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Master-Review:   » drucken    » versenden

Castlevania: Curse of Darkness

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 19.02.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Gelungener Dungeon Crawler mit grausam langweiligem Leveldesign und trister Optik.

Dunkle Schlösser, enge Gassen und viele, viele Untote. Das ist seit jeher das Markenzeichen der Castlevania-Reihe, die bereits zu Gameboy-Zeiten erfolgreich war. Nun feiert die Action-Adventure-Serie ihren zweiten Auftritt auf der Playstation 2 und erstmals auch der Xbox. Mit Castlevania: Curse of Darkness will Konami die Fehler des Vorgängers bereinigen und der Reihe zu Glanz verhelfen, welcher sonst nur die 2D-Ableger umhüllt. Ob das Vorhaben gelungen ist, steht im folgenden Master-Review.

Von Rache getrieben
Drei Jahre nach Draculas gewaltsamen Tod durch die Belmonts treffen sich die ehemaligen Weggefährten Isaac und Hector vor dem Schloss des einstigen Königs der Nacht wieder. Im Geiste durch die
» Größe hat nichts zu bedeuten.
Ausbildung zum Devil Forgemaster unter Draculas strenger Hand verbunden, könnten ihre Motive kaum unterschiedlicher sein. Hector wollte die Grausamkeiten ein für alle Mal hinter sich lassen und seinen Fertigkeiten den Rücken zukehren, während Isaac weiterhin dem Pfad des Bluts folgt. Um auch Hector wieder auf seine Seite zu ziehen, ließ er dessen Geliebte umbringen. Von Rache getrieben macht dieser nun Jagd auf den verbissenen Dämonenmeister.

Anfangs nur mit einem schwachen Schwert bewaffnet übernimmt der Spieler nach einem kurzen, qualitativ mäßigen Render-Intro die Kontrolle über Hector. Was nun folgt ist eine umfangreiche Odyssee durch etliche lange Gänge gefüllt mit noch mehr Monstern und allerlei Gegenständen zum Verbessern des eigenen Waffenrepertoires. Leider hat man es abermals verpasst, die Levels interessant zu gestalten und so rennt man durch oftmals überdimensioniert wirkende, immer gleich ausschauende Bauten in mäßiger Biederoptik. Nur sehr selten ändern sich die Umgebungstexturen - beispielsweise wenn man von einem Schloss in einen Wald wechselt.

Schlachten, sammeln und basteln
Zudem wurde das Ganze noch schrecklich linear inszeniert, so dass man eigentlich nur von einer Tür zur anderen sprintet. Nur hin und wieder gibt es Bonuskorridore, an deren, meist weit entferntem, Ende ein Schatz
» Feurige Fights.
wartet. Die teilweise vertretenen Geschicklichkeitseinlagen aus dem direkten Vorgänger hat man ganz entfernt. Wer auf anspruchsvolle, abwechslungsreiche Levelarchitekturen oder schick inszenierte Schlösser a la Resident Evil 4 hofft, wird enttäuscht. Wo man an der einen Stelle eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger verpasst hat, trumpft man an anderer Position auf. So darf nun endlich auch auf der Playstation 2 hemmungslos aufgelevelt werden, was viele Fans in Castlevania: Lament of Innocence vermissten.

Das angesprochene Waffenbasteln funktioniert ebenfalls tadellos und motiviert zusätzlich zum Schlachten der endlosen Gegnerhorden, um wertvolle Items aus diesen herauszuquetschen. Gesammelte Gegenstände werden anschließend kombiniert und ermöglichen das Erschaffen etlicher, verschiedener Waffen in vier Kategorien (Schwerter, Äxte, Speere und Handschuhe). Zu den Waffen gesellen sich Rüstungen und Helme sowie eine "Special"-Kategorie, in der Vertreter aller Klassen zu finden sind. Prinzipiell lässt sich das gesamte Gameplay folgendermaßen zusammenfassen: Raum betreten, Monster plätten, Erfahrungpunkte und Items einsacken, nächsten Raum betreten ...Dungeon Crawling par excellence also! Aufgelockert wird das Ganze durch alle naselang auftauchende Endgegner, von denen sich einige im Gegensatz zu den doch eher seichten Standardkontrahenten als echte Herausforderung entpuppen.

Good Fight!
Glücklicherweise ist auch das zu Grunde liegende Kampfsystem gelungen. Zwar reicht es bei weitem nicht an die Genialität eines Ninja Gaiden (2004) oder Devil May Cry 3 heran, allerdings
» göttlicher Beistand.
war dies auch nie die Absicht der Entwickler. Vielmehr gilt es, durch leicht zu erlernende Kombomanöver und die Vielzahl an zur Verfügung stehenden Waffen auf die individuellen Verhaltensmuster der über 100 Monstertypen zu reagieren und ihnen somit entgegen zu treten. Dank dem breiten Spektrums der zur Verfügung stehenden Kriegsmittel wird jeder Spieler seinen individuellen Liebling finden – sei es nun der schnell-elegante Degen oder die gemächlich-brachiale Keule. Hinzu kommen soganannte Innocent Devils, Dämonen, welche den Spieler auf Schritt und Tritt begleiten und mit offensiver und defensiver Magie zur Seite stehen.

Maximal darf nur einer dieser Begleiter aktiv sein, auf die anderen kann aber jederzeit mittels Menü zugegriffen werden. Auch die Hosentaschen-Dämonen dürfen gelevelt werden, damit sie neue Zauber erlernen und mehr Energie speichern können. Aufgefüllt wird das Mana übrigens durch die Castlevania-typischen Herz-Phiolen, die es in verschiedenen Größen zu finden gibt. Auch darf man wieder auf diverse Inventargegenstände zur Stärkung der Lebensenergie zurückgreifen.

Sehr guter Soundtrack
Abgesehen von ihren kämpferischen Fähigkeiten ermöglichen es die Dämonen dem Spieler, ansonsten unzugängliche Gegenden zu erreichen. So kann man beispielsweise mit Hilfe einer der Begleiter durch enge Ritzen kriechen, während
» Held Hector.
ein besonders starker Innocend Devil Metalltüren empor hievt. Die sich dadurch ergebenden Minirätsel im Leveldesign sind allerdings kaum der Rede wert, weiß man doch meist direkt Bescheid, wo man eine neu erworbene Fertigkeit einsetzen muss, um voran zu kommen. Hier hat man ebenfalls Chancen vergeben, Finessen ins Leveldesign einzubauen.

Zu guter Letzt sei noch ein Blick auf die akustische Untermalung des neuesten Castlevania-Abenteuers geworfen. Die musikalische Begleitung gibt sich wie immer keine Blöße und überzeugt rundum durch abwechslungsreiche, für die Serie typische, Klänge. Die professionellen (englischen) Sprecher der Zwischensequenzen fügen sich hierbei genauso gut ins Gesamtbild, wie die passenden Soundeffekte. Technisch gibt sich der Titel somit also zwiegespalten: Auf der einen Seite die sehr gute Akustik, auf der anderen Seite die detailarme, schwache Grafik auf dem Stand vor drei Jahren.
Pro
Auflevelbarer Charakter
Etliche Waffen
Ordentliches Kampfsystem
Fordernde Bossfights
Viele Gegnertypen
Toller Soundtrack
Contra
Sehr lahmes Leveldesign
Triste Grafik
Optisch mäßige Rendersequenzen
Fazit
Wer auf astreines Dungeon Crawling mit nichts als Monster plätten, Erfahrungspunkte einsacken und bessere Waffen finden steht, der macht mit dem Kauf von Castlevania: Curse of Darkness sicherlich nichts falsch. Das Spiel ist geradezu fokusiert auf diese Art des Gamens und bietet abseits dessen kaum etwas. Lediglich die sehr gelungenen und teilweise wirklich fordernden Bossfights lockern das ansonsten monotone Kloppen und Leveln auf. Eine Frage, die sich die Entwickler dennoch stellen lassen müssen, ist: "Warum verdammt nochmal sind die Levels noch öder ausgefallen als im ohnehin schon flachen Vorgänger?" Ständig durch ein und die selben Gänge rennen und dabei aufgrund der eher schwachen Grafik nicht einmal optisch etwas geboten zu bekommen, schläfert das Auge auf Dauer ein. Da helfen auch verschiedene Textursettings nicht viel, da diese zu selten wechseln. Zwar entsteht dank der formidablen Akustik immer noch echte Castlevania-Atmosphäre, dennoch ist es einfach ärgerlich, dass man seitens Konami auf eine jahrealte Grafikengine zurückgriff, ohne an dieser zu feilen. Wer allerdings über optische Schwächen sowie langweiliges Leveldesign hinwegsehen kann und auf japanische Action mit Rollenspielelementen steht, der sollte sich den neuesten Spross einer der umfangreichesten Serien der Spielegeschichte unbedingt einmal näher anschauen.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
   Action-Adventure
Publisher
Konami
Entwickler
Konami
Website
de.gs.konami-eu...
Release
17. Februar 2006
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