Blutiger Mix aus Action-Adventure und Prügelspiel, der zu gefallen weiß.Als während der
16-Bit-Generation der erste Teil der legendären
Prügelspielreihe Mortal Kombat das Licht der Welt erblickte, war die Freude unter Spielern und das Entsetzen bei den Jugendschützern in etwa gleich groß. Seit dem hat sich viel getan. Mittlerweile schafft es die Beat 'em Up-Reihe auf satte sechs Vertreter, die quer über fast alle bekannten Systeme verbreitet sind. Höchste Zeit also, einen weiteren Schritt in der Entwicklung der Reihe zu wagen. Mit
Shaolin Monks präsentiert
Midway sein erstes Action-Adventure in der blutigen Serie, welches wir für euch im folgenden
Master-Review unter die Lupe genommen haben.
Mortal KombatEigentlich hatten die Streiter der Erde den
Mortal Kombat gewonnen und somit die Welt vorerst vor einer Invasion
blutdurstiger Dämonen gerettet. Doch Bösewicht
Shang Tsung hält sich nicht an die Regeln und fällt ins friedliche Erdenreich ein. Die erste und letzte Verteidungslinie sind die tapferen Recken der
Wu-Shu Akademie unter der Leitung des Donnergottes
Raiden. Allen voran
Liu Kang und
Kung Lao, welche als Protagonisten von
Shaolin Monks fungieren. Der Spieler schlüpft in die Rolle einer der beiden Helden, um die Invasion der Dämonen abzuwehren. Wahlweise dürfen auch
zwei Spieler gleichzeitig im Kooperativ-Modus auf die gefährliche Reise gehen, um den finsteren Horden mit geballter Kraft entgegen zu treten.
Finish him!Das eigentliche Spiel kann als
Mix aus klassischem Action-Adventure und knallhartem Prügelspiel beschrieben werden. Ähnlich wie
Ryu Hayabusa aus
Ninja Gaiden (2004) verfügen die Protagonisten über eine
» Scorpion wendet seinen Trick 17 an. |
breite Bewegungspalette und erinnern im Handling stark an klassische Beat 'em Up-Steuerungen. Tritte, Schläge, Würfe und verschiedene Special-Moves wie Fernangriffe sorgen für reichhaltige Möglichkeiten beim Bekämpfen der garstigen Widersacher, von denen bis zu fünf Stück gleichzeitig den oder die Helden in die Mangel nehmen. Natürlich dürfen in einem echten
Mortal Kombat auch ausschweifende Bluteffekte sowie die
berühmt-berüchtigten Fatalitys nicht fehlen. Letztere lassen sich mit Hilfe von Fatality-Energie ausführen und bewirken das sofortige Ableben des Kontrahenten - spektakulär in Szene gesetzt durch eine serientypische, brutale Ingame-Sequenz. Auch Mehrfach-Fatalities – genannt
Multalitys -, Stage-Fatalities und die extrem starken
Brutalitys, welche die Spielfigur kurze Zeit in einen Berserkermodus versetzen, haben es ins Game geschafft. Dummerweise sind die damit verbundenen Ingame-Sequenzen nicht abbrechbar und so nervt es irgendwann, sich immer und immer wieder die blutigen Hinrichtungen ansehen zu müssen. Um für noch mehr Motivation beim Monstermetzeln zu sorgen, haben die Entwickler ein
simples Erfahrungspunkte-System eingebaut, welches das Verstärken diverser Attacken ermöglicht.
Standard-RätselkostWeniger spektakulär fallen die
Adventure-Elemente im Titel aus. Die Spielwelt ist in diverse Areale wie die
Outworld,
Kriegerakademie oder
Goros Höhle unterteilt, zwischen denen man sich - unterbrochen von
» Auch die Bäume mischen mit. |
häufigen Ladepausen - frei bewegen kann. Um im Titel voran zu kommen, müssen meistens simple Mechanismen aktiviert werden, was nicht selten unter Zuhilfenahme von Monsterleichen geschieht. An Ketten aufgehängte Körper öffnen den Durchgang, während literweise gefrorenes Blut als praktische Leiter zum zweiten Stockwerk herhält. Um trotz der frei gestalteten Welt
Linearität in den Titel zu bringen, sind einige Bereiche erst zugänglich, wenn man diverse Moves wie das Mauerspringen oder Klettern erlernt hat.
Am Ende jedes Abschnitts lädt ein
Endgegner zum harten Fighten ein. Diese Kämpfe gegen bekannte
Mortal Kombat-Charaktere wie
Sub Zero oder
Scorpion sind besonders gelungen und erinnern an die Beat 'em Up-Vorgänger
Mortal Kombat: Deadly Alliance und
Mortal Kombat: Deception. Leider ist die Spielwelt alles andere als groß ausgefallen und so dürften geübte Zocker bereits nach
sechs bis acht Stunden das Ende der Kampagne erreicht haben.
ReplayGlücklicherweise haben die Entwickler
etliche Secrets, freispielbaren Content sowie den hervorragenden Koop-Modus und eine
Arena eingebaut, um die Langzeitmotivation aufrecht zu erhalten. So darf man beispielsweise neue
Charaktere freispielen mit denen das Abenteuer erneut angegangen oder in bester Beat'em Up-Manier in den Arenen eines auf die Mützen gegeben werden darf. Bilder- und Videogalerien sind zudem eine echte Fundgrube für jeden Mortal Kombat-Fan. Auch
technisch macht das Game eine
sehr ordentliche Figur. Die fantasievollen, abwechslungsreichen Landschaften werden dank guter Engine schön in Szene gesetzt und auch den Charaktermodellen fehlt es weder an Polygonen noch an brauchbaren Texturen. Leider kommt es an einigen Stellen zu Rucklern, was den ansonsten wirklich guten Eindruck etwas trübt. Die Hintergrundmusik bietet bekannte
MK- Rhythmen, die gut zum blutigen Treiben passen. Auch die unverkennbaren Soundeffekte sowie der
kultige Sprecher („Finish him!“) sind mit von der Partie. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass die deutsche Version des Titels einer sehr nervigen Zensur zum Opfer gefallen ist, welche statt den brutalen Fatality-Szenen nur einen schwarzen Bildschirm zeigt. Auch einige Zwischensequenzen wurden an besonders harten Stellen umgestaltet. Zudem hat man eine freispielbare Version von
Mortal Kombat 2 entfernt, die allerdings auch in einigen anderen PAL-Versionen des Titels fehlt.