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Master-Review:   » drucken    » versenden

Scrapland

» Autor: Sacha Galgon
» Datum: 17.06.2005
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Taucht ein in einen futuristischen Genremix, der leider viel Potenzial verschenkt.

Menschen sind eklig, stinken und verdienen keinen Respekt. Jedenfalls denken dass die Bewohner des Planeten Scrapland. Früher als Erde bekannt, wurde der Planet von den Menschen ausgeplündert und zerstört – danach hauten sie einfach ab. Zurück blieb nur ein Haufen Schrott, der zum jetzigen Namen führte, nachdem die Roboter den Planeten übernommen haben. Mittendrin befindet sich D-Tritus, der sich auf einem fernen Schrottplatz vor Jahren mal selbst zusammengebaut hat und auf der Suche nach anderen Wesen auf der fernen Welt angekommen ist. Er stellt den Hauptcharakter des Spiels, welches großmundig als „GTA mit Robotern“ angekündigt wurde, dar. Inwiefern Scrapland diesem Vergleich gerecht wird und was euch alles in diesem Szenario aus Metall und Action erwartet, lest ihr in diesem Master-Review.

Die große Datenbank
Auf Scrapland gibt es nicht nur keine Menschen – nein, es gibt überhaupt keine organischen Lebewesen. Die metallenen Bewohner des Planeten fürchten und ekeln sich nämlich vor nichts mehr als organischem Leben. Das muss auch D-Tritus erfahren,
» D-Tritus ist der Held des Spiels.
da er bei seiner Ankunft gleich in eine komische Maschine gesteckt wird, die ihn nach lebenden Organismen durchsucht. Da man auf Scrapland nicht arbeitslos sein darf, bekommt unser blauer Held gleich danach einen Beruf zugeteilt. Weil alle guten Jobs schon belegt sind, wird er Journalist. Das erste Ereignis, über das ihr berichten sollt, hat es auch gleich in sich. Auf dem Planeten der Maschinen gibt es eigentlich keine Toten. In den Überresten des Himmelskörpers fanden die Roboter vor Jahren die sogenannte Große Datenbank. In dieser sind sämtliche Matrixen aller auf Scrapland lebenden Roboter gespeichert. Sollte jemand auf unglückliche Art und Weise den Tod finden, kann er – gegen ein Entgelt – wiederbelebt werden.
Allerdings passieren momentan auf dem metallenen Planeten unfassbare Dinge: Berühmte Roboter des öffentlichen Lebens werden ermordet, gleichzeitig verschwinden auf unerklärliche Weise ihre „Körper“ so wie die Informationen in der Großen Datenbank – sie können also nicht wiederbelebt werden. Schnell geht das Gerücht um, dass ein Organischer, ja vielleicht sogar ein Mensch, seinen Weg nach Scrapland gefunden hat. Eure Aufgabe ist es nun, den Fall aufzuklären und das Rätsel der Morde zu lösen.

Grand Theft Robot?
Die Jagd nach dem Mörder führt euch durch ganz Scrapland, wobei ihr hierbei verschiedene Aufträge und Missionen erfüllen müsst. Dabei errinern das recht freie Gameplay sehr wohl an die GTA-Reihe: Ihr bewegt euch, wahlweise zu Fuß oder in einem
» Ihr könnt viele verschiedene Roboter übernehmen.
Gleiter, durch eine wirklich riesige Stadt und erledigt dabei Botengänge, fahrt zu Treffpunkten mit den verschiedensten Gestalten, rast gegen finstere Typen um die Wette oder lasst euch auf die irren Aktionen des so genannten Spielers ein. Das ist ein Verrückter, der euch aber eine Menge Geld oder Material für Raumschiffe besorgen kann. Diese könnt ihr in Scrapland selbst zusammenbauen – oder aber ganz GTA-like einfach klauen. Ebenfalls sehr wichtig ist das Pressezentrum, wo sich D-Tritus’ Boss befindet und man neue Jobs erhält. Viele Aufgaben sind Nebenquests und dienen lediglich dem Geld verdienen, während andere natürlich direkt mit der Story verwoben sind. Durch ein spezielles Item könnt ihr euch übrigens an den verschiedenen Terminals der Großen Datenbank einloggen und so jeden Bewohner inkl. Beruf übernehmen. Das birgt enorme Vorteile, da ihr so z.B. als Bankier den Leuten wortwörtlich das Geld aus der Tasche ziehen könnt oder als kleiner Wartungsroboter durch Lüftungsschächte Zugang zu abgeschlossenen Räumen verschafft. Ansonsten müsst ihr meist mit anderen Robotern sprechen und durch die Maskerade bestimmte Informationen von ihnen bekommen.
Aber beim Verkleiden ist auch Vorsicht geboten, die Polizisten der Roboterwelt sind nämlich nicht ganz auf den Kopf gefallen. Da diese Art, andere Roboter zu übernehmen, illegal ist, kann es vorkommen, dass sie die Maskerade durchschauen und die Jagd auf euch eröffnen. Bei all der Abwechslung, die das Spiel einem zu bieten scheint, hat man allerdings ständig das Gefühl, dass man mehr hätte draus machen können. Leider sind die Missionen oft nach dem Standardmuster "fliege dorthin und hole das" oder "zerstöre denjenigen" gestrickt, was auf die Dauer etwas eintönig wird. Zwar ist man in der Praxis zusätzlich mit der Ausstattung seines Schiffes und dem Absolvieren der Wetten des Spielers beschäftigt, das zugrunde liegende Gameplay hätte aber Spielraum für abwechslungsreichere Aufgaben geboten. Spielerisch motivationshemmend ist zudem die Tatsache, dass von Beginn an sämtliche Roboter der Großen Datenbank verfügbar sind. Hier hätte man durch Freischalten der einzelnen Charaktere einiges an Motivation bieten können.

We…are…the…borg…
Neben den mit der Zeit leider recht schnell langweiligen Aufgaben krankt Scrapland zudem an den Flugmissionen und einer etwas zu empfindlichen Steuerung. Man muss recht viel Gefühl aufbringen, wenn man das Raumschiff punktgenau durch die City
» Grafisch ist Scrapland makellos.
steuern und gleichzeitig noch Feinde aufs Korn nehmen soll. Doch auch zu Fuß steuert sich unser metallener Freund recht empfindlich. Dafür bietet uns Scrapland auch einen Multiplayer-Modus, den man zu zweit per Splitscreen spielen kann. Dort wählt man aus bekannten Spielprinzipien wie Deathmatch, einem Rennen oder diversen Capture the Flag-Abwandlungen. Vom Gehalt des Singleplayer-Parts ist natürlich weit und breit nichts zu sehen und die gebotenen Spielmodi wirken, nett ausgedrückt, einfach schon etwas angestaubt. Eine tolle Zugabe ist der Multiplayer-Modus aber allemal.
Grafisch ist Scrapland makellos. Das Spiel strotzt vor bunten Farben und bietet eine unglaubliche Fülle an liebevollen Details. Auch die Animationen der Roboter sind sehr gut gelungen, ebenso die Lichteffekte. Zudem pulsiert die Stadt nur so vor Leben – ohne Ruckeleinlagen. Scrapland bietet auch eine tolle, professionelle deutsche Sprachausgabe. Trotzdem muss man eine schlecht abgemischte Soundkulisse bemängeln: Allen voran sind die Musiktracks viel zu laut, so dass sie jedes Gespräch oder wichtige Nebengeräusche übertönen.
Pro
Gute Grafik
Ungewöhnliches Szenario
Viele steuerbare Charaktere
Tolle Sprachausgabe
Contra
Wenig Abwechslung
Zu empfindliche Steuerung
Geringe Langzeitmotivation
Fazit
Scrapland bietet eine einmalige Spielwelt voller Roboter und abgedrehter Tatsachen, die einen nicht mehr so schnell loslässt. Das Spiel kommt anfangs mit einem wunderbaren Charme daher und besticht durch die ungewöhnliche Welt, die Charaktere und das freie Gameplay. Da man jedoch nach einer Weile das Gefühl hat, alles zu kennen, legt sich die Begeisterung recht schnell. Trotzdem ist das Sci-Fi Abenteuer recht empfehlenswert. Die tolle Grafik und die Sprachausgabe tun dabei ihr übriges. Scrapland ist ein Geheimtipp für alle Science Fiction-Fans, die gerne mal in verschiedene Rollen schlüpfen, und weder mit einer empfindlichen Steuerung oder immer wiederkehrenden Missionszielen Probleme haben. Wer nicht unbedingt ein Roboterszenario bevorzugt, findet allerdings problemlos bessere Alternativen.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Publisher
Deep Silver
Entwickler
Mercury Steam
Website
www.deepsilver....
Release
18. März 2005
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User-Bewertung
84
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