Fünfter Teil der tollen Metzelreihe, der auf alte Tugenden aufbaut.Jährliche ein neues Spiel innerhalb großer Sportspielserien wie beispielsweise FIFA Football sind gang und gäbe. In anderen Genres bilden diese
Quasi-Updates aber eher die Ausnahme. Eine solche ist die beliebte
Dynasty Warriors-Serie von
Koei, die nun bereits in die fünfte Runde geht - etliche Addons und Spin-Offs nicht mit eingerechnet. Neue Charaktere, Schlachtfelder, Waffen, Missionen sowie kleinere Änderungen und Verbesserungen sollen treue Fans und Neueinsteiger zum Kauf verlocken. Ob sich dieser lohnt, erfahrt ihr wie immer in unserem
Master-Review.
Three Kingdoms EinerleiStorytechnisch wagt auch der fünfte Teil der Reihe keine Experimente. Wieder einmal wird der Spieler ins feudale China zur Zeit der
Three Kingdoms katapultiert, in dem er für eines der
» Ein gut platzierter Zauber wirkt Wunder. |
drei Reiche
Wu,
Wei oder
Shu ins Felde zieht. Anfangs sind hierzu sechs Offiziere pro Seite verfügbar, die alle über eine eigene Storyline und individuelle Fähigkeiten sowie unterschiedliche Waffen verfügen. Neben dem
Kampagnenmodus stehen noch
Herausforderungen sowie das
freie Spielen zur Auswahl. In letzterem dürfen alle Einsätze, die in der Kampagne bereits in angriff genommen wurden, beliebig oft wiederholt werden, was vor allem zum Aufleveln der Charaktere von großem Nutzen ist. Die anderen Modi neben den Kampagnen dienen hingegen der puren Highscore-Jagd. Hier wird unter anderem geprüft, wie lange der Spieler es schafft, nicht verwundet zu werden, wie viele Feinde er in einer bestimmten Zeit besiegt oder wie gut er eine Brücke verteidigen kann.
Gewohnt gute KostGameplaytechnisch hält sich der Titel ebenfalls eng an seine Vorgänger, was niemanden verwundern dürfte. Wieder einmal gilt es, an
gigantischen Schlachten teilzunehmen und tausenden Gegnern den Garaus zu machen. Die Spielfigur darf
» Auch Frauen kämpfen mit. |
dabei frei über die
großen Schlachtfelder manövriert werden. Mit Hilfe des Controllers lassen sich leichte und starke Attacken miteinander kombinieren. Zudem lädt sich durchs Kämpfen eine Energieleiste auf. Ist diese komplett gefüllt, darf man eine Spezialattacke - der sogenannte
Musou-Angriff - ausführen, die für besonders viel Licht in den feindlichen Reihen sorgt. Neben einer Nahkampfwaffe steht der Spielfigur noch ein Bogen zur Verfügung. Aufgrund seiner eher schwachen Durchschlagskraft und einem nicht vorhandenen Wirkungsradius kommt dieser allerdings eher selten zum Einsatz. Während die Standardgegner nur in rauen Massen eine Bedrohung darstellen, sollte man vor allem auf
feindliche Offiziere achten. Diese Truppenführer halten besonders viel aus und verfügen über die selben Fähigkeiten wie die Spielfigur, was sie zu gleichwertigen Gegnern erhebt. Besiegt man einen solchen Anführer fliehen seine Untergebenen, was diese starken Kontrahenten zu einem lohnenden Ziel macht. Weitere Hauptkontrahenten sind
Hauptmänner, welche die Kontrolle über
Versorgungspfade und -lager haben. Nach dem Beseitigen eines solchen Wächters wird die besetzte Stellung frei gegeben und wenige Augenblicke später von einem eigenen Hauptmann besetzt, was wiederum die eigenen Truppen stärkt.
FeintuningSo weit, so bekannt. Kenner der Serie wissen bereits, dass sich die Veränderungen gegenüber dem letzten Vorgänger stets in einem
umfangreichen Feintuning und Einfügen
neuer Features bemerkbar machen.
» Vorsicht vor wilden Tieren! |
Auch
Dynasty Warriors 5 bildet hier keine Ausnahme. Der auffälligste Unterschied findet sich im
Bodyguard-System. Statt mehreren Leibwächtern folgt der Spielfigur nun ein einziger Beschützer. Während diese in den alten Teilen eher unscheinbare Schlachtenteilnehmer waren, ist der neue Leibwächter von echtem Nutzen. Neben seinem selbständigen, relativ effektiven Agieren gegen die Feinde ist es möglich,
Partner-Musou-Attacken auszuführen, die eine doppelt verheerende Wirkung haben. Eine weitere Änderung gegenüber dem Vorgänger findet sich im Waffensystem: Während in
Dynasty Warriors 4 und
Dynasty Warriors 4: Empires sämtliches Kriegsgerät aufgelevelt werden durfte, kann man im fünften Teil neue Waffen nur auf den Schlachtfeldern finden. Diese richten nicht nur mehr Schaden an, sondern haben teilweise
magische Eigenschaften, welche wiederum die Werte des Trägers steigern. Zudem ermöglichen bessere Schwerter, Speere und sonstiges Kriegsgerät stärkere und längere Kombo-Attacken. Es lohnt sich also stets, die ausgedehnten Areale nach neuer Ausrüstung abzusuchen.
Mehr CharakterAm Ende jeder Mission gibt es eine detaillierte Auflistung mit Statistiken, welche Auskunft über vernichtete Einheiten und Offiziere gibt. Basierend darauf wie erfolgreich der Protagonist vorgegangen ist, werden
Erfahrungspunkte vergeben,
welche die Spielfigur in grundlegenden Attributen wie Angriffskraft oder Verteidigung verbessern. Des Weiteren lassen sich Eigenschaften durch das Anlegen von
Gegenständen - wie Amuletten oder magischen Artefakten – steigern, die ebenfalls auf den Schlachtfeldern zu finden sind. Wie viele solcher Objekte ein Charakter mit sich führen darf, hängt von seinem Level ab. Neben der Hauptfigur sammeln auch die Leibwächter Erfahrungspunkte wenn sie an Schlachten teilnehmen, was wiederum deren Effizienz steigert. Aufgrund des gegenüber dem Vorgänger merklich
gestiegenen Schwierigkeitsgrades ist dieses Aufleveln auch bitter nötig, um eine gute Chance in den Schlachten zu haben. Damit bei niemandem Frust aufkommt, bietet das Game allerdings
drei Schwierigkeitsgrade (+ ein freispielbaren), so dass ungeübte Spieler zunächst einmal auf
leicht beginnen sollten. Netterweise darf man während einer Mission bis zu drei Mal speichern, um nach einer Niederlage nicht die gesamte Mission von vorne angehen zu müssen.
Multi-Musou Dynasty Warriors 5 bietet wie einige seiner Vorgänger einen vollwertigen
Mehrspielermodus, der auf
kooperatives Spielen ausgelegt ist. Sämtliche Feldzüge dürfen im
Split-Screen zu zweit angegangen werden, um sich gemeinsam durch
die Gegnerhorden zu schlagen. Auch hier ermöglichen Team-Musou-Attacken besonders empfindliche Schäden bei den anstürmenden Feinden. Grafisch und soundtechnisch hat man am Titel ebenfalls nur Feintuning betrieben. So kann
Dynasty Warriors 5 mehr Figuren gleichzeitig darstellen als seine Vorgänger, was die Schlachten noch einen Tick spektakulärer wirken lässt. Auch ist es den Entwicklern gelungen, den vorherrschenden
Grafiknebel ein wenig einzudämmen. Ansonsten bleibt alles beim Alten:
karge Bodentexturen und Umgebungen werden durch
detaillierte Charaktermodelle und
tolle Special-Effects wett gemacht, während der Sound mit seinen
Heavy-Metal-Klängen für eine passende Musikuntermalung sorgt. Leider hat man beim fünften Teil auf die herrlich trashige deutsche Sprachausgabe verzichtet, so dass man sich mit dem englischen Original zufrieden geben muss. Dieses klingt weitaus ernster und professioneller als die deutsche Synchro und versprüht somit nicht den gleichen Charme der Vorgänger.
Die vor kurzem erschienene
Xbox-Version weist - bis auf optionale
japanische Spracheinstellungen und
5.1 Dolby Digital-Sound - keinerlei nenneswerte Unterschiede zum PS2-Pendant auf und ist somit
qualitativ auf annähernd gleichem Niveau.