Gelungener Dungeon Crawler mit grausam langweiligem Leveldesign und trister Optik.Dunkle Schlösser, enge Gassen und viele, viele Untote. Das ist seit jeher das Markenzeichen der
Castlevania-Reihe, die bereits zu Gameboy-Zeiten erfolgreich war. Nun feiert die Action-Adventure-Serie ihren zweiten Auftritt auf der
Playstation 2 und erstmals auch der
Xbox. Mit
Castlevania: Curse of Darkness will
Konami die Fehler des Vorgängers bereinigen und der Reihe zu Glanz verhelfen, welcher sonst nur die 2D-Ableger umhüllt. Ob das Vorhaben gelungen ist, steht im folgenden
Master-Review.
Von Rache getriebenDrei Jahre nach
Draculas gewaltsamen Tod durch die
Belmonts treffen sich die ehemaligen Weggefährten
Isaac und
Hector vor dem Schloss des einstigen Königs der Nacht wieder. Im Geiste durch die
» Größe hat nichts zu bedeuten. |
Ausbildung zum
Devil Forgemaster unter
Draculas strenger Hand verbunden, könnten ihre Motive kaum unterschiedlicher sein.
Hector wollte die Grausamkeiten ein für alle Mal hinter sich lassen und seinen Fertigkeiten den Rücken zukehren, während
Isaac weiterhin dem Pfad des Bluts folgt. Um auch
Hector wieder auf seine Seite zu ziehen, ließ er dessen Geliebte umbringen. Von Rache getrieben macht dieser nun Jagd auf den verbissenen Dämonenmeister.
Anfangs nur mit einem schwachen Schwert bewaffnet übernimmt der Spieler nach einem kurzen, qualitativ
mäßigen Render-Intro die Kontrolle über
Hector. Was nun folgt ist eine umfangreiche Odyssee durch etliche lange Gänge gefüllt mit noch mehr Monstern und allerlei Gegenständen zum Verbessern des eigenen Waffenrepertoires. Leider hat man es abermals verpasst, die Levels interessant zu gestalten und so rennt man durch oftmals überdimensioniert wirkende, immer gleich ausschauende Bauten in
mäßiger Biederoptik. Nur sehr selten ändern sich die Umgebungstexturen - beispielsweise wenn man von einem Schloss in einen Wald wechselt.
Schlachten, sammeln und bastelnZudem wurde das Ganze noch
schrecklich linear inszeniert, so dass man eigentlich nur von einer Tür zur anderen sprintet. Nur hin und wieder gibt es Bonuskorridore, an deren, meist weit entferntem, Ende ein Schatz
wartet. Die teilweise vertretenen Geschicklichkeitseinlagen aus dem direkten Vorgänger hat man ganz entfernt. Wer auf anspruchsvolle, abwechslungsreiche Levelarchitekturen oder schick inszenierte Schlösser a la
Resident Evil 4 hofft, wird enttäuscht. Wo man an der einen Stelle eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger verpasst hat, trumpft man an anderer Position auf. So darf nun endlich auch auf der
Playstation 2 hemmungslos
aufgelevelt werden, was viele Fans in
Castlevania: Lament of Innocence vermissten.
Das angesprochene
Waffenbasteln funktioniert ebenfalls tadellos und motiviert zusätzlich zum Schlachten der endlosen Gegnerhorden, um wertvolle Items aus diesen herauszuquetschen. Gesammelte Gegenstände werden anschließend kombiniert und ermöglichen das
Erschaffen etlicher, verschiedener Waffen in vier Kategorien (Schwerter, Äxte, Speere und Handschuhe). Zu den Waffen gesellen sich Rüstungen und Helme sowie eine "Special"-Kategorie, in der Vertreter aller Klassen zu finden sind. Prinzipiell lässt sich das gesamte Gameplay folgendermaßen zusammenfassen:
Raum betreten, Monster plätten, Erfahrungpunkte und Items einsacken, nächsten Raum betreten ... –
Dungeon Crawling par excellence also! Aufgelockert wird das Ganze durch alle naselang auftauchende
Endgegner, von denen sich einige im Gegensatz zu den doch eher seichten Standardkontrahenten als echte Herausforderung entpuppen.
Good Fight!Glücklicherweise ist auch das zu Grunde liegende Kampfsystem gelungen. Zwar reicht es bei weitem nicht an die Genialität eines
Ninja Gaiden (2004) oder
Devil May Cry 3 heran, allerdings
war dies auch nie die Absicht der Entwickler. Vielmehr gilt es, durch
leicht zu erlernende Kombomanöver und die Vielzahl an zur Verfügung stehenden Waffen auf die individuellen Verhaltensmuster der
über 100 Monstertypen zu reagieren und ihnen somit entgegen zu treten. Dank dem breiten Spektrums der zur Verfügung stehenden Kriegsmittel wird jeder Spieler seinen individuellen Liebling finden – sei es nun der schnell-elegante Degen oder die gemächlich-brachiale Keule. Hinzu kommen soganannte
Innocent Devils, Dämonen, welche den Spieler auf Schritt und Tritt begleiten und mit offensiver und defensiver Magie zur Seite stehen.
Maximal darf nur einer dieser Begleiter aktiv sein, auf die anderen kann aber jederzeit mittels Menü zugegriffen werden. Auch die Hosentaschen-Dämonen dürfen gelevelt werden, damit sie neue Zauber erlernen und mehr Energie speichern können. Aufgefüllt wird das
Mana übrigens durch die
Castlevania-typischen Herz-Phiolen, die es in verschiedenen Größen zu finden gibt. Auch darf man wieder auf diverse Inventargegenstände zur Stärkung der Lebensenergie zurückgreifen.
Sehr guter SoundtrackAbgesehen von ihren kämpferischen Fähigkeiten ermöglichen es die Dämonen dem Spieler, ansonsten unzugängliche Gegenden zu erreichen. So kann man beispielsweise mit Hilfe einer der Begleiter durch enge Ritzen kriechen, während
ein besonders starker
Innocend Devil Metalltüren empor hievt. Die sich dadurch ergebenden
Minirätsel im Leveldesign sind allerdings kaum der Rede wert, weiß man doch meist direkt Bescheid, wo man eine neu erworbene Fertigkeit einsetzen muss, um voran zu kommen. Hier hat man ebenfalls Chancen vergeben, Finessen ins Leveldesign einzubauen.
Zu guter Letzt sei noch ein Blick auf die
akustische Untermalung des neuesten
Castlevania-Abenteuers geworfen. Die musikalische Begleitung gibt sich wie immer keine Blöße und
überzeugt rundum durch abwechslungsreiche, für die Serie typische, Klänge. Die professionellen (englischen) Sprecher der Zwischensequenzen fügen sich hierbei genauso gut ins Gesamtbild, wie die passenden Soundeffekte. Technisch gibt sich der Titel somit also zwiegespalten: Auf der einen Seite die sehr gute Akustik, auf der anderen Seite die detailarme,
schwache Grafik auf dem Stand vor drei Jahren.