einem
Mix aller zur Verfügung stehenden Minispielen keine Besonderheiten. Schlussendlich ist es möglich, unter dem Menüpunkt "Album" alle bereits gesehenen Aufgaben noch einmal einzeln mit steigendem Schwierigkeitsgrad zu bewältigen. Bei der Präsentation hat sich seit dem GBA-Vorgänger nicht viel getan: Grafik und Sound sind eher minimalistisch und einfach gehalten, bieten aber für jedes Minispiel eigene Aufmachung, Hintergrundmusik und Geräuschkulisse. Insgesamt zeigt sich ein
sehr zweckmäßiges und den Spielinhalt angemessenes Bild.