Das wohl spaßigste Rundum-Workout für Zocker – EyeToy sei dank.Mit
EyeToy: AntiGrav erscheint das erste Spiel, das Sonys USB-Kamera nicht für Minispiele benutzt und welches das erfasste Bild beim Spielen nicht auf dem Bildschirm wiedergibt. Stattdessen wurden die Erkennungsalgorithmen des Geräts noch einmal verbessert, sodass nun zwischen Hand- und Kopfbewegungen unterschieden wird. Beim ersten Start des
Hoverboard-Funracers brechen Pad-gewöhnte Spieler aufgeregt in Freude über die kleine Figur auf dem Bildschirm aus, die sich analog zur eigenen Hampelei bewegt. Doch was sehen sie auf den zweiten Blick? Unser Master-Review sagt’s!
It’s tricky! Eine Simulation will dieses Spiel nicht sein, ganz im Gegenteil: Markant ähnlich zu
SSX Tricky braust ihr die Strecken entlang, zeigt waghalsige Trickcombos und rempelt mit dem dafür erhaltenen
» Zeit für einen Spezialtrick. |
Boost die Kontrahenten von der Piste. Je wilder, desto besser: Wer sogar die eingeblendete, stets unterschiedliche Bewegungsreihenfolge schafft, kassiert für den dadurch ausgelösten
Spezialtrick extra viel Boost-Zeit. Wie bereits erwähnt geschieht das alles durch die eigene Körperbewegung. Die langen Levels, deren Bewältigung gute fünf Minuten in Anspruch nimmt, können auf drei Arten beschritten werden. Die Grundlage bilden die normalen Straßen- und Sprungabschnitte: Hier gilt es, die Boostleiste durch Tricks zu füllen und die levelspezifischen Eigenschaften auszunützen, indem ihr Hindernissen ausweicht sowie über Boost- und Power-Up-Felder gleitet. Einen weiteren großen Teil der Spielzeit verbringt ihr auf Schienen. Auch auf diesen Wegen, die bunten Schläuchen ähneln, werdet ihr von Hindernissen und zu treffenden, farbigen Symbolen erwartet. Während die meisten davon einen Geschwindigkeitsschub auslösen, schaltet ihr mit einigen von ihnen Abkürzungen und Bonusabschnitte frei. Zuletzt entdecken geübte Fahrer Gleitabschnitte, in denen sie frei durch die Luft schweben und gefärbte Tore zu treffen versuchen. Zusammengepuzzelt ergeben diese
drei Abschnittstypen abwechslungsreiche, verzweigte Levelarchitekturen.
Im Rampenlicht Bevor der Spaß losgehen kann, besteht vorerst ein wenig Kalibrierungsarbeit: Ist die EyeToy-typische Kameraaufstellung vorgenommen, wird die Kopfposition vom Programm fokussiert. Diese
» Während einer Schwebephase sollte man die Tore durchfliegen. |
Kalibrierung wird zusätzlich nötig, wenn sich die Lichtverhältnisse im Raum verändern. Neu sind die
Helles Zimmer / Dunkles Zimmer – Modi, welche für eine bessere Erfassung sorgen. Doch in ausschließlich von Kunstlicht beleuchteten Räumen versagt jedoch die Erfassung teilweise gänzlich. Im Vergleich zu den bisherigen Spielen mit EyeToy-Unterstützung funktioniert diese zwar besser, doch geht dieser Vorteil durch die intensivere und hektischere Nutzung der Kamera verloren.
Die
Steuerung durch Köperbewegung bedarf einer kleinen Eingewöhnung, funktioniert dann aber intuitiv. Der Kopf dient der seitlichen Steuerung, horizontales und vertikales Armrudern löst Tricks in der Luft aus. Wenn ihr euch duckt, weicht ihr Hindernissen auf Schienen aus, fliegt in der Luft nach unten oder führt auf der Straße einen Boost herbei. Das Springen wird ebenfalls analog übersetzt und hat die umgekehrte Funktionen.
Große Klappe, nichts dahinter? Mit
EyeToy: AntiGrav schnüren die Entwickler wahrhaftig
kein pralles Paket, vom Umfang her kann dieser Titel nicht glänzen: Die Größe der Levels täuscht nicht darüber
» Die Levels ist sehr verzweigt gestaltet. |
hinweg, dass lediglich fünf von ihnen vorhanden sind. Unverständlich ist weiterhin, warum der Spieler zwischen acht verschiedenen Fahrern wählen darf, sich diese aber nur im Äußeren unterscheiden. Auch
freispielbare Extras, wie neue Boards oder Flügel, bringen keine Verbesserungen und werden nicht einmal im Menü angezeigt. Die Strecken können in
zwei unterschiedlichen Modi befahren werden: Im „Tempo“-Modus gilt es, aus 3 Läufen jeweils als Sieger gegen drei Computergegner hervorzugehen, während ihr im „Stil“-Modus lediglich gegen eine herunterzählende Uhr antretet, die durch Tricks aufgehalten werden kann. In dieser Wettbewerbsart muss zum erfolgreichen Bestehen eine Mindestpunktzahl erreicht werden. Die Levels unterscheiden sich zwischen den Spielarten geringfügig, sodass ihr bei der Punktejagd auf der Strecke Zusatzzähler findet, wo noch im Renngeschehen Beschleunigungsfelder anzufinden waren. Der Schwierigkeitsgrad ist durchgehend happig und die Qualität der Lichtverhältnisse vor dem Fernseher spielt für ihn eine große Rolle. Auch ist der „Tempo“-Modus durchgängig leichter zu bewältigen als der „Stil“-Modus. Dazugeklatscht bekommt ihr noch einen
Multiplayermodus, in dem nacheinander um das beste Ergebnis angetreten wird. Hierbei kommt leider gar kein Spaß auf, da die Strecken für abwechselndes Fahren viel zu lang sind.
Willkommen in der neuen Dimension Verglichen zu den bisherigen 2D-Partyspielen ist die 3D-Grafik dieses Titels zwar ein klarer Schritt nach vorne, doch um im Führungssektor der Controller-gesteuerten Spielen
» Im „Tempo”-Modus tretet ihr gegen Bots an. |
mitzulaufen, fehlt es ein wenig an Beinlänge. Auf der einen Seite sind die Levels in
grundverschiedenen, abwechslungsreichen Settings platziert und hier und da lassen sich kleine Details nett anschauen. Doch lenken diese nur von den teils groben Flächentexturen ab. Die Charaktermodelle, deren Auflösung teils so gering ist, dass man kaum ein Detail erkennt, stechen hingegen ins Auge. Überlagert wird das Ganze wiederum durch schöne Blur-Effekte, die ein gutes Geschwindigkeitsgefühl vermitteln. Für die stimmige Soundkulisse aus Rock- und Elektroklängen zeigt sich die Band
Apollo 440 verantwortlich, die einen exklusiven Soundtrack aus Remixes zusammenstellte. Dazu quaken langweilige Fahrerstimmen schlechte Sprüche, die nach kurzer Zeit langweilig werden.